Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Die Taufe als Zeichen des Bundes

Die Taufe in der Sicht einer Bundestheologie

Zwinglis Deutung der Taufe als "Zeichen des Bundes" fand auch Eingang in den Heidelberger Katechismus und ist somit ein noch heute im reformierten Konfirmandenunterricht gelehrtes TaufverstÀndnis.

Zwingli betrachtet auf seinem Weg zu einer Bundestheologie die Taufe als Zeichen des Bundes zwischen Gott und Mensch, analog zur Beschneidung. Dieses Zeichen verpflichtet zum Leben nach den Geboten. Zwingli spricht auch vom "Pflichtzeichen" des Bundes. Die Taufe wird allein aus Gnade verliehen. Keinerlei Vorleistung des Täuflings ist notwendig. Aber einmal vollzogen verpflichtet das Zeichen des Bundes, den Willen Gottes zu beachten.

Der Heidelberger Katechismus nennt die Taufe "göttliches Pfand" und "Wahrzeichen" für das geistliche Abwaschen der Sünden. Die Taufe als "Zeichen des Bundes" wird verglichen mit der Beschneidung im Alten Testament. Wie durch die Beschneidung Juden sich von Nicht-Juden unterscheiden, ist die Taufe quasi ein Erkennungszeichen für Kinder, die in die christliche Kirche eingefügt werden, gegenüber "den Kindern der Ungläubigen" (Heidelberger Katechismus Frage 73 und 74).


Barbara Schenck
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