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Adventsgebete 2015

von Sylvia Bukowski

Foto: Falk Schaaf/freeimages.com

Gott allen Trostes ... Finde Zugang zu denen, die Hass verbreiten, die Menschen ängstigen und quälen, und unsere Erde zerstören durch Mitleidlosigkeit und Gewalt. Bewege sie zu Umkehr und pflanze Güte und Achtsamkeit in ihr Herz.

Du Gott allen Trostes,
wir danken dir, dass du uns entgegenkommst
und uns suchst, wo wir wirklich sind.
Du weißt, wie befrachtet die Weihnachtszeit ist
mit Erinnerungen, mit Sehnsucht,
aber auch mit Angst vor Leere und Einsamkeit.

Komm denen entgegen,
die gerade in diesen Tagen traurig sind,
die unter Abschieden und Verlusten leiden,
die fremd sind bei uns
und sich im Trubel der Stadt verloren fühlen.
Erbarme dich derer,
die zu zerbrechen drohen,
weil sie nirgendwo hingehören,
und die den Schmerz ihrer Seele
mit Alkohol oder mit Tabletten betäuben.
Hülle sie in deine tröstliche Nähe
und führe sie in die Geborgenheit menschlicher Gemeinschaft.

Suche die,
die ihre Träume verloren haben,
die durch Enttäuschungen bitter geworden sind,
und deren Herz sich verhärtet hat
gegen andere und gegen sich selbst.
Erwecke in ihnen neue Hoffnung,
neue Empfindsamkeit, neue Lebenslust.

Gott, du bist unter denen,
die vor Krieg und Armut fliehen,
und an den Zäunen und Mauern stranden,
die sie von einem besseren Leben abhalten.
Du teilst die Kälte mit ihnen,
den Hunger, das erbärmliche Leben,
und du rufst uns aus ihrem Mund um Hilfe.
Lass den Ruf nicht ins Leere gehen!

Finde Zugang zu denen, die Hass verbreiten,
die Menschen ängstigen und quälen,
und unsere Erde zerstören durch Mitleidlosigkeit und Gewalt.
Bewege sie zu Umkehr
und pflanze Güte und Achtsamkeit in ihr Herz.

Gott schütze unser zerbrechliches Glück,
halte deine Hand über die, die wir lieben,
und segne die, die Wärme und Freundlichkeit verbreiten
Mach deine Verheißung wahr,
und lass endlich Frieden einkehren in unsere Welt.

Psalmengebete – frei nach Gebeten von Bischof Dr. Munib A. Younan, Jerusalem

Psalm 2

Ihr Herrscher, seid weise!
Ihr Richter, richtet gerecht!
Unsere Feinde wollen unsere Kirche im Mittleren Osten zerstören.
Sie legen Bomben in Kirchen und verwüsten heilige Stätten.
Sie sind wie Kain, wie Ahab, wie Herodes geworden,
die ihre Brüder und Schwestern ermorden und die Erde verwüsten.
Ihre Politik tötet Kinder, macht Frauen zu Witwen und Kinder zu Waisen.
Sie verletzt die Menschen und fügt ihnen Schmerzen zu.
Unsere Feinde haben den Weg des Himmels verlassen.
Sie folgen den Wegen der Hölle.
Ausbeutung und Mord ist ihre Bibel.
Ihre Herzen sind voller Dämonen,
ihr ganzes Wesen ist vom Bösen verdorben.
Christus, wo ist dein Licht?
Alle Flüchtlinge, alle Schwachen schreien nach dir!
Gott, deine Söhne und Töchter werden hingemetzelt wie Schafe.
Aber du hast doch versprochen, deine Kirche zu bauen.
Und dieses Land ist doch dein Land!
Lass die Mächtigen deinen Zorn fürchten
Und das Morden beenden.
Gib uns beherzte Führer:
Wo ist einer, weise wie Salomo,
deinem Herzen nahe wie David?
Wo sind solche wie Kyros, Joseph und Daniel,
die für Gerechtigkeit und Frieden einstehen?
Gott, verkünde deinen heiligen Zorn gegen die Systeme des Bösen,
die Tod und Erniedrigung verbreiten.
Sei den Übeltätern gnädig,
aber zeige keine Gnade gegenüber dem Übel!
Erlöse die Sünder,
aber vernichte die Herrschaft der Sünde!
Zeig deine Hoheit über alle Feinde!
Du gerechter Richter:
Lass dein Volk in Ruhe und Sicherheit leben!

Psalm 1

Mein Gott,
ich träume von einer vollkommenen Welt!
Von einem Paradies, in dem die Bäume nicht verdorren,
sondern Frucht bringen.
Ich träume von dem Tag, an dem die Gerechten blühen
und die Unterdrücker untergehen.
Ich träume von einer Welt ohne Krieg, ohne Verschwörung, ohne Leid.
Von einer Welt, die deine Liebe liebt und deine Heiligkeit ehrt.
Wo alle Menschen Freunde sind, und sich nicht fertigmachen durch Konkurrenz.
Es ist die Welt Gottes, von der ich träume:
Eine Welt der Liebe, der Gerechtigkeit, des Ausgleichs.
Meine Träume sind keine leeren Wünsche,
sie wachsen heraus aus meinem Glauben.
Und ich erwarte die neue Welt ohne mich anstecken zu lassen vom Bösen.
Ich möchte meine Träume leben,
und andere anregen, sie zu teilen.
Gott, mache die Kirche zu einem Ort, der die Träume hütet,
und öffne unsere Augen,
wie aus Traum Wirklichkeit wird
über unserem Morgen und unserem Abend.

Sylvia Bukowski, Pfarrerin, Wuppertal

 

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