Termine
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps
Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.
Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik
WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.
Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.
Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.
Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.
Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.
''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück
''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012
''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.
Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.
35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.
Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.
Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012
Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)
Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion
Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.
Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)
Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden
Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.
Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.
Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.
''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf
Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)
''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012
Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
"Wenn wir über die Trägheit als Sünde reden, werden wir also aufpassen müssen, tatsächlich nur das im Blick zu haben, worum es geht: Während Erholung immer wieder neue Kraft gibt, raubt die Trägheit Kraft. 'Trägheit macht schläfrig', heißt es im Sprüchebuch. Ein richtiger Teufelskreis also: Die Trägheit betäubt mich mit einem Nebel von nicht endender Müdigkeit." Von Volker Haarmann
Liebe Gemeinde,
„ein Fauler wendet sich in seinem Bett wie die Tür in der Angel“ (Spr 26,14), so weiß es das Sprüchebuch. – „Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh an ihr Tun und lerne von ihr! Wenn sie auch keinen Fürsten noch Hauptmann noch Herrn hat, so bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte.“ (Spr 6,6) – Nein, die Faulheit kommt nicht gut weg in den biblischen Texten. Und auch bei uns heutzutage hat sich das kaum geändert: „Müßiggang ist aller Laster Anfang,“ sagt der Volksmund. Ein Faulpelz hat nicht viel zu erwarten in unserer Gesellschaft, in der es üblich geworden ist, mit Stress anzugeben. Mein Kalender ist noch viel voller als deiner. Ein Spiel, das in unserem beschleunigten Alltag immer wieder gerne gespielt wird.
Zwei Missverständnisse möchte ich deshalb ausdrücklich vermeiden, wenn ich in dieser Situation über Trägheit nachdenke: Nicht überall, wo es keine Arbeit gibt, herrscht zwangsläufig Trägheit. Die Arbeiter im Weinberg z.B., die im Gleichnis bis zur sechsten, neunten oder gar bis zur elften Stunde ohne Arbeit auf dem Markt stehen, sie sind nicht träge oder stehen „müßig“ da, wie es in der Lutherübersetzung heißt, sondern sie sind arbeitslos. Freier Arbeitsmarkt, keine Job-Angebote. Niemand hatte sie eingestellt.
Und ein zweites: Wer nach verrichteter Arbeit Ruhe und Erholung genießt, ist ebenso wenig als träge zu bezeichnen. „Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil Er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Er geschaffen und gemacht hatte.“ Ruhe nach vollbrachter Arbeit ist der Bibel ein hohes Gut und keinesfalls mit Faulheit zu verwechseln. Wenn wir über die Trägheit als Sünde reden, werden wir also aufpassen müssen, tatsächlich nur das im Blick zu haben, worum es geht: Während Erholung immer wieder neue Kraft gibt, raubt die Trägheit Kraft. „Trägheit macht schläfrig“, heißt es im Sprüchebuch. Ein richtiger Teufelskreis also: Die Trägheit betäubt mich mit einem Nebel von nicht endender Müdigkeit. Die vorhandene Kraft nimmt stetig ab, nicht zu. Trägheit unterscheidet sich also darin von erholsamer Ruhe, dass sie zerstörerisch wirkt und gerade nicht heilsam und wohltuend.
Wann und wo, so frage ich mich, herrscht in meinem Leben ein solch träger Stillstand, Trägheit als Sünde? Ist es Sünde, dass ich mich seit Wochen davor drücke, meine Steuererklärung fertig zu machen? Geht es um die to-do-Liste mit Briefen, die ich seit einiger Zeit schon schreiben wollte aber irgendwie noch nicht dazu kam? War es die verhängnisvolle Trägheit, die mich Freitag Abend dann doch lieber ins Kino gehen ließ, als noch weiter an meinem Schreibtisch zu arbeiten?
Nein, ich denke das alles fällt nicht unter die Trägheit als Sünde. Sollten Sie vergleichbare eigene Erfahrungen vor Augen haben, möchte ich Sie an dieser Stelle gerne beruhigen. Das alles können wir getrost beiseite legen. – Die Trägheit in ihrer fiesen Form trägt ein ganz anders Gewand. Sie ist viel schrecklicher und zerstörerischer. Sie ist viel beunruhigender. Ich denke beispielsweise an die Trägheit, mit der wir noch immer den Warnungen vor einer menschenverschuldeten Klimakatastrophe begegnen. Seit wie vielen Jahren hören wir von den schrecklichen Folgen, die uns die Klimaforscher ankündigen. Nein, nicht, dass uns das egal wäre, aber eh wir nicht am eigenen Leib zu spüren beginnen, wie der Hurrikan Cyrill über unsere Dächer fegt, können wir doch ganz erfolgreich die Konsequenzen unserer Lebensführung verdrängen. „Europa setzt sich ehrgeizige Klimaziele“, titelte die Süddeutsche Zeitung gestern. Und doch, so denke ich, sind wir noch viel zu langsam und zu träge, in allem was wir für den Erhalt der Schöpfung tun. Das Wirtschaftswachstum dürfe nicht gebremst werden. Die Autoindustrie vertrage eben kein Tempolimit. Es gibt tausend Gründe, dann doch erst mal alles beim alten zu belassen. Oder ein Klimaschutzprotokoll auszuhandeln und dann mit der Umsetzung erst einmal abzuwarten. Bestenfalls halbherzig zu beginnen. Ökosteuer, Kyoto-Protokoll, Emissionshandel. – Was für eine Trägheit!
Trägheit begegnet uns also, so möchte ich festhalten, zuerst und vor allem als Verantwortungslosigkeit und als Gleichgültigkeit. Egoistische Gleichgültigkeit. Trägheit als Verweigerung der Solidarität mit meinen Mitmenschen. Als Verweigerung der Solidarität mit unseren Kindern, die die Last unserer Umweltzerstörung werden tragen müssen. – „Erlösung beginnt, wo Gleichgültigkeit aufhört“, hat Eli Wiesel gesagt.
Trägheit als Gleichgültigkeit ist ein lebensbedrohliches Phänomen und deshalb Sünde. Sie ist durch gute Appelle allein nicht zu besiegen. Was aber können wir tun? Wie können wir gegen solch zerstörerische Trägheit angehen? Anhand von Petrus mache ich mich auf die Spurensuche in meiner Bibel. Petrus, so erinnere ich mich, schläft an entscheidenden Stellen immer wieder ein, verschläft das wichtigste. Vielleicht kann Petrus uns auf eine Spur führen, wie der Trägheit beizukommen ist.
Petrus verschläft zunächst die Verklärung Jesu, als Mose und Elia zusammen mit Jesus auf dem Berg erscheinen. Da heißt es von Petrus, dass er „voller Schlaf war“ und erst aufwacht, als Mose und Elia schon bald wieder entschwinden. Und noch dramatischer, wir haben es eben in der Lesung gehört: Als Jesus im Garten Gethsemane betet, schlafen Petrus und die anderen Jünger immer wieder ein. Bleibet hier, wachet mit mir, bittet Jesus. Aber Petrus und die anderen schlafen. Wissen sie denn nicht um den Ernst der Lage? Oder sind sie schon mit dem Wachbleiben überfordert? Warum Petrus einschläft, bleibt im Dunkeln. Jedenfalls ist Jesus enttäuscht und empfindet die Trägheit seiner engsten Begleiter als das, was sie ist, mangelnde Solidarität: „Ach, wollt ihr weiter schlafen und ruhen? Es ist genug; die Stunde ist gekommen. Siehe, der Menschensohn wird überantwortet in die Hände der Sünder. Steht auf, laßt uns gehen!“ (Mk 14,41f)
Warum ist es eigentlich gerade Petrus, dessen Trägheit bei der Verklärung und im Garten Gethsemane erzählt wird, frage ich mich. Was zeichnet Petrus aus? Eigentlich ist Petrus doch ein ganz aktiver und mutiger unter den Jüngerinnen und Jüngern Jesu. War er es nicht, der ohne zu Zögern über Bord sprang, als Jesus über das Wasser des Sees zu ihrem Boot kam? War Petrus nicht der einzige, der diesen Gang über das Wasser gewagt hatte, damals, an diesem stürmischen Tag? – Ja, schon, allerdings wäre sein Gang über das Wasser beinahe im Desaster geendet. Als er die hohen Wellen um sich herum aus der Nähe sah, als er das Sausen und Brausen des Wasser unter seinen Füßen spürte, da bekam er es so mit der Angst zu tun, dass all sein Gottvertrauen im Nu verflogen war. Langsam begann er in die Tiefen des Sees zu gleiten. – Hätte Jesus nicht die Hand nach ihm ausgestreckt und ihn gerettet, er wäre untergegangen. „Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?“ fragt Jesus. Und er bringt Petrus in das Boot und der Wind legt sich.
Auf den ersten Blick nicht gerade eine Geschichte über die Trägheit des Petrus. Oder doch!? Die Sorge, die ihn auf dem Wasser befällt, Jesus deutet sie als Kleinglauben. Wenn es drauf ankommt, versagt Petrus der Mut, schwindet ihm sein Gottvertrauen. Der Kleinglaube des Petrus, so möchte ich behaupten, ist im Grunde nichts anderes als Trägheit. Nämlich die Trägheit, sich nicht von Gottes Zusage tragen zu lassen.
Neben der Trägheit als Gleichgültigkeit gegenüber meinen Mitmenschen haben wir hier also die zweite Erscheinungsform von gefährlicher Trägheit: Die Trägheit nicht darauf vertrauen zu wollen, dass Gott unsere Füße auf festen Boden gestellt hat. Dass Er unseren Fuß nicht gleiten lässt. Dass Israels und unser Hüter nicht schläft und nicht schlummert. Dass unser Gott das genaue Gegenteil jeglicher Trägheit ist, dass er nämlich zuverlässig und treu an unserer Seite steht. – „Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen?“ fragt Jesus seine Jünger in der Bergpredigt.
Was würde sich also ändern, wenn die Trägheit aus meinem Leben verschwände? Zwei Dinge: Ich bin meinen Mitmenschen gegenüber nicht mehr gleichgültig, sondern lerne, Verantwortung zu übernehmen. Und zweitens: Ich erinnere mich daran, dass ich ein verantwortungsvolles Leben führen kann, weil unser Gott treu ist, der uns trägt. Weil Er meine Füße auf weiten Raum stellt. Weil ich, ohne Sorge, Er ließe mich in den Fluten ertrinken, mutig über’s Wasser voranschreiten und die nötigen Schritte unternehmen kann. Um zu tun, was in meiner Macht steht, um unsere Schöpfung zu bewahren. Um zu tun, was zu tun ist, wenn mir meine Mitmenschen und nachfolgenden Generationen nicht gleichgültig sind. Befreit ans Werk gehen und das Notwendige tun. Dann aber auch ruhen!
In einem Hafen an einer westlichen Küste Europas, so erzählte Heinrich Böll, liegt ein ärmlich gekleideter Mann in seinem Fischerboot und döst. Ein schick angezogener Tourist legt eben einen neuen Farbfilm in seinen Fotoapparat, um das idyllische Bild zu fotografieren.
,,Sie werden heute einen guten Fang machen.“ Sagt der Tourist. Kopfschütteln des Fischers. ,Aber man hat mir gesagt, daß das Wetter günstig ist.“ Kopfnicken des Fischers. ,,Sie werden also nicht ausfahren?“ Kopfschütteln des Fischers, steigende Nervosität des Touristen. Er kann die Frage nicht mehr unterdrücken: ,,Aber warum fahren Sie nicht aus?“ Die Antwort kommt prompt und knapp. ,,Weil ich heute morgen schon ausgefahren bin.“ - ,,War der Fang gut?“ - ,,Ich habe sogar für morgen und übermorgen genug“, sagt der Fischer.
,,Ich will mich ja nicht in Ihre persönlichen Angelegenheiten mischen“, fährt der Tourist nach einer Weile fort, ,,aber stellen Sie sich mal vor, Sie führen heute ein zweites, ein drittes, vielleicht sogar ein viertes Mal aus und Sie würden drei, vier, fünf, vielleicht gar zehn Dutzend Makrelen fangen ... stellen Sie sich das mal vor.“ Der Fischer nickt. ,,Sie würden“, fährt der Tourist fort, ,,nicht nur heute, sondern morgen, übermorgen, ja, an jedem günstigen Tag zwei-, dreimal, vielleicht viermal ausfahren - wissen Sie, was geschehen würde?“ Der Fischer schüttelt den Kopf. „Sie würden sich in spätestens einem Jahr einen Motor kaufen können, in zwei Jahren ein zweites Boot, in drei oder vier Jahren könnten Sie vielleicht einen kleinen Kutter haben, mit zwei Booten oder dem Kutter würden Sie natürlich viel mehr fangen - eines Tages würden Sie zwei Kutter haben, Sie würden...“, die Begeisterung verschlägt ihm für ein paar Augenblicke die Stimme, ,,Sie würden ein kleines Kühlhaus bauen, vielleicht eine Räucherei, später eine Marinadenfabrik, mit einem eigenen Hubschrauber rundfliegen, die Fischschwärme ausmachen und Ihren Kuttern per Funk Anweisung geben. Sie könnten die Lachsrechte erwerben, ein Fischrestaurant eröffnen, den Hummer ohne Zwischenhändler direkt nach Paris exportieren - und dann...“, wieder verschlägt die Begeisterung dem Fremden die Sprache. Der Fischer klopft ihm auf den Rücken, wie einem Kind, das sich verschluckt hat. ,,Was dann?“ fragt er leise.
,,Dann“, sagt der Fremde mit stiller Begeisterung, ,,dann könnten Sie beruhigt hier im Hafen sitzen, in der Sonne dösen - und auf das herrliche Meer blicken.“ ,,Aber das tu ich ja schon jetzt“, sagte der Fischer, ,,ich sitze beruhigt am Hafen und döse.“
Tatsächlich zog der solcherlei belehrte Tourist nachdenklich von dannen, denn früher hatte er auch einmal geglaubt, er arbeite, um eines Tages einmal nicht mehr arbeiten zu müssen, und es blieb keine Spur von Mitleid mit dem ärmlich gekleideten Fischer in ihm zurück, nur ein wenig Neid.
Und der Friede Gottes, der all unsere Vernunft übersteigt, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen
Die Predigt hielt Volker Haarmann am 11. März 2007 als Vikar in Wuppertal. Die Predigt ist Teil einer Reihe zu den "Todsünden". Die Predigtreihe ist online veröffentlicht auf der Homepage der Evangelischen Gemeinde Unterbarmen-Mitte.
Volker Haarmann, Wuppertal
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Die Lehre von der Sünde
Klarstellungen zu einem missverständlichen Glaubensinhalt Pfr. D. Peter Bukowski, Moderator des Reformierten Bundes und Direktor des Seminars für pastorale Aus- und Fortbildung Wuppertal schreibt über die Sünde - ihre Erkenntnis und ihr Unwesen. |
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