Termine
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps
Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.
Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik
WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.
Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.
Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.
Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.
Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.
''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück
''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012
''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.
Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.
35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.
Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.
Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012
Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)
Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion
Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.
Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)
Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden
Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.
Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.
Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.
''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf
Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)
''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012
Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
Angesichts der Heilung des Lahmen am See Betesda schlägt Prädikant Jost Harzer Bögen zu Problemen und Chancen der Neuzeit.
Version Zürcher Bibel 2007
Danach war ein Fest der Juden, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. In Jerusalem beim Schaftor ist ein Teich mit fünf Hallen, der auf hebräisch Betesda heisst. In den Hallen lagen viele Kranke. Dort war auch ein Mensch, der seit achtunddreissig Jahren an seiner Krankheit litt. Als Jesus diesen liegen sieht und erkennt, dass er schon eine lange Zeit leidet, sagt er zu ihm: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, sobald das Wasser aufgewühlt wird, in den Teich trägt; und wenn ich versuche, selber hinzukommen, steigt ein anderer vor mir hinein. Jesus sagt zu ihm. Steh auf, nimm deine Bahre und zeig, dass du gehen kannst! Und sogleich wurde der Mensch gesund, er nahm seine Bahre und konnte gehen. An jenem Tag aber war Shabbat. Die Juden sagten nun zum Geheilten: Es ist Shabbat, es ist dir nicht erlaubt, deine Bahre zu tragen. Er aber antwortete ihnen: Der mich gesund gemacht hat, hat zu mir gesagt: Nimm deine Bahre und zeig, dass du gehen kannst! Sie fragten ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Nimm sie und zeig, dass du gehen kannst? Der Geheilte wusste aber nicht, wer es war, denn Jesus hatte sich zurückgezogen, da an dem Ort ein Gedränge entstanden war. Später findet ihn Jesus im Tempel, und er sagt zu ihm: Du siehst, du bist gesund geworden. Sündige nicht mehr, damit dir nicht etwas Schlimmeres widerfährt! Der Mensch ging fort und berichtete den Juden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe. Und darum verfolgten die Juden Jesus, weil er solches an einem Shabbat tat.
Version Bibel in gerechter Sprache
Danach gab es ein jüdisches Fest, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem. In Jerusalem ist am Schaftor ein Teich, der auf Hebräisch Betesda genannt wird und der fünf Säulenhallen hat. In ihnen lagen viele Kranke: blinde, bewegungsunfähige und verkrüppelte Menschen. Es gab dort einen Menschen, der schon 38 Jahre krank war. Als Jesus diesen liegen sah und erkannte, dass er schon lange Zeit krank war, sagte er ihm: «Willst du gesund werden?» Der Kranke antwortete ihm: «Rabbi, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich trägt, wenn das Wasser unruhig ist; während ich aber komme, steigt jemand anderes vor mir hinein.» Jesus sagt ihm. «Steh auf, hebe deine Liege hoch und geh umher!» Sofort wurde der Mensch gesund und hob seine Liege hoch und ging umher. Jener Tag war ein Shabbat. Andere jüdische Menschen sagten zu dem Geheilten also: «Es ist Shabbat, und es ist dir nicht erlaubt, deine Liege zu tragen.» Er antwortete ihnen: «Der mich gesund gemacht hat, der hat mir gesagt: „Hebe deine Liege hoch und geh umher!“» Sie fragten ihn: «Wer ist der Mensch, der dir gesagt hat: „Hebe sie hoch und geh umher!“?» Der Geheilte wusste nicht, wer es war, denn Jesus hatte sich entfernt, als viele Leute an dem Ort zusammenkamen. Danach fand Jesus ihn im Tempel und sagte ihm: «Sieh du bist gesund geworden: entferne dich nicht wieder von Gott, damit dir nicht etwas Schlimmeres geschieht!» Der Mensch ging weg und erzählte anderen jüdischen Menschen, dass es Jesus sei, der ihn gesund gemacht habe. Deshalb verfolgte die jüdische Obrigkeit Jesus, weil er dies an einem Shabbat getan hatte.
Kanzelgebet
Allmächtiger Gott, gib, dass dein Wort bei uns nicht ein steinernes Herz und eine eiserne Stirn vorfindet, sondern den gelehrigen Sinn, der sich dir erwartungsvoll öffnet. Lass uns erfahren, dass du unser Vater bist und stärke uns in dem Vertrauen, dass du uns als deine Kindern angenommen hat. (Johannes Calvin)
Predigt
Still und starr liegt der See - nicht irgendwo im mitteleuropäischen Winter, sondern in der meist von Hitze geprägten Stadt Jerusalem. Drumherum ein paar schattenspendende Hallen. Darin sitzen oder liegen jene Personen, die die Gesellschaft wenn nicht vergessen oder abgeschoben so doch zumindest separiert hat. Und jene Invaliden, Rekonvaleszenten oder unheilbar Kranken warten darauf, dass sich das Wasser, auf welches sie wie gebannt starren, bewegt, um dann als erster hineinzusteigen. Und wer immer der Gewinner dieses periodisch ausgetragenen grotesken Wettbewerbes war, konnte eine Heilung von seinen Gebrechen erwarten. Eine absurde Situation: am letzten Strohhalm aufgestützt hinken die Moribunden zum Ufer, stolpern womöglich kopfüber ins Wasser - um hinterher zackig dem Tümpel zu entsteigen.
Doch nicht jeder Kandidat kann dieses Rennen aufnehmen, traut sich eventuell gar nicht an den Start - so wie jener seit achtunddreissig Jahren darniederliegende Mensch, der so heftig vom Schicksal gebeutelt ist, dass er ohne fremde Hilfe zu einem deprimierenden Dasein bei überschaubaren Aktionsradius verdammt ist. Verdammt? Als Bestrafung? Wofür? Hat er seine Behinderung seit Geburt oder ist er für ein massives Vergehen derart drastisch verurteilt worden? Später, als Jesus ihn geheilt hat, heisst es, dass er nicht mehr sündigen, sich also von Gott entfernen soll. Ist es etwa Gottes Rache oder sein Wille, diesen unglückseligen Menschen mit einem solchen Handicap zu schlagen?
Doch der Reihe nach. In Ermangelung einer organisierten Krankenpflege und medizinischen Versorgung, wie wir sie aus den hochzivilisierten Ländern dieser Erde kennen, wurde den Kranken früherer Epochen oft genug nur noch das Prinzip Hoffnung als Arznei angeboten, eine besondere Art High-end-Medizin, die, wenn schon nicht am Himmel so doch an Zauberei grenzte. Wunderheiler hatten zur Zeit Jesu eine leidlich gute Konjunktur, und auch der Mann aus Nazareth betätigte sich mit Erfolg in diesem Gewerbe - freilich mit dem Unterschied, dass bei ihm nicht die Magie oder der Überraschungseffekt im Vordergrund stand und er auch keine materielle Gegenleistung für seine ärztliche Tätigkeit erwartete - er erwartete vielmehr das Reich Gottes, ach nein, er verkündete, dass es schon angebrochen sei, hier und jetzt, durch ebensolche Taten. Für jedermann sichtbar und dabei den einzelnen Menschen in seiner ganzen gebrochenen Existenz ansprechend und so umfassend verstanden auch zurechtrückend und heilend. Nicht umsonst heisst es im Deutschen von Jesus, er sei der Heiland: einer, der ganzheitliche Medizin praktiziert, für die Mühseligen und Beladenen, für die, die des Arztes bedürfen: die Schwachen, die, die von der Mehrheit aufgegeben, doch immerhin am Leben gelassen - und allzu oft dann aus dem alltäglichen Blickfeld geschafft werden.
Allein dieser Umstand ist schon erstaunlich genug: nicht nur die Reinheitsgesetze machten den Umgang mit schwer Erkrankten zu einer delikaten Angelegenheit: das Ansehen konnte leicht Schaden nehmen, wenn auf einmal die sonst gemiedenen Hilflosen und Leidenden ernst genommen und der direkte Kontakt zu ihnen gesucht wird. Jesus konnte also nichts gewinnen, ihm war es vermutlich egal, wie über ihn gedacht wurde. Stellen Sie sich einmal Ulla Schmidt vor, wie sie in der Teestube des Diakonischen Werkes eine Platzwunde nach einer Schlägerei versorgt - bei ausgeschalteter Kamera… schwierig. Und in welch krassem Gegensatz steht der Einsatz des Zimmermannsohnes zum Management unsrer Tage, welches Krankenhäuser führt wie Industrieunternehmen und wo Menschenleben nach Fallpauschalen abgerechnet werden, um dann unter irgendeiner Ziffer in der Jahresbilanz des Geschäftsberichts zu enden.
Doch weil es sich bei dieser Einnahmequelle um biologisches Material handelt, werden Patienten der Moderne, - obwohl klinisch schon tot - auf Intensivstationen künstlich am Leben gehalten (der frühere israelische Ministerpräsident Ariel Sharon zum Beispiel seit über anderthalb Jahren) und, um es salopp zu formulieren: durchgefüttert - so wie jene Figuren in Samuel Becketts Theaterstück Endspiel, wo ein greises Ehepaar in Mülltonnen vegetierend auf den täglichen Brei oder eine Praline wartet, wo doch der Tod nicht kommen will. Spätestens hier stellt sich die Frage, welchen Wert das Leben jenseits von Effizienzssteigerung und Profitmaximierung hat oder noch hat, wenn für den einzelnen Betroffenen gesundheitlich nicht alles so läuft, wie wir uns das vorstellen.
Sie kennen vermutlich den Spruch: Gesundheit ist nicht alles, doch ohne Gesundheit ist alles nichts. Natürlich, wer von akuten oder chronischen Schmerzen geplagt wird und an nichts andres mehr denken kann, ausser dass dieser Schmerz verschwinden oder nachlassen möge, der wird dieser Devise zustimmen. Und auch der normale, gesunde Mensch (also jener Zeitgenosse, der, wie Spötter es nennen, noch nicht gründlich genug untersucht wurde) wünscht sich meist nichts so sehr wie Gesundheit, besonders anlässlich seines Geburtstages. Wir haben es also mit so etwas wie einer anthropologischen Konstante zu tun, die wohl dem Überlebenstrieb entspringt. Andrerseits gehören Krankheit, Schmerz und Verletzungen zum Leben dazu - alles andre: zu glauben, dem entfliehen zu können, wäre eine Illusion. Denn wer meint, durch noch so viel Vorsorge den gesundheitlichen Schattenseiten aus dem Weg zu gehen wird eines Tages umso heftiger im Regen stehen, wenn es ihn dann doch erwischt und zum physischen Leid auch noch durch das Zusammenbrechen einer Lebenslüge Frustationsgefühle hinzukommen.
Also: Krankheit ist elementarer Bestandteil der menschlichen Existenz - und die Minimierung derselben eine hohe Kunst - und mitunter ein einträgliches Geschäft. Das war schon immer so, auch zur Zeit Jesu wird es Wunderheiler gegeben haben, deren ärztliche Fähigkeiten sich auf das Verabreichen einer süsslich schmeckenden Arznei ohne nachhaltige Wirkung beschränkt haben mag. Mittelalterliche Quacksalber sind klassische Protagonisten verantwortungslos verpuffender Behandlungen, die nicht selten mit einem einträglichen Auskommen verbunden war.
Und heutzutage muss gar nicht der am Mittwoch nachmittag tennisspielende Doktor für derlei Wurschtigkeit herhalten - selbst aufrichtig ihren Beruf nachgehende Mediziner haben damit zu kämpfen, dass der Wunsch der meisten Menschen nach Gesundheit ein Ausmass angenommen hat, das zum einen durch eine immense Erwartungshaltung und dem entsprechenden Anspruchsdenken verstärkt wird und so andrerseits bisweilen religiöse Züge aufweist (denken Sie an den Halbgott in Weiss, der vielen Zeitgenossen, die sonst ihr Leben prima alleine zu meistern wähnen, als letzter Retter erscheint). Selbst redliche Ärzte sind dem oft nicht gewachsen und suchen dann in einem Akt der Hilflosigkeit Zuflucht zur Apparatemedizin. Diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit hält eine Wachstumsideologie am Laufen, welche vom ewigen Leben träumt und dies mit dem Heraufsetzen des Todesalters verwechselt - und ganz nebenbei eines gar nicht so fernen Tages nicht mehr bezahlbar sein wird.
Alles, was durch die moderne Heilkunst an diagnostischen und therapeutischen Techniken möglich geworden ist, wird in den westlichen Industriestaaten in Anspruch genommen - und durchgeführt. Koste es was es wolle oder ob es in jedem Einzelfall sachlich sinnvoll ist: gespeist aus einem unheilvollen Machbarkeitswahn ist ein solch gigantisches System entstanden, das aufgrund seiner Komplexität selbst von Eingeweihten nicht mehr durchschaut wird und dank so vieler Einzelinteressen (und auch Arbeitsplätzen, die davon abhängen) vor jeglicher Veränderung gefeit ist. Noch jede Bundesregierung in den letzten Jahrzehnten ist mit dem hehren Ziel einer Gesundheitsreform angetreten - und grandios gescheitert. Und auf der andren Seite, am andren Ende der Erde, gerade noch im Blickfeld, fehlen vielen z.B. an Cholera oder ähnlichen Infektionskrankheiten erkrankten Menschen eine Behandlung und solche Medikamente, die nur für den Bruchteil der Kosten einer plastisch-chirurgischen Schönheitsoperation bei vollstationärer, mit vier Sternen ausgezeichneter Wellnessunterkunft zu haben wären. Kann sich die westliche Wertegemeinschaft das erlauben und verantworten? Oder sollen die wirklich Kranken wie zur Zeit Jesu warten, dass sich ein Tümpel bewegt?
Wieso trifft es ausgerechnet jene, die nach den Massstäben der reichen Länder ein ohnehin wenig angenehmes Dasein fristen? Ein Zyniker würde einwenden, dass in den Tropen die Wahrscheinlichkeit, sich bestimmte gefährliche Erkrankungen wie Malaria oder das Ebola-Fieber einzufangen signifikant höher als in Mitteleuropa ist. Abgesehen von solch einer schäbigen Ansicht hilft diese Ursachenforschung auch nicht weiter - doch vielleicht in Blick in den Predigttext: jenen seit 38 Jahren gelähmt dahinvegetierenden Menschen, den Jesus geheilt hat, fordert er auf, in Zukunft nicht mehr zu sündigen. Was haben also die Kranken in der sogenannten dritten Welt falsch gemacht?
Ist solch ein Denken, dass zwischen einer gewissen Tat und dem daraus folgenden Ergehen ein Zusammenhang besteht, überhaupt legitim? Für den alten Orient mag diese Einschätzung gelten, hat er doch nicht das biologische Wissen um die Entstehung einer Krankheit und diese deshalb mangels Alternative als göttliche Bestrafung aufgefasst. Angesichts der menschlichen Natur des permanenten Sünders (auch wir Christen!): führt also die ständige Verstrickung in Schuld zwangsläufig zur Krankheit, dann allerdings zum chronischen Ausnahmezustand, dessen Elend nicht nur die Krankenkassen in den vollständigen Ruin triebe? Im Alltag, gar nicht einmal auf der theologischen Ebene, gibt es da nicht auch Tendenzen, die kaputte Leber eines Trinkers dessen überzogenen Alkoholgenuss zuzuschreiben, nach dem Motto: selber schuld!, während z.B. jemand, bei dem die Leber aufgrund einer während einer Operation verabreichten und mit dem Hepatitis-B-Virus verseuchten Blutkonserve zerstört ist, dass also eine solch unglücklich betroffene Person bemitleidet wird?
Mitleid hilft hier nicht weiter, zumal das Jesuswort vom «Sündige nicht mehr!» nicht nur dem Hiob aus den gleichnamigen biblischen Buch wie Hohn in den Ohren klingen müsste - denn korrektes Verhalten allein ist keine Garantie, um Krankheit aus dem Weg zu gehen. Pechvögel wird es, so bitter das ist, immer geben, solange Menschen auf diesem Planeten herumlaufen - und Not und Elend auch (beachten Sie, dass das Wort Elend etymologisch von Eiland, Ausland herrührt - und dabei immer ein Abgeschnittensein mitschwingt: die Trennung von Gott schon sprachlich sich abzeichnet).
So freilich bekommt jedes körperliches (geistiges, seelisches) Gebrechen den Charakter eines Schicksalsschlages: ohne eigenes Zutun, aus heiterem Himmel und unverschuldet an Schmerzen fast zu zerbrechen: ist das Gottes Masterplan, um seine Allmacht in grauenvoller Maske zu demonstrieren? Und wenn ja (und der Ewige ist autonom, das gewiss): wird dann also alles beliebig, weil unbeeinflussbar? «Sündige nicht mehr! Entferne dich nicht mehr von Gott!», das ist gemeint, nicht die Diätsünde, mit der der Zuckerkranke bei der Sachertorte ordentlich zulangt, um dann zwei Monate später seinen nekrotischen diabetischen Fuss amputiert zu bekommen. Der vorher seit rund zwei Generationen Gelähmte soll den Skeptikern künftig nicht Anlass zum Anstoss geben, nachdem er scheinbar mir nichts dir nichts gesundet ist.
Zuerst war da Jesu Zuspruch an diesen Invaliden: «Steh auf, nimm deine Bahre», und gleich geht es mit einem Anspruch weiter, «und zeig, dass du gehen kannst» Aha! Ohne dass die Frage explizit gestellt wird, wohin denn bitteschön, lautet der kategorische Imperativ jetzt: «Sündige nicht mehr!» Aus dem Zuspruch wird eine Zumutung: in einer Art göttlichem Schaulaufen soll er von nun an quasi aus dem Stand und aus Dankbarkeit heraus durch korrektes Leben entlang der Torah und Gottes Willen leuchtendes Vorbild sein für das Himmelreich auf Erden. Mit nunmehr festen Füssen soll er auf dem Boden der veränderten Tatsachen diese Mutprobe angehen - und vertrauen, dass mit Jesu Auftreten und Wirken eine neue Epoche beginnt.
So ist Jesu Heilung doch zu verstehen: nicht als blosses Wunder, sondern als Zeichen für die allumfassend hereinbrechende Herrschaft Gottes, der, weil er der Schöpfer ist, letzten Endes dafür sorgen wird, dass eben auch die körperlichen Leiden verschwinden werden - ebenso plötzlich wie die unerwartete und physiologisch nicht erklärbare Genesung unsres Kameraden im Predigttext. Denn wie wir auch im 21. Jahrhundert vor manchen naturwissenschaftlich nicht oder noch nicht erklärbaren Rätseln stehen, so wird Gott, dem doch schon heute nichts unmöglich ist, eines Tages dafür sorgen, dass auch die Naturgesetze ihre Gültigkeit verlieren.
Das Unerwartete als Markenzeichen des Reiches Gottes - in welchem eintritt, womit niemand mehr rechnet: nach 38 Jahren - wer von den Zeitgenossen hätte dem Mann am Teich noch eine Chance gegeben? Vor diesem Hintergrund kann sich Jesus dann übrigens auch herausnehmen, solch eine Heilung am Shabbat gegen die reine Lehre der Schulmedizin (die vertreten wird durch die Angehörigen der classe politique und Schriftgelehrten seiner Glaubensgenossen) durchzuführen. Dieser Konflikt, der später in Jesu Kreuzigung gipfeln wird, ist zwar auch ein machtpolitischer, ohne dass der Mann aus Nazareth so etwas vordergründig beabsichtigt.
Das medizinische Phänomen, die Heilung, ruft bei den Anhängern der traditionellen und etablierten Methoden natürlich Widerspruch hervor - ganz einfach schon deshalb, weil dadurch ihr Deutungsmonopol und damit ihr Einfluss, wenn nicht gar ihr Herrschaftswissen infrage gestellt wird. Das ist bei homöopathischen Heilpraktikern unserer Tage und deren bisweilen stattfindenden Behandlungserfolgen nicht anders; nur dreht es sich im Disput des Predigttextes eben nicht nur um alternative Therapiekonzepte, sondern um die wirklich wichtigen Dinge im Leben und im Sterben. Es geht um die Rettung oder Wiederherstellung der Existenz als solcher, und ein Abarbeiten an diesem Punkt ist selbst am Shabbat gestattet, wenn denn Gefahr für Leib und Leben besteht. Notfallversorgung kennt keine Manteltarifverträge, und der Ein- oder Anbruch des Reiches Gottes schon gar nicht (Ihr wisst weder die Zeit noch die Stunde!).
Um diesen Prozess zu beschleunigen: sollen wir also künftig statt in die Apotheke in den Gottesdienst rennen und fromm und fleissig beten, damit alles gut wird? Schaden kanns nicht, doch wenns so einfach wäre… Nein, noch befinden wir uns nicht in dieser Ära, und müssen uns mit den Schilderungen von immer wieder auftretenden Spontanheilungen oder dem schlichten Vorhandensein von Krankheit in der unerlösten Welt begnügen. Das schliesst jedoch die Hoffnung ein, dass in der kommenden Welt die naturwissenschaftliche Logik in der uns vertrauten Form überwunden wird. (…überwunden wird…über die Wunde hinaus!)
Bei Versagen aller ärztlicher Kunst, wenn keine Therapie anschlägt und sämtliche Medikamente nichts mehr nutzen, dann heisst es oft: da hilft nur noch Beten. Und auch wenn derartige Heilungen gerade bei Krebserkrankungen immer wieder beschrieben worden sind: es handelt sich um mehr: dein Reich komme - darum bitten wir in jedem Gottesdienst, vielleicht täglich im stillen Solo. Der Gelähmte nimmt seine Bahre in die Hand, in der wir das Heft des Handelns nach Gottes Willen halten - vielleicht auch durch die Umsetzung der zwar bitteren, doch möglicherweise erforderlichen Maxime, bei uns verantwortungsbewusst so wenig wie möglich und viel wie nötig medizinische Leistungen bereitzuhalten. Vielleicht kämen wir so einem finanziell bedingten Kollaps (verstärkt durch die demographische Entwicklung: steigende Lebenserwartung, weniger Beitragszahler auf seiten der erwerbstätigen Bevölkerung) des Gesundheitswesens zuvor, ohne dass jemand wirkliche Not litte - und hätten immer noch genug Kapital (geistiges und materielles!) zur Verfügung, um die anderswo bestehende primitivste Krankenversorgung zu verbessern.
Die Initiativen z.B. eines Bill Gates und seiner Stiftung Bill and Melinda Gates Foundation zielen in diese Richtung; es liegt also an dieser Gesellschaft, die lange Zeit über ihre Verhältnisse gelebt hat und deren Teil jeder ist, der hier in der Kirche sitzt, etwas vom Schmerz in der Welt, von der seufzenden Kreatur, wegzunehmen und überzogene Ansprüche freiwillig herunterzuschrauben. Denn auch wenn der Kontostand der meisten hier Anwesenden möglicherweise ein wenig unter dem des Mr. Gates liegen sollte - wir sind reicher als wir denken: am Karfreitag vor knapp 2000 Jahren wurden uns sämtliche Schulden vergeben. Mit der verblüffenden Nebenwirkung: Jesus - fürwahr, er trug unsre Krankheit. Amen.
am 14.10.07 in der Heilig-Geist- Kirche in Wiesbaden
Jost Harzer, Prädikant


