Termine

Reformationsdekade 2012: Reformation und Musik
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps


Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.

Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik


Portrait über Kathrin Oxen
NDR-Info am Sonntag, dem 5. Februar um 6.05 Uhr und um 17.05 Uhr
''Verstecken ist unmöglich. Pastorin Kathrin Oxen – mehr als ein Predigttalent''

''Schuften bis zum Umfallen''
Richterinnen aus Kamerun im Einsatz für Frauenrechte

8. Februar 2012, 15 Uhr: Filmnachmittag im Gemeindehaus der Kilianskirche, Am Kirchplatz in Schötmar

WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.

Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.

''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück


''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012

''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein ­lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.

Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012


Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)

Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion

Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.

Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)

Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden

Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.

Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.

Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.

''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf

Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)


''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012

Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.

6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012


Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.

Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz


GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.

Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf

Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.


Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant


''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentags­präsidium in Erfurt beschlossen.

450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013


Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn


Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.



Psalm 127, 4; Psalm 68, 26; Psalm 126, 3

Wie Pfeile in der Hand

"Ein Pfeil kann seine Energie auf sein Ziel hin bündeln und treffen."

Ein Pfeil will fliegen, ist dafür da zu fliegen, aber er muss eine Richtung haben, sonst geht sein Schuss ins Leere. Eine Ansprache zu Taufe und Konfirmation.

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Eltern, Paten, Verwandte und Freunde, liebe Gemeinde!

Ich möchte Euch heute so viel sagen und habe mir dazu vorgenommen, Euch alle jeweils direkt anzusprechen: Die Jungen, die Mädchen und Sie, die Eltern, Paten, Verwandten auch!

Ich will das deshalb tun, weil in Eurer Gruppe der Unterschied zwischen Mädchen und Jungen so deutlich zu spüren war. Da haben wir viel „Spaß“ mit gehabt, sage ich mit leichtem Unterton... Ihr habt es trotzdem immer wieder geschafft, zu einer Gruppe zu werden. Das ist ein kleines Wunder!

Den coolsten und klügsten Spruch von Euch Jungs hat einer von Euch hier in der Kirche gebracht, als es in einer Unterrichtsphase, nun ja: sehr lebendig zuging: „Hej, Michi, wir sind Jungs, wir müssen so sein - wir meinen’s nicht böse, wir pubertieren nur!“

Ja, Jungs, so ist das und so seid Ihr! Psalm 127, Vers 4Und ich sage Euch daraufhin ein Bibelwort aus den Psalmen - :

Wie Pfeile in der Hand eines Starken, so sind die Söhne der Jugendzeit.

Pfeile in der Hand als Bild für Euch Jungen, die es nicht böse meinen - ich finde das toll, auch wenn man dieses Bild natürlich vor jedem Waffencharakter schützen muss.

Pfeile in der Hand – da erkenne ich vor allem die Energie wieder, die in Euch einfach da ist und die sich anders gebärdet als die Energie, die die Mädchen haben. Jungen sind auf ganz eigene Weise raumgreifend. Sie füllen spielend, ohne es böse zu meinen, die größten Räume mit Schall und mit Bewegung, mit Kissen und liegengelassen Arbeitsmaterialien.

Ein Pfeil ist elegant; er ist für den Flug konstruiert. Dass in Euch eleganten Formen stecken, eine Möglichkeit zu eleganter, schneller Bewegung, ahnt man manchmal nicht in diesen Hosen, die bis zu den Kniekehlen reichen. Aber selbst mit solchen Hosen kriegen manche von Euch ganz unglaubliche Sachen zustande.

Ein Pfeil kann fliegen. Er kann die Energie, die er über die gespannte Bogensehne mitbekommt, nutzen und einen geraden Flug hinlegen. Er kann seine Energie auf sein Ziel hin bündeln und treffen. Auch das ist in Euch angelegt! Und dass wir genau das können, konzentriert auf ein Ziel hin handeln, ohne uns groß ablenken zu lassen, das sagt man uns Jungen, uns Männern nach. Das bewundern die Frauen und Mädchen an uns, weil wir dabei oft Erstaunliches fertig kriegen, und das nervt sie auch, weil die meisten von uns nicht kochen und gleichzeitig abwaschen können!

Ein Pfeil will fliegen, ist dafür da zu fliegen, aber er muss eine Richtung haben, sonst geht sein Schuss ins Leere. Euch ein wenig Richtung für den Pfeilflug des Lebens mitzugeben, das haben auch Rotraud und ich versucht. Heutzutage die Richtung fürs Leben zu finden, ist für einen Jungen so schwer wie nie zuvor, weil es keine eindeutigen Rollenvorbilder mehr gibt, so gut wir Väter unsere Aufgabe bei der Suche nach Orientierung auch erfüllen mögen. Früher war völlig klar, was ein Mann tun sollte: Schule, Ausbildung, Beruf, Ehefrau, Haus, Kinder, Geld verdienen. Heute ist viel in Bewegung und jeder von Euch, von uns muss im Gespräch mit seiner Partnerin und auch mit anderen Männern den eigenen Weg finden.

Ich möchte Euren Blick für den Pfeilflug des Lebens heute noch einmal in den Himmel lenken: Am Ende der biblischen Noahgeschichte setzt Gott als Zeichen seiner Treue seinen Bogen in den Himmel und sagt: Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde. (Gen 9, 13)

Das wäre was, wenn dieser siebenfarbige Bogen Gottes für Euch der Ort wäre, an dem Eure Energie sein kann, von dem aus sie losgeht und sich auf ein Ziel hin bündelt! Dann wärt Ihr Rainbow-warriors - Regenbogenkrieger, die den Flug ihres Lebens von Gott auf ein gutes Ziel hin lenken lassen. Und solche Regenbogenkrieger, mit einem ruhigen, friedvollen Herzen und einer festen Hand, die brauchen wir überall!

In der Mitte die jungen Frauen, die da Pauken schlagen.

Für Euch Mädchen habe ich lange nach einem passenden Bibelwort gesucht. Es ist natürlich einfach, Bibelsprüche zu finden, die schöne jungen Mädchen beschreiben. Dass Ihr das seid, ist doch offensichtlich: Wunderhübsch seht Ihr aus, allesamt! Man kann Euch aber doch nicht nur auf Äußerlichkeiten festlegen. Dass es da einen Quotenrenner im Fernsehen gibt, bei dem junge Frauen nur dann weiterkommen, wenn sie auf Stöckelschuhen gerade gehen und ihre Locken richtig liegen, das soll in der Kirche durchbrochen werden! Und deshalb für Euch – die Mädchen, die schön sind, aber noch viel mehr! - Psalm 68, Vers 26:

Die Sänger gehen voran, am Ende die Spielleute, in der Mitte die jungen Frauen, die da Pauken schlagen.

Wenn ich mir dieses Szene vorstelle mit den Sängern vorweg, den Spielleuten, der Kapelle hinterher und den jungen Frauen in der Mitte, dann fällt mir etwas auf, was auch unseren Konfirmandenunterricht geprägt hat und was sich in vielen anderen Lebenszusammenhängen ebenfalls bewahrheitet: Ihr seid in der Mitte! Die Frauen, die jungen und die älteren, stehen im Mittelpunkt einer Gruppe, die manchmal großes Getöse um sich verbreitet, und geben den Takt vor! In biblischen Zeiten gab es keine Notenschrift. Die Menschen hatten wohl überlieferte Melodien, aber im Großen und Ganzen haben sie aus dem Gefühl heraus Musik gemacht. Und diese Prozession, die da in Eurem Bibelwort vorgestellt ist, wäre verloren, wenn die jungen Frauen nicht den Takt des gemeinsamen Musizieren angeben würden.

Und so ist das auch: Ihr schlagt die Pauke, manche von Euch das ein bisschen leisere Tamburin, in dem Takt und Rhythmus, in dem sich der Rest der Gruppe dann bewegt! Konfer und so vieles andere im Leben ohne die besonderen Gaben von Euch Mädchen wäre unvorstellbar. Und das hat auch mit einer Euch eigenen Musikalität zu tun, obwohl nicht jede von Euch ein Instrument spielt. Ihr habt Taktgefühl, könnt nicht nur gut tanzen – manche wie Shakira, manche atemberaubend Limbo -, sondern auch Stimmungen aufnehmen. Ihr reagiert empfindlich, wenn der Ton nicht stimmt, der zwischen Menschen herrscht. Ihr leidet darunter und findet im Gegensatz zu den meisten Jungen Worte dafür und könnt so manches wieder gut machen, was sonst verloren wäre. Ich erinnere mich an Gespräche mit Euch, besonders bei unseren Seminaren abends auf den Zimmern, wenn Ihr so etwas im Gruppenleben gespürt habt und auch ausdrücken konntet.

Taktgeberinnen übernehmen Verantwortung für andere! Und jetzt kann man sagen, dass ist Euch genauso anerzogen wie den Jungen das Energie-auf-ein-Ziel-hin-bündeln, aber egal: Beides tut zu seinen Zeiten einer Gruppe, einer Lebensgemeinschaft von Menschen sehr gut! Und es ist ja nicht so, dass aufmerksame Mädchen nicht auch zielstrebig sein könnten, oder dass es keine taktvollen Jungs gäbe.

Den Takt einer Gruppe vorgeben, ist etwas Starkes; und Ihr seid stark, Mädchen! Wer in der Mitte steht und sich traut, sein Hirn und sein Herz zu benutzen und das, was dabei raus kommt auch in Worte fassen kann und den Mund aufmacht und mutig sagt: „Hej, hier läuft was falsch, lasst uns das so machen! – Nun gib’ doch mal Ruhe, sonst kommen wir nicht weiter!“ hat Anführerinnenqualitäten!

Eure Pauken, Eure Tamburine haben in unserer Gruppe hörbar geschlagen, auch wenn Euch das sicher manchmal Kraft gekostet hat gegen das Krakeel der Sänger und dem Getöse der Spielleute.

Ganz wichtig ist, was den eigenen Takt bestimmt – ob das nur die Anforderungen von Schule und später Beruf und Familie sind, von denen man sich hetzen lässt, oder ob da noch Raum für einen anderen Klang ist, den man aufnimmt und weitergibt.

Ihr habt hier im Unterricht, in der Kirche auch etwas vom Takt Gottes gelernt, vom Rhythmus der gemeinsamen Gebete, vom Stillewerden und sich dann wieder Ausbreiten. Gott hat Euch mit den 60, 70 Schlägen in der Minute einen guten Takt ans Herz gelegt und wenn ihr Euren Paukenschlag danach richtet, Euch nicht aufreiben lasst von all den Ansprüchen, die andere an Euch richten, sondern zu dem steht, was so nur ihr könnt, dann werdet ihr Euren Ort in der Mitte finden als starke junge Frauen, die ihre Pauke, ihr Tamburin hörbar schlagen.

Gott hat ein Großes an uns getan.

Wenn ich nun zum Psalmwort für die Eltern, und damit auch die Paten und Verwandten komme, dann erinnere ich mich an eine Geburtsanzeige von vor ziemlich genau 14 Jahren. Ein junges Paar kündigte die Geburt ihrer Tochter an. Und da die beiden nicht nur bibelfest, sondern auch humorvoll waren und sind, hatten sie ein süßes winzigkleines Baby aufgezeichnet und dazu Psalm 126, Vers 3 geschrieben:

Der Herr hat ein Großes an uns getan, des sind wir fröhlich.

Dieses winzig kleine Baby, das seine Eltern damals als großes Gottesgeschenk empfunden haben, ist heute wirklich groß geworden - über 1,70 sind es bestimmt! Und wenn Sie alle, die Eltern, Paten und Verwandten, heute auf Ihre Kinder schauen, die vor dreizehn, vierzehn, fünfzehn Jahren auch süß und winzig klein waren, dann wird dieses Psalmwort aus der Geburtsanzeige auch für Sie sprechend:

Der Herr hat ein Großes an uns getan, des sind wir fröhlich.

Ihre kleinen Kinder sind groß geworden, aber sie bleiben das Gottesgeschenk, das sie immer waren! Und Sie bleiben die Eltern, die darüber fröhlich sind, dass Sie genau dieses Kind, kein anderes, begleiten dürfen auf seinem Lebensweg.

Es ist ein Geheimnis, das so offensichtlich ist, dass es uns meist spät auffällt: Wir sind und bleiben die Kinder unserer Eltern, die Eltern unserer Kinder - egal wir alt und groß wir werden! Das ist für diejenigen von Ihnen, die heute auch ein bisschen die Wehmut des Abschieds von der Kindheit empfinden, auch als Trost gesagt.

Natürlich verändert sich was: Teenager sind halt irgendwann nicht mehr besonders kuschelig, oder zumindest wollen sie nicht mit Mama oder Papa kuscheln, und auch der Elternthron, den man bisher inne hatte, kann gehörig wackeln. Aber eine grundlegende Bindung in Liebe kann das alles überdauern und Ihre Kinder werden Ihre Nähe immer wieder suchen und Ihre Worte, und Ihren Trost, und Ihren Apfelkuchen - oder was sonst dieses Gefühl von nach Hause kommen auslöst.

Nun aber ist es dran, Ihren - ein bisschen auch unseren - Kindern mit Gottvertrauen den Raum zum Pfeilflug ins Leben zu geben und sie ihren ganz eigenen Paukenschlag fürs Leben finden zu lassen – des sind wir fröhlich!

Amen.


Michael Ebener, Göttingen
  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • Google Bookmarks
  • Windows Live
  • Seitenlink übermitteln:
 

Nach oben    E-Mail