Termine

Reformationsdekade 2012: Reformation und Musik
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps


Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.

Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik


WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.

Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.

Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.

Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.

Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.

''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück


''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012

''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein ­lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.

Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.

35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.

Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.

Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012


Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)

Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion

Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.

Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)

Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden

Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.

Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.

Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.

''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf

Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)


''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012

Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.

Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.

6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012


Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.

Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz


GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.

Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf

Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.


Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant


''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentags­präsidium in Erfurt beschlossen.

450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013


Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn


Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.



Psalm 8

Religion nach Darwin

Charles Darwin im Gespräch mit Gott.
Von Wolfgang Achtner

Psalm 8

Ein Psalm Davids, vorzusingen auf der Gittit.
Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, der du zeigst deine Hoheit am Himmel!
Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, dass du vertilgest den Feind und den Rachgierigen.
Wenn ich sehe den Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:
was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?
Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. 
Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan:
Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere,
die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht.
Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen!

 

Liebe Gemeinde,

Sprecher: Haben Sie schon einmal vorgestellt, wie es wäre, dort zu sein, wo sich alle Rätsel des Lebens, alle Welträtsel gelöst haben. Haben Sie sich schon einmal vorgestellt, dort zu sein, wo alle quälenden Fragen beantwortet werden, wo alle wissenschaftlichen Probleme mit einem gleichsam göttlichen Blick durchsichtig werden? Kurz gesagt, haben Sie sich schon einmal vorgestellt, in den Himmel zu kommen?
Nun, von der Kirche zu Himmel ist es zwar noch ein großer Schritt, aber stellen wir uns einmal vor, wir seien im Himmel und würden Zeuge der täglichen Arbeit dort oben. Dann könnten wir vielleicht folgendes erleben.
Wir befinden uns im himmlischen Thronsaal. Vor uns sitzt in würdiger Haltung Gott Vater, zu seiner Rechten sein Sohn, zu seiner Linken sehen wir einen flammenden Kraftstrom auf und nieder steigen, den Heiligen Geis. Hinter ihnen schweben die Erzengel auf und nieder und dahinter breitet sich das große Meer der frohlockenden Gläubigen aus. Wir werden Zeuge einer eindrucksvollen Begebenheit.

Teil I
Gott Vater: “Ich begrüße Euch alle ganz herzlich zu unserer heutigen Sitzung. Mein Sohn”, wendet sich Gott Vater an Christus, “kannst du uns einmal die Losung zum heutigen Tag vorlesen”?
Sohn: “Aber natürlich, Vater”. Christus kramt eine alttestamentlich Schriftrolle hervor und ließt:
“Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast, Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?
Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast Du ihn gekrönt.
Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast Du unter seine Füße getan.
Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere, die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht.
Herr unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen”.
Gott Vater: “Achja, der Psalm 8 ‘Was ist der Mensch’, ich höre ihn immer wieder gern, und, wie ich sehe, passt er auch zu unserem heutigen Fall. Petrus, bring uns doch mal für die Sitzung das große Buch des Lebens”.
Petrus: “Hier ist es, wir waren beim Buchstaben ‘D’”.
Gott Vater, seufzt ein wenig: “Richtig, zur Verhandlung steht heute an ‘Charles Darwin’, ein schwieriger Fall, Petrus kannst du ihn holen”?
Die Tür zum Purgatorium öffnet sich und herein tritt verlegen, die Augen niedergeschlagen, Charles Darwin.
Gott Vater: “Guten Tag, Charles. Wie geht es Dir?
Charles Darwin: “Danke, besser als ich erwartet hatte”.
Gott Vater (lächelnd): “Das freut mich, aber Du brauchst deine Augen nicht niederzuschlagen und Du kannst mich auch direkt anschauen und anreden, wie du siehst bin ich eine Person, wenn auch in dreifacher Gestalt”.
Charles Darwin: “Das ist sehr freundlich, ich würde euch auch gerne persönlich anreden, aber da ich es in meinem Leben nie gemacht habe, weiss ich die angemessene Anrede nicht”.
Gott Vater: “Aber Charles, du hast immerhin einige Semester Theologie studiert”!
Charles Darwin (sichlich peinlich berührt) stottert herum: “Ja, also, ähm, …hmm, na ja,..”
Gott Vater: “Schon gut, ich will da nicht weiter bohren, lassen wir das”.
Charles Darwin: “Ich vermute, dass ich hier in einer Art Gericht bin, dann werde ich wahrscheinlich mit ‘Euer Gnaden’ nicht ganz falsch liegen, oder”?
Gott Vater: “Ist recht, nun zur Sache. Also Charles, du bist der legändere Erfinder der Evolutionstheorie, richtig”?
Charles Darwin: “Ja, euer Gnaden”
Gott Vater: “Was hat dich dazu bewegt, diese revolutionäre Theorie zu formulieren”?
Charles Darwin, mit glänzenden Augen: “Euer Gnaden, ich bin eine leidenschaftliche Forschernatur. Ich wollte meinen Beitrag zum Fortschritt der Wissenschaft leisten. Das hat meinem Leben Sinn gegeben und dafür habe dafür keine Mühen und Kosten gescheut. Der Drang in die Weite hat mich auch auf meiner Forschungsreise auf der HMS Beagle um den halben Globus geführt, ich habe die ungeheure Vielfalt, …äh, … (er zögert ein wenig) ….eurer Schöpfung kennengelernt. Das hat mich so tief bewegt, dass ich verstehen wollte, woher dieser Formenreichtum kommt”.
Gott Vater: “Das sind sehr lobenswerte Motive. Aber sage mir, du hast doch in deinem Theologiestudium mit Eifer die Werke meines Dieners William Paley studiert. Er hat doch in seiner natural theology dargelegt, wie wunderbar angepasst ich die einzelnen Arten eingerichtet habe. Hat es dir nicht gereicht, von der Schönheit und klugen Einrichtung der Schöpfung auf den Schöpfer zu schließen, wie vielen anderen gläubigen Menschen auch?”
Charles Darwin: “Euer Gnaden, ich möchte Euch nicht zu nahe treten, aber Paleys Thesen schienen mir etwas zu kurzschlüssig und wissenschaftlich nicht haltbar, obwohl ich zugeben muss, dass ich von seinem Werk sehr profitiert habe”.
Gott Vater: “Du hälst also den Schluß von der Schöpfung auf den Schöpfer für nicht zwingend”?
Charles Darwin, lächelt: “Euer Gnaden, selbst die Theologen wissen inzwischen, dass Gottesbeweise keine richtigen Beweise sind”.
Gott Vater, etwas ärgerlich: “Ja, ja, die Theologen, … was die nicht alles wissen. Ein bischen mehr Glauben würde ihnen nicht schaden. Aber zurück zum Thema. Du hast die lange vertretene Theorie der Artkonstanz bestritten und an ihre Stelle die These gesetzt, dass sie zeitweilig stabile Formen sind, die sich aber über sehr lange Zeiträume durch eine nicht gesteuerte Mutation und Selektion weiterentwickeln, richtig”.
Charles Darwin: “Ja, euer Ganden”
Gott Vater: “Ich muss gestehen, eine grandiose Idee, mutig, mit so langen Zeiträumen von vielen Millionen Jahren zu rechnen, das ist ja fast schon wie bei der Ewigkeit, wenn auch eine schlechte Ewigkeit”.
Charles Darwin: “Ich brauchte diese langen Zeitläufe, damit sich kleine Veränderungen zu großen Veränderungen aufsummieren”.
Gott Vater: “Bei mir geht es etwas schneller - wenn ich wollte. Aber sag mir: Diese These hat dich doch in Konflikt mit der Kirche und ihren theologischen Lehren gebracht, was sagst du dazu”.
Charles Darwin: “Euer Gnaden, es war die Hölle, diese Anfeindungen, vor allem dieser unsägliche Bischof Wilberforce, wie er versucht hat, meine wissenschaftlichen Theorien lächerlich zu machen. 1864 hat das katholische Lehramt unter Papst Pius IX mit dem Syllabus gegen meine sogenannten modernistischen Irrtümer gekämpft – 100 Jahre lang!. Immerhin, meine Bücher wurden nicht auf den Index gesetzt. Aber, das muss ich auch sagen, die nordamerikanischen Protestanten unter der Führung von Reverend Josiah Strong waren zum großenTeil Befürworter meiner Theorie, im Gegensatz übrigens zu ihren Nachfahren, den Kreationisten, die die Evolutionstheorie sogar aus dem Unterricht verbannen wollen”.
Gott Vater: “Charles, deine Freunde, allen voran dein Bulldogge Huxley, aber auch dein deutscher Freund Ernst Haeckel, haben auch scharf geschossen”.
(Bild Haeckel)
Charles Darwin: “Ich hatte befürchtet, dass es Ärger mit der Kirche geben wird”.
Gott Vater: “Nun Charles, ist das verwunderlich? Du hast an die Stelle eines gütigen, vorauswissenden Schöpfergottes ein blindes Spiel der Kräfte gesetzt, jedenfalls so wie man mich im 19. Jahrhundert verstanden hat. Das ist nicht sehr tröstlich”.
Charles Darwin: “Ich muss gestehen, dass ich damals meine Zweifel an einem gütigen Schöpfergott hatte”.
Gott Vater: “Ach, warum?”
Charles Darwin: “Euer Gnaden, ich habe nicht nur die Schönheiten der Natur gesehen wie die frommen Theologen unter Paley, sondern auch die Grausamkeiten. Was ist mit dem Kampf ums Dasein, in dem schon tausende von Arten unwiederbringlich ausgestorben sind! Wie soll ich an einen gütigen Schöpfer glauben, der Dinosaurier, Mammute, und andere Tierarten, ja auch Menschenartgen wie z.B. die Neandertaler, einfach von der Bildfläche verschwinden läßt? Wie soll ich an einen gütigen Schöpfer glauben, der tag täglich unsagbares Leid der gequälten Kreatur, der Fressen und Gefressen werden zulässt. Das sind Fakten, euer Gnaden! Und außerdem…”, … Darwin zittert
Gott Vater: “Ja, was noch, Charles…”?
Charles Darwin: “Euer Gnaden, wenn ihr, wie ihr behauptet, ein gütiger und allmächtiger Gott seid, warum habt ihr dann meine geliebte Tochter, die fröhliche, begabte und unschuldige Annie im Alter von10 Jahren sterben lassen?
(Bild Annie)
Warum habt ihr mich und meine Frau Emma, die noch dazu schwanger war, monatelang um ihr Leben kämpfen lassen, nur um sie nach einem ständigen Wechselbad von Hoffnung und Verzweiflung kurz nach ihrem 10. Geburtstag doch sterben zu lassen? Ja, ich habe es selbst erlebt, den Kampf ums Dasein und den survival of the fittest, warum also ließet ihr meine unschuldige Tochter Annie sterben, wenn ihr ein gütiger vorausschauender Gott seid”?
Gott Vater ist sichtlich betroffen. Er räuspert sich.
Gott Vater: “Charles, ich verstehe Deinen Schmerz! Du wirst Annie wiedersehen, auch wenn Du nicht an ein Leben nach dem Tod geglaubt hast. Du hast auf Erden deine Forschungen mit den Finken begonnen und schließlich den Himmel den Spatzen überlassen. Deine gläubige Frau Emma hat mir über deinen Unglauben in dieser Hinsicht immer wieder unter Tränen berichtet – und, sie hat immer auch für dich gebetet”.
Charles Darwin, gerührt: “Ja, meine gute, gute Frau…, ist sie hier?”.

Teil II
Gott Vater: “Später. Mein lieber Charles. Wir müssen jetzt auf einen heiklen Punkt zu sprechen kommen. Du hast die Vorsehung eines gütigen Gottes durch einen Kampfplatz um das Überleben der Besten ersetzt. Du hast mir keinen Raum mehr gelassen in meiner Schöpfung. Und Leute, die eine wissenschaftliche Theorie mit der Wirklichkeit verwechseln und in Weltanschauung verwandeln, haben sich von deiner Theorie wichtige Anregungen geholt. Ich denke nur an Friedrich Nietzsche,
(Nietzsche Bild)
der immerhin meinen Tod verkündet hat, ich denke an Ernst Haeckel,
(Haeckel Bild)
aber auch Karl Marx,
(Marx Bild)
Herbert Specer.
(Spencer Bild)
Du warst zunächst gläubiger Unitarier, dann immerhin noch Deist, schließlich Agnostiker. Aber diese Herren waren unter Berufung auf dein Werk militante Atheisten und haben Millionen von Menschen verführt. Was sagst du dazu?”.
Charles Darwin: “Ich kann nichts dafür, wenn andere Leute in mein Werk mehr hineinlesen als drin steht. Ich bin Naturforscher und über Gott, den christlichen Gott, habe ich mich, zumindest öffentlich, immer nur sehr vorsichtig geäußert. Es lag mir fern, irgendjemanden von seinem Glauben abzubringen. Selbst als ich nach dem Tod meiner Tochter Annie den Glauben an dich verloren hatte, habe ich meine Familie immer noch bis zum Gottesdienst begleitet, die Kirche selbst allerdings nicht mehr betreten”.
Gott Vater: “Ich möchte deine honorigen Motive nicht in Zweifel ziehen, mein lieber Charles, aber die Sache ist mit dem Atheismus noch nicht zu Ende. Denn wenn die Schöpfung und die Zukunft dem Planen und Handeln eines gütigen Gottes entwunden ist, dann liegt der Gedanke nahe, die Entwicklung der Evolution selbst in die Hand zu nehmen, also die natürliche Zuchtwahl durch künstliche Zuchtwahl zu ersetzen”.
Charles Darwin: “Sicher, die Menschen haben schon seit vielen Tausenden von Jahren an Pflanze und Tier Züchtungen vonrgenommen”.
Gott Vater: “Charles, du weichst aus. Du weisst genau, was ich meine”.
Charles Darwin wird rot: “Ach so, ja, mein Vetter Francis Galton und mein Sohn Leonhard Darwin haben in diese Richtung gedacht”.
Gott Vater: “Wir wollen präzise sein, Charles – hier wird alles offengelgt - , ich meine mit der künstlichen Zuchtwahl die Züchtung von Menschen, die Eugenik!”
Charles Darwin schweigt.
Gott Vater: “Du schweigst? Mit Recht! In Deutschland hat dein guter Freund Ernst Haeckel
(Haeckel Bild)
vorgeschlagen, behinderte Kinder sofort nach der Geburt zu töten, das würde die Evolution der Gesellschaft beschleunigen. Er hat weiterhin vorgeschlagen, dass man Menschen mit Lepra, Krebst und Geisteskrankheiten schmerzlos töten sollte!
Auch dein Vetter Francis Galton und dein Sohn Leonhard haben nicht nur in die Richtung der Eugenik gedacht, sondern auch Versuche unternommen, die Eugenik praktisch umzusetzen. Aufbauend auf ihre Vorarbeiten wurden später in Amerika rassistische Theorien über die Minderwertigkeit der schwarzen Rasse aufgestellt, ebenso über die Minderwertigkeit der Armen, übrigens in Fortführung der pseudotheologischen Gedanken deines Bewunderers Reverend Josia Strong. Man hat in Amerika gefordert, Arme und Schwarze zu sterilisieren – auch unter Zwang. Fünf amerikanische Präsidneten waren Befürworter der Eugenik,
(Bild von Roosevelt, Taft, Wilson, Coolidge, Hoover)
Teddy Roosevelt, William Taft, Woodrow Wilson, Calvin Coolidge und Herbert Hoover. Und was wurde mir von Teddy Roosevelt berichtet? Er schrieb: “It is obvious that if in the future racial qualities are to be improved, the improving must be wrought mainly by favoring the fertility [org.:fecundity] of the worthy types. … At present we do just the reverse. There is no check to the fertility of those who are subnormal”. 1928 schlug der Kommissionsvorsitzende der American Genetic Association Harry Laughin vor,
(Bild Laughin)
die 10% der “inferior” Teile der amerikanischen Gesellschaft zu sterilisieren, um sie so auszumerzen (“eradicate”). Die großen amerikanischen Stiftungen, die Rockefeller Foundation und die Carnegie Foundation, haben eugenische Programme unterstützt, 1928 z.B. mit $325.000 mit einer grant zur Errichtung des neuen Gebäudes des Kaiser Wilhelm Institutes für Anthropologie, Eugenik und Genetik, auch als diese Forschungen unter der Regie der Nazis standen, floss der Geldstrom aus Amerika”.
Charles Darwin, entrüstet: “Das ist unfair, euer Gnaden, ich bin nie ein Rassist gewesen und habe dergleichen Dinge weder gedacht, noch gefordert. Im Gegenteil, in meiner Familie wurde aktiv gegen den Rassismus und gegen die Sklaverei gekämpft, das kann ich beweisen, hier schau auf diese Plakette”.
Zeigt die Plakette mit einem in Ketten gelegten schwarzen Sklaven mit der Aufschrift: “Am I not a man and a brother”
Charles Darwin: “Und außerdem, ich habe meine Hausangestellten aus den unteren Schichten immer sehr menschlich behandelt, ihnen ein viel besseres Auskommen gewährt als viele meiner Bekannten aus der gentry. Selbst die Tiere hatten es bei mir gut, ich habe nie jemandem auch nur ein Haar gekrümmt”.

Teil III
Gott Vater: “Charles, ich weiß, du hast ein gutes Herz, dein Verhalten ist untadelig, dein Verstand aber hat dir gesagt, dass du die Grausamkeiten in der Natur nicht ignorieren darfst, auch sie muessen theoretisch integriert werden. Das hast du mit der Theorie von dem “survival of the fittest” versucht. Aber irgendetwas ist schiefgelaufen in der angemessenen theologischen Rezeption deiner Ideen”.
Charles Darwin: “Euer Gnaden, ich hatte die Theologie auch nicht ohne Grund aufgegeben, nach dem ich eine bessere Erklärung der Entstehung der Arten gefunden hatte als mein theologischer Lehrer William Paley mit seiner natural theology. Die Reaktionen der Kirche und ihrer Theologen auf meine Theorie tat dann ein Übriges, um mich ganz von der Theologie zu verabschieden”.
Gott Vater: “Charles, ich verstehe dich. Ich verrate dir jetzt ein Geheimnis. Ich sage dir: Ich bin deiner Evolutionstheorie gar nicht so abgeneigt”.
Charles Darwin: “Euer Gnaden! Ach, das hätte ich nicht gedacht, wie kommst du dazu”?
Gott Vater: “Nun, es hängt letztlich mit meinem trinitarischen Wesen zusammen”
Charles Darwin: “Euer Gnaden, ich war einmal Unitarier, wir hatten so unsere Schwierigkeiten mit der Trintät, aber sage mir, was hat Deine Heilige Trinität, die ich ja jetzt sehe, mit der Evolution zu tun. Das geht mir zu schnell”.
Gott Vater: “Ich weiss, auch die Evolution von Ideen braucht ihre Zeit. Ich möchte jetzt nicht in die Details gehen, um die Evolution mit meinem trinitarischen Wesen, genauer gesagt mit den opera ad extra, zu verknüpfen. Erst einmal müssen die Fehlentwicklungen korrigiert werden. Aber meine Theologen auf Erden machen in der Auseinandersetzung mit deinem Werk auch erst langsame Fortschritte. Gerade jetzt findet in der Evangelischen Akademie Arnoldsain eine Tagung zu diesem Thema statt”.
Charles Darwin: “Ach wie schön, das freut mich”.
Gott Vater: “Also was ist schiefgelaufen? Nun, ich denke, meine katholischen Diener haben zu lange an ihrer aristotelisch inspirierten Substanzontologie in ihrem Neothomismus festgehalten. Das hat sie intellektuell gehindert, das Werden der Schöpfung theologisch angemessen auszusagen”.
Charles Darwin: “Ich wußte gar nicht, dass das Werden, also die Evolution, in der Theologie eine Rolle spielt, zu meiner Zeit wurde Gott immer in einem Atemzug mit irgendwelchen festgefügten ewigen Ordnungen in Verbindungen gebracht ”.
Gott Vater, lächelt: “Auch Theologen sind Kinder ihrer Zeit, Charles. Aber in der Zwischenzeit hat man von der Verurteilung des Lehramtes Abstand genommen. Mein Diener Pius XII hat in seiner Enzyklika Humani Generis von 1950 den “Evolutionismus” als “Ernst zu nehmende Hypothese” bezeichnet. Und mein Diener Johannes Paul II hat 1992 gesagt: “Heute, beinahe ein halbes Jahrhundert nach dem Erscheinen der Enzyklika, geben neue Erkenntnisse dazu Anlass, in der Evolutionstheorie mehr al seine Hypothese zu sehen”. Ja, lieber Charles, mache Theologen übertragen den Evolutionsgedanke sogar auf mich selbst und sagen heute sogar: ‘Gottes Sein ist im Werden’.”
Gott Vater: “Aber auch der Kreationismus, wie er vor allem in einigen protestantischen Lagern vertreten wird, ist natürlich Unsinn. Gerade die Protestanten, die doch die Bibel verstehen wollen, haben sie hier in ihrer pseudorationalistischen Schriftauslegung gründlich missverstanden. Ich sehe mit großem Scherz, dass in Italien gerade die Evoltionslehre aus dem Unterricht der öffentlichen Schulen verbannt werden soll, so wie schon mal in Kansas, in den USA. Das verlangt noch nicht einmal mein Diener, der Papst”.
Charles Darwin: “Jetzt hast du mich aber neugierig gemacht. Du und dein Wirken sind doch ganz anders als ich mir das damals gedacht habe. Hat es denn auch einmal einen Versuch von Theologen gegeben, die Evolution positiv zu sehen?”
Gott Vater: “Sicher, mein Diener Teilhard de Chardin hat die Evolution insgesamt als ein göttliches Unternehmen interpretiert, und sogar meinen Sohn als Punkt Omega, als den Zielpunkt einer universellen, kosmischen Liebe eingebaut. Er ist weit über dich hinausgegangen, mein lieber Charles”.
Charles Darwin: “Das ginge aber sogar mir zu weit. Ich wollte nur die Evolution der Arten erklären. Die Evolution als göttliches Unternehmen zu sehen, ja, Gottes Wirken mit der Evolution gleichzusetzen, das scheint mir doch eine ziemlich vorschnelle gedankenlose Vereinnahmung meiner Theorie durch Theologen zu sein. Aber das ist man ja von denen gewohnt”.
Gott Vater: “Sei nicht so streng Charles”.
Charles Darwin: “Ich bitte um Vergebung, Euer Gnaden. Aber Deine für mich unerwartete positive Einstellung zur Evolution ermutigt mich, nun auch meinerseits Euch ein Geheimnis zu verraten”.
Gott Vater: “Nämlich”?
Charles Darwin: “Nun, euer Gnaden, ich habe im Purgatorium, wohin ihr mich ja verwiesen habt, meine Zeit genutzt, um mich mit einigen meiner Zimmergenossen zu unterhalten. Es waren sehr interessante Leute darunter, auch religiöse, z.B. Schamanen, Anbeter von Muttergottheiten, von solaren Gottheiten etc.”
Gott Vater: “Und”?
Charles Darwin: “Sie haben mir von ihren Religionen erzählt. Und ich habe dabei entdeckt, dass ihre Religionen sehr gut in meine Theorie der Mutation und Selektion und Anpassung zusammenstimmen, ja dass sie sogar einen Überlebensvorteil bieten, kurz gesagt, auch die Religionen unterliegen der Evolution”
Gott Vater: “Bravo, ich sehe, du hast deine Zeit im Purgatorium genutzt, das ist ja auch der Sinn der Sache. Aber nun erkläre mir das genauer, fasse dich aber kurz, wir haben nicht mehr viel Zeit”.
Charles Darwin: “Euer Ehren, es ist eigentlich ganz einfach. Der Schamane kam aus der Gegen von Altamira und Lascaux. Er hatte dort in den Höhlen mit ihren wundervollen Malereien von wilden Tieren, die sie als göttlich verehrten,
(Bild Lascaux)
sein priesterliches Leben mit Jagdzauber zugebracht. Biologisch gesehen handelt es sich dabei um eine Probehandlung, die natürlich den zu jagenden Tieren angepaßt ist, und außerdem auf diese Weise einen Überlebensvorteil bietet. Schamanismus macht unter dem Gesichtspunkt der Angepaßtheit natürlich nur in einer Jäger und Sammlerkultur einen Sinn. Daher ist sie auch in den nachfolgenden Religionen wieder verschwunden”.
Gott Vater: “Nicht ganz Charles, heute sitzen in den Industriegesellschaften die Manager als Freizeitschamanen in den Schwitzhütten, aber ok, in der Evolution gibt es ja auch Atavismen, weiter”.
Charles Darwin: “In den nachfolgenden Ackerbaugesellschaften verliert der Schamane seinen Sinn, die Erde und die Jahreszeiten werden nun religiös wichtig. Daher entstehen Muttergottheiten, ja, der Kult der großen Mutter,
(Bild: Kybele, Ianna, Artemis, etc…)
der magna mater. Man kann ihre Existenz in allen Ackerbaugesellschaften nachweisen. Sie sind unter dem Namen Ianna, Artemis, Diana, Kybele etc. bekannt, aber machen natürlich nur in einer Ackerbaugesellschaft einen Sinn, sind dort angepasst”.
Gott Vater: “Nun ja, Blut und Boden, heilige Mutterschaft sind mir auch später noch begegnet, aber lassen wir das, weiter”.
Charles Darwin: “Ich komme zum letzten Punkt. In dem Maße, in dem die Stadtkultur entsteht, entstehen als Konkurrenz zu den Muttergottheiten der Ackerbaugesellschaften die solaren Gottheiten der hierokratischen Stadtstaate, z.B. in Babylon. Ich kann zeigen, dass in Mesopotamien der solare Gott Marduk
(Bild Marduk, Horus)
sich gegen die Muttergottheit Tiamat durchsetzt, in Ägypten der Gott Horus, schließlich als Sonnengott Amon Re, ja, sogar bei den Atzteken kennen wir den Sonnengott Quetzacoatl. Kurz gesagt: Der Sonnengott repräsentiert das männlich-rationale Prinzip, das für die Organisation höherer sozialer Gebilde notwendig ist. Und der Gipfel dieser religiösen Entwicklung ist Aegypten… . Einer meiner Zimmergenossen im Purgatorium ist ein ehemaliger Pharao. Er hat mir erzählt, dass er einst als Gott angebetet wurde und so die Stabilität des Staates garantierte. Ohne Religion, dass kann ich heute sagen, wäre die Anpassung an die jeweiligen Lebensumstände nicht gelungen”.
Charles Darwin sieht Gott erwartungsvoll an.
Gott Vater, nach langem Schweigen und Nachdenken: “Ich sehe Charles, du stellst die Religion ganz in den Dienst des ‘survival of the fittest’. Du befragst sie nach ihrem Überlebensvorteil”.
Charles Darwin: “Aber sicher, das ist doch der Sinn der Evolution”.
Gott Vater: “Lieber Charles, unsere Zeit ist leider abgelaufen, wir müssen jetzt Schluss machen. Unsere Diskussion hat neue Einsichten gebracht und neue Fragen aufgeworfen und ich sehe, du hast in deinem Purgatorium dazugelernt. Trotzdem werde ich dich noch einmal ins Purgatorium zurückschicken, dir aber drei Fragen für unser nächstes Teffen mit auf den Weg geben”.
Charles Darwin: “Ich bin gespannt, Euer Gnaden”
Gott Vater: “Erste Frage: Wenn Religion, wie Du meinst, lieber Charles, einen Überlebensvorteil bietet, was ist dann mit den Opfern dieses Überlebensvorteils. Ich kann noch präziser sein: Frage einmal deinen Zimmergenossen, den Pharao, ob er auch ‘das Schreien des Volkes der Hebräer in Ägyptenland gehört hat, (leise hinzufügend) so wie ich”.
Gott Vater: “Zweite Frage: Wie kannst du in deinem Evolutionssystem unterbringen, dass ich mich, obzwar sehr selten, Menschen offenbare, z.B. meinem Diener Mose, als ich ihm die 10 Gebote gegeben habe, von denen das erste zumindest keinen unmittelbaren Überlebensvorteil bietet”
Gott Vater: “Dritte Frage: Was ist mit den Menschen, die durch ihre religiösen Überzeugungen, ihre Unangepaßtheit, Nachteile in Kauf nehmen mußten. Ich denke an meine Propheten, die man verfolgt hat, ich denke an die Märtyrer der Kirche, ich denke an Martin Luther King, der erschossen wurde, ich denke an Dietrich Bonhoeffer, der am Fleischerhaken endete, und schließlich auch an meinen Sohn”, (Wendet sich zur Rechten).
Gott Vater: “So Charles, denke über diese Fragen bis zu unserer nächsten Zusammenkunft einmal nach, vielleicht ist der Mensch ja doch etwas mehr als eine Überlebensmaschine und hier nimm dir zum Studium das Alte Testament mit, mit dem hattest du ja auf Erden so deine Schwierigkeiten”.
Gott Vater wendet sich zur Rechten an Christus und sagt ihm: “Mein Sohn, ließ Charles doch noch mal die wichtigsten Teile aus der heutigen Losung, Psalm 8 vor”.
Christus: “Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst. Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt”.
Gott Vater: “So sei es, danke mein Sohn. Auf Wiedersehen Charles, wir sehen uns wieder; der nächste bitte”.
Charles Darwin: “Gott befohlen, euer Gnaden”
Charles Darwin geht. Unterwegs trifft er einen freundlichen älteren Herrn. Er reicht ihm die Hand und stellt sich vor. “Gestatten, Charles Darwin, Naturforscher, Erfinder der Evolution”. Der freundliche ältere Herr nimmt Haltung an und erwidert: “Angenehm, Dr. Josef Mengele, Arzt, Erfinder der Selektion”.
Darwin erschaudert und geht zurück ins Prugatorium
Amen.

Quelle: Predigtpreis 2005 Verlag der Deutschen Wirtschaft AG

Dr. habil. Wolfgang Achter
geb. 1957.
1979-1984 Studium der Evangelischen Theologie in Mainz, Göttingen und Heidelberg.
Während seines Studiums sammelte Dr. Wolfgang Achtner erste Gemeindeerfahrungen in einer reformierten Gemeinde in Amerika. Deren Lebendigkeit beeindruckte ihn sehr, er bezeichnet sich heute als „Amerikafan“ und verlebte ein Sabattical in Princeton.
Im Anschluss an sein Theologiestudium absolvierte er das Vikariat in Oberursel, das Spezialvikariat an der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg (FEST) und das Pfarrviakariat in Darmstadt. Während dieser Zeit schrieb er seine Promotion zum Thema „Dialog Theologie - Naturwissenschaft“ (1999/2000). Des Weiteren studierte er Mathematik an der Fernuniversität Hagen.
Sein wissenschaftliches Interesse gilt besonders dem Verhältnis von Theologie und Naturwissenschaften. So gründete der verschiedene Arbeitskreise zum Thema „Literatur – Naturwissenschaft“. Forschungsschwerpunkt ist die Geschichte des Konzeptes „Naturgesetz“ in Naturwissenschaft, Philosophie und Theologie. Seit 2000 Hochschulpfarrer an der Justus-Liebig-Universität Gießen; Direktor des „Transscientia Instituts für interdisziplinäre Wissenschaftsentwicklung, Philosophie und Religion“ (www.transscientia.de).

Quelle der Angaben zur Person (bearb.): Homepage Predigtpreis des Verlags der deutschen Wirtschaft AG


Dr. habil. Wolfgang Achtner, Giessen

Die Predigt in einer überarbeiteten Fassung vom 18. Juni 2006 als PDF

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