Termine

Reformationsdekade 2012: Reformation und Musik
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps


Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.

Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik


Portrait über Kathrin Oxen
NDR-Info am Sonntag, dem 5. Februar um 6.05 Uhr und um 17.05 Uhr
''Verstecken ist unmöglich. Pastorin Kathrin Oxen – mehr als ein Predigttalent''

''Schuften bis zum Umfallen''
Richterinnen aus Kamerun im Einsatz für Frauenrechte

8. Februar 2012, 15 Uhr: Filmnachmittag im Gemeindehaus der Kilianskirche, Am Kirchplatz in Schötmar

WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.

Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.

''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück


''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012

''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein ­lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.

Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012


Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)

Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion

Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.

Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)

Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden

Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.

Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.

Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.

''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf

Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)


''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012

Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.

6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012


Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.

Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz


GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.

Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf

Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.


Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant


''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentags­präsidium in Erfurt beschlossen.

450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013


Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn


Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.



5. Mose 6, 20-25

Warum bin ich auf der Welt?

Wolf Erlbruch, Die große Frage, Verlag Hammer, 2004, 14,90 €

Predit im Taufgottesdienst von Kerstin Bonk

Liebe Gemeinde

Die grosse Frage. So heisst ein wunderbares Kinderbuch.
Ein Buch, in dem es um eine ganz grosse Frage geht. Um die Frage, die nicht nur Kinder und Jugendliche beschäftigt, sondern genauso Erwachsene: Eltern und Grosseltern.

In diesem Buch geht es um die Frage: Warum bin ich auf der Welt. Warum gibt es mich eigentlich, Warum lebe ich, was ist der Sinn meines Lebens.

Verschiedene Antwortversuche werden in diesem Buch gegeben. Jeder erzählt aus seiner Sicht, warum er meint auf der Welt zu sein und gibt so seine ganz persönliche Antwort.
Da sagt der Bruder z.B.: Um Geburtstag zu feiern, bist du auf der Welt.
Die Grossmutter sagt: Natürlich bist du auf der Welt, damit ich dich verwöhnen kann.
Der Vogel sagt: Um dein Lied zu singen, bist du da!
Der Stein sagt: Du bist da, um da zu sein.
Der Bäcker sagt: Du bist da, um früh aufzustehen.
Der Blinde sagt: Du bist auf der Welt, um zu vertrauen.
Die Schwester sagt: Um dich selbst lieb zu haben.
Und die Mutter sagt schliesslich: Du bist da, weil ich dich lieb habe.

So eine kleine Auswahl der Antworten.

Und das Beste an dem Buch ist, dass es mit all diesen Antworten nicht endet, sondern, dass es auf den letzten Seiten Platz gibt, um sich selbst die grosse Frage zu stellen, und um die eigenen Antwortversuche zu notieren; die Antwortversuche, die Kinder und Jugendliche im Laufe der Jahre auf die grosse Frage geben.

So lädt das Buch ein, Fragen nach dem Leben, nach dem Glauben, nach der Hoffnung zu stellen. Es lädt ein darüber ins Gespräch zu kommen. Einander zu erzählen, was das Leben ausmacht, was es zusammenhält. Es lädt zum Erzählen ein, zum Erzählen von den eigenen Lebensgeschichten, von sich selbst.

Etwas, das unendlich wichtig ist, nicht nur für das Leben allgemein, nicht nur um die Welt zu begreifen, um das Leben kennen zu lernen um das Leben zu verstehen, erträglich und erlebbar zu machen. Sondern auch, um den Glauben kennen zu lernen, um Hoffnung und Vertrauen zu finden, um Gott und seine Liebe zu erfahren.

Gott, Glaube, Hoffnung, Liebe, das kann man ja nicht einfach erklären, mit einem Merksatz aufschreiben, wie eine Formel lernen. Gott, Glaube, Hoffnung, das ist nicht wie Mathematik oder wie Vokabeln einer anderen Sprache.

Bei Gott, beim Glauben, da geht es um eine andere Wirklichkeit, eine Wirklichkeit, die hinter dem Alltäglichen liegt, eine Wirklichkeit, die im Erzählen auflebt, lebendig wird, erfahren wird.

Und darum ist die Bibel auch kein Buch von Formeln und Vokalen, sondern ein Buch mit Geschichten, ein Erzählbuch. Ein Buch, in dem Geschichten von Gott erzählt werden. Ein Buch, in dem erzählt wird, welche Erfahrungen Menschen mit Gott gemacht haben.

Schon für die Menschen im Alten Testament war das so. Da wird ausdrücklich dazu ermutigt, ja sogar aufgefordert, den Kindern die alten Geschichten zu erzählen, die alten Erfahrungen lebendig zu halten, damit sie eine Bedeutung für das eigenen Leben bekommen. Im 5. Buch Mose, Kapitel 6 heisst es in den Versen 20-25:

Wenn dich nun dein Kind morgen fragen wird: Was sind das für Vermahnungen, Gebote und Rechte, die euch der HERR, unser Gott, geboten hat?,

so sollst du deinem Kind sagen: Wir waren Knechte des Pharao in Ägypten, und der HERR führte uns aus Ägypten mit mächtiger Hand; und der HERR tat große und furchtbare Zeichen und Wunder an Ägypten und am Pharao und an seinem ganzen Hause vor unsern Augen und führte uns von dort weg, um uns hineinzubringen und uns das Land zu geben, wie er unsern Vätern geschworen hatte.

Und der HERR hat uns geboten, nach all diesen Rechten zu tun, dass wir den HERRN, unsern Gott, fürchten, auf dass es uns wohlgehe unser Leben lang, so wie es heute ist. Und das wird unsere Gerechtigkeit sein, dass wir alle diese Gebote tun und halten vor dem HERRN, unserm Gott, wie er uns geboten hat.

Wenn dein Kind dich fragt, so heisst es hier. Wenn es dich als Mutter oder Vater fragt. Wenn es nach dem Glauben fragt, so beginnt es: mit einer grossen Frage also.

Ich finde auffällig, dass die Frage hier ganz konkret ist. Dass nach einer ganz konkreten Sache gefragt wird. „Was sind das für Gebote, die ihr da habt“ Offensichtlich wird vorausgesetzt, dass die Eltern ihren Glauben sichtbar leben. Dass sie ihren Kindern den Glauben vorleben, damit die Kinder den Glauben nachleben können. Denn die meisten Dinge lernen Kinder wohl durchs Nachahmen, durchs Abschauen und nachmachen. Und so kommt dann heute oder morgen die Frage auf. Die grosse Frage, nach Gott und Glaube. Was hat es damit auf sich.

Und es heisst, dass die Eltern ihren Kindern darauf eine Antwort geben sollen.

Was für eine Antwort das ist, auch das ist bemerkenswert.
Denn es wird nicht nur mit einem einfachen Satz geantwortet. Sondern es wird weit ausgeholt, zurückgegangen in die Vergangenheit und es wird eine Geschichte erzählt. Mit einer Geschichte wird die Frage beantwortet. Mit der eigenen Geschichte, die bis heute geht. Mit der Geschichte von Menschen, die vor langer Zeit mit Gott Erfahrungen gemacht haben, die bis heute Bedeutung haben. Das soll erzählt werden.

Und so wird begonnen: WIR, wir waren Knechte des Pharao. Die eigene Geschichte, die Geschichte vom Volk Israel in Ägypten, die Geschichten von Unterdrückung und Sklaverei, von Mühsal und Bedrohung des Lebens. Die Geschichte von Mose, wie er als Kind gerettet wurde, wie er aufwuchs am Hof des Königs. Wie er dann von Gott zum Anführer des Volkes überredet wurde, wie alles losging: Der Auszug aus Ägypten, die grosse Befreiung. Die lange mühsame Wanderung in der Wüste mit all den Durststrecken, den Anfechtungen, aber auch den wunderbaren rettenden Erlebnissen. Und schliesslich der Einzug in das Gelobte Land, das Leben jetzt.

All das soll erzählt werden. All diese wunderbaren Geschichten, die voller Leben und Tiefe sind. All diese Geschichten sollen lebendig bleiben. Sie sollen aufleben lassen, wie Menschen damals Gott erlebt haben und wie Menschen Gott immer noch erleben. Nämlich als Gott, der Menschen begleitet, sie in Freiheit führt, befreit von Mächten, die das Leben kaputt machen und niederdrücken. So sollen auch die fragenden Söhne und Töchter Gott erleben.

Für das Judentum sind diese Geschichten bis heute zentral, eng mit ihrem Bekenntnis verbunden.

Auch die ersten Christen haben das Erzählen der Geschichten von Gott gepflegt. Von Anfang an war das Christentum eine Erzählgemeinschaft. Sie haben die Geschichten aus dem alten Testament und die noch ganz jungen Geschichten von Jesus erzählt. Sie haben die Geschichten immer wieder neu aufleben lassen. So bekamen diese Erfahrungen von Menschen aus vergangener Zeit eine Bedeutung für die Gegenwart, für ihr eigenes Leben, für ihren eigenen Glauben. Die Menschen lebten in den Geschichten. Sie fanden sich selbst darin wieder.

Und so ist es bis heute. Wenn wir die Geschichten aus der Bibel erzählen, wenn wir sie hören, wenn wir sie aufleben lassen, in sie hineinschlüpfen, ein Teil von diesen Geschichten werden, dann bekommen sie auch eine Bedeutung für uns, für unser heutiges Leben, für unsere Existenz. Ja, dann erfahren wir in den Erzählungen Gott selbst.

Das das so ist, ja wie bezaubernd das Erzählen von Geschichten aus der Bibel sein kann, das möchte ich mit einer Erzählung deutlich machen. Es ist eine kleine faszinierende Geschichte von Werner Laubi. Bahngeschichte so heisst sie.

Ich fahre am frühen Morgen mit der Bahn von Aarau nach Genf. Im Wagenabteil sind die Reisenden, von denen wohl die meisten in Geschäften unterwegs sind, in die Lektüre von Tageszeitungen vertieft. Zwei studieren Akten. Einer holt, das Kinn auf der Brust, leise schnarchend den zu früh unterbrochenen Schlaf nach.

In Olten steigt ein Ehepaar mit einem etwa vierjährigen Knaben in den Wagen. Im Gegensatz zum Leiseschnarcher ist der Bub hellwach. Seine laute Stimme erfüllt augenblicklich den Wagen. Er inspiziert die Bänke und den Boden, öffnet und schließt die Glastür zum Raucherabteil, fragt den Vater: «Wozu ist der rote Hebel über der Tür? Was macht man mit dem schwarzen Schalter dort? Warum sind die Gepäcknetze so hoch oben angebracht? Warum hat der Mann dort eine rote Nase?»

Er findet andauernd neue fragwürdige Gegenstände, springt umher, setzt sich dahin und dorthin. Das leise Schnarchen des Leiseschnarchers verstummt. Unwillig blickt er nach dem Störenfried; aber was kümmert's den Bub! Er muss auf die Toilette, kommt zurück, setzt sich auf den Boden - die Langeweile manifestiert sich sicht- und hörbar.

Da kramt der Vater in der Reisetasche und reicht dem Bub ein elektronisches Spielzeug. Ruhe kehrt ein. Man hört nur noch das Sausen der Räder, das leise Summen der Klimaanlage, das Piepsen des Spielzeugcomputers und das Wieder-Einsetzen des leisen Schnarchens des Leiseschnarchers.

Nach genau fünf Minuten ist dem Kind das Spiel verleidet; das Umherspringen fängt von vorne an. Da erzählt die Mutter dem Kind Geschichten.

Zuerst Schneewittchen. Dann Rotkäppchen. Dann -- ich staune -- die Geschichte vom großen Goliat und vom kleinen David. Sie erzählt spontan. Ohne Buch. Manchmal bezieht sie die Umwelt mit ein: «In einem Wald wie dort draußen, nur war er viel, viel größer, irrten Hänsel und Gretel umher. Auf einem Feld wie dem dort drüben standen David und Goliat einander gegenüber.»

Vom Moment an, da die Mutter mit Erzählen anfängt, ist der Bub still. Die nervöse Stimmung ist weg. Die Spannung und der Zauber der alten Geschichten erfüllt den Wagen. Das geht so von Bern bis Lausanne. Über eine Stunde. Alle hören zu. Auch die Männer in den dunklen Anzügen, auch die Frauen in den eleganten Kostümen. Selbst der Leiseschnarcher bleibt wach.

In Lausanne verlässt das Ehepaar mit dem Knaben den Zug. Aus dem Gespräch beim Aussteigen schließe ich, dass die Familie hier eine Tante besuchen will. Der Zug rollt weiter. Vorbei am Genfersee. Es ist still im Wagen. Frauen und Männer lesen, und das Sausen der Räder begleitet ein leises Schnarchen.

Ich denke: Würde doch die Tante, statt in Lausanne, in Genf wohnen!

Wunderbar, nicht wahr. Wunderbar, wie bezaubernd Erzählen sein kann. Wunderbar, wie hier die Geschichte von David und Goliath lebendig wird. Wie sie plötzlich in die Gegenwart hineingeholt wird, mitten im Zug lebendig wird, wie ein Feld zwischen Bern und Lausanne plötzlich zum lebendigen Schauplatz des Kampfes zwischen Gross und Klein wird.

Wie der Kleine dort zwischen Bern und Lausanne zum Zug kommt, nicht nur der kleine David gegen den grossen Goliath gewinnt, sondern auch der vierjährige Junge mitten zwischen all den Grossen geschäftigen Erwachsenen gewinnt.

Und wer weiss, was der Junge alles noch erfahren hat durch die Geschichte. Es steht nicht da. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass er erfahren hat, dass Gott uns viel zutraut, egal wie klein man ist. Dass Gott uns zur Seite steht und unterstützt im Leben, dass er uns hilft Mut zu haben, hilft die Angst zu überwinden. Vielleicht hat er all das erlebt, gespürt dort im Zug zwischen Olten und Lausanne. Gespürt beim Hören der Geschichte von David und Goliath.

Ganz sicher hat er erlebt, dass Geschichten etwas Wunderbares sind. Er hätte auf die Grosse Frage dann vielleicht geantwortet: Ich bin auf der Welt, um Geschichten zu hören.
Und das sind wir alle. Wir sind auf der Welt, um die Geschichten von Gott, von seiner Liebe zu uns Menschen zu hören, Geschichten von seiner Barmherzigkeit und Gnade. Ja, dazu sind wir da. Damit die Geschichte von Gott mit uns auch unsere Geschichte mit Gott wird. Amen.


Kerstin Bonk
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