Termine

Reformationsdekade 2012: Reformation und Musik
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps


Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.

Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik


WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.

Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.

Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.

Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.

Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.

''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück


''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012

''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein ­lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.

Symbol für Schutz und Wärme
Kirchengemeinde Horn stellt neues Antependium am Aschermittwoch vor
Horn. Ein neues, symbolträchtiges Antependium wird die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Horn im Gottesdienst am Aschermittwoch, 22. Februar, vorstellen. Antependien heißen die Schmucktischdecken für Abendmahltisch und Kanzel. Sie sollen mit ihren Farben und Symbolen die besondere Atmosphäre der jeweiligen Sonntage im Kirchenjahr verdeutlichen.

Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.

35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.

Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.

Die Sterne lügen nicht
Marktplatzgespräche in Detmold: Astrologie und Glaube
Detmold. Warum lesen Menschen Horoskope? Ist die Astrologie einfach handfester als christliches Gottvertrauen? Haben die Sterne wirklich Einfluss auf unser Leben oder ist das schlicht Aberglaube? Das Bildungsreferat der Lippischen Landeskirche und die ev.-ref. Kirchengemeinde Detmold-Ost laden zu einem Abend im Rahmen der Reihe „Marktplatzgespräche“ am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr in das Gemeindehaus am Markt ein.

Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012


Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)

Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion

Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.

Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)

Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden

Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.

Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.

Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.

''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf

Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)


''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012

Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.

Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.

6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012


Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.

Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz


GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.

Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf

Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.


Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant


''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentags­präsidium in Erfurt beschlossen.

450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013


Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn


Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.



(Und) vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Matthäus 6, (9) 12

in der Reihe Einfacher Gottesdienst nach reformierter Tradition
gehalten am 8. Juni 2008 in der Antoniterkirche Köln - Hans Theodor Goebel

Unser Vater in den Himmeln …
(Und) erlass uns unsere Schulden,

wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.   Mt 6, (9) 12

1.
Warum sollen wir nach Jesu Lehre unsern Vater in den Himmeln mit dieser Bitte anrufen?
Nicht dass er ohne und vor unserm Bitten die Sünde nicht auch vergebe; denn er hat uns das Evangelium, darin eitel Vergebung ist, geschenkt, eh wir drum gebeten oder jemals darnach gesonnen haben. Es ist aber darum zu tun, dass wir solche Vergebung erkennen und annehmen.

So erklärt Martin Luther im Katechismus.

Damit ist das große Thema von Schuld und Vergebung angeschlagen. Es hat hier die Sprachform der Bitte. Bitten sollen wir: Vergib uns unsre Schuld!

Heute ist in unserm öffentlichen Sprachgebrauch der bestimmte Charakter der Bitte weithin verkommen zu der Redensart: Ich entschuldige mich.

Einer beleidigt einen anderen. Ein Politiker betrügt das Volk. Und dann, wenn er dazu gedrängt wird und nicht anders kann oder auch will, sagt er öffentlich: Ich entschuldige mich.
Andernfalls heißt es in den Medien: Der hat sich noch  nicht einmal entschuldigt. Tut er es aber, dann soll es irgendwie gut sein oder wieder gut werden.
Neulich fielen Soldaten eines Landes auf Befehl in ein Nachbarland ein. Menschen wurden getötet. Ein paar Tage später erklärte der Regierungschef: Ich entschuldige mich dafür.

Kann einer sich denn selbst entschuldigen?
Ent – schulden?
Das Vaterunser-Gebet ist uns hier eine Sprachschule: Ihr sollt so beten! Bitten! Wenn ich den andern, an dem ich schuldig geworden bin – es sei Gott oder mein Mitmensch – um Vergebung bitte, überlasse ich es ihm, ob er mir vergibt.

Zu diesem Verständnis der Vaterunser-Bitte gehört: Hier spricht sich einer aus, der Böses an anderen getan hat, und er bekennt seine Schuld: Gott, sei mir Sünder gnädig!

In diesem Sinn erklärt in unsrer reformierten Tradition der Heidelberger Katechismus:
Wollest uns armen Sündern alle unsere Missetat, auch das Böse, das uns noch immerdar anhängt, um des Blutes Christi willen nicht zurechnen.
Auch der heutige Papst legt so aus: Die fünfte Vaterunser-Bitte setzt eine Welt voraus, in der es Schuld gibt …irgendwie eine Verletzung der Wahrheit und der Liebe …
Im breiten Strom christlicher Überlieferung verstehen wir diese Bitte so, wie wir sie schon beim Evangelisten Lukas formuliert finden: Er sagt nicht „Schulden“ wie man das Wort bei Mt übersetzen kann. Lukas sagt „Sünden“. Vergib uns unsere Sünden!

2.
Da höre ich nun die Frage eines meiner theologischen Lehrer (Hans-Georg Geyer): Ist das wirklich der Grundsinn dieser Bitte im Vaterunser? Gestimmt auf die Grundmelodie: Dem Menschen hängt das Böse an – er tut Sünde – er bedarf der Vergebung?
Ich will ein bisschen berichten von den fragenden Überlegungen dieses Lehrers. Sie führen unser Verständnis der Vergebungsbitte in eine größere Weite.

Das Wort „Schulden“ hat seinen Platz in Handel und Geldverkehr. Da werden Darlehen genommen und gegeben. Schuldner haben Schulden bei ihren Gläubigern und müssen zurückzahlen, was sie geliehen haben. Das hat mit „gut und böse“ zunächst nichts zu tun. Das ist ein übliches Geben und Nehmen.

An ein übliches Geben und Nehmen können wir auch im Verhältnis von Gott zu uns Menschen und von uns Menschen untereinander denken. Hier ist Gott der ursprünglich Gebende. Aber er setzt ein gegenseitiges Nehmen und Geben in Gang. Er wartet darauf, dass wir Menschen nehmen und auch geben. Dass wir ihm antworten mit unserem Dank, mit unserer Treue, mit unserer Hingabe, mit unserer Verantwortung, mit unserem Leben. So ein Geben sind wir Gott schuldig. Ein durchaus wechselseitiges Hin und Her. Da sind wir gleichsam Partner, mit denen Gott verkehrt.

Wechselseitiges Geben und Nehmen auch im Verhältnis von Eltern und Kindern.
Ein Kind bekommt von seinen Eltern, was es Tag für Tag braucht: Essen und Trinken, Kleider zum Anziehen und ein Bett im Haus, das es beschützt. Wenn es gut geht: das volle Maß der Zuwendung. Und das Kind soll seine Eltern achten und gegebenenfalls für ihre Versorgung im Alter verantwortliche Entscheidungen treffen.

Vielleicht sagt das Kind, wenn es das sagen kann:
Seht es mir nach, liebe Mutter und lieber Vater, für eure Liebe kann ich nicht genug danken. Ich bleibe mein Leben lang in eurer Schuld, immer im Rest. Das Kind bezeugt seinen Eltern so nur seine Dankbarkeit. Und dass es nicht über sein Können hinaus danken kann.

Klar ist das Verhältnis asymmetrisch. Jedenfalls im Anfang. Was das Kind von seinen Eltern bekommen hat, ist unverhältnismäßig mehr, als es zurückgeben kann. Aber zwischen Eltern und Kindern ist es eben so, wenn es gut läuft. In so einem Verhältnis ist das normal. Das Kind ist nicht böse, wenn es seinen Eltern nicht genug danken kann.

Könnten wir nicht so dem Grundsinn der Vaterunser-Bitte auf die Spur kommen?
Und sagen: Lieber Vater in den Himmeln, du schenkst uns so viel. Du gibst uns das tägliche Brot. Und wir dürfen dich Tag für Tag neu darum bitten. Du nimmst uns ernst als Menschen, die sich selbst an dem beteiligen sollen, was dir am Herzen liegt:

• dass dein Name, in dem du dich uns zugewendet und bekannt gemacht, ja ausgeliefert hast, geheiligt und nicht geschändet werde;
• dass dein Reich, das Reich deiner Gerechtigkeit komme und all die machtlüsternen und menschenverachtenden Regime und Wirtschaftsstrukturen gestürzt werden;
• dass dein Wille geschehe uns zum Heil und uns zum Wohl auch auf dieser Erde.
Du nimmst uns ernst als Kinder, die dich darum bitten sollen. So nimmst du uns ernst als Partner in deinen eigenen Angelegenheiten. Wir sind dir dafür nicht zu gering. Darum sollen und wollen wir darum in erster Linie beten. Wie Jesus es uns gelehrt hat. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass dein Wille geschehe. Und wir wollen dir unsere eigenen Antworten geben. Sieh uns nach, wenn wir dem nicht genug nachkommen. Das können wir nicht. Wir brauchen das ja auch nicht. Wie die Kinder bei ihren Eltern.

In diesem Gebet sollen wir uns nicht zuerst klein und unmündig machen. Vielmehr sollen wir zu unserm himmlischen Vater kommen als erwachsene Töchter und Söhne, die selbst Verantwortung übernehmen und die doch ganz überwältigt sind davon, wie hoch er sie achtet.
Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst! Und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst! Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott …

Wenn Jesus uns um Vergebung unsrer Schulden beten lehrt, will er uns wohl auch nicht sagen: Ihr müsst jetzt zuerst mal auf die Knie und müsst das Böse sehen, das euch anhaftet. Erforscht eure Seelen und legt ein Sündenbekenntnis ab.
Die Schuld, die wir bei Gott haben, bemisst sich an seiner Zuwendung, an der Güte unseres himmlischen Vaters. Die ist nämlich unermesslich. Auf die sollen wir schauen und beten: Unser Vater in den Himmeln! Vergib uns! Was wir deiner Güte schuldig sind, können wir dir nie geben. Sie ist uns voraus. Und wir holen sie nie ein.

3.
Jesus verlangt von uns also nicht, dass wir uns mit dem Vaterunsergebet unterschiedslos zu zerknirschten Sündern machen. Nun tun bestimmte Menschen aber bestimmtes Unrecht und unterscheiden sich darin von  solchen, die an derselben Stelle das Gerechte tun. Wo bleiben wir, wenn wir nicht nur im Rest bleiben, sondern in bösem Sinn schuldig geworden sind an Gott und unserem Mitmenschen?
Wenn wir beleidigt und verletzt haben. Wenn wir gegen unser Gewissen gehandelt haben.
Oder Menschen haben ihr Gewissen betäubt, weil sie nicht wissen wollten. Weil sie das Schreckliche, das geschah, nicht an sich herankommen lassen wollten. Weil sie das Unrecht nicht wahrhaben wollten. Wie in der NS-Zeit.
Und wir heute? Wollen wir denn wissen, dass wir von eben den Welthandelsstrukturen profitieren, an denen Menschen in den armen Kontinenten umkommen?

Wo bleiben die im bösen Sinn schuldig gewordenen Menschen? Können sie nicht vor Gott treten und beten: Vergib uns unsere Schuld?
Doch! Die so schuldig Gewordenen – gerade sie - sollen hier mitbeten. Zusammen mit denen, die für Gottes Liebe danken und über sie staunen. Die Sünder mit dem Gerechten in einer Gebetsgemeinschaft. Jesus, der Gerechte, in Gebetsgemeinschaft mit Zöllnern und Sündern. Weil die Liebe unseres Vaters in den Himmeln so reich auf uns überfließt, dass ihr gegenüber nicht nur Gottes liebstes Kind im Rest bleibt, sondern auch der größte Sünder von ihr umfangen wird. Auch ihm wird neues Leben in der Vergebung eröffnet. So unermesslich ist die Liebe Gottes, dass sie immer noch weiter ist als das Böse, was wir getan haben.
In seiner Liebe hat uns Gott ja sein Liebstes gegeben – und darin sich selbst.
Wir können von seiner Liebe nicht groß genug denken. Sie hatte uns schon erreicht, bevor wir Unrecht taten – und sie hat Zukunft für uns über die Vergebung hinaus. Und gewiss auch über unser Bitten und Verstehen hinaus. Darum sollen wir auch als Unrechttäter im Vaterunser getrost beten: Vergib uns unsere Schuld!

4.
Was hat es nun auf sich mit dem Nachsatz der Vergebungsbitte: Wie auch wir vergeben haben unseren Schuldnern?
Dieser Nachsatz sagt uns etwas über die Normalität mitmenschlichen Lebens. So wie uns die Bitte selbst etwas sagte über die Normalität des Lebens der Kinder im Verhältnis zu ihrem himmlischen Vater.
Hier soll es, hier muss es eine Entsprechung geben.

Zum menschlichen Leben mit Gott und mit den Mitmenschen gehört die Asymmetrie im Geben und Nehmen.
Das ist unter bestimmten Umständen schon im Geldverkehr zwischen uns Menschen so.
Da kann ein Schuldner ganz zahlungsunfähig werden und sucht um Schuldenerlass oder doch um Stundung nach. Wenn dann der Gläubiger auf der vollständigen und pünktlichen Zahlung der Schulden besteht und sie mit Gewalt durchsetzt, zerstört er unter Umständen das Existenzminimum und damit das Leben seines Schuldners. Hier hat unser Staat Grenzen gezogen. Schon das Gottesgesetz im alten Israel hat das auf seine Weise getan. Schuldverhältnisse erlöschen im Erlassjahr
(5. Mose 15). Und wenn einer dem anderen etwas leiht und nimmt dafür ein Pfand, nehme er nicht über Nacht den Mantel, mit dem der arme Mann sich zudeckt. Der könnte ihm sonst erfrieren. Und der Schuldner soll seinen Gläubiger doch noch segnen können (5. Mose 24, 10-13). Das Erlassen von Schulden oder Pfändung ist so zu einem Lebenselement im Volk Gottes geworden.

Wird dagegen das Geben und Nehmen zwischen Menschen nach dem Tauschwert berechnet, d. h. nach der Gleichwertigkeit und ist dabei jeder immerzu bestrebt, sein eigenes Kapital zu vermehren – dann herrscht das Prinzip des Marktes. Wenn die Gesetze des Marktes alle Lebensbezüge übergreifen, wird unser Leben marktförmig. Aber auch menschenunwürdig. Dann haben wir die Freiheit des Schenkens und des nicht genug danken Könnens verloren. Die Asymmetrie der Liebe, die sich nicht bezahlen lässt - sie ist dann verloren gegangen. Und das Leben, dem diese Liebe gilt, ist dann zerstört.

Schauen wir auf das Gleichnis Jesu, das wir eben gehört haben. Als böse werden nicht die Riesenschulden bezeichnet, die der Statthalter oder Großknecht bei seinem König gemacht hatte. Böse wird genannt, dass er, dem der König die Schulden erlassen und den er freigegeben hatte, seinen Kollegen und Mitknecht nicht entsprechend behandelt, sondern ihn grausam in Schuldhaft nimmt – und der, sein Kollege, hatte doch nur geringe Schulden bei ihm. Du böser Knecht! Sagt daraufhin der König. Deine ganze Schuld hab ich dir erlassen, weil du mich gebeten hast. Hättest du dich da nicht auch erbarmen sollen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmt habe?
Hier liegt der Skandal in der Geschichte.
Vergib uns unsere Schulden! Wie auch wir vergeben haben unsern Schuldnern.
Der Nachsatz zielt auf unser Leben. Auf unser Miteinanderleben als Kinder des Vaters in den Himmeln. Wo wir nicht so auf der Erde leben, haben wir von der Praxis des Vaters in den Himmeln noch gar nichts begriffen. Das sind wir uns und unserm Beten selbst im Weg.

Es kann sein, dass Menschen, die keine Christen sind, das in ihrer Lebenspraxis viel besser verstanden haben als wir – und schon leben als solche, die ihren Mitmenschen Schulden nachgelassen haben und nachlassen – und nicht aufrechnen. Sie sind nicht weit weg vom Reich Gottes.

Schulden können drücken. Das Rechnen mit Schuld kann bedrücken. Gerade wenn Menschen (in ihrer Not) Lebensbilanz machen.
Der Dichter Robert Gernhardt hat in der letzten Zeit seines Krebsleidens einen „Schuldchoral“ angestimmt. In dem heißt es:

O Robert hoch in Schulden
vor Gott und vor der Welt!

Schuld muss der Mensch vergelden
Wann dürfen wir vermelden
Dass auch dein Groschen fällt.

Ach Robert! Muss der Mensch wirklich alle Schuld vergelden? Und wenn sein Geld nicht mehr gold ist und er selbst zahlungsunfähig, kann sein Groschen nur noch fallen?

Gott will nach der Gebetslehre Jesu anders – er will bei der Praxis des Vergebens behaftet werden. Leben wir miteinander nach dieser Praxis des Vergebens, statt des Aufrechnens! Leben wir nach Gottes Praxis der Liebe, die nicht gegenrechnet! Leben wir asymmetrisch! Vielleicht hier und da auch so, dass das Verhältnis von Kindern und Eltern sich umkehrt und die alten Eltern den Kindern ihre Pflege und Zuwendung nicht erstatten können. Leben wir asymmetrisch in all unseren menschlichen Beziehungen! Wir werden uns dann besser darauf verstehen unsern gemeinsamen Vater anzurufen: Vergib uns unsre Schulden!
Amen.


Hans Theodor Goebel
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