Termine

Reformationsdekade 2012: Reformation und Musik
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps


Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.

Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik


WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.

Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.

Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.

Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.

Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.

''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück


''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012

''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein ­lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.

Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.

35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.

Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.

Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012


Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)

Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion

Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.

Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)

Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden

Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.

Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.

Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.

''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf

Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)


''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012

Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.

Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.

6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012


Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.

Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz


GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.

Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf

Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.


Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant


''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentags­präsidium in Erfurt beschlossen.

450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013


Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn


Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.



Römer 8, 26-30 (Exaudi)

Das Glaubenswissen: Nichtwissen und Orientierungswissen. Von Wilhelm Hüffmeier, Berlin. Predigt auf dem Karl Barth Symposion vom 1. bis 4. Mai 2008 in Emden.

©Andreas Olbrich

Auf unser demütiges "Wir wissen nicht" antwortet Gott ein freundlich zusprechendes "Ich weiß". "Und die Gewissheit, dass Gott uns versteht, das Vertrauen darauf, dass wir eben nicht erschrecken müssen, das ist der Heilige Geist in uns", der „beste Freund des gesunden Menschenverstands“, das „Band der Liebe“.

Predigt über Römer 8,26-30 am 4. Mai 2008 in der Schweizer Kirche in Emden anlässlich des Internationalen Symposions „Karl Barth im europäischen Zeitgeschehen (1935-1950): Widerstand – Bewährung – Orientierung“. Während des Gottesdienstes fand eine Taufe statt.

Liebe Gemeinde,
Wissen oder gar Wissenschaft, – das ist so ein stolzes Kenn- und Schlagwort der modernen Gesellschaft und des modernen Menschen; ein Wort, das Zeitgenossen – ich wohne in Potsdam mit über 80% Konfessionslosen, darunter vielen Wissenschaftsgläubigen, – auch mal ironisch oder gar höhnisch gegen den Glauben wenden können. Glauben ist nicht Wissen, sagen sie dann triumphierend. Der christliche Glaube hat aber auch ein Wissen. Gleich dreimal kommt in unserem Text dieses Wort vor. Und heute Morgen gehört neben der Tauffamilie und denen, die hier in der Gemeinde zuhause sind, zur gottesdienstlichen Versammlung noch eine große internationale Riege von „Glaubenswissenschaftlern“. Grund genug, über das Glaubenswissen predigen.

Dabei ist uns allen wohl klar, dass mit Wissen nicht bloß eine Ansammlung von Fakten, Daten und Informationen gemeint ist. Also nicht einfach das Arsenal von Wikipedia, das allein unter diesem Stichwort Wissen über 12 Millionen Worte anzeigt. „Vielwissen macht noch keinen Verstand“, sagt der Philosoph Heraklit. Das griechische Wort für Wissen hat vielmehr wie das deutsche mit Sehen zu tun, genauer mit „Gesehenhaben“, also eine Einsicht, eine Perspektive auf die Wahrheit gewonnen haben; man könnte auch sagen: Orientierungswissen.

Paulus beginnt freilich mit einem demütig-bescheidenen „Wir wissen nicht“. Für den Abschluss einer wissenschaftlichen Tagung muss das wie ein Paukenschlag der Ernüchterung klingen. Aber wir sind ja Theologen, wir sind dialektisch geschult, wir wissen (hoffentlich), was wir nicht wissen, aber doch wissen sollen und geben gerade darin Gott die Ehre. Dennoch: „Wir wissen nicht, was wir beten sollen“? Haben wir nicht die Psalmen – ihre Reformierten zumal? Sagt uns nicht das Gebet des Herrn, das Vaterunser, was und wie recht zu beten ist? Und was ist mit den vielen Sammlungen von Gebeten, dem Evangelischen Gottesdienstbuch und der Reformierten Liturgie? Überall wird doch fleißig gebetet und nun dies: „Wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt“. Wie sollen wir das verstehen?

Weltsituationsbezogen? Weil uns angesichts der plötzlich wieder hochaktuellen Frage, wie die Welt ihre Menschen ernähren kann, die Vaterunserbitte „Gib uns unser täglich Brot“ im Halse stecken bleibt, wenn wir daran denken, dass Korn statt ins Brot in den Tank geht? Oder ich denke an den „Zug der Erinnerung“ mit den herzzerreißenden Bildern der in den Tod geschickten jüdischen Kinder, der zurzeit durch Deutschland fährt. Das kann einem schon alles Singen und Reden und Beten verschlagen. Oder ist an die Pastoren ohne Agende gedacht, die Mühe haben mit dem freien Gebet? Doch: Geht es mit den bekannten Gebeten besser?

Vom mittelalterlichen Theologen Bernhard von Clairvaux wird erzählt, er sei bei einer Visitationsreise mit einem Bauern ins Gespräch über das Beten gekommen und dabei habe Bernhard geklagt, wie schwer doch das Beten sei. Als der Bauer ihm widersprach und behauptete, nichts sei leichter als ein Vaterunser zu beten, habe der Theologe ihm versprochen, ihm solle sein Pferd gehören, wenn es ihm gelinge, das Vaterunser ohne einen abirrenden Nebengedanken zu beten. Daraufhin sei der Bauer ein Stück zur Seite gegangen, um still das Vaterunser zu sprechen. Kurz darauf sei er aufgeschreckt und habe Bernhard gestanden, kaum habe er begonnen, da sei ihm die Frage gekommen, ob er zum Pferd wohl auch das Zaumzeug dazu bekäme.

Fromme Legende? Vielleicht! Psychologisch jedenfalls nicht ganz von der Hand zu weisen. Doch Paulus denkt hier nicht psychologisch. Eher redet er bezogen auf die Weltsituation. Gerade hat er vom tiefen Seufzen der ganzen Schöpfung und ihrer Sehnsucht der Kreatur nach wahrer Freiheit gesprochen, eben auch der Freiheit zum rechten Gebet. Vor allem aber denkt der Apostel von Gott her und auf ihn hin. Es ist so, liebe Gemeinde, es liegt an Gott selber, dass wir nicht zu beten wissen, wie sich’s gebührt.

Vielleicht haben wir ja noch ein Gespür dafür, wie unerhört es eigentlich ist, zu meinen, Gott, der Herrscher über das ganze Weltall, höre auf uns mit unseren Anliegen, auf dich und mich. Wer etwas von der Größe Gottes weiß, der merkt auch etwas von der Verwegenheit jedes Gebets. Er oder sie spürt plötzlich, dass wir nicht wissen, wie wir angemessen mit Gott zu reden haben. Dieser unendliche, dieser unermessliche Größenunterschied zwischen Gott und Mensch kann einem wirklich die Sprache verschlagen, wenn man zu ihm reden will.

Damit sind wir beim Zweiten, bei dem „Er weiß“; „der aber die Herzen erforscht, weiß, worauf der Sinn des Geistes gerichtet ist“. Nicht unser Geist ist gemeint, sondern der Heilige Geist. Und nun, liebe Gemeinde, denke ich, die Taufgesellschaft regt ja dazu an, nun denke ich an ein kleines Kind, das einen erwachsenen Menschen etwas bitten will. Ein Kind, das noch nicht so recht Vertrauen gefunden hat zu den Erwachsenen. Ein Kind, das vielleicht etwas Angst hat, wenn es seine Bitte stellen soll. Es fürchtet sich, der erwachsene, der allzu große Mensch würde es nicht recht verstehen. Und wenn es anfängt, seine Bitte zu äußern, gerät es ins Stammeln. Es kann es nicht so recht sagen, wie es sich’s gedacht hat. Es wird rot und schämt sich. Und der Erwachsene, wenn’s ein Mensch ist, der Kinder liebhat, der versteht das Kind. Er nimmt es zu sich und sagt: „Ich weiß, was du willst, das ist es“. Und das Kind spürt, es braucht gar nicht so genau zu sagen, was es meint. Es ist erleichtert. Der große Mensch hat es verstanden. Es ist aufgehoben im Verständnis des Erwachsenen.

Unversehens hat auf das demütige „Wir wissen nicht“ ein freundlich zusprechendes „Ich weiß“ geantwortet. Mir scheint, dass das ein Modell ist für unseren Umgang mit Gott. Da, wo wir selbst nicht mehr wissen, wie wir reden sollen mit Gott, wo es uns die Sprache verschlägt, da sollen wir spüren, dass Gott uns längst schon verstanden hat. Wir brauchen nicht alles recht zu sagen. Wir können ruhig stammeln oder seufzen, heimlich oder laut vernehmlich. Gott begreift, worum es uns geht. Und die Gewissheit, dass Gott uns versteht, das Vertrauen darauf, dass wir eben nicht erschrecken müssen, das ist der Heilige Geist in uns. Er verbindet den hohen Himmel und die abgründige Erde, er verbindet Gott und den Menschen. Das ist sein Werk: zu verbinden. Deshalb heißt er seit alters vinculum caritatis, das Band der Liebe. So ist er die Kraft Gottes bei uns. Er vertritt uns bei Gott und sei es, dass er mit unaussprechlichem Seufzen weitergibt, was er bei uns hört und sieht.

Der Heilige Geist verbindet. Er verbindet auch die Gegenwart mit der Zukunft. Damit sind wir beim Dritten. Wenn der, der mich bei Gott vertritt, auch meine Zukunft ist, dann kann gelten: „Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen“. Eine schöne, eine lebensförderliche Gewissheit enthält dieser Satz. Nicht dass damit die Wirklichkeit schön geredet wird. Sie bleibt voll von Ach und Weh, voll von heimlichen Seufzern und lauten Notschreien. Das Kreuz Christi ist deren unauslöschliches Symbol. Nein, das Wissen des Glaubens ist kein blinder, kein weltvergessener Optimismus. Es ist die Gewissheit derer, die Gott lieben. Doch wie kommt er zur Gottesliebe? Und wer ist es, der Gott liebt?

Paulus antwortet: „die berufen sind nach seinem Ratschluss“. Zur Gottesliebe kann man sich nicht einfach entschließen wie zu einem Spaziergang oder einem Kinobesuch. Die Liebe zu Gott wird uns wie der Glaube zugespielt, sie ist Antwort auf eine Zuwendung, eine Anrede, einen Ruf. Was ein Ruf ist, das weiß wohl kaum jemand besser als die hier auch versammelten Professoren, Assistenten und Privatdozenten. Berufungsliste, Berufung, Berufungsverhandlungen, ordentlicher öffentlicher Professor – das ist geradezu ein Lebenshöhepunkt, in dem – mit Paulus zu sprechen – Vorherbestimmung, Erwählung, Rechtfertigung und Verherrlichung in eins fallen. Doch ehe jemand auf so eine Liste kommt, hat er sich ordentlich anstrengen müssen. 10% Begabung, 90% Arbeit heißt hier die Parole. Ein Untätiger wird jedenfalls nicht zum Professor berufen. Übrigens auch nicht zum Pastor. Anders die gerade getaufte Alina Marie, zu der Christus spricht: „Ich habe dich erlöst, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein“. Gar nichts hat sie dazu und dafür getan und doch ist sie berufen. Das ist die Gnade der Erwählung. Und seinen Erwählten kann Gott nicht genug Gutes tun: er rechtfertigt sie, er macht sie herrlich.

Eine Gemeinsamkeit gibt es nun freilich doch zwischen der akademischen und der christlichen Berufung. Sie haben ein ähnliches Ziel. Beide berufen in eine bestimmte Gemeinschaft, in die Gemeinschaft der Lehrenden und Lernenden oder in die Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern, deren Erstgeborener Christus selber ist. Wissen, sagte ich anfangs, wurzelt in einem Gesehenhaben. Das Glaubenswissen hat seinen Grund und sein Ziel darin, Christus gesehen zu haben, wie ihn die Bibel bezeugt, und von seinem Bild nicht mehr loskommen, ihm entsprechen zu wollen. Christus – den Prediger auf dem Berg, der tut, was er sagt, Christus, den Freund der Freund- und Freudlosen, Christus, den Leidenden und Gekreuzigten, Christus den Verherrlichten. Wir sehen ihn, indem wir ihn hören und wer ihn hört, der will bei ihm bleiben. So wird man ordentlicher öffentlicher Christ. Das ist unsere Hoffnung auch für Alina Marie.

Damit ist jeder von uns allerdings in eine Spannung versetzt zwischen dem, der er ist, und dem, der er wird. Verbinden, sagte ich, sei das Werk des Heiligen Geistes. Er verbindet nicht nur Gott und Mensch, er verbindet nicht nur Mensch und Mensch, er verbindet auch mich mit mir selbst.

Mich mit mir selbst verbinden? Das, liebe Gemeinde, kennen wir doch auch, dass wir mit uns selber in Zerrissenheit leben und erschrecken können über die dunklen Seiten, die auch in uns drin sind. Man scheint auseinander zu fallen. Nicht nur manchmal in Träumen, auch in der Wirklichkeit. Umso überwältigender ist es, in Christus all der hellen, der positiven Möglichkeiten des Menschseins innezuwerden. Durch sie Mensch zu werden, dazu sind wir berufen. Das ist unser Weg zur Verherrlichung. Deshalb verbindet uns der Geist immer aufs Neue mit ihm. Davon lässt er nicht, sonst müsste er sich selbst aufgeben. Ein paar neutestamentliche Textzeugen haben das erkannt und deshalb den alles Glaubenswissen zusammenfassenden Satz so wiedergegeben: „Denen, die Gott lieben, wirkt Gott selber alle Dinge zum Besten.“ Das ist Gott der Heilige Geist. Auf diese Textzeugen stößt man freilich nur, wenn man historisch-kritische Forschung treibt. Sie kann die Predigt reicher machen.

Vielwissen macht freilich noch keinen Verstand. Anders ist es mit dem demütig bescheidenen „Nichtwissen“ und dem hoch erfreuten „Wissen“ des Glaubens. Die machen verständig. Diese Perspektive auf die Wahrheit ist Orientierungswissen im besten Sinn des Wortes. Kein Wunder, dass der selige Karl Barth den Heiligen Geist gelegentlich den besten Freund des gesunden Menschenverstands nennen konnte. Amen!


Pfarrer Dr. Wilhelm Hüffmeier, bis 2006 Leiter der Kichenkanzlei der Union Evangelischer Kirchen (UEK)
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