Christen verschiedener Konfessionen helfen Flüchtlingen gemeinsam

Präses Annette Kurschus besucht ZUE in Borgentreich und das koptische Kloster Brenkhausen

Präses Annette Kurschus und ihre Delegation wurden von Bischof Anba Damian im koptisch-orthodoxen Kloster Brenkhausen herzlich begrüßt. Foto: EKvW

KREIS HÖXTER/WESTFALEN - „Um Flüchtlingen zu helfen, stehen wir als evangelische und koptisch-orthodoxe Christen zusammen. Das zeigt sich hier in guter praktischer Zusammenarbeit“, sagte die westfälische Präses Annette Kurschus am Montag (14.12.) bei einem Besuch der Zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge (ZUE) in Borgentreich.

KREIS HÖXTER/WESTFALEN - „Um Flüchtlingen zu helfen, stehen wir als evangelische und koptisch-orthodoxe Christen zusammen. Das zeigt sich hier in guter praktischer Zusammenarbeit“, sagte die westfälische Präses Annette Kurschus am Montag (14.12.) bei einem Besuch der Zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge (ZUE) in Borgentreich. Für diese Einrichtung stellte der koptische Bischof Anba Damian vor 14 Monaten eine ehemalige Kaserne zur Verfügung, die sein Kloster erworben und umgebaut hat.

„Ohne Ihre Unterstützung hätten wir das als kleine koptische Kirche nicht geschafft“, bedankte sich Bischof Damian bei Präses Kurschus, die als leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen an diesem Tag auch das koptisch-orthodoxe Kloster in Brenkhausen bei Höxter besuchte.
Damian berichtete von großer Harmonie zwischen Kommunen, Kreis, Kirche und Polizei. „Wir erleben hier viel Liebe und Herzlichkeit, viele Probleme lassen sich unbürokratisch lösen.“ Gerade um eine solche freundliche Grundstimmung zu erhalten, sagte Präses Kurschus, „müssen wir mit redlicher Nüchternheit auch von den Schwierigkeiten sprechen, die nicht ausbleiben.“
Die ZUE mit 600 Flüchtlingen wird vom Malteser-Hilfswerk betrieben, die Diakonie Paderborn-Höxter ist mir derzeit drei Fachkräften in der Verfahrensberatung beteiligt.

Was bislang fehlt, ist die dringend notwendige psychosoziale Erstberatung für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge. Das könnte sich ab nächstem Jahr ändern. Präses Kurschus stellte dafür die Finanzierung einer Projektstelle in Aussicht: Mittel der Evangelischen Kirche von Westfalen und des Kirchenkreises Paderborn in würden dann einen entsprechend qualifizierte Sozialarbeiter zu etwa zwei Dritteln finanzieren. Für das verbleibende Drittel der Gesamtkosten von 106.000 Euro für zwei Jahre zeigte sich Ingbert Koppermann vom Vorstand der Diakonie Paderborn-Höxter zuversichtlich, diese Mittel im Gespräch mit weiteren Partnern noch aufzubringen. Von einer wissenschaftliche Begleitung der Arbeit sollen weitere solche Projekten dieser Art in Nordrhein-Westfalen profitieren.

Wie Bürgermeister Rainer Rauch berichtete, ist Borgentreich die Kommune mit den meisten Flüchtlingen pro Einwohner in NRW. Wie auch ZUE-Leiter Lutz Koller vom Malteser-Hilfswerk bestätigte, ist hier nichts von fremdenfeindlichen Parolen oder gar Übergriffen bekannt. Im Gegenteil: „Wir freuen uns über eine große Hilfsbereitschaft und viele Spenden.“
Die koptisch-orthodoxe Kirche in Ägypten ist eine der ältesten christlichen Kirchen. In Brenkhausen ist ihr deutsches Zentrum.

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Pressemeldung der EKvW
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