Termine
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps
Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.
Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik
Portrait über Kathrin Oxen
NDR-Info am Sonntag, dem 5. Februar um 6.05 Uhr und um 17.05 Uhr
''Verstecken ist unmöglich. Pastorin Kathrin Oxen – mehr als ein Predigttalent''
''Schuften bis zum Umfallen''
Richterinnen aus Kamerun im Einsatz für Frauenrechte
8. Februar 2012, 15 Uhr: Filmnachmittag im Gemeindehaus der Kilianskirche, Am Kirchplatz in Schötmar
WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.
Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.
''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück
''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012
''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.
Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012
Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)
Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion
Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.
Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)
Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden
Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.
Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.
Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.
''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf
Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)
''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012
Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
Michael Weinrich predigte in der Marienkirche am Berliner Alexanderplatz über die Herrlichkeit Gottes.
»Denn du hast Gnade gefunden in meinen Augen, und ich kenne dich mit Namen. Mose aber sprach: Lass mich doch deine Herrlichkeit schauen! Und der Herr antwortete: Ich will all meine Pracht vor deinem Angesicht vorübergehen lassen und will den Namen des Herrn vor dir ausrufen: wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich. Dann sprach er: Du kannst mein Angesicht nicht schauen, denn kein Mensch bleibt am Leben, der mich schaut. Und der Herr sprach: Siehe da ist Raum neben mir; tritt auf den Felsen. Wenn nun meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in eine Kluft des Felsens stellen und meine Hand schützend über dich breiten, bis ich vorüber bin. Und wenn ich dann meine Hand weghebe, darfst du mir nachschauen, aber mein Angesicht kann niemand sehen.«
Liebe Gemeinde,
Wenig später geht es wieder mit einer ganzen Delegation hinauf auf halbe Höhe zum feierlichen Bundesschluss, und es ist wiederum Mose, der weiter bis zur Spitze vordringt, wo er zweimal eine Ewigkeit bleibt. Erst sieben Tage (24,16) und dann noch vierzig Tage und vierzig Nächte (24,18); das sind die sieben Tage der Schöpfung, die sich unserem Zeitmaß entziehen, und das ist die Zeit der Wüstenwanderung Israels: diese die ganze Spanne eines menschlichen Lebens umfassende Zeit von vierzig Jahren, die mit vierzig Tagen und Nächten symbolisiert wird. Auch Jesus verbrachte nach der Erzählung der Evangelisten vierzig Tage und Nächte in der Wüste – es war eine Zeit der Versuchung und somit auch der Vergewisserung. Mose wird, nachdem Gott feierlich seinen Bund mit Israel geschlossen hat, gleichsam stellvertretend für das Volk in die Nähe Gottes gerufen und sitzt da zwei Ewigkeiten herum: eine, damit die Welt neu erschaffen wird – eben das ist es, was es mit dem Bund Gottes auf sich hat – und die andere, um in aller Nüchternheit und lebenslang gegen alle Versuchungen gestärkt zu werden, die auf dem Weg zum gelobten Land ein Leben lang nicht aufhören werden. Es wird sich zeigen, dass Israel auch im verheißenen Land weiterhin unterwegs bleiben wird zum gelobten Land.
Es ist übrigens überaus verständlich, dass es dem wartenden Volk unten am Berg ein wenig lang wurde, diese beiden Ewigkeiten abzuwarten. Wie wir wissen, machten sie sich in der Zwischenzeit ihr eigenes Bild von Gott: ein in Gold erstrahlendes kraftprotzendes Stierbild. Sie geben ihr Bestes, stellen sich die Herrlichkeit Gottes so vor Augen, wie sie sich vorstellen. Sie ist auf den ersten Blick durchaus eindrucksvoller als diese beiden Steintafeln, die Mose da nach den zwei Ewigkeiten auf dem Gottesberg in den Händen hält. Nichts anderes war darauf geschrieben, als das, was Mose bereits nach seiner ersten Bergbesteigung mündlich zu berichten wusste: Zehn Gebote, die einen zum rechten Gottesdienst und die anderen zum gedeihlichen Zusammenleben.
Wenn man nach all dem Aufwand, mit dem die Ältesten und Priester den Bundesschluss und das Bundesmahl auf halber Höhe begangen haben, am Ende aus höchster Höhe so wenig in den Händen hat, wird schließlich auch der so unvermittelt geäußerte Wunsch des Mose verständlich, die Herrlichkeit Gottes einmal sehen zu dürfen. Es ist durchaus kein Misstrauen, das diesen Wunsch hervorbringt. Mose ist so mit Gott vertraut, wie ein Mensch im besten Fall mit Gott vertraut sein kann. Und auch von Gott heißt es, dass er mit Mose geredet habe, „wie jemand mit seinem Freunde redet“ (33,11). Hier ist also nichts von unserer Heimtücke im Spiel, in der wir Gott dazu verführen wollen, zunächst einmal seine Existenz unter Beweis zu stellen, damit wir uns dann überlegen können, ob wir uns auch auf ihn einlassen wollen oder nicht. Soll er sich doch erstmal zeigen, dann sehen wir weiter. Nichts von dieser Gott erniedrigenden Vorführmentalität, in der sich Gott für uns attraktiv machen soll, ist bei Mose zu spüren.
Mose verlangt nicht danach Gott zu sehen. Er will Gottes Herrlichkeit sehen – das ist etwas ganz anderes. Er will die Herrlichkeit sehen, die hinter dem Bund und den zehn Geboten steht. Kein selbstgewisser Zweifel will hier Gott in Bedrängnis versetzen, sondern es scheint die Neugier zu sein, wie denn Herrlichkeit Gottes aussehen mag, wenn sie eben nicht die Herrlichkeit eines goldenen Stieres ist. In welch einem Glanz erstrahlt Gott, der solche Gebote gibt, wie er sie Israel gegeben hat? Was ist das für ein Gott, der sich eine solche Unanschaulichkeit leisten kann, wie sie uns in diesen beiden und aus diesen beiden Steintafeln entgegen tritt? Wenn Mose Gott auf seine Herrlichkeit anspricht, dann hat er bereits im Bund und diesen beiden steinernen Tafeln diese Herrlichkeit erkannt. Er will nur das sehen, von dessen Wirklichkeit er bereits überzeugt ist. Kurz: Er will sehen, woran er glaubt – eine Sehnsucht, die nicht zur Vergewisserung des Glaubens gestillt werden muss, sondern die gerade seine Gewissheit ausmacht, dass wir einst sehen werden, was wir jetzt nur glauben können.
Wir wissen ja, dass es der Zweifler nicht beim Sehen bewenden lassen wird, vielmehr wird er, wenn auch das Sehen wieder vom Zweifel eingeholt ist, auch fühlen wollen – anfassen, wie der skeptische Thomas angesichts der Erscheinung des auferstanden Christus. Hier bekommt das Sprichwort »Wer nicht hören will, muss fühlen« noch einmal ein ganz überraschend neue Bedeutung. Mose aber hört und will nun auch sehen, auf den er hört. Er will Gott nicht die Hand schütteln, um festzustellen, dass es ihn wirklich gibt. Er drängt nicht auf eine empirische Bestätigung. Vielmehr trägt er Gott lediglich die Ungeduld vor, die in jedem überzeugten Glauben liegt, wenigstens für einen Moment endlich einmal die vom Glauben immer nur vorläufig überbrückte Trennung hinter sich lassen zu können, um vollkommen ungetrübt mit Gott zusammen sein zu können. Wie mit einem Freund hat Gott mit ihm geredet – sie sind sich vertraut, aber sie sind getrennt. Wen wunderts, wenn dies als ein Mangel empfunden wird.
Und siehe da: Gott geht auf Mose ein – doch es bleibt die Frage, ob die Herrlichkeit am Ende mehr zu sehen oder zu hören ist. Gott will seine Herrlichkeit an Mose vorüberziehen lassen und will seinen Namen vor Mose ausrufen. Es gibt hier also nichts zu sehen, ohne dass es auch etwas zu hören gibt. Genau das, was es zu sehen gibt, gibt es auch zu hören. Und das, was es zu hören gibt, tritt auch in Erscheinung, auch wenn ihm nur nachgesehen werden kann. Lasst uns neben Mose treten und hören und sehen. Erst indem man die Herrlichkeit Gottes hört, kann man ihr schließlich auch nachsehen.
Gott ruft seinen Namen aus: „Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.“ Das kann man nun so oder so verstehen. Skeptische Ohren werden hier hören: „Wer Glück hat, der hat Glück gehabt, wer aber Pech hat, hat Pech gehabt.“ So ist das im Leben – das wird täglich neu durch unsere Erfahrung bestätigt. Wir erinnern uns noch an Gottes Selbstvorstellung am brennenden Dornbusch. Das konnte man ja auch schon in diese Richtung verstehen: „Ich bin ein freier Gott, wenn es mir gefällt werde ich dasein, und wenn nicht, eben nicht, also lasst euch überraschen.“ Ein Schicksalsgott, um dessen gute Laune man besorgt sein muss, denn auf die kommt es an. Launige Gnade wartet auf gnädige Laune.
Wäre es so zu verstehen, dann wäre es wohl auch mit dem Sehen Gottes nicht so gefährlich geworden, wie es dort erzählt wird. Der Herrlichkeit eines solchen Gottes hätte das Auge des Menschen wohl standhalten können. Einen solchen Gott sind wir ja geneigt überall zu sehen, auch wenn es von ihm direkt nichts zu sehen gibt. „Sieh dich nur um, Mose, du siehst das Auf und Ab der Geschichte, so siehst du auch mich in meiner großen Macht, die den einen erhebt und den anderen erniedrigt. Tritt hervor aus dem Fels und sieh dir die Welt an, dann siehst du meine Herrlichkeit – wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig.“ Gewiss hätte Gott die Wolke, welche die Spitze des Berges umhüllte, ein wenig zu Seite genommen, und Mose hätte die sich eröffnende Aussicht gewiss genossen. Er hätte sich bedankt und wohl bei sich gesagt, dass er es ja immer schon geahnt habe. Vielleicht hätte er lieber nicht fragen sollen. Nicht, dass es Nichts sei, was es da zu sehen gibt – es ist vielmehr alles. Aber was nur, wenn uns dann einmal die Ahnung erschleichen sollte, dass Alles auch nichts sein kann?
Aber die Ereignisse gestalten sich ganz anders. Mose muss sich in einer Felsspalte verbergen, damit er im Schutz der Verborgenheit nicht von der Herrlichkeit Gottes zu Tode, d.h. bis zur völligen Nichtung geblendet wird. Gott selbst hält seine Hand über ihn, damit er nicht von dem geblendet wird, der die Hand über ihn hält. Die Dramatik dieser Szenerie kann sich nur erschließen, wenn wir uns nicht allein dem Auge überlassen und noch einmal hin hören – eben wie Mose hinhören – auf den Namen, der in der Herrlichkeit Gottes erklingt: „Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.“ Das kann man auch so wie Mose hören, und dann ertönt es etwa so: „Wem ich meine Gnade zuwende, der kann sich darauf verlassen, und wer meine Barmherzigkeit erfährt, dem kann sie niemand wieder entziehen.“ Oder: „Seht auf meine Gnade, sie ist verlässlich, und seht auf meine Barmherzigkeit, auf diese könnt ihr bauen.“ Oder: „Mein Name ist Gnade und Barmherzigkeit.“ Und so hat es eben auch schon am Dornbusch geheißen: „Was auch immer geschehen wird, ich werde mit euch sein und mich als der erweisen, der ich bin.“ Das ist die Herrlichkeit Gottes, die Gott an Mose vorüberziehen lässt und ihn dabei mit seiner Hand schützt, damit er von der Größe des Namens Gottes nicht vollkommen genichtet wird. Das ist der Glanz, in dem der Gott erstrahlt, der aus der Sklaverei herausführt, einen Bund schließt und solche Gebote gibt, wie er sie Israel am Sinai gegeben hat.
Es bleibt in dieser Epiphanie Gottes bei der Indirektheit für Ohr und Auge – was sich ereignet ist Schall und Rauch. Auf überraschende Weise gibt diese biblische Geschichte Goethes Faust Recht, indem sie ihm vor allem nicht Recht gibt[1]. Die Epiphanie als Schall und Rauch ist selbst Ausdruck des Namens Gottes also seiner Gnade und Barmherzigkeit, denn sie nichtet uns nicht, sondern lässt uns sein, indem sie uns das gibt, was mitten in der Wüste von existentieller Bedeutung bleibt: Die Verheißung der Gegenwart Gottes und Wegweisung.
Gott nachschauen, das darf Mose. Er ist ihm immer voraus. Aber er orientiert uns in den Spuren, in denen er sich gezeigt hat – anders als wir denken, eben in Schall und Rauch, unfasslich, aber von einer unüberbietbaren Deutlichkeit, von einer Deutlichkeit, deren Überbietung uns blenden und zum Verschwinden bringen würde, denn da wo Gott selbst ist, da ist er alles in allem. Wo Gott selbst ist, ist alles andere Nichts – es kann sich kein eigenes Sein Gott gegenüber behaupten. Es lohnt sich schon sehr, über die Abgründe von Alles und Nichts genauer nachzudenken. Doch das Evangelium dieser Erzählung vom erhabenen Gottesberg ertönt in einer uns schützenden Helligkeit: Gott hält sich verborgen, damit wir sein können. Er begrenzt sich selbst, um uns Platz zu lassen. Er lässt uns seinen Namen hören, damit wir uns nicht vor uns selbst erschrecken müssen. Lasst uns ihm nachschauen, es gibt bestimmt etwas zu sehen. Gesegnet sei sein Name.
[1] Vgl. dazu Jürgen Ebach, „Name ist Schall und Rauch“. Beobachtungen und Erwägungen zum Namen Gottes, in: Gretchenfrage. Von Gott reden – aber wie? Band II, hg. v. J. Ebach u.a. (Jabboq 3), Gütersloh 2002,17-82.
Michael Weinrich


