Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Der ökumenische Weg geht weiter…..!

Delegierte und Interessierte trafen sich zur Auswertung der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung

Zwei Monate nach dem Abschluss der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung (EÖV3) im rumänischen Hermannstadt/Sibiu kamen rund 100 Delegierte und Engagierte aus ganz Deutschland zusammen. Im Haus der Kirche in Kassel zogen die Delegierten der verschiedenen christlichen Konfessionen Bilanz aus dem zweijährigen Prozess der EÖV3.

Die hannoversche Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann, Mitglied des Zentralausschusses der Konferenz Europäischer Kirchen, betonte in ihrem Bericht die Bedeutung der persönlichen Begegnung. Die Art und Weise wie sich die jungen Delegierten und die Stewards in den Prozess eingebracht hätten, mache nicht nur Mut, sondern verpflichte auch, die neue ökumenische Jugendbewegung in unseren Kirchen zu stärken.

Die gerade in Dresden zu Ende gegangene EKD-Synode habe die Botschaft der EÖV3 mit Dank entgegengenommen und habe sich insbesondere für den darin empfohlenen europäischen ökumenischen Konsultationsprozess zum Zusammenhang von Klimawandel und Gerechtigkeit durch die europäischen Kirchen eingesetzt.

Der Weg der EÖV3 von Rom über Wittenberg nach Hermannstadt/Sibiu, so der Magdeburger Bischof Dr. Gerhard Feige, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für die EÖV3, sei ein Weg der Bewusstseinsbildung. Er zeige einerseits die eigene Prägung der jeweiligen Glaubens- und Spiritualitätsprofile, andererseits die Verpflichtung zur Ökumene und die gemeinsame Verantwortung der Christen und der christlichen Kirchen für die Bewältigung der vor uns liegenden globalen Herausforderungen. Vor allem habe Hermannstadt/Sibiu die Eigenständigkeit des dritten Partners, der Orthodoxie, erkennbar und sichtbar gemacht.

Die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz, so Feige, habe angeregt, die Themen und die Schlussbotschaft der EÖV3 insbesondere im Blick auf den 2. Ökumenischen Kirchentag 2010 in München weiter zu verfolgen und konkrete Vorschläge zu erarbeiten.

Am Nachmittag diskutierten die Teilnehmenden in Arbeitsgruppen konkrete Schritte und Umsetzungsvorschläge für die Kirchen, Diözesen und Gemeinden, Verbände und Basisgruppen. Die Empfehlung, den Zeitraum zwischen dem 1. September und dem 4. Oktober dem Gebet für den Schutz der Schöpfung und der Förderung eines nachhaltigen Lebensstil zu widmen, biete eine gute Möglichkeit für gemeinsame ökumenische Aktionen. Die Unterzeichnung der Vereinbarung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe im Magdeburger Dom im April dieses Jahres sei ein erster Schritt, dem eine Vertiefung der Tauftheologie auch im Blick auf die Migranten- und Minderheitenkirchen folgen müsse. Als weitere konkrete Punkte wurden benannt:

- Gelegenheit zum gemeinsamen Gebet nutzen - 100 Jahre Gebetswoche für die Einheit der Christen,
- Reformationsjubiläum zum Anlass nehmen für gemeinsames ökumenisches Nachdenken,
- Jugendfreizeiten als Feld für ökumenisches Lernen nutzen und die Begegnung mit der Jugend im jeweiligen Gastland fördern,
- Förderung des interreligiösen Dialogs, zum Beispiel durch Projekte wie "Weißt Du wer ich bin?" der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen.

Neben diesen Beispielen war das grundlegende Fazit, dass die ökumenische Bewegung weiterhin ökumenische Treffen brauche, die insbesondere auch jungen Menschen ökumenische Erfahrung ermöglichen - auf nationaler Ebene seien kontinuierliche Angebote auch jenseits von Ökumenischen Kirchentagen ebenso notwendig wie auf europäischer Ebene. Der gemeinsame Weg der EÖV3 habe auch in Deutschland die Konfessionen einander vertrauter gemacht.

Quelle (bearb.): Pressestelle der EKD


Barbara Schenck
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Eindrücke von der 3. Europäischen Ökumenischen Versammlung in Sibiu/ Hermannstadt

Von Steffen Tuschling, Delegierter der Evangelisch-reformierten Kirche
 

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