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Gebet anlässlich des Flugzeugabsturzes

von Sylvia Bukowski

Foto: freeimages.com

...Lass aus der momentanen Erschütterung
etwas Bleibendes wachsen:
eine größere Sensibilität füreinander...

Gott,
der Absturz des deutschen Flugzeugs geht uns allen nahe.
Wir stellen uns die letzten Minuten vor dem Unglück vor:
Die verzweifelten Versuche des Piloten,
die Katastrophe noch abzuwenden,
die Angst, das Entsetzen der Passagiere.
Wir trauern um ihr jäh beendetes Leben
und sind in Gedanken bei allen,
denen sie nun für immer fehlen.
Wir bitten dich:
Steh auch der Familie des Täters bei,
die mit dessen Schuld leben muss.

Wir nennen das Unglück unbegreiflich,
weil wir nicht begreifen können,
dass einer aus der Mitte unserer Gesellschaft fähig ist,
so viele andere mit in den Tod zu reißen.
Und wir müssen zugleich erkennen,
wie zerbrechlich alles Leben ist,
wie verwundbar wir sind,
auch wenn wir uns in Sicherheit wiegen.
Gott, wir suchen nach Halt.
Wir bitten um tröstliche Erfahrungen
für alle, die um die Opfer trauern.
Und wir bitten um Kraft
für die, die im Einsatz sind,
um zu helfen.
Lass aus der momentanen Erschütterung
etwas Bleibendes wachsen:
eine größere Sensibilität füreinander,
mehr Mitgefühl für fremdes Leid,
und ein Bewusstsein
für die Kostbarkeit der geschenkten Zeit.

Gott, hülle uns ein in deine Nähe.
Birg uns bei dir
und stärke uns in unserem brüchigen Leben.

Sylvia Bukowski, 27. März 2015

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