Biografien A bis Z


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(1528–1572)




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(1818 - 1898)


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(1886-1968)




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(1920-2010)


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(1491-1551)


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(1915-2002)


Heinrich Bullinger
(1504-1575)


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Kirche und Staat bei Calvin

Ein Politiker, der mit grausamer Ungerechtigkeit regiert, muss gestürzt werden.

Jeremia trauert über die Zerstörung Jerusalems, Rembrandt (1630).

"Das Verhältnis der Kirche zu den weltlichen Fürsten und Mächten" - von François Dermange, Genf.

Oberstes Prinzip für Calvin ist die folgende Unterscheidung: «Die Erkenntnis der irdischen Dinge ist etwas anderes als die der himmlischen.» Auf der einen Seite Gott und sein Reich, die wahre Gerechtigkeit (die Rechtfertigung) und die Seligkeit des kommenden Lebens; auf der anderen Seite die Herrschaft des Fürsten (das weltliche Regiment) mit ihren menschlichen Realitäten, die Politik, die Wirtschaft und das philosophische Denken. Die Kirche soll sich deshalb im Prinzip nicht in die weltlichen, ebenso wenig die Politik in die kirchlichen Angelegenheiten einmischen.

Weder Meister der Theokratie noch Vater der Demokratie

Bei genauerer Betrachtung allerdings erweist sich Calvins Position als komplexer. Bekanntlich sahen einige in ihm den Meister der Theokratie, eines Regimes also, in dem die religiösen Autoritäten der Politik die Leitlinien ihres Handelns diktieren; andere wiederum, etwa diejenigen, die vor einem Jahrhundert das Genfer Reformationsdenkmal errichtet haben, erhoben ihn zum Vater der modernen Demokratie. Zweifellos ist beides falsch, aber es zeigt, dass Calvin in ganz unterschiedlichem Sinne interpretiert werden kann. >>> mehr als PDF

François Dermange, Professor in Genf

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