LL: Frühjahrssynode - Berichte

19. Mai 2017

Klimaschutz in der Landeskirche - Armut von Kindern bekämpfen

www.lippische-landeskirche.de

Berichte von der Synode

Klimaschutz in der Landeskirche

Lippische Landessynode beschließt Maßnahmen

Kreis Lippe/Detmold. Die Lippische Landessynode hat auf ihrer Tagung in Talle am Freitag, 19. Mai, einen Maßnahmenplan sowie eine personelle Unterstützung zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes der Lippischen Landeskirche in den Kirchengemeinden beschlossen. Das Klimaschutzkonzept gibt Handlungsempfehlungen in den Bereichen globale Klimagerechtigkeit, Wärmeenergie, Elektrizität, Mobilität, Gemeindeleben und Verbrauch von Gütern.

Der von der Kammer für öffentliche Verantwortung und dem Umweltbeauftragten der Lippischen Landeskirche ausgearbeitete Maßnahmenplan umfasst unter anderem Schulungen von haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden in den Kirchengemeinden in den Handlungsfeldern Schöpfungstheologie und Klimagerechtigkeit, Biodiversität, Energiecontrolling, Energiesparen oder auch in der Beschaffung und im Verbrauch von Gütern.
Weitere Maßnahmen reichen von der vermehrten Nutzung von ökofairen Produkten über die Förderung der biologischen Vielfalt kirchlicher Grundstücke bis hin zu einer Reduzierung von Dienstreisen über eine vermehrte Nutzung von Telefon- und Videokonferenzen.

Zur fachlichen Begleitung der Umsetzung hat die Synode die Einrichtung zweier befristeter halber Stellen, eine für Klimaschutzmanagement und eine für nachhaltiges Wirtschaften, beschlossen. Beide Stellen werden finanziell gefördert – Klimaschutzmanagement durch Bundesmittel und für nachhaltiges Wirtschaften soll eine Förderung bei Brot für die Welt beantragt werden.

Bereits im November 2016 hatte die Landessynode verbindliche Co2 Reduktionsziele (Klimaneutralität bis 2050), die Errichtung eines dauerhaften Klimaschutz-Umweltfonds für die Kirchengemeinden, die Erstellung von Gebäudegutachten im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundes und die Mitgliedschaft im Klimapakt des Kreises Lippe beschlossen.

Armut von Kindern bekämpfen

Lippische Landessynode schließt sich dem Aufruf an

Kreis Lippe. „Wir wollen eine Gesellschaft, der jedes Kind gleich viel wert ist!“ Die Lippische Landessynode hat auf ihrer Tagung in Talle am Freitag, 19. Mai, beschlossen, sich diesem Aufruf  des Deutschen Kinderhilfswerks und weiterer Verbände und Nichtregierungsorganisationen anzuschließen.

Darin appellieren die Unterzeichner an die Politik, Armut und Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen wirksam zu bekämpfen. Sie fordern eine eigenständige und einheitliche Geldleistung für alle Kinder und Jugendlichen, die deren finanzielles Existenzminimum und gesellschaftliche Teilhabe wirklich absichert. Die Zahl der von Armut betroffenen Kinder steigt jährlich. Nach Erhebung des statistischen Bundesamtes sind rund drei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffen. Sie leben in einem Haushalt, der weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Stichprobe zur Verfügung hat.

Synode dankt Religionslehrern

Drei Beschlüsse: Schulseelsorge -  Kooperativer Religionsunterricht – Dialog Kirche und Schule

Kreis Lippe. Mit drei Beschlüssen stärkt die Lippische Landessynode das Themenfeld Kirche und Schule. So haben die Synodalen auf ihrer Tagung in Talle am Freitag, 19. Mai, den Landeskirchenrat beauftragt, den Dialog zwischen Kirche und Schule zu intensivieren und auszuweiten.

Der erste mehrtägige Dialog Anfang April in zehn lippischen Schulen habe ein großes Interesse von Schule an Kirche gezeigt. Kirche sei als Gesprächspartner willkommen. Der Dialog habe auch Einblick in die Arbeit der Religionslehrer gegeben. Die Synode dankt den Religionslehrern und Schulpfarrern. Ihr Dienst für Gesellschaft, Schule und Kirche verdiene Anerkennung. Das Reformationsjubiläum erinnere daran, dass die Kernbotschaft der Reformation lautet: Denke selbst! Reformatorische Kirche setze bis heute auf mündige Christen. Der Religionsunterricht vermittle die notwenigen Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen für die eigene Mündigkeit.

Weiterhin will die Landessynode die Schulseelsorge an lippischen Schulen stärken und weiterentwickeln. Schulseelsorge werde immer wichtiger, denn Kinder und Jugendliche würden hier einen immer größer werdenden Teil ihrer Zeit verbringen. Schulseelsorger griffen die besondere Situation von Menschen in ihrer Ganzheit auf und wirkten unterstützend darauf ein, eine eigene Identität zu entwickeln und Leben sinnvoll zu gestalten. Die Arbeit der Schulseelsorge sei dabei immer offen für alle an der Schule Tätigen sowie für die Eltern der Schüler – unabhängig von der jeweiligen Religiosität. Weitere Absprachen zwischen Staat und Kirche seien nötig, damit Schulseelsorge an Schulen als fester Bestandteil der Schulentwicklung Raum, Struktur und Ansprechpartner bekomme und Gestaltungsmöglichkeiten erhalte. 

Der dritte Beschluss betrifft die Einführung des konfessionell-kooperativen Religionsunterrichtes an weiterführenden Schulen. An lippischen Grundschulen ist der konfessionell-kooperative Religionsunterricht bereits seit längerem eingeführt. Seit 2005 gibt es eine Vereinbarung zwischen dem Erzbistum Paderborn und der Lippischen Landeskirche. Derzeit wird an 55 von 59 lippischen Grundschulen Religionsunterricht in konfessioneller Kooperation erteilt. Dieser Unterricht greife die Prägungen der je anderen Konfession auf und bringe sie in den Dialog der Konfessionen ein. Ziel sei ein gemeinsames Lernen – miteinander und voneinander. Gegenwärtig sind die Landeskirchen und (Erz-)Bistümer in NRW im Gespräch über ein flächendeckendes Angebot konfessionell-kooperativen Religionsunterrichtes und eine Einführung an weiterführenden Schulen.

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