Wissen
Was ist reformiert?
Geschichte
Biografien
Glauben
Jesus Christus
Heiliger Geist
Bibel
Gesetz und Evangelium
Bilderverbot
Taufe
Erwählung / Prädestination / Vorherbestimmung
Hoffnung
Sünde
Schöpfung
Ethik
Diakonie
Abendmahl
Ehe
Bund
Bekenntnis
Gebet/Psalmen
Kirchenverständnis
Ökumene / Dialog mit dem Judentum
Islam - Muslime in Deutschland
Mission
Religion / Theologie der Religionen
Aus dem Bereich Wissen
Von Eberhard Busch
Miteinander statt Konkurrenzdenken, soziale statt individualistische Humanität, die Fremden als Geschwister zu erkennen, fordert Calvin.
Verschiedene Formen des Bundesgedankens
Von theologischer Rede bis in die Politik
Reformierte Tradition legte die biblische Rede vom Bund und den Bundesschlüssen sehr unterschiedlich aus. Der Bundesgedanke fand sogar Eingang in staatliche Verfassungen.
Die Föderaltheologie
Anknüpfend an die biblischen Rede vom Bund (lateinisch foedus) zwischen Gott und Mensch wurde im 16./17. Jahrhundert eine typisch reformierte Föderaltheologie entwickelt. Ihr bedeutendster Vertreter war Johannes Coccejus in den Niederlanden. Coccejus deutet die Beziehung zwischen Gott und Mensch als Heilsgeschichte in fünf Etappen von der Schöpfung bis zum von Jesus Christus verkündigten Reich Gottes.
"Bund der Werke" und "Bund der Gnade"
Im angelsächsischen Sprachraum wurde die Bundestheologie der Westminster Confession (1647) bedeutend. In Artikel 7 entwirft dieses Bekenntnis eine Theologie, die zwischen einem "Bund der Werke" und einem "Bund der Gnade" unterscheidet. Der "Bund der Werke" war Adam und seiner Nachkommenschaft verheißen, den "Bund der Gnade" richtetet Gott durch Jesus Christus auf. Dieser Bund wurde jedoch auch schon zur Zeit des Alten Testaments, "in der Zeit des Gesetzes", gehandhabt. Er wurde "durch Verheißungen, Prophezeiungen, Opfer und Beschneidung vollzogen, durch das Passahlamm und andere Vorbilder und Anordnungen, die dem Volk der Juden aufgetragen waren und alle das Kommen Christi im voraus andeuteten". Mit Christus erschien "das eigentliche Wesen des Bundes". Unter dem Evangelium "wird dieser Bund durch die Anordnung, das Wort zu predigen und die Sakramente von Taufe und Abendmahl zu verwalten, vollzogen". Trotz dieser Unterscheidung in der Handhabung des Gnadenbundes wird festgehalten: Es gibt "nicht zwei Gnadenbünde, die ihrem Wesen nach zu unterscheiden wären, sondern ein und denselben in verschiedenen Ausführungen".
Der Bund in der Politik
Der Bundesgedanke hatte auch Auswirkungen auf die politischen Entwicklungen im 17. Jahrhundert. Der Bund als "Vertrag" mit gegenseitigen Rechten und Pflichten fand Eingang in die Wurzeln der staatlichen Verfassung der Schweiz (Confoederatio), Schottlands (The Covenant) und der USA (Mayflower Compact).
Barbara Schenck

