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Synode fordert Kehrtwende in globaler Ernährungspolitik
Die Evangelisch-reformierte Kirche will sich näher mit den weltweiten Zusammenhängen beschäftigen
Auf ihrer Gesamtsynode in Emden appellierten die Kirchenparlamentarier an Verantwortliche in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft alles zu unternehmen, um eine humanitäre Katastrophe abzuwenden. Die Kirche selbst beauftragte ihren Globalisierungsausschuss mit der näheren Analyse der Zusammenhänge und mit dem Vorschlag von konkreten Maßnahmen, die die Kirche treffen könne.
Die Evanglisch-reformierte Kirche hat eine Kehrtwende in der globalen Ernährungspolitik gefordert. Auf ihrer Gesamtsynode in Emden appellierten die Kirchenparlamentarier an Verantwortliche in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft alles zu unternehmen, um eine humanitäre Katastrophe abzuwenden. „Das Elend in der Welt kann uns nicht gleichgültig sein", sagte der reformierte Vizepräsident Johann Weusmann angesichts der aktuellen Nahrungsmittelknappheit weltweit. Die Synode beauftragte den Globalisierungsausschuss in Abstimmung mit dem Diakonieausschuss, die Nahrungssituation weltweit zu analysieren und der Kirchenleitung Handlungsoptionen vorzulegen.
Weusmann warnte vor der Synode, dass durch die Nahrungsmittelkrise weltweit 100 Millionen Menschen in den Abgrund rutschen könnten, 33 Staaten drohten im Chaos zu versinken. Der UN-Sonderbeauftrage für Ernährungssicherheit fordere, dass 500 Millionen Dollar Soforthilfe notwendendig seien.
Experten zufolge gibt es viele Gründe für die globale Nahrungskrise. Dazu gehören der Anbau von Pflanzen für Bio-Kraftstoffe, der daraus folgende Import teuerer Lebensmittel aus dem Ausland, die steigende Nachfrage nach Nahrung in China und Indien, sowie der Klimawandel mit schlechten Ernten.
Bis vor wenigen Jahren galten Hungersnöte und Mangelernährung weltweit als überwindbar, sagte Weusmann. Der Kampf ums tägliche Brot habe in vielen Ländern bereits zu Krawallen und Plünderungen geführt.
Zuvor hatten sich die Synodalen über die Arbeit von „Brot für die Welt" informiert. Das Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland wird 50 Jahre alt. Der stellvertretende Vorsitzende des Diakonieausschusses, Präses Manfred Meyer aus der Grafschaft Bentheim, stellte die Bedeutung von Brot für die Welt für die Diakonie der Evangelisch-reformierten Kirche heraus. So stehe die Diakoniekonferenz im Oktober des Jahres in der Gemeinde Jennelt im Zentrum der Jubiläumsspendenaktion „Den Armen Gerechtigkeit - 50 Jahre Brot für die Welt". Die Direktorin von Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel habe ihr Kommen angesagt.
Weiter unterstütze das Diakonische Werk der Kirche die Aktivitäten von „Brot für die Welt" im Jahr 2009. So haben sich bereits die Gemeinden Emden, Leer und Uelsen als Anlaufstätten des Brotmobils beworben. Außerdem würden sogenannte „Brotbotschafter/innen" gesucht.
Ulf Preuß, Pressesprecher der Evangelisch-reformierten Kirche
