Friedensthema gewinnt wieder mehr an Bedeutung

EKD-Friedenbeauftragter Brahms warnt vor Abschottung Europas

Renke Brahms und Klara Butting auf dem Podium in Tutziing

Das Friedensthema gewinnt nach Ansicht des Friedensbeauftragten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Renke Brahms, wieder mehr an Bedeutung.

„Bei der Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD, die in der Evangelischen Akademie in Tutzing tagt, verwies Brahms auf die zahlreichen Initiativen in einzelnen Landeskirchen, aber auch auf die aktuellen politischen Diskussionen im Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation und der militärischen Intervention im Nahen Osten.

Es ist wichtig, dass in den Landeskirchen, aber auch in den Gemeinden, Gruppen und Initiativen weiter Friedensfragen diskutiert werden, damit diese  dann auf der EKD-Ebene zusammengeführt werden und dort auch in einem breiten Rahmen zur Sprache kommen“, betonte der EKD-Friedensbeauftragte.

„Wir müssen aber auch aufpassen, dass diese Diskussion nicht in den Gremien oder in akademischen Höhen bleibt, sondern dass das Friedensthema auch an die Basis kommt und dort zu einer wichtigen Frage wird“, machte Renke Brahms deutlich. In diesem Zusammenhang sprach sich der EKD-Friedensbeauftragte dafür aus, dass beim kommenden Deutschen Evangelischen Kirchentag das Friedensthema nicht erneut wie in Stuttgart an den Rand gedrängt wird. „Es war schade, dass beim Stuttgarter Kirchentag das Thema Frieden nicht Teil des offiziellen Programms war. Und es wäre wichtig, wenn es in Berlin nicht wie in Stuttgart ein gesondertes Zentrum Frieden gibt, sondern Friedensfragen an zentraler Stelle im offiziellen Programm vorkommen. Der Frieden darf sich jedenfalls beim Kirchentag nicht ins Abseits begeben und er darf nicht zu einem Ghetto werden“, machte Brahms deutlich.

Auch aktuelle politische Fragen kamen im Bericht des EKD-Friedensbeauftragten vor der Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD zur Sprache. So warnte Brahms im Blick auf die aktuelle Flüchtlingsdebatte eindringlich vor einer Abschottung Europas und warb für mehr Empathie für die Not der Flüchtlinge. „In den Gesichtern der Flüchtlinge begegnen uns direkt die Kriege und Konflikte“, machte Brahms deutlich.

Der „Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD“, die 2009 zum ersten Mal zusammentrat, gehören die Friedensbeauftragten der EKD-Gliedkirchen sowie Vertreter von EKD, kirchlichen Trägern der Friedensarbeit und damit verbundenen Institutionen an. Sie vernetzt die Arbeit aller relevanten Akteure und ermöglicht auf diese Weise eine breite Diskussion friedenspolitischer Entwicklungen und Strategien sowie die Abstimmung gemeinsamer Initiativen. Damit erhält sie die Vielfalt der Friedensarbeit im Raum der EKD und stärkt sie in ihrer Wirkung und im Außenbild. Die Konferenz gibt Impulse an die leitenden Gremien der EKD und ihrer Gliedkirchen sowie für die Arbeit aller ihrer Mitglieder. Die Konferenz tagt jährlich.
In diesem Jahr trifft sich die Konferenz für Friedensarbeit im Raum der EKD am 25. und 26. Januar in der Evangelischen Akademie in Tutzing.

Pressemeldung, 25. Januar 2016

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