Aktuelle Termine


Einfach frei – nicht nur am 31. Oktober 2017
Die westfälische Landeskirche auf dem Weg zum 500-jährigen Reformationsjubiläum
Westfalen. Mit der Kampagne »Einfach frei« nimmt die Evangelische Kirche von Westfalen den einmaligen Feiertag am 31. Oktober 2017 zum Anlass, die aktuelle Bedeutung der Reformation vor 500 Jahren zu unterstreichen.


Hauptversammlung des Reformierten Bundes 2017
28. bis 30. September 2017 in Moers am Niederrhein - Anmeldung schon möglich
Die nächste Hauptversammlung des Reformierten Bundes findet statt vom 28. bis 30. September 2017 in Moers am Niederrhein.


500 Jahre später: Luther zu Gast bei uns
4. Mai und 2. November in Osnabrück
Reformation - Weg in die Freiheit. Ein Blick auf den täuferisch-pazifistischen Zweig der Reformation (in Kooperation mit der ACK OS) - Ferne Folgen. Reformation und Orthodoxe Kirche: Gegenseitige Beeinflussung am Beispiel Siebenbürgens (in Kooperation mit der ACK OS)


Blick zurück auf das Reformationsjubiläum
18. November 2017
auf der Herbsttagung der Reformierten Konferenz Bentheim - Steinfurt - Tecklenburg
mit Prof. Dr. Okko Herlyn
in der Grafschaft Bentheim


UEK: 200 Jahre Union zwischen lutherischen und reformierten Kirchen
Veranstaltungen zum 200. Jubiläum im Jahr 2017
Im Jahr 2017 wird nicht nur 500 Jahre Reformation, sondern auch 200 Jahre Unionen zwischen lutherischen und reformierten Kirchen gefeiert.


500 Jahre Reformation - 200 Jahre preußische Union
27. und 28. Oktober 2017
Wissenschaftliche Kolloquium der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und der Theologischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Verein Kg-KPS, Reformierter Kirchenkreis


Potsdamer Lehrhaus
24. April bis 18. Dezember 2017
die Hebräische Bibel studieren


Vielfalt verbindet
Interkulturelle Woche 2017
Die Interkulturelle Woche (IKW) findet dieses Jahr vom Sonntag, den 24. September bis Samstag, den 30. September 2017 unter dem Motto „Vielfalt verbindet.“ statt. Das Motto zum Tag des Flüchtlings, der am Freitag, den 29. September 2017 innerhalb der IKW veranstaltet wird, lautet: „Flüchtlingsrechte sind Menschenrechte“.


Reformation und Flucht - Emden und die Glaubensflüchtlinge im 16. Jahrhundert
14. Mai bis 05. Nov. 2017
Gemeinsame Ausstellung der Johannes a Lasco Bibliothek und des Ostfriesischen Landesmuseums Emden


Viel-fältiges Lächen - Lebensfreude im Alter
20. Mai bis zum 20. Oktober: Ausstellung in Groothusen
Bilder der Lebensfreude, fotografiert von Marina Franssen-Triebner/Emden


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Erdogans TV konkurrenzlos

Mittwochs-Kolumne von Paul Oppenheim

Fernsehen "Made in Turkey": Auch in Deutschland dominieren in türkischsprachigen Familien türkische Sender (Symbolfoto) © Pixabay

In türkischstämmigen Haushalten läuft oft Fernsehen "Made in Turkey" - kontrolliert von der türkischen Regierung.

Kürzlich stieß ich auf den Begriff der „medialen Ghettoisierung“. Sofort lief dazu der passende Film in meinem Kopf ab. Ich sah die typische türkischstämmige Familie im plüschigen Wohnzimmer, die bei laufendendem Fernseher von einem Journalisten interviewt oder im Krimi vom Kommissar befragt wird. Das Fernsehprogramm im Hintergrund ist immer auf Türkisch.

Genauso ist es im türkischen Gemüseladen, beim türkischen Frisör und im Hinterzimmer des Kiosks an der Ecke, wo die freundliche türkischstämmige Frau Bier, Zeitungen und Zigaretten verkauft. Fernsehen Made in Turkey läuft pausenlos.

Alle diesbezüglichen Studien belegen es: Unsere Mitbürger mit Migrationshintergrund konsumieren gerne neben deutschen TV-und Radiosendungen auch mehr oder weniger muttersprachliche Medien. Unter den Menschen, die aus der Türkei stammen, ist es deutlich mehr als weniger, und zwar unabhängig von der Dauer des Aufenthaltes in Deutschland.

Türkisches Fernsehen ist beliebt bei Jung und Alt. Alle Kabelanbieter haben sich darauf eingestellt und man kann problemlos das entsprechende Paket buchen. 8 Sender gibt es bei Kabel Deutschland, ein Dutzend bei Unitymedia und sogar 18 bei Kabelkiosk. Noch mehr gibt es per Satellitenschüssel oder per Internet. Muss mich das beunruhigen?

Zunächst einmal nicht, denn wir leben in einem freien Land und jeder darf sich natürlich informieren und amüsieren, wie er oder sie es will. Einige bevorzugen Opernaufführungen bei 3Sat andere die Sportschau und warum nicht zwischendurch eine türkische Talkshow? Der muttersprachliche Medienkonsum festigt die Sprachkenntnisse und stellt eine Brücke zum Herkunftsland dar. Anerkanntermaßen trägt das eher zum Wohlbefinden in der Fremde bei und fördert insofern das Einleben im Gastland.

Wie wirkt es sich aber auf die Integration aus, wenn die TV-und Radiosendungen ein Weltbild transportieren, das mit den Werten des Gastlandes nicht im Einklang steht? Wie wirkt es sich aus, wenn politische Sendungen ein Zerrbild von Deutschland zeichnen? Wie wirkt es sich aus, dass die türkischen Medien zunehmend im Dienst der Propaganda Erdogans stehen?

Die Entsendung von Imamen durch die türkische Religionsbehörde wird in Frage gestellt. Der Koranunterricht auf Türkisch oder Arabisch wird misstrauisch betrachtet. Es wird gefordert, man solle in den Moscheen auf Deutsch predigen, aber gegen die Dauerberieselung durch die Medien Made in Turkey gibt es keine Einwände?

Einer, der es beurteilen kann, hat es öffentlich angesprochen. In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ hat der Grünen-Chef Cem Özdemir „einen öffentlich-rechtlichen deutsch-türkischen Fernsehsender“ gefordert. Die Forderung ist im Wahlkampfgetöse leider untergegangen, dabei verweist sie auf ein riesiges Versäumnis bisheriger Integrationspolitik. Man darf unsere Mitbürger mit Migrationshintergrund nicht in die „mediale Ghettoisierung“ treiben. Dagegen könnten öffentlich-rechtliche Fernsehsendungen auf Türkisch, aber auch auf Arabisch und Russisch einen erheblichen Beitrag leisten.


Paul Oppenheim, Hannover, 13. September 2017
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