Rasches Handeln der internationalen Gemeinschaft gefordert

Aufruf der GEKE

Wien/Österreich, 11.08.2014 (CBS KULTUR INFO) Die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) äussert sich in einer Medienmitteilung tief besorgt über die Bedrohung, der Christen und andere religiöse und ethnische Minderheiten im Nordirak ausgesetzt sind. Hunderttausende seien auf der Flucht und kämpften um ihr Überleben. Die tödliche Bedrohung von Jesiden, Christen und Angehörigen anderer religiöser und ethnischer Gruppen durch die islamistische Terrormiliz "Islamischer Staat (IS)" verlange sofortiges Handeln der internationalen Gemeinschaft.

Die GEKE unterstütze deshalb den Aufruf des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) vom 8. August und bitte ihre Mitgliedskirchen dringend,  mit ihren Regierungsverantwortlichen Kontakt aufzunehmen, um - nach Möglichkeit auf der Basis eines UN-Beschlusses -  wirksamen Schutz für die bedrohten nMenschen, rasche Hilfe für die Vertriebenen, ihre sichere Rückkehr und ein Ende der Gewalt gegen religiöse und ethnische Minderheiten zu fordern. Zudem brauche es wirksamen Druck der internationalen Gemeinschaft auf jene Länder, die den IS mit Waffen und Geld unterstützten.
Die dramatischen Ereignisse im Irak seien in einem weiteren Zusammenhang zu sehen, erklärte das Präsidium der GEKE. Auch durch ihre enge Verbundenheit mit der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen im Mittleren Osten (FMEEC), zu der der Rat der Protestantischen Kirchen im Irak gehört,  ist den Mitgliedskirchen der GEKE seit langem die bedrückende Situation der Christen im Mittleren und Nahen Osten bekannt. "Die Christen im Mittleren Osten haben sich niemals in ihrer Existenz in dieser Region in solch einer Katastrophe und in solch einem Chaos vorgefunden wie seit dem sogenannten Arabischen Frühling", sagte Rosangela Jarjour, die Generalsekretärin der FMEEC, auf der GEKE-Vollversammlung  2012 in Florenz. Schon damals seien die Zukunftsaussichten düster gewesen, jetzt aber stehe die Präsenz und das Zeugnis der Christen im Mittleren Osten insgesamt auf dem Spiel, zeigt sich das Präsidium der GEKE alarmiert. "Angesichts der aktuellen Ereignisse ist die Verbundenheit der Kirchen und ihr Einsatz noch mehr gefordert", so die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa.

Daher rufen das Präsidium und der Generalsekretär der GEKE ihre Mitgliedskirchen, hinter denen annähernd 50 Millionen Evangelische in ganz Europa stehen, auf, die tätige Hilfe zu verstärken und durch solidarisches Handeln den bedrängten Gruppen beizustehen. "Jede Form religiös motivierter Gewalt und brutalisierter Frömmigkeit zerstört das menschliche Miteinander und lästert Gott", betont das Präsidium der GEKE. Mit der konkreten Hilfe verlange die aktuelle Situation das gemeinsame Gebet aller Kirchen für die bedrohten Menschen und ihre besorgten Angehörigen.   

Zur Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) - Leuenberger Kirchengemeinschaft, haben sich 107 protestantische Kirchen in Europa (und in Südamerika) zusammengeschlossen. Lutherische, reformierte, unierte, methodistische und vorreformatorische Kirchen gewähren einander durch ihre Zustimmung zur Leuenberger Konkordie von 1973 Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft.

Meldung aus dem CBS KULTUR INFO, Redaktion: Christian B. Schäffler, 11. August 2014

 

 

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