Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Wenn wir in höchsten Nöten sein - EG 366

Ein Impuls zum Wochenlied am Sonntag Reminiszere

Foto (bearb.): G. Georgiades/sxc.hu

von Sylvia Bukowski

Wenn wir in höchsten Nöten sind, und nicht mehr aus noch ein wissen, was tun wir da?

Viele von uns werden tatsächlich beten, manchmal mit genauen Vorstellungen, was Gott tun soll, manchmal auch nur, um sich alles von der Seele zu reden. Wir vertrauen darauf, dass  unser Gott ein Gott ist, der zuhört, geduldig, zugewandt, mit viel Verständnis auch für das, was wir selbst kaum verstehen: „Du kennst meine Gedanken von ferne...“ Ps 139.

Schon indem wir Gott unser Herz ausschütten, kann sich Manches klären, kann bisweilen auch die Einsicht in eigene Schuld wachsen. Oft fühlen wir uns nach dem Gebet erleichtert, besser gewappnet für den Umgang mit den Problemen.

In Sri Lanka haben sich Menschen zusammengeschlossen, die sich selbst „Zuhörer“, „listeners“ nennen. Es sind Leute unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters, die sich Zeit nehmen, anderen einfach zuzuhören. Sie haben keine therapeutische Ausbildung, geben keine Ratschläge, sie leihen anderen lediglich ihr Ohr. Aber offenbar wird das von Vielen geschätzt und in Anspruch genommen. Ein Gegenüber, das zuhört, tut gut und oft kommen auf diese Weise hilfreiche Prozesse in Gang.

Zuhören und Zeit schenken. Manchmal braucht es nichts anderes. Als Töchter und Söhne des Gottes, der uns hört sind wir geborene „Zuhörer“ und können etwas von Gottes heilender Aufmerksamkeit spiegeln, die viel bewirkt.

Sylvia Bukowski, März 2014

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Ein Impuls zum Wochenlied von Sylvia Bukowski

 

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