Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Was habe ich von meiner Taufe?

Die Taufe als Zeichen, dass es Gott nicht gleichgültig ist, wie ich mein Leben verbringe.

Eine reformierte Pfarrerin aus der Schweiz antwortet:

"Gott kennt unseren Namen, für Gott sind wir einmalig, nicht ersetzbar, unendlich kostbar. In der Taufe feiern wir diese große Freundschaft Gottes, die jedem einzelnen Menschen gilt und von der sich Gott erhofft, dass wir Menschen, dass ich sie erwidere. So ist die Taufe Ausdruck dieser persönlich-zärtlichen Hinwendung Gottes zu jedem einzelnen Täufling. Sie will ein Zeichen sein, dass meine eigene Lebensgeschichte mit dem Leben und der Liebe Gottes verwoben ist. Gott ist es nicht gleichgültig, wie ich dieses, mein einziges, kostbares Leben verbringe. Daran soll uns das Wissen um unsere eigene Taufe immer wieder erinnern. Das soll uns Kraft geben."

Aus: Die Reformierten. Suchbilder einer Identität, hrsg. von Matthias Krieg und Gabrielle Zangger-Derron, Zürich 2002, 87


Barbara Schenck
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