Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Anstöße zum Nach-Denken des Bundeswillen Gottes

Israel, Kirche, Bund im Licht des Evangeliums der Treue Gottes

Foto: sxc.hu / Robert Linder

In seinem Vortrag "Das Evangelium der Treue Gottes. Von dem einen Bundeswillen Gottes mit Israel und der Kirche" (1999) bedenkt Michael Weinrich das Verhältnis der Kirche zu Israel. Einige Denkanstöße aus dem Vortrag in Kürze.

Der Versöhnungswille Gottes
Der Wille Gottes zum Bund mit seinem Volk und seine Treue ihm gegenüber, zeigt sich auch in dem biblischen Zeugnis von dem Versöhnungswillen Gottes – wie Jesaja sagt im Namen Immanuel: "Gott mit uns" (Jes 7,14; Mt 1,23). Gott will nicht allein sein. Er sucht den Menschen: "Dieser Versöhnungswille manifestiert sich in einer Bundesgeschichte, von der Israel und die Kirche umfasst werden. In jedem Bund zeigt sich in besonderer Weise der eine Bundeswille und die Bundestreue Gottes".

Bund – das Evangelium von der Treue Gottes
Die unterschiedlichen in der Bibel erzählten Bundesschlüsse verbindet, dass sie alle getragen sind von der Treue Gottes: "Wo immer vom Bund gesprochen wird, ist von dem Evangelium der Treue Gottes die Rede." Von dieser Bundestreue lebt Israel, lebt die Kirche. Denn worauf sonst sollten sie vertrauen, wenn Gott den Ungehorsamen seine Treue entziehen könnte?

Was ist neu am neuen Bund?
Im Blick auf die biblische Rede vom neuen und vom alten Bund gilt: Der neue Bund hebt den Alten nicht auf. Im Gegenteil: Der neue Bund bestätigt den alten: "Das Neue kann nur darin beeindrucken, dass es aufs Neue das Alte zur Geltung bringt und auf spezifische Weise bekräftigt und bestätigt. Nicht das Neue legitimiert das Alte, sondern das Alte vermag dem Neuen überhaupt erst zu Aufmerksamkeit und Vertrauenswürdigkeit zu verhelfen." Der neue Bund ist ein erneuerter Bund.

 

Literatur

Michael Weinrich, Das Evangelium der Treue Gottes. Von dem einen Bundeswillen Gottes mit Israel und der Kirche, in: Reformierte Kirchenzeitung Heft 11 1999, 471-481


Barbara Schenck
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