Termine
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps
Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.
Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik
WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.
Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.
Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.
Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.
Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.
''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück
''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012
''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.
Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.
35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.
Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.
Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012
Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)
Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion
Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.
Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)
Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden
Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.
Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.
Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.
''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf
Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)
''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012
Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
Lk 23,33-49, Joh 19,19-16-30, Mt 27, 33-50 (Karfreitag)
Die letzten Worte Jesu am Kreuz. Von Wolfram Kötter, Herford
„Das Wort Jesu am Kreuz ist ein Ruf am Übergang vom Tod zum Leben oder von der Vergangenheit und Gegenwart in die Zukunft.“
Gnade sei mit uns und Frieden von dem, der da war, der da ist und der da sein wird. Amen.
Liebe Gemeinde!
Wir haben vorhin als Lesung den engsten Teil der so genannten Passionsgeschichte gehört, den inneren Kern – beginnend mit dem Verhör Jesu vor Pilatus, der Krönung mit der Dornenkrone, die Kreuzigung, die Verhöhnung des Gekreuzigten und den Bericht über das Sterben und den Tod Gottes am Kreuz. Das sind die Themen des heutigen Freitags, des schwarzen Freitags, des düsteren Freitags, an dem der Verhang im Tempel zu Jerusalem zerriss in der neunten Stunde, also um drei Uhr am Nachmittag.
Kreuzigungen wurden etwa 600 Jahre vor Christus eingeführt. Gegenüber der bis dahin üblichen Hinrichtungsform war die Kreuzigung eine Verweichlichung. Die Assyrer bevorzugten die Pfählung eines Menschen. Von diesen Pfählungen gibt es Darstellungen. Man legte den an den Händen am Rücken gefesselten Menschen auf einen angespitzten Holzfahl, wo er sich durch das Eigengewicht des Körpers langsam, aber sicher aufspießte. Irgendwann durchstieß dieser Fahl die Gedärme des Menschen und er verblutete.
Diese Stangen des Todes, das Kreuz, waren demgegenüber eine Verweichlichung. Darius, der König der Perser, hat die Kreuzigung zum ersten Mal in großem Stil öffentlich eingesetzt, als er 3.000 Gegner der Krone in Babylonien kreuzigen ließ. 80 Jahre vor Christus etwa ließ Alexander von Judäa 800 Pharisäer kreuzigen. Der unrühmliche Höhepunkt war die Kreuzigung von 7.000 Männern entlang der Via Appia zwischen Rom und Capua nach dem von Spartakus angeführten Sklavenaufstand. Kreuz an Kreuz zu beiden Straßenseiten. Diese Stangen des Todes wurden eine feste Einrichtung auf öffentlichen Plätzen. Quintilius etwa empfahl dafür belebte Straßenkreuzungen, weil er fand, dass es ein gutes Mittel sei, um die öffentliche Moral zu stärken.
Nun dürfen wir freilich auch die äußere Situation im Nahen Osten nicht unterschätzen: drückende Hitze, die stechende Sonne, Fliegen und anderes Ungeziefer, streunende Hunde, Ratten. Die Mehrzahl der Gekreuzigten lebte noch zwei Tage, die Robusteren manchmal bis zu einer Woche. Der Tod trat meistens durch Erschöpfung ein oder durch Atemstillstand aufgrund der gehobenen Arme, also letztlich durch das Wasser des Körpers, das nicht mehr zirkuliert, so dass der Gekreuzigte langsam aber sicher erstickte. Die Kreuzigungen waren den ersten Christen ein so schrecklicher Anblick, dass es erst seit dem fünften Jahrhundert Kreuzesdarstellungen Jesu gibt.
Es sind, liebe Gemeinde, in den vier Evangelien sieben Sätze, sieben Worte Jesu vom Kreuz überliefert. Sieben Worte, die er während der Dauer seiner Kreuzigung sprach. Das sind die Worte, die überliefert sind. Wie viele stille Gebete dabei gewesen sein werden, ist nicht bekannt. Seine letzten Worte sind sein Testament, die Bekundung seines letzten Willens. Zigfach musikalisch bearbeitet. Und immer wieder und immer wieder neu nachdenkenswert, zu Herzen gehend.
„Vater,“ so lesen wir im Lukasevangelium „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Im Wissen darum, dass er das Kreuz nicht lebend verlassen wird, sagt Jesus diese Worte. Vater, vergib ihnen. Vergebung ist der Ausdruck tiefster Liebe und Vergebenkönnen ist der Ausdruck zutiefst gelebter Liebe. Nur wer liebt, kann vergeben. Aus Liebe zu dieser Welt, zu uns Menschen kam Gott zur Welt. So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit die, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das wahre, das wirkliche, das ewige Leben haben. Aus Liebe zu dieser Welt, aus Liebe zu uns Menschen ging Gott ans Kreuz. Im Sterben und durch den Tod hindurch hält Gott an seiner Liebe zu uns Menschen fest.
Wenn wir heute diese Worte hören, wissen wir um das Kreuzesgeschehen. Wissen wir heute, was wir tun? Oder müssen wir uns diese Worte immer noch vom Gekreuzigten zusagen lassen: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun? Es ist wohl so! Jeden Tag müssen uns diese Worte immer wieder neu zugesagt werden. Solange wir Menschen leben, laden wir Schuld auf uns. Solange wir sind, müssen wir mit unseren Fähigkeiten und Begabungen, aber eben auch mit unseren Fehlern und Schwächen leben lernen. Und solange wir leben, müssen wir uns fragen lassen angesichts der vielen und so unterschiedlichen Menschen, die dieses Schauspiel am Kreuz beobachten: Wie gehe ich mit meinem Zorn und meinen Aggressionen um? Lasse ich mich mitreißen vom Strom der öffentlichen Meinung? Hätte ich auch: „Hosianna“ gerufen und wenig später: „Kreuzige ihn!“? Und die Fragen gehen an der Stelle noch weiter: Habe ich den Mut, in eine gewaltsame Auseinandersetzung einzugreifen, damit kein Schaden angerichtet wird? Finde ich den Mut, jemanden zu verteidigen, wenn er unschuldig angegriffen wird? Hinter all diesen Fragen steckt die folgende Grundsatzfrage: Wird mein Reden und Handeln von ethischen Normen und Werten beeinflusst? Und beeinflusst mein Gewissen mein Tun?
„Mich dürstet!“ (Joh. 19,28-19) Ein anderes Wort Jesu am Kreuz. Das Wort eines Sterbenden. Wer von uns einen anderen Menschen durch das Sterben hindurch begleitet hat, weiß, dass der Durst bis zum letzten Atemzug besteht. Es ist nicht der Durst im eigentlichen Sinn, so wie wir zum Wasserhahn gehen, es ist mehr die Bitte darum, die Lippen zu befeuchten, den Mundraum auszuwaschen, die Stirn mit einem feuchten Waschlappen zu kühlen und den Schweiß zu entfernen. Jemandem so zu begegnen, jemanden so zu begleiten ist der letzte Liebesdienst, dem wir einem anderen Menschen erweisen können.
Wenn es nahe stehende Menschen sind, geschieht mit uns in diesem Moment etwas völlig Widersinniges, etwas völlig Konträres, Gegensätzliches: wir wissen um den letzten Dienst, um diesen letzten Liebesdienst, den wir dem anderen erweisen und es ist zugleich ein Dienst zum Abschied. Zum letzten Mal tränken wir, zum letzten Mal halten wir den Nacken hoch, zum letzten Mal streicheln wir über die Stirn, zum letzten Mal. Und während wir dies tun, werden Erinnerungen in uns wach. Wie im Film reihen sich Szene an Szene, Begebenheit an Begebenheit. Angesichts des Todes werden Erinnerungen an Leben wach. In diesen Schmerz des Abschieds drängt Dankbarkeit hinein. „Mich dürstet!“ – als Jesus dies gesagt hat, dem Tode nahe, hat man ihm kein Wasser gegeben. Wir erinnern uns: die Soldaten hatten ihn verspottet und ihm Essig gegeben. Es war eine Geste des Spotts und der Verachtung. Kein Trank aus lebendigem Wasser, sondern ein Trank des Todes aus bitterem Essig. In den Gesichtern stand Hass und kränkende Schadensfreude. Jesus – ein Opfer des Spotts. Kennen auch wir solche Situationen, in denen wir Gott verspotten? Oder wenn doch nicht verspotten, so dann doch links liegenlassen? Manchmal bekommen wir Gott nur in den Blick, wenn wir einen Rettungsanker brauchen. Doch Christus will mehr sein: er will die lebendige Quelle für uns und in uns sein, keine Quelle des Todes, sondern eine Quelle des Lebens. „Mich dürstet!“ – hoffentlich spüren wir diesen Durst nach Leben, nach wahrem, wirklichem Leben.
„Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt 27,46-47) Kennen wir das, liebe Gemeinde, Verlassenheit? Allein gelassen zu werden, niemanden um sich zu haben, Freunde wenden sich ab, menschliche Beziehungen sind abgebrochen. Verlassenheit heißt: die Gefühle der inneren Leere wahrnehmen, leer sein, vor einem Abgrund stehen, in ein dunkles Loch schauen, das Dunkel greifbar vor Augen haben. Verlassenheit meint: allein unter der Last zu leiden, die Schwere der Last tragen, zusammenbrechen, hinfallen und liegen bleiben, sterben wollen, den Tod herbeisehnen, keinen Boden unter den Füßen haben. Verlassenheit heißt auch: zum Spielball der Spötter werden, die eigene Würde im Dreck liegen sehen, geschlagen werden, wehrlos sein, die Selbstachtung verlieren. Verlassenheit tut weh und macht Angst.
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Ist das das Rufen eines Verlassenen? Ruft das wirklich einer, der keine Beziehung mehr hat? Der Schrei des Verlassenen hat einen Adressaten. Auch und gerade in der Einsamkeit, in der Verlassenheit hält Jesus daran fest, dass Gott ihn hört und wahrnimmt. Auch in der Beziehungslosigkeit beharrt der Gekreuzigte darauf, dass da einer ist. Gott wird angerufen, beklagt, angeklagt. Mit seinem Kreuz zieht Jesus Gott in die dunkelsten Niederungen unserer Wirklichkeit, einer Wirklichkeit, die ohne Gott nicht auskommt. Gott lässt sich auf das ein, was keiner will und jeder und jede erleiden muss: das Sterben, das Ende, den letzten Atemzug. Gott kennt den Tod. Dieses Wort am Kreuz: kein Selbstgespräch, keine vor die Leute geworfene Klage, sondern auf Gottes Antwort wartendes Gebet. Vielleicht lesen Sie zu Hause noch einmal in Ruhe Psalm 22, dieser Psalm, aus dem diese Worte entnommen sind. Denn mit diesen Worten beginnt der Psalm 22: Mein Gott, mein Gott. Aber wenn Sie diesen Psalm als Ganzes lesen, werden Sie die Bewegung nachgehen können, den dieser Psalm geht: Von der Verlassenheit zu dem Bekenntnis: Den Herren sollen preisen, die ihn suchen. Aufleben soll euer Herz für immer. Von der Verlassenheit zum Leben, von der Klage des Einzelnen: „Ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort!“ zum Lobpreis der Völker, wenn es heißt: „Der Herr regiert als König; er herrscht über alle Völker!“ Von der Klage zum Lob. Vom Tod zum Leben. Von der Trauer zur Hoffnung.
„Amen, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein!“ (Lk23,41-43) Ich erinnere mich sehr deutlich, dass dieses Wort für mich als Kind und als Heranwachsender unendlich wichtig war. So grausam auch das Sterben und der Tod eines Menschen sein können, das Paradies wartet. Heute noch wirst du mit im Paradiese sein. Dieses Wort vom Kreuz ist den Menschen zugesagt, die ihr eigenes Kreuz kaum bewältigen können. Die wie Jesus darauf angewiesen sind, dass ihnen jemand hilft. Dieses Wort vom Kreuz ist ein Wort der Hoffnung für Hoffnungslose. Ein Wort des Trostes für Verzweifelte. Ein Wort des Lebens für die vom Tode Bedrohten. Ein Wort des Lebens mitten im Todesgeschehen. Und dieses Wort ist darum keine billige Vertröstung, weil es teuer erkauft ist – durch das Blut Jesu Christi. Es ist kein billiger Trost, weil der Sterbende, der gekreuzigte Gott dieses Wort vom Leben sagt.
Das Paradies: das ist kein Ort der Phantasie und keine Stadt, aus Träumen gemacht und gebaut, sondern das ist der Ort, wo die Liebe niemals aufhören wird. Der Ort, wo wir von Gott nicht mehr wie in einem Spiegel und allein rätselhafte Umrisse sehen, sondern dann schauen wir Gott von Angesicht zu Angesicht und werden ihn durch und durch erkennen, so wie wir jetzt schon erkannt worden sind. Das Paradies ist der Ort der Gottesbegegnung! Der Ort der wahren Gotteserkenntnis! Das, was einst im Garten Eden nicht hat sollen sein, wird sich hier erfüllen.
„Es ist vollbracht!“ (Joh 19,30) Dieses Wort steht am Ende eines heilbringenden und spannungsgeladenen Lebens. Jesus beendet sein eigenes Leben mit dem Wort: Es ist vollbracht. Es klingt wie ein Seufzer, wie ein letzter, leiser Aufschrei nach Erlösung von einem gescheiterten Leben und einem qualvollen Todeskampf. Es ist der Schlusspunkt eines Lebens, das aus Liebe zu den Menschen bestand.
Sein Leben hat Höhen und Tiefen gekannt. Da sind die Augenblicke, in denen die Menschen zu ihm kommen, um sein Wort zu hören und sich von ihm heilen zu lassen. Es gibt die Erfahrung, dass die Menschen ihm zujubeln und ihn als König verehren. Hinzu kommen die negativen Lebenserfahrungen: die Auseinandersetzungen mit der Obrigkeit, die Streitigkeiten mit den Schriftgelehrten und Pharisäern. Sie spitzen sich zu und haben ihren Höhepunkt in den Rufen nach dem Kreuz und dem Tod. Das Wort „Es ist vollbracht“ beinhaltet Resignation, ist aber auch ein verbales Zeichen für ein konsequentes Leben bis zum Ende. Mit diesem Wort legt Jesus sein ganzes Leben in die Hände Gottes. Er nimmt sein Leben und seinen Tod an. Der Tod gehört zu seinem Leben.
Aber Gott ist kein Gott des Todes, sondern des Lebens. Der Tod Jesu ist der Durchgang zum Leben, zum ewigen Leben. Jesus hat in seinem Leben die Liebe in seinen Taten konkretisiert und erfahrbar gemacht. Nun vollendet es Gott durch die Auferstehung. Am Ende des Lebens steht nicht der Tod, sondern das ewige Leben in Gott. Das Wort Jesu am Kreuz ist ein Ruf am Übergang vom Tod zum Leben oder von der Vergangenheit und Gegenwart in die Zukunft. Amen.
Predigt, gehalten Karfreitag 2007 in Herford
Quelle: Predigt-Archiv auf der Homepage der Ev.-ref. Petri-Kirchengemeinde in Herford
Bild: jazzman, „Lebensraum?“, CC-Lizenz (BY 2.0), www.piqs.de
Wolfram Kötter


