Termine
25. April bis 8. Juni 2012: Wanderausstellung über Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart in Bielefeld
BIELEFELD - Mit der Ausstellung „OWL – Heimat für Fremde? Migration und Integration in Ostwestfalen-Lippe vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart“ haben sich Archive in Ostwestfalen-Lippe zu einem gemeinsamen Projekt zusammengefunden.
Ausstellung ''Gottespoesie'' in Evangelischer Kirche
Shahid Alam will nicht missionieren, er sieht sich selbst als Künstler. Seit 57 Jahren ist er fasziniert von der arabischen Kalligraphie. Pfarrerin Ilka Friedrich lernte die Arbeiten des Aachener Künstlers kennen und holte sie nach Taunusstein-Bleidenstadt in die Kirche St.Peter auf dem Berg. „Mit der Ausstellung wollen wir einen Anstoß zur interreligiösen Verständigung und interkulturellen Begegnung geben. Dabei kann uns die Kunst der Schrift eine Brücke bauen, um in aller Unterschiedlichkeit auch gemeinsames Erbe der abrahamitischen Religionen zu bedenken“, so Ilka Friedrich.
10-17 May 2012, Indonesia
The Executive Committee will be asked to consider whether the offices of the organization should remain in Geneva or move to the Euro zone as a cost-saving measure. The senior decision-making group will also consider plans for a major fundraising campaign to be launched later this year.
Die Planung für die Zukunft der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK) steht im Zentrum der Debatten des Exekutivausschusses der Organisation bei dessen Mai-Sitzung in Indonesien.
Die dreißig Ausschussmitglieder und BeraterInnen treffen sich vom 10.–17. Mai auf Sumatra , um über Programmschwerpunkte, die Frage nach dem Sitz der Organisation und über Maßnahmen zur finanziellen Sicherung des Kernbudgets (Personalkosten) der WGRK zu beraten.
17. bis 19. Mai 2012: 2. VEM-Bibelcamp auf dem Himmelsfels in Spangenberg / Hessen
Thema: Konsum und Geld - Was brauche ich wirklich zum Leben?
Himmelfahrt bis Erntedank
An Himmelfahrt "Am Heiligen Brunnen" Gottesdienst feiern, in einem Garten, einem Pfarrhof , unter eine Blutbuche - das und mehr bieten die besonderen Gottesdienste "Kirche im Grünen" 2012.
Montag, 21. Mai 2012, ab 18.30 Uhr: Johannes-Rau-Kolloquium in der Gemarker Kirche, Wuppertal
Die aktuelle Lage im Nahostkonflikt und der christlich-jüdische Dialog stehen im Mittelpunkt des diesjährigen Johannes-Rau-Kolloquiums in Wuppertal. Es wird von der Evangelischen Kirche im Rheinland in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ausgerichtet.
23./24. Mai 2012: Vollversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (BAGKR) in Berlin
Unter den Fragestellungen: „Wie wir uns gegen seitig wahrnehmen, warum wir voneinander profitieren können und was wir im Miteinander verbessern sollten“ wollen die Tagungsteilnehmer sich im Spannungsfeld von Amtskirche, Gemeindepraxis und Zivilgesellschaft darüber austauschen, was sie in der Arbeit für demokratische Kultur gegen Rechtsextremismus voneinander erwarten bzw. erhoffen.
23. Mai 2012: Frühjahrstreffen der Frauenkreise
Kreis Lippe. Unter dem Titel „Farbklänge-Klangfarben“ steht die Musik im Mittelpunkt des Frühjahrstreffens der Frauenkreise. Die Evangelische Frauenarbeit lädt am Mittwoch, 23. Mai, von 18 bis 21 Uhr in das Kirchliche Zentrum der Stiftung Eben-Ezer, Alter Rintelner Weg, Lemgo, ein.
Elternkurs beginnt am 24. Mai 2012
Ev. Familienbildung lädt Eltern zum Kurs „Elternstart NRW“ ein
Kreis Lippe. Die Ev. Familienbildung der Lippischen Landeskirche bietet ab Mai für Eltern mit einem Kind im ersten Lebensjahr den Kurs „Elternstart NRW“ an. An fünf Terminen besteht die Gelegenheit für Informationen, Tipps und Gespräche.
In der Nacht vom 27. auf den 28. Mai 2012: 300 Kirchen in NRW geöffnet
"Herzlich willkommen zur fünften Nacht der offenen Kirchen!" - So oder ähnlich werden viele Besucher in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag an den westfälischen Kirchentüren begrüßt werden. Denn viele der beteiligten Gemeinden sind seit 2004, der ersten Nacht der offenen Kirchen, wieder mit dabei. Und - in ökumenischer Verbundenheit - immer mehr katholische Kirchengemeinden.
Pfingsten: Nacht der offenen Kirchen in 10 Kirchen des Evangelischen Kirchenkreises Siegen
Zum 5. Mal laden evangelische Gemeinden in Westfalen und Lippe vom Pfingstsonntag auf Pfingstmontag (27. Mai/28.Mai) zu einer Nacht der offenen Kirchen ein.
1. bis 3. Juni 2012: Tagung in Bremen
Träger: Bremische Evangelische Kirche; Evangelisches Bildungswerk
Bremen; Reformierter Bund; Internationaler Versöhnungsbund, Deutscher Zweig; Bremische Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung; Church and Peace; Stiftung Die Schwelle
1. bis 10. Juni 2012 in Wetzlar
Die Hessen können sich auf ein vielfältiges Programm der Kirchen auf dem Hessentag in Wetzlar freuen: Vom 1. bis 10. Juni laden die evangelischen Kirchen in Hessen und das katholische Bistum Limburg in ökumenischer Verbundenheit zu Gottesdiensten, Gebetszeiten, Konzerten, Musicals, Lesungen und Mitmach-Aktionen ein. Der gemeinsame Auftritt ist eine Premiere in der Geschichte des Landesfestes und steht unter dem Leitwort „Über uns – Ein Himmel für den Hessentag“. Er knüpft an die über Jahrhunderte gewachsene, geschwisterliche und praktizierte Ökumene im Dom von Wetzlar an: Seit der Reformation wird dieses Gotteshaus von beiden Konfessionen gleichermaßen genutzt und belebt. Der Dom und die zur „Himmelskirche“ umgestaltete Hospitalkirche und eine Himmeltreppe auf der Hessentagsstraße werden Zentren des kirchlichen Auftritts sein.
4. Mai, 1. Juni, 30. Juni, 9. September 2012
in der evang.-ref. Kirche Leipzig, Tröndlinring 7, 04105 Leipzig
3. Juni 2012: Kindergottesdiensttag in Unna - Anmeldeschluss 1. Mai
UNNA/WESTFALEN - Zum westfälischen Kindergottesdiensttag unter dem Motto „Was für Kinder“ am 3. Juni in Unna werden tausend Personen erwartet. Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Annette Kurschus, kommt an diesem Tag mit einem prominenten Kindergottesdienst-Mitarbeiter ins Gespräch: Samuel Koch, der bei „Wetten, dass… “ verunglückte und seitdem querschnittsgelähmt ist. Bis zum 1. Mai sind noch Anmeldungen möglich.
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
15. bis 16. Juni 2012: 32. Friedenskonsultation der landeskirchlichen Friedensausschüsse und christlichen Friedensdienste in Königswinter am Rhein
Zur Friedenskonsultation 2012 lädt die Evangelische Kirche im Rheinland ein und die Evangelischen Akademie im Rheinland richtet sie aus.
16. Juni 2012, 10 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. Michael Weinrich
Thema der Reformierten Konferenz ist die zweite Bitte des Unser-Vater-Gebets: "Dein Reich komme".
Dienstag, 28. Februar 2012; Dienstag, 19. Juni 2012
Lebens- und Alltagserfahrung stehen im Mittelpunkt der diesjährigen »Jüdisch-christlich-muslimischen Perspektiven« in Wuppertal.
21. Jubi bis 15. Juli 2012: Ausstellung in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Eröffnung am 21. Juni 2012, um 19.30 Uhr
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
5. bis 7. Juli 2012: Tagung in der Evangelischen Akademie Villigst
Zur Zukunft der Predigtmeditationen im christlich-jüdischen Kontext
German Brass kommt am 7. Juli 2012 in die Evang.-ref. Kirche, Gildehaus, Grafschaft Bentheim
Zum Landesposaunenfest der Evangelisch-reformierten Kirche kommt das hochkarätige Bläserensemble German Brass. Vom 6. bis zum 8. Juli feiert die Kirche mit dem Bläserfest den 125.Geburtstag des Gildehauser Posaunenchores und damit das Bestehen ihres ältesten Bläserensembles. German Brass wird am Samstag, dem 7. Juli, um 20.00 Uhr erwartet.
Neuer Name für die Berliner Bibelwochen ab Sommer 2012
UEK. Europäische Bibeldialoge – ein neuer Name macht das veränderte Profil der Berliner Bibelwochen deutlich. Längst kommt mehr als ein Viertel der Teilnehmenden aus anderen Ländern. Die Bibeldialoge sind eine Art europäische Denkwerkstatt für Gemeinden, in denen Bibeltexte und Fragen unserer Zeit diskutiert werden.
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
16. bis 19. Juli 2012: 42. Internationale Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
"Sind die Christen zufrieden mit sich selbst? Genügt es ihnen, ihre christliche Frömmigkeit in der besonderen Art, in der sie nun eben hier oder dort, zu dieser und dieser Zeit ihre eigene ist, zu haben und zu pflegen ...?" - Karl Barth, KD III/4,578
19. bis 24. August 2012 in Apeldoorn - Anmeldung bis zum 15. Juli 2012
Die Theologische Universität Apeldoorn, das Seminar für Reformierte Theologie der Universität Münster und die Johannes a Lasco Bibliothek Emden laden ein zum Studium des "Heidelbergers" von A bis Z: Aufbau, Anthropologie, Hermeneutik, Soteriologie ... bis zur Zukunftsfrage: Wie predige ich den Katechismus?
1. September bis 4. Oktober 2012: ''Schöpfungszeit''
Zur ökumenischen Feier eines Tags der Schöpfung hat die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) eine Gottesdiensthilfe erstellt. Die Materialien stehen ab Mitte Mai auf der Internetseite der ACK zum Download bereit.
19. bis 21. September 2012: Konferenz in Belgien
The conference 'Music and Theology in the EUropean Reformations' will take place 19-21 September 2012 at the KULeuven. Leading professional theologians, historians, biblical scholars and musicologists from throughout Europe and North America will come together, to address the relationship between music and theology during the sixteenth century, with a particular emphasis on the question of reformation in all its forms (Lutheran, Calvinist, Catholic, and Radical).
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
11. bis 21. November 2012
Infos und Materialien auf:
friedensdekade.de
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
1. Korinther 1, 17 und 18
Die Glut der Liebe
"Das Wort vom Kreuz ist zwar denen, die verloren gehen, eine Torheit; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Kraft Gottes." Von Günter Twardella
Paulus schreibt: Christus hat mich nicht gesandt, zu taufen, sondern das Evangelium zu verkündigen; nicht in Weisheit der Rede, damit das Kreuz nicht entwertet werde. Denn das Wort vom Kreuz ist zwar denen, die verloren gehen, eine Torheit; uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Kraft Gottes. (Zürcher Bibel)
I. Das Wort vom Kreuz – eine Kraft Gottes!
Heute morgen kommen wir durch Predigt und Abendmahl in Kontakt zu diesem „Wort vom Kreuz“, durch das uns Gott neue Kraft zukommen lässt. Dieser Zusammenhang von Kreuz und Gotteskraft, der den Apostel Paulus in einem Brief an die Christengemeinde in der griechischen Stadt Korinth beschäftigt,
wird auch für uns wichtig, obwohl unsere Köpfe nicht mit so viel antiker Philosophie, dafür aber mit vielen anderen Eindrücken gefüllt sind.
In einer persönlichen Bemerkung meint der Apostel am Anfang der verlesenen Worte, wichtig sei ihm nicht vor allen Dingen, dass getauft, sondern dass
evangelisiert werde. Mit „Evangelisieren“ meint er, dass die frohe Botschaft von der freien Gnade Gottes ausgerichtet wird an alles Volk und sie dabei ihre Kraft entfaltet als Verkündigung des Kreuzes, als Wort vom Kreuz.
Viele Christen in Deutschland denken heute anders. Viele drängen mit neu Geborenen zur Taufe und nehmen danach zu wenig die Gelegenheit wahr, noch mehr vom Evangelium zu erfahren und in die Gemeinde hineinzuwachsen. Glauben funktioniert jedoch nicht ohne Wissen. Und wie im übrigen Leben, so kommen wir im Glauben nur voran , wenn wir lebenslang dazu lernen.
Aber nun kann man mit Recht fragen: Wenn diese christliche Botschaft, das Evangelium, den Juden ein Ärgernis ist und den Nichtjuden eine Torheit – kann man es nicht einfacher sagen, ist das nicht viel zu umständlich und schwer zu begreifen, was der Apostel da den Menschen zumutet? Was schwingt für ihn mit, wenn er dieses „Wort vom Kreuz“ als „Kraft“ bezeichnet, in der griechischen Sprache als „dynamis“, wovon unser Wort Dynamit (also Sprengkraft) abgeleitet wurde?
Die Vokabeln sind uns ja nicht fremd, aber woher kommt die Kraft? Das Wort „Evangelium“ haben wir aus der griechischen in unsere Sprache übernommen; das „Kreuz“ kennt man in der ganzen Welt in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen, in Kunst und Kitsch, als Friedens- und als Kriegszeichen, als Eisernes und als Bundesverdienstkreuz usw. Wir Menschen kriegen es hin, mit dem Kreuz zu machen, was wir wollen. Die Frage bleibt offen: Wieso kommt durch das „Wort vom Kreuz“ Kraft in unser Leben und in die Welt? Ich möchte den Gedanken des Paulus näher kommen mit einem Beispiel aus der Eisen-Industrie, das uns vielleicht weiterhilft.
II. Ein Vergleich mit der Glut aus flüssigem Eisen.
Das Metall Eisen kommt in vielen Gegenständen des täglichen Gebrauchs vor. Von der Büroklammer und dem Kochtopf bis zur Autokarosserie oder dem Schiffbau – überall wird (neben manchem anderen Material) Eisen verwendet. Wir sehen die Endprodukte, z. B. auch die Stahlverankerungen, die jetzt zur Sicherung in diese Kirche eingebaut werden. Aber am Anfang waren wir nicht dabei; wir haben nicht neben den Männern am Hochofen gestanden, den sogenannten „Stahlkochern“, die in ihren Schutzanzügen bei glühender Hitze die dahinfließende Masse des flüssigen Eisens zu beobachten und zu bearbeiten hatten. Ohne diese Produktion hätten wir keine Industrie, die Eisen verarbeitet. Aber wer verfolgt schon den Weg vom Gebrauchsgegenstand zurück zum Rohstoff, zum Material, das da am Anfang war ?
Könnte man z.B. an einem um den Hals getragenen Kreuzschmuck den Weg zurückverfolgen bis zur ursprünglichen Sinngebung? Kennen die Menschen, die ein Kreuz als Schmuck tragen, den Ursprung dieses Zeichens ? Es geht irgendwie um Gott. Aber da mittlerweile immer mehr Menschen und Religionen um uns herum allgemein von Gott reden, ist es weiterführend, die speziell christliche Glaubensrichtung zu kennen. Dahin führt uns der Apostel mit der Rede vom „Kreuz“. Er treibt es geradezu auf die Spitze, wenn er den Korinthern schreibt: „ Ich hielt es für richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Jesus Christus, den Gekreuzigten.“(2,2)
Hier möchte ich wieder an das Beispiel vom glühenden, flüssigen Eisen anknüpfen. Denn den Paulus hat nicht seine enorme Bibelkenntnis oder eine religiöse Veranlagung zum Christen werden lassen, sondern eine Botschaft von wärmender, mitreißender, auch trennender Glut. Wie ist das gemeint? „Glut“ können wir als Hilfsbegriff gebrauchen, wenn wir uns vorstellen, welche Regungen sich in Gott finden. Gott ist ja kein gefühlloses Etwas. Gott wird z.B. in Wallung geraten angesichts der Menge menschlicher Untaten, all der vornehmen und der grausamen Lieblosigkeiten auf der Erde. Wir nennen diese menschlichen Verirrungen Sünde; und das Erschrecken über die Sünde in Gott nennen wir Zorn.
Die Glut des Zornes Gottes entbrennt gegen alles, was jenes Leben zerstört, das er als Schöpfer geschenkt hat. Das Blut Abels – und aller anderen Ermordeten - schreit zu Gott von der Erde, heißt es 1. Mose 4,10.
Diese Glut seiner inneren Regungen lenkt Gott so auf den Menschen Jesus von Nazareth, dass der am Kreuz auf dem Hügel Golgatha stirbt. Als Mensch, durch Menschen und für die Menschen. So wie Jesus soll kein anderer Mensch mehr sterben, denn in ihm verbrannte die Glut des Gotteszornes die Übermacht der Sünde. Die volle Strafe trifft die Sünde in der Gestalt des Gottessohnes, damit der Sünder lebe. Man könnte sagen: die Glut des Zornes Gottes gegen die Sünde wird auf Golgatha zur Glut der Liebe zum Sünder. Wärmend und mitreißend erfasst die feurige Glut der Liebe Gottes alle, die sich nähern. Kein Wunder, dass Paulus diese Botschaft als Befreiung erfahren und bezeugt hat. Später hat ein anderer gedichtet:
Ich weiß einen Strom, dessen herrliche Flut fließt wunderbar stille durchs Land; Doch strahlet und glänzt er wie feurige Glut. Wem ist dieses Wasser bekannt? Das Wasser des Lebens, das ist diese Flut, durch Jesus ergießet sie sich. Sein kostbares, teures und heiliges Blut, o Sünder, vergoss er für dich.
Lotte Denkhaus drückt einen ähnlichen Gedanken aus, wenn sie in einem ihrer Gedichte sagt: „Nur ein Funke deiner Glut, und wir brennen.“ Wir können auch an die Emmaus-Jünger denken, die sich fragen: „Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege?“
Das Kreuz Jesu Christi - das will ich mit diesem Beispiel des flüssigen Eisens sagen - ist nicht in erster Linie für diejenigen eine Kraft Gottes, die darüber dicke Bücher schreiben können, sondern für alle, die sich anrühren und von der Glut der Liebe mitreißen lassen, denen warm wird ums Herz, deren Verstand erleuchtet wird, die sich von Schlacken befreit fühlen, die merken, dass sie in ein Gefälle geraten, das sie zu neuen Lebensformen hintreibt.
Seit den Tagen des Paulus sagen Boten dieses Evangelium weiter: Der Gott, den du suchst und gegen dessen Willen du trotz aller Mühe immer wieder verstößt, der kommt dir entgegen wie der Vater dem verlorenen Sohn, wie eine Mutter, die ihr Kind nicht vergessen kann, wie der Pelikan, der seine eigene Brust mit dem Schnabel aufreißt, um sein Junges mit dem eigenen Blut zu nähren. Am Kreuz von Golgatha beugt sich der Höchste am tiefsten herab, zerstört die Sünde, rettet den Sünder. Diese Befreiung ist die Kraft Gottes, der Grund für ein großes Halleluja.
Als Menschen einer ganz anderen Zeit erschließen sich uns solche Worte der Bibel oft genau so, als wenn wir dem Apostel selbst zuhören würden. Wenn das gelingt, dann werden wir durch Gottes Geist in Verstand und Herz angerührt. Dann kann auch uns dieselbe Liebe überwinden, die den Paulus vom Verfolger zum Verkündiger gemacht hat. Denn letzten Endes ist dieser gescheite und im Bibelstudium geschulte Jude Paulus nicht auf dem Weg über eine ausgeklügelte Gedanken-Akrobatik Christ geworden, sondern indem er sich überwinden ließ durch die befreiende Erkenntnis einer überwältigenden Liebe Gottes in seinem Sohn.
III. Der Gekreuzigte und Auferstandene ist selber die Kraftquelle.
Und wo bleiben die Probleme unserer Welt? Die Klima-Veränderung, die unsere Erde zum Treibhaus werden lässt? Die steigende Jugendkriminalität? Was
wird aus der Justizvollzugsanstalt in Ronsdorf? Und der demographische Wandel, verbunden mit Problemen von Rente und Pflegekosten? Und die Entlassungen in Großbetrieben? Und das unendliche Leid der Menschen in Kriegsgebieten und Flüchtlingslagern, und, und... Wer sich dem vielfachen Elend in der Welt nicht verschließt, braucht Kraft.
Schon die bloße Wahrnehmung der verschiedenen Situationen geht manchmal an den Rand unserer Möglichkeiten. Um noch eigene Lebensfreude zu behalten, brauchen wir ebenso Kraft wie für unsere gedankliche und praktische Einmischung in die Probleme oder für eine Hilfsaktion. Kommt auch in solchen Fällen Kraft aus dem Wort vom Kreuz?
Es ist in all den unterschiedlichen Lebenslagen der Gekreuzigte und Auferstandene selber, der uns nahe ist. Das Wort vom Kreuz zeigt uns ihn selber, in seiner geschundenen Menschlichkeit, in seinen Schmerzen, als den blutenden Gott, der auf alle Fälle seine Menschenkinder retten will. Von ihm bekommen wir Kraft. In ihm liegt unsere Kraft. Im Glauben an Christus verbindet sich unser Herz mit dem Herzen Gottes. Christus ist unser einziger Trost im Leben und im Sterben. Amen.
Günter Twardella, Wuppertal-Ronsdorf

