Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Die Prädestination

Von Léopold Schümmer, Brüssel

©Andreas Olbrich

Der erwählte Gläubige, der in aller Ruhe in der Vorhersehung Gottes lebt, fürchtet nichts und niemanden, denn er weiss, dass nichts den allmächtigen Herrn daran hindern wird, die Geschichte zu ihrem Abschluss, das heisst zur endgültigen Wiederherstellung zu bringen, und sie ins ewige Reich seines Sohnes zu führen."

"Calvin stellt einen weiteren Begriff, mit der Berufung in Zusammenhang, denjenigen der Prädestination. Es handelt sich dabei um einen Aspekt der Herrschaft Gottes, der sein Werk zu seinem Ziel führt: die endgültige Wiederherstellung bei der Parusie. Durch die Prädestination ist der Mensch all seiner Ansprüchen entledigt und erkennt, dass er alles vom Herrn erhält. Die Lehre Calvins zu diesem Punkt kann in vier Sätzen zusammengefasst werden:
• Die Prädestination präsentiert sich nie als Erklärung, sondern als Geheimnis, welches Gott und den Menschen umhüllt.
• Es ist verabscheuungswürdig und verboten, Überlegungen zu diesem Dogma anzustellen, in dem über die Anzahl der Erwählten und Verstossenen spekuliert wird, da nur Gott allein diese kennt.
• Gott prädestiniert nicht zum Schlechten. Es ist der Mensch, der durch eigenes Verschulden zu Fall kommt.
• Der einzige Sinn aller Betrachtungen liegt im Dialog, in dem Gott dem Menschen offenbart, dass er zuerst geliebt wurde, derweil seine Unwürdigkeit nichts als den Tod verdient hätte, und dass er zur „Herde“ von Jesu Christi gehört.
Das Wesentliche dieser Lehre ist: den Gläubigen, die von der damaligen Kircheninstitution exkommuniziert wurden, ein unerschütterliches Gefühl der persönlichen Gemeinschaft mit Gott zu vermitteln. Eine Gewissheit, die weder durch ein Individuum noch durch eine Institution ins Wanken gebracht werden kann. ..."

Weiter im PDF auf http://www.calvin09.org >>>

Quelle: www.calvin09.org

  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks
 

Nach oben    E-Mail