Aktuelle Termine


Synode der Evangelisch- altreformierten Kirche in Niedersachsen
1. Juni in Veldhausen
Die nächste Versammlung der Synode der Evangelisch-altreformierten Kirche in Niedersachsen findet am Mittwoch, 1. Juni 2016, ab 9 Uhr im Gemeindehaus der Evangelisch-altreformierten Gemeinde Veldhausen statt.


Lippische Synode: Kirche vor dem Hintergrund des demografischen Wandels
3. und 4. Juni in Bad Salzuflen
Die Synode der Lippischen Landeskirche kommt am Freitag, 03. und Samstag, 04. Juni im Gemeindehaus der ev.-ref. Kirchengemeinde Bad Salzuflen (v. Stauffenbergstr. 3) zu ihrer Tagung zusammen. Schwerpunktthema ist „Unser Auftrag als Kirche vor dem Hintergrund des demografischen Wandels“.


Weltrekord beim 2. Deutschen Posaunentag
3. und 4. Juni in Dresden
Auch 450 reformierte und altreformierte Bläserinnen und Bläser fahren nach Dresden


Hoffnung gestalten und leben
10. bis 12. Juni: Ostfriesischer Kirchentag in Rhauderfehn
„Hoffnung haben wir“ - Ostfriesischer Kirchentag im Zeichen von Familie und Teens


Gott und das Leid
18. bis 21. Juli
47. Internationale Karl-Barth-Tagung, Leuenberg bei Basel


Christliche Hoffnung im Horizont der Reformierten Theologie
21. – 26. August 2016, Reformierten Sommeruniversität, Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Eine Verantaltung der Johannes a Lasco Bibliothek Emden, des Seminars für Reformierte Theologie der Universität Münster, und der Theologischen Universität Apeldoorn


Christus und das Alte Testament
26. bis 28. August: Bibelkongress in der Woltersburger Mühle, Uelzen
mit Magdalene Frettlöh, Frank Crüsemann, Jürgen Ebach, Rinse Reeling-Brouwer, Klara Butting, Dirk-Jan Döhling, Egbert Ballhorn


Interkulturelle Woche 2016: Vielfalt. Das Beste gegen Einfalt
25. September bis 1. Oktober 2016
Kirchen veröffentlichen Gemeinsames Wort zur Interkulturellen Woche 2016


J. F. Gerhard Goeters-Preis 2016
Einsendeschluss: 1. Oktober 2016
Die Gesellschaft für die Geschichte des reformierten Protestantismus e.V vergibt im Rahmen ihrer „Zehnten Internationalen Emder Tagung zur Geschichte des reformierten Protestantismus“ vom 19. - 21. März 2017 den J.F. Gerhard Goeters-Preis in Emden (Ostfriesland).


Einfach frei – nicht nur am 31. Oktober 2017
Die westfälische Landeskirche auf dem Weg zum 500-jährigen Reformationsjubiläum
Westfalen. Mit der Kampagne »Einfach frei« nimmt die Evangelische Kirche von Westfalen den einmaligen Feiertag am 31. Oktober 2017 zum Anlass, die aktuelle Bedeutung der Reformation vor 500 Jahren zu unterstreichen.


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Predigt über Barmen I im Blick auf den Dialog mit Muslimen

Von Manfred Kock

Altpräses Manfred Kock

In seiner Predigt über die erste These der Barmer Theologischen Erklärung hält Manfred Kock fest: "Christus, der die Wahrheit ist und die Freiheit schenkt, wird seine Kirche weiter tragen. Gerade in dieser Zeit, in der Menschen unterschiedlicher Religionen sich enger und häufiger begegnen als je zuvor."

Manfred Kock war von 1997 bis 2003 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Grundgedanken der Predigt sind am 1. Oktober 2000 in Barmen gehalten worden.

These 1 der Barmer Theologischen Erklärung
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6)
„Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Mörder. Ich bin die Tür; so jemand durch mich eingeht, der wird selig werden.“ (Joh. 10,1.9)
Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.

Altpräses Manfred Kock: Predigt über die erste These der Barmer Theologischen Erklärung (2000/2005) (Auszug)

„(...) Jesus sagt: Im Hause meines Vaters sind viele Wohnungen. Bei Gott ist Platz für alle. Niemand muss zu einem Wettlauf um Gottes Gunst antreten zulasten anderer. Keine Religion erreicht dadurch Gottes Nähe, dass sie andere verdrängt.

„Du bist der Christus“, d.h., du bist das Eine Wort der göttlichen Liebe, das diese Welt rettet. Das soll in unserer Kirche lebendig sein, dann ist alles genug. Das ist die Ernte der Barmer Erklärung. Sie ist Einladung zu Vertrauen und Gehorsam. Zum Leben gehört nicht nur das Brot, das uns ernährt: Es gehören dazu auch solche Worte, die unserem Leben Richtung geben.

Auf diesem Weg ist die Religionsfreiheit in der Verfassung unseres demokratischen und säkularen Staates von großer Bedeutung. Religionsfreiheit ist nicht nur das Recht des Individuums auf eigenen Glauben, sondern auch die Freiheit, Religion gemeinschaftlich ausüben zu können. Die Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften selbst sind in die Garantie der Religionsfreiheit aufgenommen. Die Verfassung und die Rechtsprechung in Deutschland haben dieses in klarer und unmissverständlicher Weise herausgestellt.

Erfahrungen aus der Geschichte unserer Kirche und unseres Landes, die wir zu ganz wesentlichen Teilen der Reformation und der Auseinandersetzung mit der Aufklärung verdanken, haben wir in die Gespräche mit anderen Religionen, das sind in unserem Land vor allem die Muslime, einzubringen und in ihren kulturellen und rechtlichen Konsequenzen von denen, die hier leben wollen, auch einzufordern.

Inzwischen leben etwa 15 Millionen Muslime in Europa, in Deutschland sind es mehr als drei Millionen. Also ist der Dialog der einzige vorstellbare Weg in die Zukunft. Wir haben in unserem Land keine Alternative zum Aufbau einer Kultur des Zusammenlebens und des Dialoges.

Wir benutzen für die theologische Dimension des religiösen Zusammenlebens und Austausches gerne den Begriff der „Konvivenz“. Die Frage ist, wie dieses Zusammenleben konkret zu gestalten ist und wie ein Dialog geführt werden kann. Ein Zusammenleben, das mehr als ein Nebeneinanderleben ist, hat auch zur Voraussetzung, dass die Religionen sich selbst ernst nehmen und ihre Wahrheitsansprüche nicht aufgeben.

Viele, die im christlichen Kulturkreis aufgewachsen sind, wissen über ihre geistige Herkunft viel zu wenig. Die Achtung vor dem Glauben anderer erfordert die Bereitschaft, deren Glauben kennen zu lernen. Trotz der Anstrengungen auch der Kirchen in den zurückliegenden Jahrzehnten, über die in Deutschland anwesenden anderen Religionen zu informieren, bezweifle ich, dass es in der Bevölkerung ausreichende Kenntnisse über andere Religionen gibt. Die sind aber erforderlich, um bei den anderen Gemeinsamkeiten zu erkennen und zugleich auch Fremdartiges und für uns Unverständliches zu akzeptieren.

Ich bezweifle ebenfalls, dass Muslime in Deutschland ausreichend Informationen über den christlichen Glauben haben, um ihrerseits auch Missverständnisse zu vermeiden und unsere Grundüberzeugungen zu verstehen.

Auch Grundsätze unserer Verfassung müssen im Gespräch mit dem Islam zur Sprache kommen. Dazu gehören die Anerkennung des staatlichen Gewaltmonopols und die Befürwortung der organisatorischen Trennung von Kirche und Staat. In unserem Land ist in der Partnerschaft von Staat und Kirche ein bewährtes Modell gefunden, das der Freiheit des Glaubens dient und zugleich der Gesellschaft Nutzen bringt.

Dazu gehört ferner, dass die Freiheit des Einzelnen immer mit der Bereitschaft zur Verantwortung verbunden sein muss. Die Gleichstellung von Männern und Frauen darf nicht bestritten werden.

Christus, der die Wahrheit ist und die Freiheit schenkt, wird seine Kirche weiter tragen. Gerade in dieser Zeit, in der Menschen unterschiedlicher Religionen sich enger und häufiger begegnen als je zuvor. Christus ist die Mitte der Heiligen Schrift und die Mitte unseres Kirchenverständnisses.
Seine Botschaft bietet das Entscheidende:

1. Christus gibt uns ein realistisches Menschenbild. Er kennt die Versäumnisse und die abgründigen Irrwege. Wir müssen nichts vertuschen.
2. Niemand ist auf sich allein gestellt. Auch wenn bisweilen die Gemeinden kleiner geworden sind und verzagen, mindestens einer bleibt, zu dem wir sprechen können – Christus.
3. Die Finsternis hat nicht das letzte Wort, in dieser Welt nicht, in jedem einzelnen Menschenleben nicht. Das Leben wird stärker sein als der Tod.“

Quelle: Jesus Christus, das eine Wort Gottes – Barmen I und der Dialog mit dem Islam
Dokumentation der Tagung am 21. und 22. Januar 2005 in Wuppertal
mit Beiträgen von Manfred Kock, Hamideh Mohagheghi, Bertold Klappert. PDF

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Infos und Materialien zum ''Barmer Bekenntnis'' auf einen Blick

Dokumentation der Tagung am 21. und 22. Januar 2005 in Wuppertal

Mit Beiträgen von Manfred Kock, Hamideh Mohagheghi, Bertold Klappert, Dirk Chr. Siedler. Als PDF zum kostenlosen Download