Termine
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps
Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.
Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik
WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.
Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.
Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.
Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.
Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.
''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück
''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012
''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.
Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.
35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.
Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.
Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012
Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)
Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion
Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.
Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)
Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden
Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.
Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.
Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.
''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf
Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)
''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012
Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
'Es ist eine seltsamer Aufbruch, den Israel da nimmt. Gott führt sein Volk in die Freiheit, aber nicht auf dem kürzesten Weg - und die Bibel sagt das so ganz frei heraus: Es wäre kürzer gegangen.' Eine Predigt zum Jahreswechsel von Jochen Denker in Ronsdorf.
Das Ende eines Jahres lässt uns oft mit mehr Fragen als Antworten zurück. Manch einer sucht weiter nach einem Sinn in alle dem, was einem geschieht und geschehen ist, andere geben die Suche auf, weil sie der Überzeugung sind, dass es da keinen Sinn gibt. Und wahrscheinlich gehören wir mal zu den einen, mal zu den anderen.
Heute Abend, an der Schwelle zu einem neuen Jahr, wollen wir auf einen Bibeltext hören, der auch eine Schwellensituation beschreibt.
Der Text ist Teil der Geschichte vom Auszug Israels aus Ägypten.
Ich lese 2.Mose 13,17-22
1. Zunächst: Es ist ein Aufbruch mit Umwegen
Es ist eine seltsamer Aufbruch, den Israel da nimmt. Gott führt sein Volk in die Freiheit, aber nicht auf dem kürzesten Weg - und die Bibel sagt das so ganz frei heraus: Es wäre kürzer gegangen.
Wenn wir vor Neuem stehen, vor Entscheidungen, die Grundlegendes verändern, dann sind wir oft vorsichtig. Lieber in alten Schuhen nasse und kalte Füße kriegen, als neue zu kaufen, von denen ich nicht weiß, ob sie genauso bequem sind. Alles Neue hat oft die Last der Unsicherheit zu tragen. Es fehlen Erfahrungen. Lieber, bei allen Defiziten die man kennt, das Alte behalten! "Da weiß man, was man hat! Guten Abend" - das ist ja nicht nur ein Werbespruch gewesen, das spiegelt ja auch eine Mentalität wider.
Es scheint in der menschlichen Natur zu liegen, die gesicherte Unfreiheit der ungesicherten Freiheit vorzuziehen. Vor der Wahl Sicherheit oder Freiheit, wählen wir oft die Sicherheit. Israel war dafür in der Zeit der Wüstenwanderung immer anfällig. Zurück zu den Fleischtöpfen Ägyptens, immer dann, wenn's eng wird, wenn das Neue nicht wie von selbst und problemlos kommt.
Gott kennt diesen Zug an Israel und an uns kennt er ihn auch. Diesen Zug, der jeden Auszug erschwert.
Aber darüber wird in unserem Text seltsamerweise nicht geklagt. Es heißt lapidar: "Gott dachte, wenn Schwierigkeiten auf dem direkten Weg zu sehen sind, dann laß ich das Volk eben einen Umweg gehen."
Ein Umweg muss nicht immer das Schlechteste sein. Oft brauchen wir Zeit um das Alte wirklich als alt zu erkennen und uns davon zu verabschieden. Oft brauchen wir Zeit uns auf das Neue einzulassen. Ein Umweg ist da manches Mal hilfreich, weil er Zeit bringt, ohne Zeitverschwendung zu sein. Wir sind auf dem Weg, wir sind in Bewegung, das ist schon etwas. Es tut sich was. Sicher könnte es schneller und zielorientierter gehen, aber ob es dadurch besser wäre? Ob ein Weg durch die Wüste nicht auch etwas für sich hat - nicht weil er so wahnsinnig schön ist, sondern weil er auf das Wesentliche konzentrieren lässt. Auf das nackte Überleben, darauf, dass wir erkennen, wir sehr wir in den elementarsten Dingen abhängige Menschen sind, oder darauf, dass Reduktion nicht gleichbedeutend mit Verlust sein muss.
So zieht Israel aus, tritt über die Schwelle und lässt die gesicherte Unfreiheit hinter sich, um die ungesicherte Freiheit zu gewinnen.
Tun wir es ihm gleich, in unseren Familien, in unserer Gemeinde und in unserem Land. Treten wir aus dem alten Jahr hinaus ins neue und wenn es Umwege zu gehen heißt, nutzen wir die Zeit als Chance, zur Besinnung auf das Wesentliche zu kommen.
Der Beginn des Auszugs aus Ägypten birgt noch einen weiteren Hinweis, der uns an der Schwelle zum neuen Jahr nachdenken lässt:
2. Es ist ein Aufbruch mit der Hoffnung der Alten.
Ich habe es dieses Jahr oft gehört und oft selber gesagt: "Gut, wenn dieses Jahr um ist". So ein Einschnitt wie ein Jahreswechsel scheint ja wie die erste Seite in einem neuen Buch. Klappen wir das Alte zu. Das hat viel für sich und wenn es Hoffnung weckt und neuen Mut gibt, dann sollten wir das auch getrost mal wagen: Das Alte vergessen und neu anfangen.
Aber so schlicht geht's dann eben doch auch wieder nicht. Wir sind keine Schlangen, die sich einfach häuten und das alte, zu eng gewordene Kleid zurücklassen. Wenn was Neues kommt, dann nehmen wir viel Altes mit, weil wir uns selber mitnehmen müssen - und hoffentlich mitnehmen wollen, damit wir nicht noch kränker werden, als wir oft schon sind.
Die Geschichte vom Auszug der Israeliten hat eine kleine Nebenbemerkung bei sich, die stutzig macht:
"Und Mose nahm mit sich die Gebeine Josefs."
Wir nehmen nicht nur uns selbst mit über die Schwelle eines Jahres, so wie Mose nicht nur die Israeliten aus Ägypten führt, sondern etwas anderes mitnimmt: die Gebeine Josefs. Viele, viele Jahre vorher hatte Josef seinen Nachkommen einen Eid abgenommen: "Wenn Gott uns wieder in das Land unserer Väter zurückführen wird, dann vergesst mich nicht. Nehmt meine Gebeine, nehmt mich mit in diese Land und gebt mir die letzte Ruhestätte bei meinen Vätern."
Mose erinnert sich daran und nochmals viele viele Jahre später werden die sterblichen Überreste Josephs in seiner Familiengruft bei Sichem beigesetzt, wie uns das Josuabuch ganz am Ende erzählt.
Mose nimmt Geschichte mit. Lasst es mich einmal etwas kompliziert ausdrücken. Es gibt "erinnerte Zukunft". Josefs Gebeine stehen für ein Stück erinnerte Zukunft. Was uns nach vorne weist und Wege eröffnet, liegt nicht immer in unbekanntem Niemandsland, es liegt oft in der Vergangenheit. Es gibt Zukunft in der Vergangenheit, an die man erinnert und die man mitnehmen soll, wenn man aufbricht. Josef steht für die Zukunft. Er erinnert an die Verheißung Gottes: "Gott wird sich gewiss euer annehmen", hat er gesagt. Eine unerfüllte Hoffnung bleibt zu erinnernde Zukunft.
Seht, unser Leben ist voll von unerfüllter Hoffnung, sogar von unerfüllter begründeter Hoffnung. Es ist ja nicht alles, was wir hoffen begründet, manches ist auch Wunschdenken und würde es alles eintreten, was wir uns wünschen, wer weiß, ob es wirklich gut wäre. Aber es gibt eben die begründete Hoffnung, die noch nicht eingetreten ist. Das Ausbleiben ihrer Erfüllung ist uns im vergangenen Jahr vielleicht schmerzlich gewesen.
Da haben wir auf ein tröstendes Wort gewartet, zu Recht gewartet, weil es uns doch sooft vollmundig versprochen worden ist: "Wenn Du mal jemanden brauchst, dann werde ich da sein." Aber als es dann soweit war..... Nichts. Schweigen.
Da haben wir darauf gehofft, begründet gehofft, dass doch irgendwann einmal die Schmerzgrenze für Nackenschläge erreicht sein müsste. Aber irgendwie gab's immer noch einen drauf. Kaum hatte man sich von dem einen so einigermaßen erholt, stand wieder auf, da kam das nächste und legte uns wieder flach.
Auch von Gott haben wir in diesem Jahr sicher Dinge erwartet und erhofft, begründet erwartet und erhofft, die nicht eintraten. Gesundheit vielleicht, die eigene oder die eines uns wichtigen Menschen. Frieden vielleicht - wie oft beten wir in unseren Gottesdiensten dafür und doch bleibt er aus. Er naht manchmal - wie bis vor wenigen Tagen wieder im Nahen Osten - und doch ist er in unserer Welt wie ein scheues Reh. Ja, auch von den Verheißungen Gottes blieb vieles, wenn nicht das meiste, unerfüllt.
Nehmen wir sie mit, diese Gebeine Josefs, wenn ich sie mal so nennen darf. Nehmen wir sie mit in das neue Jahr, die "erinnerte Zukunft". Lange, manchmal unmenschlich lange muß man warten. Josef hat's nicht einmal mehr erlebt, aber die Hoffnung hat er vererbt. An Kinder und Kindeskinder. Nicht alles, was uns verheißen ist, ist uns so verheißen, daß wir es sehen und doch ist es nicht weniger begründet. Darum erinnert die Zukunft der Vergangenheit! Laßt sie nicht zurück! Streift sie nicht ab wie eine zu eng gewordene Haut! Wir würde etwas verlieren, was wir dringend brauchen für den Aufbruch in ein neues Jahr. Wenn wir die Hoffnung, auch die unerfüllte, nicht mitnehmen ins Jahr 2001, sondern sie zurücklassen in 2000, dann ist sie bis auf weiteres verloren - für uns und unsere Kinder.
Hören wir auf, die Zukunft der Vergangenheit zu erinnern, dann werden wir vielleicht noch weniger sehen, was uns bei unserem Aufbruch begleitet.
Wir brechen nicht allein auf. Das soll für heute das Dritte und Letzte sein, was wir an der Schwelle zum neuen Jahr vom Auszug Israels vor Augen bekommen:
3. Es ist ein Aufbruch in Begleitung
Wolkensäule und Feuerschein begleiten das Volk.
In einem trockenen, heißen Land hat die Wolkensäule einen anderen Ruf als bei uns. Da verheißt sie nicht schon wieder Regen, sondern sie spendet Schatten und gibt Wasser. Sie verheißt Leben. Wolken verheißen Gutes.
Und die Feuersäule in der Nacht: so gefährlich das Feuer ist - und wie viele werden sich in dieser Nacht wieder an ihm verletzen? - die Feuersäule steht für Energie und Wärme, für Licht im Dunkel und für Lebendigkeit.
Der lebendige Gott zieht mit seinem Volk. Tags in der Wolkensäule und des Nachts in einer Feuersäule. Jede Zeit soll eine Zeit des Wanderns sein. Nichts soll auf dem Weg in die Freiheit hindern, vorwärts zu gehen.
Wolkensäule und Feuerschein begleiten das Volk als Zeichen dafür, dass sein Gott mitzieht. Mal steht die Wolke vor dem Volk und zeigt den Weg, mal hebt sie sich und beschließt den Zug des Volkes, um es zu schützen vor den Verfolgern, wie uns im nächsten Kapitel beim Durchzug durchs Rote Meer erzählt wird. Die Gegenwart Gottes ist dabei mal weisend, mal schützend.
Seht, das wünsche ich uns allen, wenn wir in wenigen Stunden in ein neues Jahr aufbrechen - dass wir dies in Begleitung tun.
Wir werden wahrscheinlich nicht Wolkensäule und Feuerschein vor uns haben - was da in wenigen Stunden gen Himmel lodert und qualmt, darf uns allerdings kurz noch mal an Wolkensäule und Feuerschein erinnern. Wir werden im kommenden Jahr vielleicht ohne beeindruckende und unwidersprechliche Zeichen der Gegenwart Gottes unseren Weg gehen. Wir haben andere Zeichen seiner Nähe bei uns. Vielleicht nicht so spektakuläre, aber nicht weniger ernsthaft und verbindlich von seiner Seite.
Die Taufe, als Zeichen und Versprechen, dass Gott ein Menschenleben begleitet.
Das Abendmahl, als Zeichen, dass er uns das Nötige für den Weg immer wieder geben will.
Und gerade wenn wir vom Bild der Wolkensäule herkommen, erinnern wir uns an noch ein Zeichen: Im Hebräerbrief heißt es, nachdem über ein Kapitel hinweg die Namen und Geschichte von Glaubensvorbilder genannt wurde: "Weil wir ein solche Wolke von Zeugen um uns haben, laßt uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns aufgetragen ist."
Eine Wolke von Zeugen ist um uns, hier in Ronsdorf und weltweit als Zeichen, daß Gott in der Welt ist. Menschen, die uns erinnern an Gottes Worte und Taten, die auch mal für uns glauben, wenn unser Glaube wankt.
Wir gehen in Begleitung in das neue Jahr, weil wir es als Glieder der Gemeinde Jesu Christi tun. Wir nehmen uns und die begründeten Hoffnungen unserer Väter und Mütter mit in das Jahr 2001 und wollen alle Wege - und seien es Umwege - in dem Vertrauen gehen, daß uns gute Mächte wunderbar bergen und wir getrost erwarten dürfen, was kommen mag.
Amen.
Jochen Denker, Pfarrer in Wuppertal-Ronsdorf


