Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Hannah Michaelsen: Adieu, Raphael!

Erinnerungen einer Weiterlebenden

ein Buchtipp

Mehr als 60 Jahre hat Hannah Michaelsen die Erinnerung an jene Nacht des 8. Mai 1945, als sie – ein achtjähriges Mädchen – im Keller ihres Charlottenburger Elternhauses geschändet wurde, nicht zugelassen. Und als sich später ihr jüdischer Mann, der als Fünfjähriger mit seinen Elternnach Auschwitz deportiert wurde, das Leben nahm, da hat sie auch dieses schreckliche Ereignis für Jahrzehnte aus ihrem Leben verbannt. Erst im Alter von 70 Jahren hat sich die Berliner Psychologin und engagierte Kirchenfrau in einer ebenso schmerzhaften wie befreienden Erinnerungs- und Trauerarbeit den traumatischen Erfahrungen ihres Lebens gestellt. Daraus ist dieses bewegende Buch entstanden, das jenen Mut und Sprache schenken möchte, die bis heute über das am eigenen Leib und der eigenen Seele Erlittene nicht sprechen können.

Die Theologieprofessorin Magdalene L. Frettlöh legt in ihrem Nachwort-Essay Rechenschaft ab von der seelsorgerlichen Begleitung dieser siebenjährigen Begegnung mit den Schrecken der Vergangenheit und gibt Einblicke in das allmähliche Entstehen des zum Buch gewordenen Abschiedsbriefes an Raphael D. Stern.

Hannah Michaelsen
Adieu, Raphael!
Erinnerungen einer Weiterlebenden
Erev-Rav / Verlag Junge Kirche 2014
26,80 Euro

Bestellung:
verlag@jungekirche.de

 

 

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„Gott wird nicht zugrunde-, sondern aufrichten.“

Magdalene L. Frettlöh, Professorin für Systematische Theologie in Bern, skizziert im Interview mit reformiert-info ihr „eschatologisches Mobile“.
 

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