Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Reformierter Bund fordert Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland

Erklärung des Moderamens des Reformierten Bundes zum 70. Jahrestag der US-amerikanischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 2015

Die aufsteigende Wolke kurz nach der Explosion, fotografiert von Madsuda Hiromichi in einem Außenbezirk der Stadt Nagasaki. Foto: Wikipedia Commons

Zum 70. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki fordert das Moderamen des Reformierten Bundes die Bundesregierung auf, »sich für den vollständigen Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland stark zu machen«.

Desweiteren wird die Regierung aufgefordert, »sich Initiativen anzuschließen, die in Konsequenz des Nichtverbreitungsvertrages auf die vollständige Abrüstung aller Atomwaffen weltweit zielen.« Der Reformierte Bund bekräftigt somit seine bereits 1982 ausgesprochene Stellungnahme »gegen den Einsatz und die Bereitstellung von Massenvernichtungsmitteln«.

Die einstimmig beschlossene Erklärung im Wortlaut:

»Am 6. und 9. August 1945 wurden über Hiroshima und Nagasaki Atombomben abgeworfen – sie haben Tod und bis heute währendes Leid über hunderttausende Menschen gebracht. Die Schreckenserfahrungen haben die Menschheit nicht zur Einsicht gebracht. Trotz der militärischen Entspannungsphase seit den achtziger Jahren und damit verbundener Abrüstungsinitiativen lagern auch heute – 70 Jahre nach Hiroshima und Nagasaki – in Deutschland über 100 Atomwaffen mit deutlich größerem Vernichtungspotential.
Der Konflikt um die Ukraine zeigt, wie fragil der Friede auch in Europa ist; das Drohen mit dem Einsatz von Massenvernichtungsmitteln scheint wieder möglich zu sein.
1982 hat sich der Reformierte Bund e.V. eindeutig gegen den Einsatz und die Bereitstellung von Massenvernichtungsmitteln ausgesprochen: »Christen können unter keinen Umständen damit einverstanden sein, daß solche Mittel eingesetzt werden. Und sie können ebensowenig ihre Zustimmung dazu geben, daß solche Mittel als angeblich ›politische Waffen‹ hergestellt und bereitgehalten werden, um mit ihnen zu drohen, ›abzuschrecken‹ und sie ins politische Kalkül einzubeziehen.« (Das Bekenntnis zu Jesus Christus und die Friedensverantwortung der Kirche, 1982, 20). Diese Erkenntnis hat auch 2015 nichts an ihrer Aktualität eingebüßt.
Wir fordern deshalb die Bundesregierung auf, sich für den vollständigen Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland stark zu machen. Wir fordern die Bundesregierung ebenfalls auf, sich Initiativen anzuschließen, die in Konsequenz des Nichtverbreitungsvertrages auf die vollständige Abrüstung aller Atomwaffen weltweit zielen.«

Hannover, Juli 2015

Kommentare
von Hartmut Gabriel, Dresden:
»Gott sei Dank, der alte Geist ist noch nicht verlorengegangen! Ich unterstütze das Wort des Moderamens uneingeschränkt.« 

von Martin Albrecht, 7. August 2015:
Mitteilung: Ich stimme Hartmut Gabriel voll und ganz zu und bin dankbar, dass die Initiativen von damals nicht vergessen sind. Man könnte das Ganze aber deutlicher und lauter in die EKD bzw. Öffentlichkeit einbringen.

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