Aktuelle Termine


Viel-fältiges Lächen - Lebensfreude im Alter
20. Mai bis zum 20. Oktober: Ausstellung in Groothusen
Bilder der Lebensfreude, fotografiert von Marina Franssen-Triebner/Emden


Wer glaubt, übernimmt auch gesellschaftliche Verantwortung
NRW-Kirchen eröffnen in Wittenberg Pavillon zur Barmer Erklärung
Wittenberg. Welche Orientierung gibt der christliche Glaube für unser Leben im Hier und Jetzt? Dieser Kernfrage der Reformation begegnen Besucherinnen und Besucher der Lutherstadt Wittenberg in einem Pavillon, den die evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen zur dortigen Weltausstellung schicken. Sein Thema: „Gelebte Reformation – Die Barmer Theologische Erklärung“.


Konfirmation – ein Kind der Reformation
21. Mai 2017 bis 31. August 2017: Sonderausstellung im Deutschen Hugenotten-Museum Bad Karlshafen
Für das Reformationsgedenkjahr 2017 ist im Deutschen Hugenotten-Museum Bad Karlshafen eine Sonderausstellung mit dem Titel „Konfirmation – ein Kind der Reformation“ geplant. Der Straßburger Reformator Martin Bucer hat als Berater des Hessischen Landgrafen Philipp des Großmütigen die Einführung der Konfirmation in Hessen angeregt. Die Konfirmation sollte als „Taufergänzung“ dienen, um den jungen Menschen Gelegenheit geben, ihren Glauben zu bekennen, was bei der Kindertaufe noch nicht möglich war.


Kirchentag 2017 - Reformierten-Treff im reformHaus
24. bis 28. Mai 2017 in Berlin: Deutscher Evangelischer Kirchentag mit einem internationalen Begegnungsort am Gendarmenmarkt
aktuelles Programm zum Download


Unsere grossen Wörter. Reformatorische ReVisionen
20. Februar bis 29. Mai 2017: öffentliche Ringvorlesung in Bern
Gerechtigkeit / Rechtfertigung - Freiheit / Befreiung - Gnade - Glaube und Werke - Sünde - Schöpfung - Erwählung - Bild / Wort - Wahrheit - Liebe - das Böse - Gericht - Leib / Fleisch - Ewigkeit


Reformation und Flucht - Emden und die Glaubensflüchtlinge im 16. Jahrhundert
14. Mai bis 05. Nov. 2017
Gemeinsame Ausstellung der Johannes a Lasco Bibliothek und des Ostfriesischen Landesmuseums Emden


Singet dem Herrn ein neues Lied
Gesprächskonzert am 31. Mai, 19.30 Uhr in Detmold
Johann Rosenmüller Ensemble - Musik des 16. und 17. Jahrhunderts in Lippe – Karten jetzt erhältlich


Johannes Calvin. Leben und Werk eines europäischen Reformators
Sonderausstellung im Stadtarchiv Celle
Zur Eröffnung im Stadtarchiv (Westerceller Straße 4) am Dienstag, 4. April 2017, um 17.30 Uhr spricht Pastor Klaus Bröhenhorst aus Hildesheim.


Freiheit und Demokratie - Der Beitrag der Kirchen in Deutschland und Südafrika
Mittwoch, 7. Juni, 19.30 Uhr: Podiumsdiskussion in Heiden
Kreis Lippe/Lage-Heiden. Zum Thema „Freiheit und Demokratie. Der Beitrag der Kirchen in Deutschland und Südafrika“ laden die Lippische Landeskirche und die ev.-ref. Kirchengemeinde Heiden am Mittwoch, 7. Juni, um 19.30 Uhr zu einer Podiumsdiskussion in das Alte Pfarrhaus Heiden (Lage, Kirchplatz 8) ein.


Neugieriges Denken. Die Theologie Hans-Georg Geyers
9. bis 10. Juni: Tagung in der Evangelischen Akademie Frankfurt
Anmeldung bis zum 13. Mai


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Die Rede vom Traditionsabbruch - eine selbstzerstörerische Verharmlosung?!

Zum 70. Geburtstag der Barmer Theologischen Erklärung

Ein Plädoyer, sich von der Freiheit und Entschiedenheit der Barmer Synode anstecken zu lassen. Von Michael Weinrich.

Die Barmer theologische Erklärung feiert ihren 70. Geburtstag. Am 31. Mai 1934 hat die legendäre Bekenntnissynode in Wuppertal-Barmen nach intensiven Auseinandersetzungen jene berühmten sechs Bekräftigungen und Verwerfungen verabschiedet. Heute spielen die theologisch markanten Thesen ebenso wie die mit ihr verbundene Theologie zumindest in Deutschland kaum noch eine Rolle. Wenn ich dennoch an das Barmer Bekenntnis erinnere, dann bewegt mich die Frage, ob sein allgemeines Verblassen lediglich der Ausdruck des unvermeidlichen geschichtlichen Wandels ist, oder ob sich in diesem Bedeutungsschwund auch ein grundlegender qualitativer Richtungswechsel vollzogen hat.
Die Kirchen sehen sich heute einem weitreichenden allgemeinen Traditionsabbruch ausgesetzt, der keineswegs nur sie betrifft. Es kommt allerdings sehr darauf an, was mit Traditionsabbruch gemeint ist. Sind die überkommenen Formen des kirchlichen Lebens nicht mehr adäquat? Dann könnte der Traditionsabbruch vor allem als eine Befreiung und Chance verstanden werden, weil er dazu nötigt, nach angemesseneren Ausdruckformen zu suchen. Nach protestantischem Verständnis hat die kirchlich gelebte Tradition stets nur eine relative Bedeutung. Sie gilt es stets zu erneuern (semper reformanda). Wenn ›Traditionsabbruch‹ dies meint, sollten wir die Klage über eine Krise der Kirche einstellen.
Es ist allerdings zu befürchten, dass dieses Verständnis zu kurz greift. Es sind nicht nur die Formen fragwürdig geworden. Vielmehr brechen auch die Inhalte weg. Es besteht die Gefahr, dass den Kirchen ein ausgeprägtes Bewusstsein für ihre besondere Sendung schwindet. Es fällt offenkundig schwer, inhaltlich klar darüber Auskunft zu geben, wie heute ihre besondere ‚Message’ zu verstehen ist. Lebendige Kirche ist kein Traditionsverein, sondern sie tritt vor allem durch ihr jeweils heute zu sprechendes Bekenntnis in Erscheinung. Wo aber diese konfessorische Dimension ihrer Existenz im Schwinden ist, ist mit dem Traditionsabbruch tatsächlich eine substantielle Krise der Kirche angezeigt.
Bekennen ergeht sich nicht in der Rezitation alter Formulierungen, für wie uns im Gottesdienst erheben. Bekennen ist vielmehr der grundlegende Lebensakt der Kirche, in dem sie sich darüber Rechenschaft ablegt, was ihr heute zu sagen und zu tun aufgetragen ist. 
1934 sah sich die Kirche dazu genötigt, dem Totalitätsanspruch des Nationalsozialismus entgegenzutreten, wenn sie noch in verantwortlicher Weise Kirche bleiben wollte. Wenn es damals hieß, dass die Kirche bei ihrer "Sache" bleiben müsse, dann ging es um die Bewahrung und Rückgewinnung ihrer spezifischen Kenntlichkeit. Wenn wir uns heute an Barmen erinnern, geht es weniger darum, diese Thesen im Gedächtnis zu halten, als vielmehr darum, uns von der Freiheit und Entschiedenheit der Barmer Synode anstecken zu lassen, in den Totalitarismen und Ratlosigkeiten der Gegenwart nach dem heute zu sprechenden Bekenntnis zu fragen. Einer Kirche, die nichts zu bekennen hat, bricht nicht nur ihre Tradition weg, sondern sie steht als ganze in Frage. Die Rede vom Traditionsabbruch könnte sich als eine selbstzerstörerische Verharmlosung entpuppen.

Die Kolumne ist abgedruckt in: zeitzeichen, März 2004.

 

Michael Weinrich, Professor Dr. Dr. h.c. am Lehrstuhl für Ökumenik und Dogmatik der Ruhr-Universität Bochum

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Infos und Materialien zum ''Barmer Bekenntnis'' auf einen Blick