Termine
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps
Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.
Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik
WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.
Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.
Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.
Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.
Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.
''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück
''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012
''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.
Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.
35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.
Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.
Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012
Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)
Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion
Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.
Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)
Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden
Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.
Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.
Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.
''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf
Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)
''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012
Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
in der Reihe Einfacher Gottesdienst nach reformierter Tradition - gehalten am 11. Mai 2008 in der Antoniterkirche Köln - von Marten Marquardt
Liebe Gemeinde,
lächäm heißt im Hebräischen das Brot. Lacham heißt im Hebräischen „Krieg führen“. So dicht bei einander liegen Brot und Krieg, Tod und Leben; sie stecken im gleichen Wort, haben dieselbe Wurzel. Und das ist menschheitsgeschichtlich ja wohl immer so gewesen: Brot und Krieg waren immer so dicht bei einander, dass viele, vielleicht sogar die meisten Menschen beim Gedanken an das tägliche Brot auch den täglichen Kampf ums Brot im Herzen hatten, so als müssten sie sagen: unseren täglichen Krieg gib uns heute. Und seitdem wir in unseren Tagen überall von der Rückkehr des Hungers hören und seitdem wir sehen, wie Menschen auf die Straßen gehen, weil sie sogar schon für ihr kleines bisschen Brot kämpfen müssen, erkennen wir die biblische Einsicht wieder, dass Krieg und Brot aus einer Wurzel kommen.
Der Kampf ums tägliche Brot hat die Mehrheit der Menschen schon immer mehr bewegt als uns relativ wohlgenährte Christinnen und Christen auf unserem globalen Platz an der Sonne. Und Kriege um Brot und Wasser werden wohl die Welt unserer Kinder wieder viel stärker bestimmen, als wir es in den trügerischen letzten 50 Jahren bei uns erlebt haben. – Aus dieser Perspektive verstehen wir sofort, warum die nächste Bitte „und vergib uns unsere Schuld“ unmittelbar auf die Bitte ums tägliche Brot folgen muss. Der Zusammenhang ist sprachlich, historisch und sachlich unabweisbar.
Jesus legt uns nun nahe, um das tägliche Brot zu bitten, statt darum zu kämpfen. So unmittelbar sehen wir IHN selten ins politische Geschehen eingreifen. Denn diese Bitte um das tägliche Brot ist nun ein Bruch mit der bisherigen Weltgeschichte. Bevor wir also nur angefangen haben, das Besondere dieser vierten Bitte inhaltlich zu begreifen, hätten wir schon etwas entscheidend Neues getan, wenn wir so beten, statt wie üblich zu agieren und um unser eigenes Brot zu kämpfen. Schon der Akt des Betens wäre so gesehen, ein markanter Knick im einlinig verlaufenden Gang der kriegerischen Weltgeschichte.
Aber es kommt nun doch auch auf die Worte an. Denn unter der Hand schleichen sich da gefährliche Missverständnisse ein. Zwar haben wir den von Jesus vorgegebenen Wortlaut immer beibehalten:
„Unser tägliches Brot gib uns heute“.
Nur beweisen die u. a. vom Christentum geprägten Spuren der europäischen Geschichte, dass wir beim Sprechen ein und desselben Wortlauts unter der Hand doch wohl immer zwei Varianten gemeint haben. Die eine, wenn es reichlich und gut war, hieß:
„Unser heutiges Brot gib uns täglich.“
Die andere, wenn es knapp und nicht so gut war, enthielt einen unausgesprochenen, einen mentalen Vorbehalt:
„Unser heutiges Brot bitte nicht täglich.“
Vor allem die erste Variante war verhängnisvoll in unserer Geschichte bis heute. Wir erhoffen und erbitten insgeheim, dass wir immer wieder so viel und immer wieder so viel Gutes haben werden wie bisher. Auf keinen Fall weniger und keinesfalls weniger genussreich.
Dem gegenüber ist Jesu Formulierung allerdings ganz eindeutig. Das „täglich“ ist eine Rationierung des Brotes. Es heißt: das, was wir für heute brauchen. Nicht mehr, nicht weniger. Eine zentrale biblische Erfahrung steht ja immer im Hintergrund, wenn vom Brot die Rede ist. Es ist die Manna-Geschichte.
Da gab es wieder einmal, wie üblich, Hunger in der Wüste, als die israelitischen Sklaven den beschwerlichen Marsch in die Freiheit angetreten hatten. Und wenn der Magen knurrt, entwickelt die menschliche Phantasie dazu Opern und Arien: Wie schön das doch gewesen sei im Sklavenlager. Fleischtöpfe habe es gegeben; satt sei man geworden und überhaupt alles im Überfluss; alles sei besser gewesen damals! - Der Hunger ist das eine. Diese phantastischen Arien vom guten Gestern sind ein anderes.
Das Hungergeschrei hat Gott gehört. Und damit sie erkennen, dass Adonai Gott ist, werden sie morgen satt zu essen finden, Fleisch und was das Herz begehrt. Und damit sie erkennen, dass Adonai Gott ist, werden sie morgen zwar satt zu essen finden, aber nicht mehr, keinen Überfluss, keine Anhäufung von Kapital aus Brot und Fleisch.
Aber die Kinder Israel in der Wüste sind Menschen wie du und ich. Und was machen du und ich, wenn es Essen vom Himmel regnet? Wir horten. Und was macht Gott, wenn wir horten? ER macht es uns madig. Kübel voller Fäulnis. Das ist alles, was den Israeliten am nächsten Tag von ihren angehäuften Vorräten bleibt. (2. Mose 16)
Wenn wir um’s tägliche Brot bitten, dann ist das nach dieser Geschichte immer das bemessene Brot, das für jede und jeden ausreicht, Kommisbrot also. Das ist ja eigentlich der Sinn des Kommisbrots ( von lat. committo: zusammenfügen, anvertrauen): bemessenes, anvertrautes Brot, von dem alle, die ganze Truppe, gleichermaßen verpflegt werden können. Das Brot, das niemand uns madig macht. Die Bitte um das tägliche Brot ist also eine Einübung in die doppelte Bescheidenheit:
• nur das für diesen Tag lebensnotwendige Brot erbitten wir;
• und wir bitten um das Kommisbrot, das anvertraute und angemessene Brot, das für alle reichen soll.
Und damit sind wir unversehens beim ersten Wort unserer Bitte angelangt. „Unser tägliches Brot gib uns heute“. Vielleicht ist Ihnen schon längst aufgefallen, dass wir hier zum zweiten Mal im Vaterunsergebet das „besitzanzeigende Fürwort“ unser gebrauchen. Bei der Anrede hatten wir schon in der ersten Predigt genau über dieses Wort nachgedacht und gefunden, wie wichtig es ist, dieses unser inklusiv zu verstehen. ER ist der Vater aller Menschen. Und wenn wir IHN als unseren Vater ansprechen, dann verbünden wir uns schon in der Anrede Gottes mit allen Menschen der Erde, mit allen Seinen Geschöpfen. Wir sprachen dabei von der „internationalen Solidarität“, die hier anklingt, wo Menschen mit Bedacht das Vater unser sprechen. –
Und nun kommt dieses solidarische Wort unser bei der ersten Bitte, die unsere eigenen Belange betrifft, sofort wieder. Nun kann es hier kein bisschen unverbindlicher sein als da, wo wir von Gott sprachen. „Unser tägliches Brot“, das ruft nun wieder, nun vielleicht noch unmittelbarer, nach internationaler Solidarität. Wer hier nur an sein eigenes Brot dächte, hätte von Anfang an alles missverstanden. Wir bitten um unser tägliches Brot und meinen uns alle auf dem kleinen Globus, die im Süden, die im Norden, die Oberen und die Unteren, die Großen und die Kleinen.
Aber jetzt müssen wir besonders aufpassen, dass es nicht zynisches Geplapper wird. Denn wir wissen ja längst ganz genau, dass das gar nicht gehen könnte, wenn alle Menschen dieser Erde unser heutiges Brot täglich essen wollten. Daran würde die internationale Wirtschaft zerbrechen. Und wir erleben ja zur Zeit die ersten Vorzeichen eines solchen möglichen Zusammenbruchs. China und Indien z. B. mit ihren vielen Menschen holen auf und bei uns wird die Milch knapper und die Preise steigen spürbar an. Wir wissen heute ganz genau, wenn alle Menschen unserer Erde unser heutiges Brot täglich auch essen wollen, dann reicht es nicht mehr für alle, dann zerbricht die internationale Solidarität sehr bald. Es wäre also zynisches Geplapper, wenn wir diese Bitte des Herrengebets weiter unbedacht und unkritisch hersagen wollten, obwohl wir wissen, dass Gott nicht allen unser heutiges tägliches Brot und beefsteak geben kann.
Es wäre zynisches Geplapper, so zu beten, wenn wir nicht wahrnehmen wollten, dass diese Bitte gegen uns selbst gerichtet ist, dass wir sie selbst gegen uns richten müssen, dass sie uns selbst richten wird, wenn wir uns nicht nach ihr richten wollen. Es gibt nur eine Möglichkeit, diese Brotbitte ohne Menschenverachtung zu sprechen, nämlich sie so zu beten: Nur unser täglich notwendiges Brot gib uns heute, denn nur dann können die anderen auch ihr tägliches Brot bekommen. Es geht also nur, wenn wir die Brotbitte als eine einzige Einschränkungs- und Umkehrbitte verstehen! Wenn wir aber nicht bereit sind, gegen unseren eigenen Überfluss zu beten, dann können wir überhaupt nicht mehr beten.
Der russische Philosoph Nikolai Berdjajew hat diesen Zusammenhang ebenso knapp wie einprägsam formuliert:
DAS EIGENE BROT IST EIN MATERIELLES PROBLEM
DAS BROT DES NÄCHSTEN ABER EIN GEISTLICHES.
Das ist knapp und einprägsam formuliert. Aber es hat einen Haken. Die Unterscheidung in Materielles und Geistliches ist gerade hier eben doch sehr missverständlich. Es sind ja nicht zwei Brote. Es gibt ja nicht eine materielle Ernährung, die mit der geistlichen Speise nichts zu tun hätte. Es gibt ja nicht ein Reich des Geistes, das mit dem Reich des Leibes, mit den körperlichen Dingen nichts zu tun hätte. Unsere Seele ist ja nicht freischwebend unabhängig von unserem Leib. Es gibt ja auch kein Pfingstfest, das nur vom Heiligen Geist und nicht auch vom Brot für die Welt zu reden hätte.
Und darum ist auch unser eigenes materielles Brot, unsere eigene tägliche Ernährung schon ein geistliches Problem. Und genau darauf zielt die Brotbitte des Vaterunsers. Und wenn ich hundertmal Lust auf Fleisch und Überfluss hätte: ich bitte um das tägliche, um das für heute bemessene und angemessene Kommisbrot. Das geistliche Problem beginnt eben bereits bei unserem eigenen materiellen Brot. Nur wenn wir das einbeziehen, nur wenn wir aufhören, Leib und Seele, Materielles und Geistliches so auseinander zu reißen, als wären das zwei getrennte Reiche in unserer Welt, nur dann können wir um das tägliche Brot in Jesu Sinn recht beten. Und dann erhebt sich natürlich die Frage, ob wir denn angesichts großer Fleischplatten unter unserer Nase überhaupt ein Tischgebet im Sinne dieser Bitte sprechen können, ohne zynisch zu werden.
Im Museum von Schloss Burg an der Wupper gibt es einen großen, wunderbar gearbeiteten Zinnteller, der nur für besonders opulente und feierliche Schlossfeste mit fetten und süßen Speisen benutzt wurde. Der Tellerboden zeigt innen in eindrucksvoller Gestaltung die Geschichte aus dem 1. Buch Mose, Kapitel 3, die Geschichte vom Sündenfall. Aber zu Beginn des Festmahls ist diese Geschichte von den darauf servierten Braten noch verdeckt; man sieht sie erst, wenn alles gegessen und kein Fleisch mehr übrig ist. Und dann kann die geistliche Erinnerung an den Sündenfall höchsten noch nachträglich ein bisschen Sodbrennen verursachen, aber aufgegessen ist alles. – Das ist ein deutliches Bild dafür, dass wir die materiellen Fragen von den geistlichen eben nicht trennen können, weder durch zeitliches Nacheinander, noch durch ein räumliches Übereinander. Das Fleisch auf dem Teller verdeckt die geistliche Frage, solange es da ist. Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral. Und nachfolgende Moral verursacht
nur noch ein bisschen Sodbrennen im Nachhinein. Das lässt sich physisch mit Glaubersalz und psychisch mit Glaubenssalz leicht beheben.
Ganz anders kann man das in unserer Partnerstadt Liverpool erleben. Dort hat die kleine Methodistische Gemeinde ihrer Pfarrerin Barbara Glasson den Auftrag gegeben, mitten in einer problematischen Zone der Liverpooler Innenstadt eine Gemeinde aufzubauen; ihr wurde zum Gemeindeaufbau nichts zur Verfügung gestellt, keine Räume, kein Büro, kein Team, nur ein bescheidenes Geld für den eigenen Lebensunterhalt. Und da hat sie Menschen auf der Straße angesprochen und hat sie in einen kleinen angemieteten Raum zum Brotbacken eingeladen. Da kamen Arbeitslose und Angestellte, Alkoholiker und Junkies, Sekretärinnen und Verkäuferinnen. Und nun trifft man sich, backt Brot zusammen, immer eins für sich und zwei zum Verschenken. Man erzählt sich beim Teichkneten Backgeschichten, man tauscht Hungererfahrungen aus und man bespricht kleine und große Initiativen; daneben sitzen auch welche beim Zeitunglesen. Und manchmal sitzen sie einfach nur still zusammen, manchmal wird gemeinsam gebetet, manchmal auch ein Bibeltext studiert. Aber vor allem wird geknetet, gebacken und Brot verschenkt. – Auf diese Weise ist eine kleine energische Gemeinde gewachsen; es sind Arbeitsloseninitiativen entstanden und viele Menschen, die auf den Liverpooler Straßen leben, haben hier ein Zentrum, einen eigenen neuen Lebensmittelpunkt gefunden. (Hören Sie hier den wunderbaren Doppelklang des Wortes „Lebens-Mittelpunkt“ – „Lebensmittel-Punkt“?!).
In dieser breadbaking ministry, in diesem Brotback-Amt hat die Brotbitte aus Jesu Gebet noch einmal einen besonderen Klang. Der eine Teig, den alle gemeinsam herstellen, ergibt das Brot für die eigene Ernährung und jeweils die doppelte Menge zum Verschenken an die, die nichts haben. Da liegt das materielle und das geistliche Problem in ein und demselben Knettrog. Da lassen sich religiöse und weltliche Fragen, da lässt sich Profanes und Sakrales nicht von einander trennen. Und manchmal, so erzählt Barbara Glasson, besteht der Sonntagsgottesdienst nur aus Kneten, Backen, Erzählen, Abwaschen und zusammen Essen. – Ahnen Sie, was es in dieser brotbackenden Gemeinde bedeutet, wenn man gemeinsam sagt: „Unser tägliches Brot gib uns heute“?
Durch diese Bitte wird alles Wasser und alles Salz und alles Mehl durchsichtig. Da kann man schon vor dem Essen hindurchschauen bis auf den Grund des Schloss-Burger-Zinntellers: sie sollen alle satt werden!
Und darum plädiere ich für die verstärkte und vorsätzliche Wiedereinführung des Tischgebets überall da, wo es in den letzten Generationen abgestorben ist. Es macht unser Brot durchsichtig für die Welt, die darauf angewiesen ist. Und wir loben, preisen und segnen Gott über all den Lebensmitteln, weil ER nicht loslassen wird, bis das Brot für die Welt gerechter verteilt ist. Das wird uns dann anders schmecken, aber in jedem Fall besser. – Amen (EG 302,1+2+5+8)
Marten Marquardt


