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Salz der Erde und Licht der Welt

Predigt zu Mt 5,13-16 - 8. Sonntag nach Trinitatis

Salz - Foto: Luis Eduardo Cuevas / freeimages.com

von Marco Hofheinz, Professor für Systemtische Theologie an der Leibniz Universität Hannover

Predigt zu Mt 5,13-16, vorbereitet für den Gottesdienst am 26.7.2015 in der St. Nicolai Kirche zu Hagenburg.

Predigt zu Mt 5,13-16.pdf

In unserem Predigttext werden zwei starke, ansprechende Bilder für die Jünger Jesu gebraucht: Sie sind Salz und Licht. Beide, Salz und Licht, sind für unser Leben gleichermaßen unverzichtbar. Das Salz dient der Erhaltung und Bewahrung von Speise. Ohne Salz würde sie schnell verrotten. Zudem macht das Salz die Speise schmackhaft und genießbar. Man denke an das Salz in der Suppe. Sie würde ohne Salz fad, laff, langweilig, ja, nach nichts schmecken.

Und ähnlich ist es mit dem Licht. Man denke nur an Licht als Ökofaktor. Ohne Licht gäbe es keine Energie für die Photosynthese. Das Wachstum von Pflanzen wäre nicht möglich. Der Mensch, der zumeist am Ende der Nahrungskette steht, könnte nicht existieren. Außerdem würde ohne Licht nur Finsternis herrschen. Wir könnten keine Orientierung gewinnen und uns nicht einmal im Raum bewegen. Beide, Salz und Licht, sind also Grundlagen unseres Lebens und zwar schlechterdings unabdingbare.

Und nun sagt Jesus zu seinen Jüngern in der Bergpredigt: Ihr seid dieses schlechterdings Unabdingbare, die Grundlage des Lebens. „Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt“. Nicht: „Ihr sollt es erst noch werden“ – irgendwann einmal in ferner, unbestimmter Zukunft. Auch wird nicht gesagt: „Ihr ward einst Salz der Erde, Licht der Welt – damals, vor langer Zeit, als die Verhältnisse noch besser waren als heute, noch nicht so komplex, so unübersichtlich, so kompliziert und ihr selbst noch jung ward, unverbraucht, kraftvoll und dynamisch“. Es wird indes auch kein „Ihr könnt es einmal werden“ ausgesagt, kein „Ihr habt das Potential dazu, wenn ihr euch nur bemüht, euch kräftig anstrengt und richtig reinhaut.“

Nein, es kann gar nicht anders sein, als dass die Stadt auf dem Berge leuchtet. Nicht zu leuchten, ist eine geradezu „unmögliche Möglichkeit“[1]. Und übertragen auf die Jünger Jesu heißt dies doch wohl: „Wie Salz nur salzend Salz ist und Licht nur im Leuchten Licht sein kann, so ist Gemeinde nur Gemeinde im Vollzug, im Ereignis, in ihren Taten. Jesus hat seine Schüler sozusagen ‚unter Strom gesetzt‘ und so können sie gar nicht anders als zu ‚leuchten‘. Gemeinde – das sind nach Matthäus die zuvor beglückwünschten Schüler Jesu, denen das Himmelreich schon gehört, die jetzt schon unter der Herrschaft dessen stehen, der am Schluss des Evangeliums sagt: ‚Mir ist alle Macht im Himmel und auf der Erde gegeben‘ (28,18)“[2].

Wir sind theologisch mehr oder weniger schnell bei der Hand festzustellen, dass dieser Bilderrede in der Bergpredigt die Seligpreisungen[3] vorausgehen – „mit ihrer bedingungslosen Zusage des Heils“[4] an die geistlich Armen, die Leid Tragenden, die Sanftmütigen, die nach Gerechtigkeit Hungernden und Dürstenden, die Barmherzigen, die reinen Herzens, die Friedensstifter, die um der Gerechtigkeit und um Jesu willen Verfolgten (Mt 5,3-11): „Weil die Gottesherrschaft jetzt den Armen geschenkt wurde, weil Gottes Liebe im erbarmenden Handeln Jesu jetzt sichtbar geworden ist“[5], darum können auch jetzt schon die Zeugen der Gottesherrschaft Salz der Erde und Licht der Welt sein.[6] Auch unsere Bildworte werden also im Lichte des Reiches Gottes gesprochen, das in unsere Wirklichkeit hineinbricht, sie erobert und für sich gewinnt.

Das klingt alles gut und schön. Doch für viele zu schön, um wahr zu sein. Oft vergessen wir die Wirklichkeit des Reiches Gottes. Oft vergessen wir den Umstand, wonach „wir uns schlichtweg darauf verlassen [können], dass wir in der Nachfolge Jesu Gutes bewirken“[7]. Und wir vergessen es gerne. Denn was hier von uns gesagt wird, das schlechterdings Unabdingbare, die Grundlage des Lebens zu sein, erscheint uns doch als arge Zumutung. Wird uns Jüngerinnen und Jüngern, die wir doch fehlbare, hinfällige Menschen sind, nicht viel zu viel zugemutet? Wird der Mund hier nicht zu voll genommen? Wir sind doch alle keine großen Leuchten!

Fragen wird einmal kritisch nach der Wirkungsgeschichte. Was ist aus dieser Vorstellung von der „Stadt auf dem Hügel, die nicht verborgen bleiben kann“, von der „City upon a Hill“ geworden?[8] Dieses Bild ist ja denkbar prominent. Unter Berufung auf dieses Bild wurde Weltgeschichte geschrieben. Es steht gleichsam am Beginn der amerikanischen Nation. Noch bevor die Puritaner von England aus in die „neue Welt“ aufbrachen, schärfte John Winthrop, der spätere Gouverneur der Massachusetts Bay-Kolonie, in seiner berühmten Predigt den Siedlern ein: „[W]ir müssen bedenken, daß wir wie eine Stadt auf dem Berg sein werden. Die Augen aller Leute sind auf uns gerichtet: So daß, wenn wir falsch mit unserem Gott handeln in diesem Werk, […] wir zur Geschichte und zu einem üblen Exempel in der ganzen Welt [werden].“[9]

Wir fragen: Ist diese Befürchtung nicht tatsächlich eingetroffen? Hat sich die leuchtende Stadt nicht in ihr Gegenteil verkehrt? Ist sie nicht zu einem Moloch degeneriert? Viele amerikanische und nichtamerikanische Zeitgenossen, sie müssen nicht einmal sonderlich zivilisationskritisch sein, sehen es so. Als etwa der damalige amerikanische Präsident Ronald Reagan in den 1980er Jahren wiederholt dieses Bild bemühte – wie vor ihm bereits John F. Kennedy und nach ihm etwa Barak Obama –, da erhobt der damalige Gouverneur Mario Cuomo, Sohn italienischer Einwanderer, in fulminanter Weise Einspruch.

In seiner Abschiedsrede etwa bemerkte Reagan: „Ich habe von der strahlenden Stadt mein ganzes politisches Leben lang gesprochen, aber ich weiß nicht, ob ich jemals genau das vermittelt habe, was ich sah, als ich davon sprach. Aber in meiner Vorstellung war es eine große stolze Stadt, gebaut auf Felsen stärker als Ozeane, windgepeitscht, von Gott gesegnet und von Menschen aller Art bewohnt, die in Harmonie und Frieden lebten, eine Stadt mit freien Häfen, die voller Handel und Kreativität waren, und wenn Stadtmauern nötig waren, hatten diese Wände Tore, und die Tore waren offen für alle, mit dem Willen und dem Mut zu uns zu kommen. Das ist, wie ich sie sah und immer noch sehe...“[10]

Mario Cuomo hält Reagan entgegen: „Der Präsident hat Recht. In mancherlei Weise sind wir eine leuchtende Stadt auf dem Berge. Aber die harte Wahrheit lautet, dass keineswegs alle am Glanz und der Herrlichkeit dieser Stadt teilhaben. Eine leuchtende Stadt – das ist vielleicht alles, was der Präsident von der Säulenhalle des Weißen Hauses aus sieht und von der Veranda seiner Ranch, wo es jedermann gut zu gehen scheint. Aber da gibt es noch eine andere Stadt; da gibt es einen anderen Teil, dem Leuchten der Stadt entgegengesetzt; den Teil, in dem einige Menschen ihre Hypothekenabzahlungen nicht erbringen können, und die meisten jungen Menschen sich Darlehen nicht einmal erlauben können; wo Studierende sich nicht die Ausbildung leisten können, die sie brauchen, und wo Eltern aus der Mittelklasse beobachten müssen, wie sich ihre Träume, die sie für ihre Kinder träumen, in Luft auflösen. In diesem Teil der Stadt gibt es mehr Arme als jemals zuvor, mehr Familien in Not, und mehr und mehr Menschen einer Hilfe bedürftig, die sie nicht erhalten. Schlimmer noch: Es gibt alte Menschen, die in den Kellergeschossen ihrer Häuser vor Angst umkommen. Und es gibt Menschen, die auf den Straßen dieser Stadt leben und schlafen, in der Gosse, wo sich keinerlei Funkeln zeigt. Es gibt Ghettos, wo Tausende junger Menschen, ohne Beruf und Ausbildung, ihr Leben wegwerfen und es an Tag für Tag an Drogen-Dealer geben. Es steht, Herr Präsident, nackte Verzweiflung in den Gesichtern geschrieben, die Sie nicht sehen, und an den Orten, die Sie nicht in Ihrer leuchtenden Stadt besuchen. In Wirklichkeit, und Sie, Herr Präsident, sollten das wissen, ist diese Nation eher die ‚Geschichte von zwei Städten‘ als nur von der einen leuchtenden Stadt auf dem Berge.“[11]

Die USA – ein Vorbild für den Rest der Welt? Nicht wahr, Selbstzuschreibungen von der Art eines amerikanischen Erwählungsgedankens sind oft genug hohl und leer – wie Seifenblasen, die zerplatzen, sobald sich ein kritischer Blick auf sie richtet. Und unser Blick auf die Kirchengeschichte, auf 2000 Jahre Christentum, wird nicht weniger kritisch ausfallen dürfen, als der Blick Mario Cuomos auf das tatsächliche Amerika.[12] Es mag durchaus sein und muss keineswegs in Abrede gestellt werden, dass es auch in der Geschichte des Christentums viele Aufbrüche gegeben hat, dass vielen Menschen in diakonischen Akten der Nächstenliebe, der Barmherzigkeit, der Geschwisterlichkeit geholfen werden konnte, sowie es auch in der Geschichte Amerikas ermutigende Aufbrüche gab: etwa ein friedvolles Zusammenleben mit den Indianern in der Anfangszeit.

Nicht wahr, als die Pilgerväter bei Plymouth Rock in Massachusetts mit der „Mayflower“ landeten, feierten sie zusammen mit den einheimischen Wampanoag-Indianern im Herbst 1621 ein dreitägiges Ernstdankfest mit einem feierlichen gemeinsamen Truthahnessen, dem sog. „Thanksgiving“. Ohne die Hilfe der Indianer, hätten die „Pilgerväter“ den folgenden Winter nicht überlebt.[13] Wir wissen, dass die friedliche Form der Koexistenz mit den Ureinwohnern eine Ausnahmeerscheinung blieb. Es gibt eben auch die andere Seite, nicht nur den einen Teil der Stadt, sondern auch den anderen. Ja, wie Cuomo sagt, nicht nur eine Stadt, sondern tatsächlich zwei unterschiedliche Städte, also nicht nur die schöne, hell glänzende Stadt, die hell im Sonnenlicht erstrahlt und einlädt. Und so gibt es auch in der Geschichte der christlichen Gemeinde die andere, die dunkle Seite.[14] Vor ihr sollten wir nicht die Augen verschließen. Denn „wenn die Kirche das, was ist, schön redet, dann ist sie auf dem besten Wege, unnütz zu werden“[15] – so wie das Salz, das nicht salzen kann, dem die Würze fehlt, das man nicht schmecken kann, unnütz ist.

Die Kirche ist im Verlauf ihrer Geschichte diversen Versuchungen erlegen. Die größte dürfte vermutlich in der Christianisierung der Welt bestehen. Der Christianierungsversuch geschah und geschieht in verschiedenen Spielarten, aber immer und durchgängig besteht er im beabsichtigten Rollenwechsel, nämlich statt Salz etwas anderes sein zu wollen: „Statt Salz zu sein, wird die Kirche zum Kitt, der die Fugen und Risse der Gesellschaft notdürftig zukleistert. Oder zum Öl, damit alles wie geschmiert läuft. Oder zum Sahnehäubchen: der religiöse Tuck oben drauf auf die besonderen Stunden des Lebens. Oder zum Lametta oder zum Heiligenschein. Religion in einer dieser Rollen soll helfen, dass alles so bleibt, wie es ist; sie soll nicht stören, nicht reinigen, niemand etwas einschärfen. Aber es wäre absurd, wenn wir statt Salz der Erde Opium des Volkes würden. Das darf nicht passieren, sonst sind wir unnütz!“[16]

Ja, man gewinnt den Eindruck: Sobald die Welt zum eigentlichen Bezugsrahmen und Orientierungspunkt der Gemeinde wird, an dem sie sich ausrichtet, schlägt das Imperium gleichsam zurück.[17] Denn „der Versuch einer Christianisierung der Welt führte nicht zur Christianisierung der Welt, sondern vielmehr zur Verweltlichung des Christentums“ (Stanley Hauerwas). Anders gesagt: „Die Gemeinde ist nicht die Gemeinde Jesu, wenn sie schiedlich-friedlich mit der Welt ihr Auskommen sucht und in steter Ausgewogenheit jede Auseinandersetzung vermeidet. So ist sie vielmehr fade und taugt zu nichts mehr.“[18] Martin Luther hat das klar erkannt und bemerkt zu unserer Stelle: „Soll man salzen, so muss es beißen.“[19] Und den Predigern schärft Luther deshalb ein: „Willst du das Evangelium predigen und den Leuten helfen, so musst du auch scharf sein und Salz in die Wunden reiben.“[20]

Bleiben wir noch einen Augenblick beim Salz stehen. Was heißt es positiv, das Salz der Erde zu sein? „Es heißt: Euch ist etwas anvertraut, das ist so elementar und lebensnotwenig wie Salz. Das ist das Evangelium“[21], die gute Botschaft von Gottes „Menschenfreundlichkeit“ (Tit 3,4), seinem Bund mit uns Menschen, den er hält bis ans Kreuz und erfüllt in Jesus Christus. Hier wird eine Zumutung im ganz anderen Sinne deutlich und sichtbar. Jesus fordert nicht nur. Vor allem überfordert er nicht: Denn er gibt den Jüngern das, was sie brauchen, um Salz und Licht und die Stadt auf dem Berge zu sein, nämlich das Evangelium. Jesus vertraut es ihnen an und schenkt ihnen den nötigen Mut, es zu verkündigen.[22] Darin besteht seine eigentliche Zumutung. Jesus mutet seinen Jüngern im ganz wörtlichen Sinne zu, das Evangelium zu verkündigen, es zu bezeugen. Er ermöglicht ihnen, Salz zu sein: reinigend, bewahrend, würzend zu wirken. „Sie haben das Evangelium bekommen, und was sie davon weitergeben, das wirkt, so sicher und so stark, wie Salz wirkt. Damit macht Jesus den Leuten Mut. Seine Botschaft lautet: ‚Ihr könnt euch auf Gottes Wort verlassen. Was ihr in seinem Namen tut, das ist nicht unnütz getan. Das kann nie und nimmer wirkungslos bleiben: Ihr seid das Salz der Erde.“[23] 

Und wie ist es nun positiv mit dem Licht? „Ihr seid das Licht der Welt“ – auch dieser Satz wird den Jüngern zugemutet. Er gilt: „Jawohl. Ihr seid das Lichte der Welt. Nicht weil ihr aus euch selbst leuchtet, sondern weil ihr beschienen seid.“ Wir sind aus uns selbst heraus alle keine großen Leuchten, keine Sterne, keine Stars. Wir sind vielmehr Fixsterne. Wir werden bestrahlt – wie Reflektoren und können das Licht, das nicht unser eigenes, sondern geliehenes Licht ist, nur wiedergeben. Er gibt nur einen, der von sich selber zu Recht sagen kann: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12; so auch 9,5).[24] Es gilt streng und ausschließlich von Jesus Christus: „Er ist das wahre Licht, das alle Menschen erleuchtet“ (Joh 1,9). „Beglänzt von seinem Lichte, / hält euch kein Dunkel mehr. / Von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her“[25], so dichtet Jochen Klepper.

Es kommt weder darauf an, sich selbst groß darzustellen, noch das eigene Licht unter den Scheffel zu stellen. Es geht vielmehr darum, dass in unserem Handeln das Licht Jesu Christi so zum Leuchten kommt, dass es von anderen wahrgenommen werden kann. Ja, das Tun der Jünger Jesu hat ein bestimmtes Ziel: den Lobpreis Gottes durch die Welt: „Lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ Es geht letztlich weder um die Gemeinde selbst, noch um die sie umgebende Welt, sondern um die Ehre Gottes. Ihr hat die „Politik der guten Werke“[26] zu dienen. Die Welt soll anhand der tuten Taten der Christenmenschen in das Lob Gottes einstimmen lernen: Soli Deo gloria – Gott allein die Ehre!


[1] So Klaus Wengst, Das Regierungsprogramm des Himmelreichs. Eine Auslegung der Bergpredigt in ihrem jüdischen Kontext, Stuttgart 2010, 61. Die Rede von der „unmöglichen Möglichkeit“ stammt von Karl Barth, mit der er das Böse und die Sünde kennzeichnet. Vgl. dazu Eberhard Jüngel, Barth-Studien, ÖTh 9, Zürich u.a. 1982, 71-73.

[2] K. Wengst, a.a.O., 62.

[3] Jürgen Moltmann (Wer ist Christus für uns heute?, KT 129, Gütersloh 1994, 13) nennt sie „das Grundgesetz des Reiches Gottes“.

[4] Jürgen Roloff, Neues Testament, Neukirchen-Vluyn 71999, 154.

[5] Ebd.

[6] Vgl. a.a.O., 152.

[7] Peter Bukowski, Salz sein, in: Sylvia Bukowski / Peter Bukowski, Etwas zum Mitnehmen. Reden von Gott in der Welt, Neukirchen-Vluyn 2008, 68-74, 72.

[8] Vgl. Gerhard Sauter, „A City upon a Hill”? Die religiöse Dimension des amerikanischen Selbstverständnisses und seine gegenwärtige Krise, in: Sabine Sielke (Hg.), Der 11. September 2001. Fragen, Folgen, Hintergründe, Frankfurt a.M. u.a. 2002, 69-80.

[9] John Winthrop, A Modell of Christian Charity (1630), in: Perry Miller, The American Puritans. Their Prose and Poetry, New York 1956, 79-84. Dt. Übersetzung in: KTGQ IV, 4-6, 6.

[11] http://www.americanrhetoric.com/speeches/mariocuomo1984dnc.htm (abgerufen: 20.7.2015). Eigene Übersetzung.

[12] Treffend K. Wengst, a.a.O., 63: „Der Zuspruch, dass die Schüler Jesu Salz der Erde und Licht der Welt sind, ist nicht von der Kirchengeschichte eingelöst und eingeholt.“

[13] Vgl. Nathaniel Philbrick / Norbert Juraschitz, Mayflower. Aufbruch in die Neue Welt, München2006. Einführend: Annelis Bächtold, Die Pilgerväter, in: Matthias Krieg / Gabrielle Zangger-Derron (Hg.), Die Reformierten. Suchbilder einer Identität, Zürich 22003, 171-173.

[14] Treffend J.H. Yoder, He Came Preaching Peace, Scottdale / Kitchener 1985, 105: „If repentance is to be part of a continuing confession, then we must admit that we have failed to be the city on a hill.”

[15] P. Bukowski, a.a.O., 69.

[16] P. Bukowski, a.a.O., 72. Ähnlich K. Wengst, a.a.O., 59: „Jesu Gemeinde ist nicht dafür da, dass die Mechanismen der Welt wie geschmiert laufen; da hat sie eher Sand im Getriebe zu sein. Und sie ist auch nicht dafür da, das Leben etwas zu versüßen. Gewiss ist mit dem Salzwort auch nicht umgekehrt gemeint, es zu versalzen – wenngleich es gelegentlich schon wichtig wäre, das bei bestimmten Süppchen zu tun.“ Bereits Leonhard Ragaz (Die Bergpredigt Jesu, ND Hamburg 1971, 132) bemerkte: „Verstehet wohl: Es heißt nicht: ‚Ihr seid die Butter der Erde‘ oder ‚der Zucker der Erde‘, sondern ‚Ihr seid das Salz der Erde‘.“

[17] Eindringlich mahnt John H. Yoder (a.a.O., 103f.): „For years most of us have been inclined to look away from the believing community and to ask only about what to do with the world. We want a recipe to impose on others by law. But the prophet, like Jesus on his later hilltop (Matthew 5), looks the other way. He asks first about the believing community. Jesus speaks specially to his disciples; they leave the crowds and come up the mountain to hear him. He asks them to be different, to be visibly different … like a light, … like a city on a hill.”

[18] K. Wengst, a.a.O., 60.

[19] WA 32, 344 (Wochenpredigten über Matthäus 5-7; 1530/2).

[20] WA 32, 345 (Wochenpredigten über Matthäus 5-7; 1530/2).

[21] P. Bukowski, a.a.O., 69.

[22] So auch K. Wengst, a.a.O., 63: „Dieser Zuspruch kann auch im guten Sinn des Wortes als Zumutung begriffen werden: Er mutet der Schülerschaft Jesu, er mutet der Gemeinde zu und macht ihr Mut, das auch wirklich zu leben, was sie ist.“

[23] P. Bukowski, a.a.O., 69f.

[24] Vgl. Enno Edzard Popkes, Jesu Nachfolger als Lichter der Welt und als Stadt auf dem Berge (Von der Bergpredigt), in: Ruben Zimmermann (Hg.), Kompendium der Gleichnisse Jesu. Eine Einführung in ihre Erforschung und Kommentierung aller frühchristlichen Gleichnisse, Gütersloh 2007, (395-399) 398: „Die deutlichste Parallele zur Prädikation der Jünger als Licht der Welt begegnet ohne Zweifel in der johanneischen Prädikation Jesu als Licht der Welt. Die Affinität dieser Stellen dokumentiert sich ferner darin, dass sie auf ähnliche traditionsgeschichtliche Vorgaben rekurrieren. Verschiedene Indizien sprechen dafür, dass es sich bei Joh 8,12 um eine Modifikation von Mt 5,14a handelt“.

[25] EG 16,4 (Jochen Klepper, Die Nacht ist vorgedrungen).

[26] Hans G. Ulrich, Wie Geschöpfe leben. Konturenevangelischer Ethik, EThD 2, Münster 2005, 449, im Anschluss an Ernst Wolf: „Evangelische Sozialethik ist als Politik der guten Werke zu verstehen.“ So auch a.a.O., 609.

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