Termine

Reformationsdekade 2012: Reformation und Musik
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps


Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.

Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik


WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.

Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.

Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.

Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.

Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.

''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück


''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012

''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein ­lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.

Symbol für Schutz und Wärme
Kirchengemeinde Horn stellt neues Antependium am Aschermittwoch vor
Horn. Ein neues, symbolträchtiges Antependium wird die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Horn im Gottesdienst am Aschermittwoch, 22. Februar, vorstellen. Antependien heißen die Schmucktischdecken für Abendmahltisch und Kanzel. Sie sollen mit ihren Farben und Symbolen die besondere Atmosphäre der jeweiligen Sonntage im Kirchenjahr verdeutlichen.

Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.

35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.

Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.

Die Sterne lügen nicht
Marktplatzgespräche in Detmold: Astrologie und Glaube
Detmold. Warum lesen Menschen Horoskope? Ist die Astrologie einfach handfester als christliches Gottvertrauen? Haben die Sterne wirklich Einfluss auf unser Leben oder ist das schlicht Aberglaube? Das Bildungsreferat der Lippischen Landeskirche und die ev.-ref. Kirchengemeinde Detmold-Ost laden zu einem Abend im Rahmen der Reihe „Marktplatzgespräche“ am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr in das Gemeindehaus am Markt ein.

Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012


Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)

Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion

Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.

Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)

Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden

Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.

Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.

Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.

''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf

Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)


''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012

Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.

Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.

6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012


Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.

Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz


GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.

Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf

Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.


Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant


''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentags­präsidium in Erfurt beschlossen.

450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013


Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn


Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.



Psalm 51, 12-14

''Wir sehen schon die Lichter und hören die Musik''. Von Gerrit Noltensmeier, Detmold

Johannes Brahms (1833-1897) um 1853

Lieben Sie Brahms? Seine Motette nach dem 51. Psalm? Lieben Sie Psalmen? "Johannes Calvin hat einmal gesagt, Gott selbst habe die Psalmen seinem Volk in den Mund gelegt. So hat Gott den Sprachlosen Worte gegeben, den Unmusikalischen Lieder ..."

Predigt von Landessuperintendent Gerrit Noltensmeier im Abschlussgottesdienst der 3. Tagung der 10. Synode der EKD Magdeburg, 7. - 12. November 2004. Vor der Predigt sang der Magdeburger Kantatenchor die Motette "Schaffe in mir Gott ein rein' Herz" von Johannes Brahms.

12 Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, beständigen Geist.
13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir.
14 Erfreue mich wieder mit deiner Hilfe, und mit einem willigen Geist rüste mich aus.
(Ps. 51,12-14)

I.
Ein Gebet zur guten Nacht. Eine große Bitte im Angesicht der Dunkelheit in uns und um uns. "Die Nacht, des Tages Feind."

So weit es an mir ist, sind da noch zwei Fragen am heutigen Abend. Ich war lange unsicher, ob ich die erste Frage hier stellen sollte; im Horizont all der anderen Fragen, die uns bei der Synode beschäftigt haben, im Horizont der Gewissheit, die uns eben noch zugesprochen wurde: "Es ströme das Recht wie Wasser!" Könnte sie ein wenig belanglos erscheinen, eine Bagatelle, geschmäcklerisch? Unverbindlich? Nach dem aber, was wir eben vom Kantatenchor gehört haben, stelle ich die Frage ohne Zögern und ganz beherzt: Lieben Sie Brahms? Wir könnten es auch französisch sagen mit dem Titel jener bittersüßen Liebesgeschichte von einst, deren Autorin unlängst gestorben ist: Aimez vous Brahms? Aber die Fortsetzungsgeschichte wäre dann heute Abend nicht überschrieben "Bonjour tristesse", sondern eher "Bonsoir les psaumes", guten Abend ihr Psalmen. Oder: "Bienvenu Saint Esprit", sei uns willkommen, Heiliger Geist.

II.
Lieben Sie Brahms und die Klänge, die eben für uns gesungen wurden, seine Musik? Die Motette nach dem 51. Psalm ist ein frühes Werk. Brahms hat die Komposition in Detmold begonnen. Ich kann mir nicht verkneifen, dies zu sagen. Und mit verhaltenem Vergnügen halte ich fest, auch in solchen Provinzen gibt es die Inspiration zum Musizieren, lassen Worte der Heiligen Schrift komponieren, gibt es die Felder, auf denen das kulturelle Leben wächst und blüht. Johannes Brahms: Bei den alten Meistern hatte er sich umgetan, bei Palestrina und Heinrich Schütz zum Beispiel. Bei den Alten ist der junge Mann in die Schule gegangen, ihre Kunst zu studieren. Aber nun klingt es bei ihm anders, unverwechselbar und neu. So grüßt uns unser Schwerpunktthema noch einmal gleichsam von Ferne: Die Generationen. Da gibt es in der Abfolge der Generationen Abhängigkeit und Freiheit, Überlieferung und neues Gelingen, den Respekt vor den Alten und den Mut zum unverwechselbar Neuen. Höchst anspruchsvoll ist die Sprache der Formen in dieser Motette: Kontrapunkt und Kanon, das Gefüge vielstimmiger Sätze und die Fuge, Melodien - mal innig wie ein Wiegenlied, mal mit energischem Temperament. Aber die Strenge der Form verbindet sich mit der Tiefe des Empfindens: Selbstzweifel, Buße, Jubel... Gefühle voll Schwermut, Freude und Trost. So sollen sich Räson und Disziplin mit den Gefühlen von Wehmut und Sehnsucht verbinden, die Beherrschung der Form mit der inständigen Bitte. Haben Worte Klänge gesucht? Haben Klänge ihren Text gefunden? Also: Lieben Sie Brahms? Oder lieben Sie Palestrina oder Penderetzky, gregorianische Gesänge oder Gospelmusik, die Lieder aus Taizé und die Choräle von einst? Lieben Sie es, wenn sich Worte des Glaubens mit Klängen verbinden, wie es war im Anfang? Lieben Sie es, wenn der Chor zum Inbegriff der schön und vielstimmig singenden Gemeinde wird und wir zum Inbegriff der hörenden Gemeinde werden? Wir werden Menschen, deren Herz empfänglich ist und vernehmen möchte und erquickt wird. Und der Geist wird erfrischt.

Ganz kurz nur und ein wenig zurückhaltend möchte ich Ihnen erzählen, wie es in Detmold war, nein, nicht in den Zeiten von Johannes Brahms, aber doch einige Jahrzehnte zurück. Der Junge war fast schon erwachsen. Oder war der Mann halt noch sehr, sehr jung? Er sang im Hochschulchor seiner Stadt, im ersten Bass, dritte Reihe rechts. Und sie sangen Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem nach den Worten der Heiligen Schrift. Und er sang und hörte mit heißem Herzen, staunend, ergriffen. Dann kaufte er sich die Langspielplatte, 25 cm, Dietrich Fischer-Dieskau, Brahms, vier ernste Gesänge nach Texten der Bibel. Und der Pfarrerssohn betrat mit den Klängen von Johannes Brahms die biblischen Welten ganz neu, erkundete diese Welten mit Brahms und später auch ohne Brahms und hat sie nicht mehr verlassen; später waren sie ihm noch lieber als die Musik des großen Komponisten. Später erfuhr er oft, dass die einen als Musikanten kommen, um ein Konzert zu geben, dass die anderen kommen, um Publikum zu sein - und miteinander werden sie Gemeinde, die das Lob Gottes singt an den Abgründen der Welt und unter einem offenen Himmel.

Johannes Brahms, - ein Mann der Kirche ist er nicht gewesen. Gewiss nicht. Aber die Worte der Heiligen Schrift waren ihm nahe ein Leben lang, die Psalmen zumal.

Bei Fulbert Steffensky habe ich im Lesebuch zu unserem Schwerpunktthema ganz hinten gelesen - über die Alten oder sollen wir freundlicher sagen über die Senioren, die also nicht ganz alt sind, nur eben älter. Steffensky: "Man stellt mit Schmerzen fest, dass die Welt, in der man gelebt, geliebt, geweint hat, schon untergegangen ist, und dass die eigenen Kinder und Enkel in ganz anderen Welten leben. Man versteht die Musik nicht mehr, die sie lieben. Man versteht die Bücher nicht mehr, die sie lesen. Sie sprechen eine andere Sprache als die Alten. Sie kennen die Psalmen und Lieder nicht, die uns ein Leben lang getröstet haben. Dazu gebrauchen sie den Konjunktiv falsch..." Das mit dem Konjunktiv ginge ja noch. Aber Welten ohne Brahms? Das wäre schade. Und Welten ohne die Psalmen? Das wäre bitter. Doch bin ich mir gar nicht so sicher, ob Steffensky, den wir so sehr schätzen, auch mit dem, was wir eben zitiert haben, wirklich recht hat. Ich höre aus den Grundschulen, dass dort kleine Kinder ihre Ängste in den Bildern der Psalmen wiederfinden und zugleich seltsam getröstet sind. Und ich denke an die jungen Menschen, die mir in meinen früheren Aufgaben, in dem bürgerlichen Beruf des Gemeindepastors begegnet sind: Sie kamen, ohne die Psalmen zu kennen. Konfirmandinnen und Konfirmanden. Aber als es darum ging, für den großen, festlichen Tag der Konfirmation oder für ein ganzes Leben Worte der Heiligen Schrift zu wählen, da wählten sie oft die Psalmen. Nur mühsam und stockend konnten sie erklären, was sie in diesen Worten berührt hatte: Es waren die Welten des Vertrauens, die sie nicht hinter sich lassen wollten. Vielleicht handelt es sich bei diesen Liedern ja - sagen wir einmal - um "multilokale Mehrgenerationen-Gedichte"... Ganz sicher aber bin ich, auch bei den Kommenden und Künftigen werden die Bitten, wie auch immer formuliert, im Herzen lebendig sein: Schaffe in uns Gott ein reines Herz und gib uns einen neuen beständigen Geist...

III.
Zwei Fragen sollten es sein. Nun also die zweite: Lieben Sie Psalmen? Auch diesen hier, den 51. Psalm? Und lieben Sie die Bitte um das reine Herz? Johannes Calvin hat einmal gesagt, Gott selbst habe die Psalmen seinem Volk in den Mund gelegt. So hat Gott den Sprachlosen Worte gegeben, den Unmusikalischen Lieder, den Eifrigen hat er die Stille des Hörens aufgetan, den Einsamen Gemeinschaft geschenkt, den Verbitterten geht das Herz auf, den Verkniffenen öffnet er die Lippen, und eine Synode singt Tag für Tag, am Morgen und am Abend.

Am Anfang des Psalms findet sich eine eigentümliche Zeitangabe, eine bemerkenswerte Ortsbestimmung: "Ein Psalm Davids. Vorzusingen. Als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Batseba eingegangen war." Wir kennen die Geschichte: Es ist ein heißes Begehren im Herzen eines großen Königs, und er hat die Macht zu exekutieren, was er ersehnt. Er nimmt sich die Frau eines anderen. Macht sie es ihm leicht? Weigert sie sich? Und der Ehemann der Frau? Der Feldherr fällt auf dem Feld der Ehre in vorderster Front. Das ist die offizielle Lesart. Aber man weiß Bescheid. Dem Paar wird ein Sohn geboren, Salomo. Die Fertilitätskrise muss man in diesem Haus nicht fürchten. Und dann kommt der Prophet des ewigen Gottes und sagt dem König: Du bist der Mann... Ein König aber beginnt zu bitten: Schaffe du Gott ein reines Herz. Wir verstehen uns recht: Diese Angaben verschieben unser Lied nicht ins Gestern der Historie. Sie machen deutlich, das Gebet, das Lied hat seinen Lebensbezug. Gewiss, dies ist auch Liturgie und schwingt sich weit hinaus über das Schicksal der Einzelnen. Aber dann ist es wieder konkret, dringlich, mit der Leidenschaft des Herzens vor Gott getragen. Schaffe Gott... Als sollten Könige und Bettler, Minister und Synodale das Zutrauen zur Schöpferkraft Gottes lernen und üben, das in solchen Bitten lebendig ist. Denn was ist schwerer: Am Morgen der Welt, als alles im Anfang war, eine Welt und das Leben zu erschaffen, zu sagen: "Es werde", oder unser Herz zu reinigen und unseren Geist neu und gewiss zu machen? Im hebräischen steht da das Wort "bara", mit dem die Bibel im Bekenntnis zu Gott, dem Schöpfer beginnt. Er schafft im Chaos das Leben und den Kosmos, in den Welten des Todes die Auferstehung, in aller Schuld wirkt er die Vergebung, einer geängsteten und verwirrten, geschäftigen und produktiven Kirche schenkt er Trost und Freude. Verwirf uns nicht.

Das reine Herz - ihm ist der Stolz vergangen, mit dem wir uns ans Eigene verlieren und verblendet meinen, unser Authentisch-Sein könne die Wahrheit tragen. Dem reinen Herzen ist die Verzagtheit ausgetrieben mit ihrer Tristesse, mit Gier und Zynismus, mit Routine und Resignation. Das reine Herz ist ganz und gar empfänglich, will vom Vertrauen beseelt sein auf dass Glaube wächst und Leben sich entfaltet.

Lieben Sie also Psalmen? Den 9. November haben wir mit einem Psalm begonnen. Den 11.11. und unsere Synode beschließen wir mit einem Psalm.

Schaffe du Gott... Das ist die Bitte am Ende. Gib du und tröste du. Wir bringen dir Worte und Wörter, bringen dir die Anstrengungen, die Bemühungen, ja sogar die Lobbyarbeit, unseren Stolz und unser Verzagtsein. Du kennst unser Herz. Du bist größer als unser Herz. So höre uns, wenn wir mit kindlichem Vertrauen singen und bitten, das Beichtgebet deines Volkes neu sprechen: Verwirf uns nicht.

Lieben Sie Brahms? Und haben Sie gehört, dass am Schluss der Motette in den Bitten der Jubel der Erfüllung zu hören ist? So treten wir gleich an den Tisch des Glaubens, zu feiern das heilige Mahl, kommen mit Sehnsucht und sind zugleich reich beschenkt. "Wir sehen schon die Lichter und hören die Musik." Amen.

Quelle: Homepage der EKD 


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