Eine neue Stimme für die reformierte Welt

Eine wichtige Entscheidung des Reformierten Weltbundes

Clifton Kirkpatrick, Präsident des Reformierten Weltbundes und Douwe Visser, Präsident

Der Reformierte Weltbund entschied auf der Sitzung des Exekutivausschusses am 22. Oktober, sich mit dem Reformierten Ökumenischen Rat zu verbinden, um eine neue Körperschaft (body) zu schaffen, die weltweit mehr als 80 Millionen refomierter Christen vertritt.

New Reformed body to be formed - Pressemitteilung des Reformierten Weltbundes im englischen Original

Ein neuer reformierter Zusammenschluss bildet sich - Pressemitteilung des Reformierten Weltbundes in deutscher Übersetzung von Hans Albert Buitkamp


Ein neuer reformierter Zusammenschluß bildet sich

Der Reformierte Weltbund (RWB) vereinbarte heute (22. Oktober 2007), sich mit dem Reformierten Ökumenischen Rat (RÖR) zu vereinigen, um einen neuen, globalen reformierten Kirchenkörper (body) zu bilden, der mehr als 80 Millionen reformierter Christen repräsentieren würde. - Die historische Entscheidung fand statt beim Treffen des Exekutivausschusses des RWB in Trinidad und Tobago, und zwar nach zweitägigen eingehenden Diskussionen über viele Aspekte der vorgeschlagenen Fusion.

"Dies ist ganz bestimmt ein wichtiger Augenblick", sagte Clifton Kirkpatrick, Präsident des RWB, nach der mittags erfolgten Abstimmung. Er lud die Teilnehmer der Tagung ein, sich zusammenzutun zum Singen der Doxologie.

"Es ist ein großer Augenblick", fügte Douwe Visser, Präsident des RÖR, hinzu. "Ich hoffe, wir können die Bemühungen dieser beiden Organisationen verbinden und sogar eine größere Reichweite erhalten als RWB und RÖR z.Zt. besitzen. Ich habe das Gefühl, dieser neue Zusammenschluss wird die Stimme der reformierten Welt sein."

Setri Nyomi, der Generaksekretär des RWB, sagte: "Dies ist ein historischer Moment. Die reformierte Familie hat bewiesen, dass wir die Fähigkeit besitzen, uns gemeinsam zu engagieren in einer vereinten Gesellschaft, und die Fähigkeit, Trennungen zu überwinden. Und dafür sind wir dankbar."

Richard van Houten, RÖR-Generalsekretär, fügte hinzu: "Ich bin erfreut, ich bekomme das Gefühl, der Exekutivausschuss des RWB habe wirklich mit einigen Themen gerungen und steht dabei jetzt ganz fest hinter der Anstrengung."

Im März hatte das Exekutivkomitee des RÖR im Prinzip einer neuen reformierten Organisation zugestimmt, "Reformierte Weltgemeinschaft" genannt. Jedoch bat heute der Reformierte Weltbund um mehr Zeit, um einen alternativen Vorschlag für den Namen der neuen Gruppierung zu überlegen.

Der RWB ist eine weltweite Vereinigung von 75 Millionen reformierter Christen in 214 Kirchen in 107 Ländern. Eine Umfrage unter Mitgliedskirchen des RWB erbrachte, dass 41 Kirchen die Fusion befürworten, während 6 Kirchen einige Fragen aufwarfen. Keine Kirche des RWB war gegen das Vorhaben.
Der Reformierte Ökumenische Rat (RÖR) vertritt 12 Millionen reformierte Christen in 39 Kirchen aus 25 Ländern. Von seinen 39 Mitgliedskirchen sind 27 auch Mitglied des RWB.

Eine vorgeschlagene Basis (Grundlage) für die Vereinigung (Union) lautet:
„Basis des/der (Name) soll das Wort des dreieinigen Gottes sein, fleischgeworden in Jesus Christus, aufgefunden in den heiligen Schriften Alten und Neuen Testamentes, bezeugt in der Kirche. Diese/es/er (Name) verkörpert reformierte Identität, ausgedrückt in geschichtlich überlieferten reformierten Bekenntnissen, fortgesetzt im Leben und Zeugnis der reformierten Gemeinschaft."

Der neue reformierte Zusammenschluss wird offen sein für alle Mitglieder des RWB und des RÖR, sofern sie nicht suspendiert sind, ebenso für andere Reformierte, Presbyterianer, Kongregationalisten, Waldenser, Vorreformatorische, Unierte und Vereinigende Traditionen, die der Basis der neuen Einheit zustimmen (andere Übersetzung: sie unterschreiben). Die neue reformierte Vereinigung möchte auch Bewegungen, Behörden und theologische Institutionen der reformierten Bewegung zu aktiver Mitgliedschaft einladen.

Die Hauptanliegen des neuen reformierten Kirchenkörpers (body) werden sein:
- reformierte konfessionelle Identität und Gemeinschaft unter reformierten Kirchen zu pflegen
- Gerechtigkeit im Wirtschaftsleben und auf dem Erdball in allem, was zur Schöpfung Gottes gehört, zu fördern und für Frieden und Versöhnung auf Erden zu arbeiten
- die Erneuerung des reformierten Gottesdienstes und des geistlichen Lebens als einer globalen Familie des Volkes Gottes zu unterstützen
- die "leadership development" und die Bildung (Erziehung?) der Bundesgemeinschaft zu stärken
- die volle Teilhabe von Frauen und Jugendlichen an allen Aspekten des kirchlichen Lebens zu fördern
- unter reformierten Christen eine neue Leidenschaft für Gottes Mission in beidem, Zeugnis und Dienst zu erneuern im Geiste von Partnerschaft und Einigkeit.
- reformierte Theologie zu interpretieren für zeitgemäßes Zeugnis und für die Einheit der Kirche.

Während der neue reformierte Zusammenschluss vorläufig (versuchsweise) "WORLD REFORMED COMMUNION" genannt worden ist, untersucht das Exekutivkomitee des RWB noch andere Möglichkeiten und wird versuchen, einen alternativen Namen noch während der Tagung vorzulegen.

Die Delegierten diskutieren auch noch darüber, ob man von einer nur locker verbundenen Allianz zu einem stärker gegenseitig verantwortlichen Zusammenschluss kommen wolle
oder nicht.

Während die Diskussionen sich darauf konzentriert hatten, eine vereinigende Generalversammlung im Jahre 2010 abzuhalten, bat der Exekutivausschuss des RWB darum, vor einer Entscheidung das Finanz- und Finanzierungsnetzwerk einzuschalten. Die Wahl des Zeitpunktes und die Finanzierung der vereinigenden Generalversammlung sind noch kritische Punkte, zumal der RWB auch wünscht, an einer erweiterten Hauptversammlung unter der Schirmherrschaft des Weltrats der Kirchen, wahrscheinlich im Jahr 2013 teilzunehmen. Doug Chial vom Amt für Mitgliederbeziehungen vom Weltrat der Kirchen sagte zur Tagung des RWB: "Es geht darum, die Beteiligung der christlichen Weltgemeinschaften zu steigern bei der nächsten Generalversammlung. Das bedeute mehr Weite und tiefere Beteiligung.“

Quelle: Die Pressemitteilung des Reformierten Weltbundes vom 22. Oktober 2007
Übersetzt von Hans Albert Buitkamp, Pastor i.R. Wolfsburg


Die Pressemitteilung des Reformierten Weltbundes im englischen Original

New Reformed body to be formed

The World Alliance of Reformed Churches (WARC) agreed today (22.10.2007) to unite with the Reformed Ecumenical Council (REC) to create a new global Reformed body representing more than 80 million Reformed Christians worldwide.

The historic decision took place at WARC’s Executive Committee meeting being held in Trinidad and Tobago, following two days of detailed discussions on many of the aspects of the proposed merger.

“This is a truly, truly important moment,” said WARC president Clifton Kirkpatrick after the vote was taken at midday. He invited the participants in the meeting to join together in the singing of the doxology.

“It’s a great moment,” added REC president Douwe Visser. “I hope we can combine the efforts of these two organizations and have an even broader outreach than WARC and REC have at the moment.”

“I have a feeling this new body will be the voice of the Reformed world.”

WARC general secretary Setri Nyomi said, “This is a historic moment. The Reformed family has demonstrated that we have the ability to engage together in a united fellowship and overcome divisions – and for this we are thankful to God.”

Added Richard van Houten, REC’s general secretary, “I’m delighted. I get the feeling the WARC Executive Committee really wrestled hard with some serious issues and in doing so, are now solidly behind the effort.”

In March, REC’s Executive Committee approved in principle of a new Reformed body tentatively called the World Reformed Communion. However WARC today asked for more time to consider an alternative proposal for the name of the new group.

WARC is a worldwide fellowship of 75 million Reformed Christians in 214 churches in 107 countries. A survey of WARC’s member churches found that 41 churches supported the merger, while six churches raised some questions. No WARC churches opposed the move.

REC represents 12 million Reformed Christians in 39 churches in 25 countries. Of its 39 member churches, 27 are also members of WARC.

A proposed basis for the union reads:

“The basis of the (name) shall be the Word of the triune God, incarnated in Jesus Christ, found in the Holy Scriptures of the Old and New Testaments and witnessed to in the church. This (name) embodies Reformed identity articulated in historic Reformed confessions and continued in the life and witness of the Reformed community.”

The new Reformed body will be open to all members of WARC and REC who are not under suspension, as well as other Reformed, Presbyterian, Congregational, Waldensian, First Reformation, United and Uniting traditions who affirm the basis of the new entity.

The new Reformed body will also invite movements, agencies and theological institutions of the Reformed movement into active affiliation with it.

The key callings of the new Reformed body will be:

- to foster Reformed confessional identity and communion among Reformed churches, and unity in the whole church;
- to promote justice in the economy and the earth, and all of God’s creation, and to work for peace and reconciliation in the world;
- to encourage the renewal of Reformed worship and spiritual life as a global family of God’s people;
- to strengthen leadership development and the nurture of the covenant community;
- to promote the full participation of women and youth in all aspects of the church’s life;
- to renew a passion among Reformed Christians for God’s mission, both witness and service, in a spirit of partnership and unity;
- to interpret Reformed theology for contemporary witness and for the unity of the church.

While the new Reformed body had been tentatively called the World Reformed Communion, WARC’s Executive Committee is still exploring options and will try to come up with an alternative name during this meeting.

Delegates are also still debating whether or not to move from being a loose-knit alliance towards a more mutually accountable body or communion.

While discussions have centred on holding a uniting General Council in 2010, WARC’s Executive Committee has asked for input on this from its Finance and Fundraising Network before making a decision.

The timing and financing of the uniting General Council are critical as WARC will also want to take part in an expanded General Assembly under the auspices of the World Council of Churches (WCC), likely in 2013.

Doug Chial of the member relations office of WCC told the WARC meeting, “The commitment is to raise the participation of the Christian world communions in the next General Assembly. That will mean more space and deeper involvement.”

Quelle: Homepage der World Alliance of Reformed Churches

Barbara Schenck
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