Termine

Reformationsdekade 2012: Reformation und Musik
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps


Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.

Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik


WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.

Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.

Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.

Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.

Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.

''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück


''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012

''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein ­lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.

Symbol für Schutz und Wärme
Kirchengemeinde Horn stellt neues Antependium am Aschermittwoch vor
Horn. Ein neues, symbolträchtiges Antependium wird die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Horn im Gottesdienst am Aschermittwoch, 22. Februar, vorstellen. Antependien heißen die Schmucktischdecken für Abendmahltisch und Kanzel. Sie sollen mit ihren Farben und Symbolen die besondere Atmosphäre der jeweiligen Sonntage im Kirchenjahr verdeutlichen.

Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.

35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.

Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.

Die Sterne lügen nicht
Marktplatzgespräche in Detmold: Astrologie und Glaube
Detmold. Warum lesen Menschen Horoskope? Ist die Astrologie einfach handfester als christliches Gottvertrauen? Haben die Sterne wirklich Einfluss auf unser Leben oder ist das schlicht Aberglaube? Das Bildungsreferat der Lippischen Landeskirche und die ev.-ref. Kirchengemeinde Detmold-Ost laden zu einem Abend im Rahmen der Reihe „Marktplatzgespräche“ am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr in das Gemeindehaus am Markt ein.

Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012


Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)

Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion

Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.

Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)

Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden

Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.

Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.

Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.

''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf

Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)


''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012

Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.

Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.

6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012


Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.

Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz


GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.

Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf

Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.


Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant


''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentags­präsidium in Erfurt beschlossen.

450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013


Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn


Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.



Den Armen wird das Evangelium verkündigt

Predigt über Matthäus 11, 2-6 von Gudrun Kuhn, Nürnberg

Weih­nachten, das Fest, in dem es – entgegen anders lautenden Meldungen – nicht um die Fa­milie und auch nicht irgendwie um Liebe und so geht, sondern – um das ganz Andere, das We­sentliche.

2 Als Johannes nun im Gefängnis von den Taten des Christus hörte, sandte er seine Jünger zu ihm 3 und ließ ihn fragen: Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten? 4 Jesus antwortete ihnen: Geht und erzählt Johannes, was ihr hört und seht: 5 Blinde sehen und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, und Tote werden auferweckt, und Armen wird das Evangelium verkündig.; 6 Und selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt. (Matth. 11, 2-6)

Sie kennen vielleicht auch den schönen Chorsatz von Johannes Eccard: „Übers Ge­birg Ma­ria geht zu ihrer Bas‘ Elisabeth“. Auf jeden Fall kennen sie die entsprechende Sze­­ne aus dem Lukasevangelium: Die beiden Frauen sind guter Hoffnung. Und als die Mutter des künf­ti­gen Propheten Johannes Maria begrüßt: „hüpft(e) das Kind in ih­rem Leibe“. Eine liebenswerte Geschichte. Aber wie kommt sie überhaupt in die Bibel?

Sie gehört in eine ganze Kette von Johannes–Jesus–Erzählungen, die alle die glei­che Ten­denz haben: Elisabeth begrüßt Maria mit den Worten: „Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?“ (Lukas 1, 34) Und Johannes sagt über Jesus: „... ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe auf­zuschnüren.“ (Mark. 1,7; cf. Matth. 3, 11; Joh. 1,27) Starke Demutsgesten. Warum waren sie den Evangelisten wichtig?

Unschwer ist zu erkennen, dass die frühen Christen sich in einer Konkurrenzsituation be­­­fan­den. Vom Kreis der Johannesjünger wird ihnen der Rang Jesu streitig gemacht. Und das mit pro­pagandistisch harten Mitteln. Im Gegensatz zu Johannes, dem „Rufer in der Wüste“, der sich ja – wie wir alle wissen – von Heuschrecken ernährt hat, nennt man Jesus einen „Fres­ser und Säufer“, einen „Freund der Zöllner und Sünder“. So nachzulesen wenige Verse nach un­serem Predigttext (Matth. 11,19). Es gab offensichtlich für asketisch orientierte religiöse Men­schen durchaus einen Grund, an Jesus „Anstoß“ zu nehmen (6).

Die Rechtfertigung muss mit großem Aufwand betrieben werden. Beweise für die Ho­heit Je­su sind gefordert. Und welcher Beweis kann unumstößlicher sein als einer aus der Schrift, aus den Verkündigungen der Propheten über das Zeitalter des Messias.

Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben ge­öff­net werden. Dann werden die Lahmen springen wie ein Hirsch, und die Zunge der Stummen wird frohlocken. (Jes. 35, 5f.)

Der Geist des HERRN ist auf ihm, dem Gesalbten, dem Christus, und er ist gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen. (Jes. 61, 1)

Ich lese diese vertrauten Stellen bei Jesaja. Die neu­tes­ta­­mentliche Tradition bezieht solche Pro­phe­ten­wor­te zuversichtlich auf ihren Herrn, bei der Schil­­de­rung von Jesu Taufe bereits und jetzt – vor dem Tod des Johannes – noch einmal. Und ich stehe dankbar in dieser Tradition.

Aber da gibt es auch ein gewisses Unbehagen. Erst in jüngster Zeit habe ich wie­der Berichte über die Verfolgung der Mandäer im Irak und Iran gelesen, einer Re­li­­­­gions­gemeinschaft, die sich auf den Kreis der Johannesjünger zurückführt. Es gibt auch Asylanten aus dieser Ge­mein­schaft in unserer Stadt. Und ich kann das Un­recht, das heute noch geschieht, nicht ab­tun mit dem Hinweis dar­auf, dass es eben die real existierenden islamischen Staa­ten sind, die In­to­le­ranz üben. Auch unsere christ­liche Geschichte kann sich davon nicht freisprechen.

Wer ist größer? So rechten die Johannes- und Jesus-Jünger miteinander. Ja, wer ist der Kleins­te und wer wird der Größte sein im Himmelreich? (11f.). So geht der Streit.

Dabei kann man mitten in dieser Überbietungsrhetorik eine große Nähe zwischen bei­den fin­den, dem Mann in der Wüste und dem Mann aus Nazareth, grausam zum Ge­spött der Leute ge­macht und hingerichtet der eine wie der andere.

Die Beweiskette des Evangelisten ist klar: Johannes hat Jesus den Weg bereitet, da­rum hat es „keinen größeren Menschen ge­ge­ben“ als ihn. Danach aber kam die Zeit der „Zeichen und Wunder“, die Jesus als Mes­sias aus­ge­wiesen haben, „wie es durch den Mund der Pro­phe­ten angekündigt war.“

Nun: einige dieser „Zeichen und Wunder“ sind zur Zeit Jesu so aufsehenerregend auch wie­der nicht. Sie erzählen von Jesu Wirken als Heiler und von Auf­er­wec­kun­gen. Aber wenn man die zeitgenössischen Berichte über Männer, die als Messias ge­fei­ert wurden, nachliest, dann ist das gerade mal das Mindeste, was man dafür vor­wei­sen muss. Selbst von Kaiser Vespasian in Rom werden Heilungswunder berichtet.

Das Andere freilich findet sich nicht in dessen Biografie – das Andere, das Wesentliche: Den Armen wird das Evangelium verkündet. Weiß Gott keine Kleinigkeit … Gerechtigkeit für die Armen im „nahe her­bei­ge­kom­me­­nen Him­melreich“ (Matth. 3,2), wie Johannes es verkündet hatte. Keine Klei­nigkeit, Gott weiß es. Eher möchte man erwarten, dass Lahme gehen und Blin­de sehen, ja gar Tote auferweckt wer­den, als dass das Wirklichkeit wird: Ge­rech­tig­keit für die Ar­men.

Jo­hannes kannte solche Verheißungen der Väter. Und er kannte seine Mitmenschen, ein „Otterngezücht“, wie er sie tituliert. Trotzdem ka­­men sie und ließen sich taufen, tauchten ein in das Reinigungsritual als ernst­haf­tes Zeichen ihrer Reue und Umkehr.

Und dann? Wie sah es danach aus mit der Gerechtigkeit für die Armen? Weiterhin denkbar schlecht. Wie könnte sonst Jesus bei Matthäus (11,12) urteilen, dass „seit den Ta­gen Johannes’ des Täufers bis heute […] dem Gottesreich Gewalt an­ge­tan“ wird. Bis heute? Bis heute!

Den Armen wird das Evangelium verkündet. Ich bin nicht arm. Und während ich mich über den pensionierten Tatort-Kommissar amüsiere, der Herrn Ac­­ker­­mann verhaften möchte, habe ich vielleicht gar kein Recht zum La­chen. Ich fürch­te, die­ses Gefängnis hat viele Zellen. Auch für kleinere Sünder.

Der Uno-Generalsekretär hat es uns vorgerechnet, wie viele Kinder vor dem Hun­ger­tod ge­ret­tet werden könnten für die Milliarden, mit denen jetzt ein marodes, vernunft-und mo­ral­lo­ses Bank- und Wirtschaftssystem stabilisiert wird. Und wir stecken alle ir­gend­wie mit darin. Fast alle.

Die Armen, das sind im griechischen Urtext die Bettler. Die Notleidenden. Dieses Wort habe ich zuletzt an der Videowand meiner U-Bahn-Haltestelle gelesen: Als not­lei­dend wird dort die Handy-Branche bezeichnet. Die Auto­industrie ist not­lei­dend. Und am al­ler­notleidendsten ist das Bankwesen.

Die Menschen erscheinen in den Statistiken allenfalls als Kostenfaktor für not­wen­di­ge staat­li­che Zuwendungen. Verloren gegeben sind längst die Ar­men. Die Armen in un­serem Land. Und erst recht die Ärmsten der Armen in aller Welt. Viel Grund gäbe es also auch für uns, zu Johannes an den Jordan zu zie­hen und uns rein wa­schen zu lassen.

Und dann? Wie sähe es danach aus mit der Gerechtigkeit für die Armen? Haben nicht alle die Recht, die uns vorwerfen, dass 2000 Jahre Christentum die Welt um kei­nen Deut gerechter gemacht haben?

In der Frühzeit gab es immer wieder Neu-Christen, die diesem Dilemma zwi­schen Be­­keh­rung und Rückfall in den alten Trott auszuweichen versuchten. Sie zö­ger­ten die Taufe mög­lichst bis zum Totenbett hinaus, bis zu dem Moment, da sie so ge­brech­­lich waren, dass sie oh­­nehin nicht mehr sündigen konnten. Und die Re­li­gions­ge­­mein­schaft der Mandäer wie­der­holt  jeden Sonntag für alle das Taufritual.

Und wir? Wie können wir mit unseren eigenen Widersprüchlichkeiten leben? Da gibt es die Tage der Verdrängungskunst. Solange man „keine Zeitungen hält, Ist die Welt noch in Ordnung“. (Sarah Kirsch)

Da gibt es die Tage der Selbstrechtfertigung. Man ist doch nicht für die Misere ver­ant­wort­lich. Und schließlich hat man nicht wenig überwiesen auf das Konto von Brot für die Welt.

Da gibt es die Tage der Verzweiflung, wenn die eigenen Ängste und Nöte jeden Ge­dan­ken an andere ohnehin unmöglich machen.

Da gibt es die Tage der Selbstgerechtigkeit. Wie kann das nur passieren, dass je­mand Geld ver­untreut und krumme Bankgeschäfte betreibt?

Da gibt es die Tage der Verteidigung. Warum sollte gerade ich eine zweite Mutter The­resa wer­den!

Da gibt es die Tage des Selbstmitleids. Wer hilft eigentlich mir?

Da gibt es die Tage des Zynismus. Hat man es nicht schon immer gewusst, dass der Ka­pi­ta­lis­mus irgendwann an seinen eigenen Widersprüchen zugrunde gehen wird?

Da gibt es die Tage der Gleichgültigkeit.

Und die Tage der Flucht in den sinnlosen Konsum.

Und die Tage der Zukunftsangst.

Und die Tage der Scham.

Und die Tage der Auflehnung gegen Gott, wie sie Kurt Marti formuliert hat:

DU  [GOTT]
der den triumphen
des bösen
über das gute
so häufig
zu häufig
untätig zuschaut
uns aber vorhält
dass wir es sind
die den triumphen
des bösen
so häufig
zu häufig
untätig zuschauen[1]

Und mitten in diesem heillosen Durcheinander von Schuld und Unterlassungen, von Über­for­de­rung und Resignation, von Klage und Anklage – haben wir alle Jahre  wie­der die geradezu un­verschämte Gelassenheit Weihnachten feiern zu wollen.

Weih­nachten, das Fest, in dem es – entgegen anders lautenden Meldungen – nicht um die Fa­milie und auch nicht irgendwie um Liebe und so geht, sondern – um das ganz Andere, das We­sentliche:

Den Armen wird das Evangelium verkündet.

Den Armen wurde das Evangelium verkündet.

Den Armen wird das Evangelium verkündet werden.

Ist es dieser Spannungsbogen zwischen Vergangenheit und Zukunft, der unseren Wi­der­spruchs­geist gegen Resignation und Gleichgültigkeit wach hält, der uns hier ver­sammelt un­ter dem alten Wort, der uns den Mut gibt, doch immer wieder den Kopf zu heben und nach vor­ne zu schauen? Nach vorne, indem wir zurückschauen.

Ver­suchen wir uns doch hineinzuversetzen in die Situation der Evangelisten. Sie ist so viel an­ders auch nicht als die unsere. Sie erleben selber keine„Zeichen und Wun­­der“, auch wenn sie davon berichten. Johannes ist tot und Jesus ist gestorben. Das Elend der Elenden ist nicht weniger ge­­wor­den. Jerusalem ist zerstört. Die Welt­macht Rom entfaltet ihre größte mi­li­tä­rische Aus­deh­nung. Und in den Gemeinden wird ge­strit­ten: Jo­­han­­nes­jün­ger gegen Je­sus­jün­ger, Ju­den ge­­gen Christen, Christen gegen Chris­­ten. Die ers­ten Getauften sind bereits ver­­­stor­ben und die ersehnte Wiederkunft des Herrn lässt auf sich warten.

In diese trostlosen Zeiten hinein verkünden die Evangelisten Jesus, den Christus. Wie er war, warum er ist, dass er kommen wird. Verheißen von den Propheten, ge­glaubt von den Zeu­­gen, erwartet von aller Zukunft.

Gewaltiges hat er vollbracht mit seinem Arm,
zerstreut hat er, die hochmütig sind in ihrem Herzen,
Mächtige hat er vom Thron gestürzt
und Niedrige erhöht,
Hungrige hat er gesättigt mit Gutem
Und Reiche leer ausgehen lassen.

So singt die Mutter Jesu im Lukasevangelium während ihres Besuchs bei Elisabeth von der Zeit des Heils.

Sie wundern sich vielleicht, dass die Zürcher Bibel hier die Ver­gan­gen­heits­­form wört­lich über­setzt, anders als Luther, der seinen Lobgesang Marias in eine ver­hei­ßungs­vol­le Ge­gen­warts­form eingekleidet hat:

Er übet Gewalt mit seinem Arm
Und zerstreuet die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn.
Er stößet die Gewaltigen vom Thron
Und erhebt die Niedrigen.
Die Hungrigen füllet er mit Gütern
Und lässt die Reichen leer.

Diese Übersetzungsvarianten vermögen sehr gut zu spiegeln, wie wir zwischen Er­fül­lung und Verheißung gestellt sind. Was wir – im Vertrauen auf die Tradition – in Je­sus als schon er­füllt glauben, scheint in unserer Gegenwart auf und ist uns für die Zu­kunft in Aussicht ge­stellt.

„So soll es sein, so wird es sein“ hat Wolf Biermann in seiner Vision von der Ge­rech­tig­keit für die Armen vor vielen Jahren gesungen. Und – wo er Recht hat, hat er Recht.

Den Armen wird das Evangelium verkündet. Und den Reichen. Wie sonst könnten wir diesen Graben zwischen Scheitern und Vollenden,  zwi­schen Hilf­lo­sig­keit und kleinen Gesten der Gerechtigkeit, zwischen Angst und Hoff­nung – wie sonst könnten wir diesen Graben zwischen Sünde und Gnade überhaupt aushalten?

Wir müssen darauf vertrauen, dass auch wir mit gemeint sind, wenn den Hirten die Geburt des Heilands verkündet wird.

Das mag Teil des Anstoßes gewesen sein, den Johannes-Jünger am Handeln Jesu nah­­men. In ihrem Streben nach Reinheit und untadeliger Lebensführung war es für sie undenkbar, mit Zöllnern und Sündern zu Tisch zu sitzen. Das „nahe her­bei­ge­kom­­mene Himmelreich“ sollte durch asketische Lebensleistungen sofort und voll­kom­men verwirklicht werden. Aber auch Selbst­gerechtigkeit kann zu men­schen­ver­ach­ten­­dem Verhalten führen.

Das „Himmelreich“ jedenfalls lässt sich weder ins Jenseits abschieben noch ins Dies­seits auf­lösen. Es ist in die Schwebe gehalten von Vor-Zeit und Nach-Zeit, von Da-Sein und Irgendort im Noch-Nicht.

Wir aber haben – im Handeln und im Hoffen – wir haben Anteil am Leben der Welt, die im Kom­­men ist, weil Gott seinen Sohn gesandt hat, als die Zeit erfüllt war (Gal. 4,4).

Amen.


[1] Kurt Marti: Du. Eine Rühmung. Radius-Verlag 2007. S.10f.


Dr. Gudrun Kuhn, Nürnberg (Ältestenpredigerin der Ev.-ref. Gemeinde St. Martha); Predigt aus dem Jahr 2008
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