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Gibt es das, Freude im Leid durch den Glauben?

Wochenlied EG 398: In dir ist Freude - 2. Sonntag nach Epiphanias

Skulptur (1957) von Gerhard Marcks in N├╝rnberg; Foto: Wikipedia Commons

von Sylvia Bukowski

Gibt es das, Freude im Leid durch den Glauben? Wer kann davon etwas erzählen?

Vielleicht meine Freundin, deren Mutter im hohen Alter gestorben ist, selber bereit, „zum Herrn zu gehen“ und umgeben von allen Kindern und Enkelkindern. Mit Liedern und Psalmen wie mit guten Mächten in die Ewigkeit begleitet. Unter Tränen sagt meine Freundin: „es war gut so!“ In einem Trostbuch, das wir mit vielen Gemeindegliedern zusammengestellt haben, finden sich noch andere Beispiele.

Manchmal erweist sich der Glaube in dunkelsten Stunden tatsächlich als Quelle von Zuversicht, und in diesem Sinn würde ich „Freude“ hier in diesem Lied verstehen.

Aber ein von der KLAK für den dazugehörigen Sonntag vorgeschlagener Predigttext stammt aus dem Buch Hiob. Und Hiobs qualvolles Ringen mit Gott über das Warum unschuldigen Leidens zeigt auch eine andere Seite des Glaubens: Gerade weil Hiob das Leid aus Gottes Hand nimmt (1,21), aus der Hand adonajs, dessen Name mit Gerechtigkeit und Erlösung verknüpft ist, gerade deshalb wird Hiobs Schmerz umso schärfer, brennender, durch keinen frommen Spruch seiner Freunde heilbar. Statt um Gottes Nähe zu bitten, schreit Hiob Gott entgegen: „Warum blickst du nicht einmal von mir weg und lässt mir keinen Augenblick Ruhe?“ (7,19)

Diese abgründige Seite des Glaubens, in der Gott wie ein Feind erscheint, von dem man trotzdem nicht loskommt, darf durch dieses Lied nicht ausgeblendet, die Hiobfrage nicht erstickt werden. Sie gehört auch vor den, von dem das Lied sagt: „hilfest von Schanden, rettest von Banden, du der wahre Heiland bist.“(Strophe 1).

Zum Hören:
www.youtube.com/watch?v=hf4y9oI_sZM

Sylvia Bukowski, 2. Sonntag nach Epiphanias, 19. Januar 2014

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Ein Impuls zum Wochenlied von Sylvia Bukowski