Termine
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps
Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.
Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik
WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.
Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.
Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.
Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.
Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.
''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück
''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012
''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.
Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.
35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.
Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.
Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012
Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)
Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion
Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.
Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)
Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden
Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.
Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.
Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.
''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf
Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)
''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012
Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
''Aus den Tiefen, Plural. Nicht nur e i n e Tiefe, wie Luther übersetzt, sondern viele Tiefen. Rabbinische Ausleger finden das besonders wichtig. Tief ist die Not des Exils, des Fremdbleibens in dem Land, in dem schon meine Eltern und Großeltern und Urgroßeltern gelebt haben ... Der Ruf dieses Liedes kommt aus der Ferne des Exils, aus der Fremde. Es ist ein Schrei aus der Entfremdung, ein Schrei nach Heimat.''
Psalm 130
(Übertragung: Marten Marquardt)
1. Ein Maalot-Lied
Aus Tiefen rufe ich Dich, DU.
2. ADONAI, höre auf meine Stimme; Deine Ohren seien offen für die Stimme meines Flehens!
3. Wenn Du, ja DU, Sünden beobachtest, ADONAI: wer wird dann bestehen?
4. Denn bei Dir gibt es Vergebung, damit man Dich fürchtet.
5. Ich hoffe sehr auf DICH. Mein ganzes Leben wartet auf Dein Wort.
6. Mein ganzes Leben - auf ADONAI, mehr als Wächter auf den Morgen, Wächter auf den Morgen.
7. Warte, Israel auf IHN, denn bei IHM ist Solidarität und viel Vergebung, bei Ihm!
8. Und Er wird Israel erlösen von allen seinen Sünden.
Liebe Gemeinde,
da schreit einer. Von ganz unten. Da schreien viele. Von ganz unten.
Es gibt auch lautlose Schreie. Edvard Munch: „Der Schrei“. Ein aufgerissen verzerrter Mund ohne Töne. Man kann die Schreie auch sehen. Wenn man hinschaut. Wenn man will.
Auch diesen Schrei aus den Tiefen nennt der Psalm ein Lied, ein Maalot-Lied, ein A u f s t i e g s – L i e d. Ein Lied in Gottes Ohr.
Lieder müssen nicht immer erfreuen. Es gibt auch Trauergesänge und Klagelieder. Hier schreit Einer, hier schreien in der einen Stimme Viele ihre Klage zum Himmel. Ihr Maalot-Lied: Mima’amakim, aus den Tiefen.
Aus den Tiefen, Plural. Nicht nur e i n e Tiefe, wie Luther übersetzt, sondern viele Tiefen. Rabbinische Ausleger finden das besonders wichtig. Tief ist die Not des Exils, des Fremdbleibens in dem Land, in dem schon meine Eltern und Großeltern und Urgroßeltern gelebt haben. Fremd bleiben, ausgeschlossen bleiben, nicht willkommen zu sein im eigenen, im einzig verbleibenden Land, das ist ein Abgrund menschlichen Leidens. Der Ruf dieses Liedes kommt aus der Ferne des Exils, aus der Fremde. Es ist ein Schrei aus der Entfremdung, ein Schrei nach Heimat.
Tief verunsichernd ist aber auch die Erfahrung der Gottesfinsternis. Wo bist DU, Gott? Warum hilfst DU nicht? Warum erleben wir nicht, dass DU für DEIN Volk in die Bresche springst? Diese Gottesferne! Dieser Schatten, der nun in unseren Augen Gott umgibt! Diese Verzweiflung über den, der einzig helfen kann, und der versprochen hat, zu helfen! Dieser heraufdrängende Zweifel an Gott, an allem, was galt bisher! Dieser innere Kampf mit der eigenen Verzweiflung! Dieser seelische Tiefdruck! Der Beter ruft aus der Tiefe der eigenen Glaubensdepression heraus.
Und abgründig der Gedanke, es könnte auch Gott selber verloren sein, wenn Israel verloren ist. Das ist jüdischem Glauben gar nicht so fremd, dass Gott selber auf dem Spiel steht. Israel kennt ja keinen über alles Erhabenen, den das große Weltgetriebe grundsätzlich nicht ankratzen könnte. Israels Gott ist nicht der ewige und unbewegte und von unserer Welt abgehobene absolute Herrscher. Israels Gott ist verletzbar. - Wenn Israel im Exil ist, ist auch Gott in der Fremde, umschattet, schwerer zu erkennen. Darum heißt es im dritten Vers: „Wenn Du, j a D U, Sünden beobachtest...“. Das DU Gottes ist manchen Juden im Exil, in Köln und anderswo, unsicherer geworden. Darum benutzt der Psalm hier einen verkürzten, einen verunsicherten Gottesnamen, den ich mit dem Nachklapp „ja DU“ andeuten will. Im Exil, inmitten der Anfeindung durch die Nachbarn, wird auch Gott selbst unsicher. Darum das stotternd nachgelegte, „Du, j a D U“. Der Beter schreit auch aus dieser Tiefe der Gottesgefährdung heraus.
Der italienische Gelehrte Ibn Yachya (Gedaljah ben Joseph 1515-1587) überlegt an dieser Stelle, dass ja auch der Beter selbst bei alle dem verwirrt sein und verworren reden könnte. Kann ein verworrenes Gebet bei Gott erhört werden? Dürfen wir verworrenes, unlogisches Gestammele vor Gott bringen? Und Ibn Yachya antwortet: „Wenn die Bedrängnis meiner Not so groß ist, dass ich nicht mehr vernünftig beten kann, dann bete ich trotz allem zu DIR, dass DU mein erbärmliches Geschrei so annimmst, als wäre es ein wohl formuliertes Gebet.“ – Beten ist also bei Gott keine Frage der gestanzten Rede und der gestochenen Formulierung. Du kannst zu Gott auch beten mit Gestotter und Gestammel, auch wenn du nicht mehr ganz bei Troste bist vor lauter Kummer.
Und dann schließlich auch diese nagende Erkenntnis eigener Schuld. Rabbinische Ausleger klagen nicht Gott an, sondern sich selbst: Israel hat einen eigenen Abgrund an Sünde und Schuld, der das Leben so bitter macht und der auch zum Exil, zur Entfremdung von Gott und den Menschen führt. Und diese selbst ver¬schuldete Verwicklung in die Grausamkeiten der Weltgeschichte ist der letzte Grund für die Schmerzen des Exils. - So versuchen sie, sich selbst zu disziplinieren. Und dann die Erkenntnis, dass Schuld und Sünde tatsächlich nur durch Vergebung, nur von Gott her, zu beheben sind. Ohne Vergebung schaffen wir die Sünde nie aus der Welt, sondern verstricken uns tiefer und mehr hinein, je mehr wir zu lösen versuchen.
Aber hier unterbreche ich den rabbinischen Auslegungsgang für uns. Wenn jüdische Stimmen so denken und vor Gott von ihrer eigenen Schuld sprechen, dann, spätestens dann, müssen wir uns ausklinken und, statt Israel lauernd zu belauschen, unsere eigene Lage bedenken. Da tun sich nun andere Abgründe auf und da schreien wir aus anderen Tiefen heraus zu Gott. Dann wird nämlich dieser Maalot-Psalm, dieser Aufstiegsgesang, zuerst einmal ein Abstiegsgesang f ü r u n s. - W i r müssen erst einmal hinabsteigen in die Tiefen und Untiefen unserer eingewurzelten und krankmachenden Judenfeindschaft, die das Christentum seit 2000 Jahren mehr oder weniger gepflegt hat. Es führt kein Weg vorbei an der Einsicht, dass unser westliches Christentum einen früh erworbenen Herzfehler hat, der uns von Israel abgewendet, unseren jüdischen Nachbarn entfremdet hat und der Juden weithin zu Fremdkörpern und Feinden im christlichen Abendland gemacht hat. Wir haben dazu ja ein paar Beispiele an Stelle des üblichen Sündenbekenntnisses zu Beginn unseres Gottesdienstes gehört. Weitere können Sie in dem kleinen Materialheft, das Sie am Ausgang bekommen werden, nachlesen. Unsere Kirchen sind seit zweitausend Jahren zu gefährlichen und teils auch mörderischen Nachbarn für Israel geworden. Das Kreuz Christi, das uns allen als ein Symbol der Erlösung, der Menschenfreundlichkeit Gottes so vertraut ist, ist für Juden (und andere) in unserer Mitte weithin zu einem Schre¬ckenszeichen geworden, das sie nur fürchten und verfluchen konnten.
Unsere christliche Krankheit der Judenfeindschaft und der Selbstüberhebung gegenüber Israel hat entscheidend zur Schoah, der planmäßig entwickelten und industriell betriebenen Vernichtung von Juden in Europa, beigetragen. Und die „Reichskristallnacht“, wie die Nazis zynisch das Zerschlagen alles menschlichen und materiellen Porzellans in dieser Nacht des 9. November nannten, wäre ohne unsere tiefsitzende Sünde der christlichen Judenfeindschaft so nicht möglich gewesen: die Nazis hätten einen Aufschrei und den Widerstand so vieler Menschen erlebt, dass sie spätestens dann von ihren mörderischen Plänen zur sogenannten Endlösung hätten abrücken müssen, w e n n unser christlicher Glaube und unsere kirchliche Praxis nicht so verdorben gewesen wären durch die Sünde der Kirchen und der Christen.
Nun ist es also an uns, zu schreien aus den Tiefen und Abgründen unserer christlichen Gottlosigkeit und der daraus folgenden Menschenverachtung in Form unserer notorischen Judenfeindschaft. Und die wird bei uns nicht dadurch überwunden, dass wir nun politisch korrekt werden und nur noch freundlich von und mit Juden reden. Sie wird erst da überwunden, wo unser eigener Glaube sich auch über fremden Glauben freuen, wo unser christliches Bekenntnis auch die jüdisch-andere Praxis anerkennen und bejahen kann. Erst unser von Herzen kommendes Ja zum jüdischen Nein kann uns frei machen von ererbter Angst vor den Juden. Dazu müssen bei uns Theologie und Glaube, Liturgie und Praxis tief verwandelt werden. Das kostet Kräfte und Kräche in unserer Kirche. Und das geht uns an die Substanz. Darum wird dieser Psalm 130 für uns zu einem Schrei aus den Abgründen unserer Geschichte: „Wenn Du, j a D U, Sünden beobachtest, ADONAI: wer wird dann bestehen?“ – Wird es dann nicht um unsere Kirche selbst gehen, um ihr Sein oder Nichtsein? Werden wir dann nicht heute gar um unser Überleben als Kirche Christi morgen fürchten müssen?
Wir könnten uns nun natürlich zu McKinsey flüchten und Marketing-Strategien entwickeln für das Überleben der Kirche unter den Bedingungen der liberalen Marktwirtschaft. Aber wird uns das frei machen von diesem Herzschaden der Kirche?
Wir könnten auf religiöse Rezepte setzen und Engel und andere Mittlerwesen einschalten. Es wundert mich nicht, dass Engel in unseren Tagen eine solches revival erfahren. Sie könnten uns vielleicht – so scheint doch die Hoffnung auf Engel zu versprechen - sozusagen auf weicheren Wegen Vergebung, Zuversicht und Trost liefern.
Aber es heißt: „Denn bei DIR gibt es Vergebung, damit man Dich fürchtet“. Bei Gott. An keiner anderen Stelle und bei keiner anderen Instanz ist Vergebung, zu haben. Und ich argwöhne, dass die gegenwärtige Liebe zu Engeln aller Art versucht, unbewusst genau diese Härte des Psalms 130 zu umgehen: „Denn bei DIR ist Vergebung, damit man DICH fürchte.“ – Rabbinische Auslegung besteht an dieser Stelle darauf, dass Vergebung bei Gott niemals delegiert werden kann. Vergebung kann niemals sozusagen auf dem kurzen Dienstweg, auch nicht über den besten aller Engel ausgehandelt werden. Das müssen wir heutigen Christinnen und Christen mit unserer neu entdeckten Freude an Engeln aller Arten nun besonders genau hören.
Wir müssen hier auch darum besonders aufmerksam hören, weil wir ja uns einzubilden gelernt haben, vergeben und vergessen sei so eine Art christlicher Spezialität geworden. Oft genug haben wir in unserer judenfeindlichen Tradition Liebe und Vergebung uns selbst, Gesetz und Rache aber den Juden zugeschrieben. Und oft genug haben wir dann in diesem Selbstbewusstsein der eigenen Liebesreligion Vergebung geradezu gefordert von den Anderen. Und wenn Andere nicht ebenso rasch zum Vergeben und Vergessen bereit waren, wie wir es erwarteten, war damit nur einmal mehr bewiesen, wie nachtragend, rachsüchtig und lieblos die Anderen waren.
Bleiben wir also bei diesem Psalm: „Denn bei DIR ist die Vergebung“, beim Gott Israels! Und so werden wir uns in Geduld üben müssen, eine Leben lang, über Generationen vielleicht auch, bis wir die von Gott uns zugedachte Vergebung erleben, erspüren, erfahren können in menschlicher Münze. Die ganze zweite Hälfte des Psalms 130 spricht vom Warten: „Mein ganzes Leben wartet auf Dein Wort. Mein ganzes Leben auf ADONAI. .. Warte, Israel, auf IHN, denn bei IHM ist Solidarität und viel Vergebung, bei Ihm!“ Beim Gott Israels! Und also niemals ohne Israel, nicht an ihnen vorbei, die wir so lange ausgegrenzt hatten. Warte! – Das ist unsere christliche Situation auch 70 Jahre nach der „Kristallnacht“.
Und nun kehre ich zurück zur rabbinischen Auslegung dieses Maalot-Psalms „Aus Tiefen“. Das Exil ist die Abgrunderfahrung Israels. Aber der Gott Israels ist m i t Seinem Volk ins Exil gegangen. Und darum wird Israels Erlösung aus dem Exil auch die Heimkehr und Erlösung Gottes bedeuten. Und wäre es nicht u m I s r a e l s willen, so könnten wir doch u m G o t t e s willen auf Erlösung hoffen: ER selbst will es, um Seiner selbst, um Seiner Verheißung, um Seiner Liebe willen. Und daran klammere ich mich mit meiner Hoffnung auch für die Kirche und für uns Christen: Um Gottes willen, muss da etwas Neue kommen. Es wird kommen. „ER wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden“ – und um Israels und Jesu Christi willen auch uns Christen und Heiden.
Amen
Predigt, gehalten in der Reihe: "Der einfache Gottedienst", reformierte Predigten, Melanchthon-Akademie Köln
Marten Marquardt


