Aktuelle Termine


Global Players für Gott und Welt
27.06.2017 bis 04.08.2017: Ausstellung in Leipzig
Wie die Reformation die Welt bis heute verändert


Reformation und Flucht - Emden und die Glaubensflüchtlinge im 16. Jahrhundert
14. Mai bis 05. Nov. 2017
Gemeinsame Ausstellung der Johannes a Lasco Bibliothek und des Ostfriesischen Landesmuseums Emden


Schepken Christi im Emder Hafen
23. Juni - 27. August: Ausstellung „Ich bin fremd gewesen. 500 Jahre Reformation – 500 Jahre Migration“ auf einem historischen Segelschiff im Emder Hafen
Feierliche Eröffnung mit Kirchenpräsident Dr. Martin Heimbucher und Oberbürgermeister Bernd Bornemann am 23. Juni, 11 Uhr


Konfirmation – ein Kind der Reformation
21. Mai 2017 bis 31. August 2017: Sonderausstellung im Deutschen Hugenotten-Museum Bad Karlshafen
Für das Reformationsgedenkjahr 2017 ist im Deutschen Hugenotten-Museum Bad Karlshafen eine Sonderausstellung mit dem Titel „Konfirmation – ein Kind der Reformation“ geplant. Der Straßburger Reformator Martin Bucer hat als Berater des Hessischen Landgrafen Philipp des Großmütigen die Einführung der Konfirmation in Hessen angeregt. Die Konfirmation sollte als „Taufergänzung“ dienen, um den jungen Menschen Gelegenheit geben, ihren Glauben zu bekennen, was bei der Kindertaufe noch nicht möglich war.


UEK: 200 Jahre Union zwischen lutherischen und reformierten Kirchen
Veranstaltungen zum 200. Jubiläum im Jahr 2017
Im Jahr 2017 wird nicht nur 500 Jahre Reformation, sondern auch 200 Jahre Unionen zwischen lutherischen und reformierten Kirchen gefeiert.


Wer glaubt, übernimmt auch gesellschaftliche Verantwortung
NRW-Kirchen eröffnen in Wittenberg Pavillon zur Barmer Erklärung
Wittenberg. Welche Orientierung gibt der christliche Glaube für unser Leben im Hier und Jetzt? Dieser Kernfrage der Reformation begegnen Besucherinnen und Besucher der Lutherstadt Wittenberg in einem Pavillon, den die evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen zur dortigen Weltausstellung schicken. Sein Thema: „Gelebte Reformation – Die Barmer Theologische Erklärung“.


Israelsonntag 2017 - Arbeitshilfe zum Download
Gemeinden besinnen sich auf Verbindendes mit dem Judentum
Wäre sie nicht kostenlos zu haben, spräche man von einem Bestseller. Mehrere Tausend Mal wird die Arbeitshilfe zur Feier des Israelsonntages jedes Jahr aus dem Internet heruntergeladen. Ab sofort steht die Ausgabe 2017 zum Download bereit.


Bibelkongress: Begnadet zum Tun
25. bis 27. August 2017: Bibelkongress in der Woltersburger Mühle, Uelzen
Robert Raphael Geis hat mit den Worten „wir sind begnadet zum Tun“ das Judentum charakterisiert und das Christentum herausgefordert. Denn Gnade ist Grunderfahrung, aber auch Schmerzpunkt der Geschichte des Christentums. Steht Gnade für die Befreiung in einen Lebensraum oder ist Infantilisierung durch ein autoritäres Gottesbild damit verbunden? Wie können wir den Gegensatz von Glauben und Werken überwinden und Gnade und Verantwortung zusammenhalten?


Einfach frei – nicht nur am 31. Oktober 2017
Die westfälische Landeskirche auf dem Weg zum 500-jährigen Reformationsjubiläum
Westfalen. Mit der Kampagne »Einfach frei« nimmt die Evangelische Kirche von Westfalen den einmaligen Feiertag am 31. Oktober 2017 zum Anlass, die aktuelle Bedeutung der Reformation vor 500 Jahren zu unterstreichen.


200 Jahre lutherisch-reformierte Union
18. - 19. September 2017: Konferenz im Haus Villigst
Am 27. September 1817 unterzeichnete König Friedrich Wilhelm III. den Aufruf, es ihm gleichzutun und am Reformationstag das Abendmahl in einer gemeinsam lutherisch-reformierten Feier zu empfangen. Das wurde weithin mit Begeisterung aufgegriffen; das Unionsprojekt entsprach dem Geist der Zeit.


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Wolf Krötke: Barmen – Barth – Bonhoeffer

gelesen von Barbara Schenck

Beiträge von Wolf Krötke zu einer zeitgemäßen christozentrischen Theologie, Erträge aus 27 Jahren (1981-2008) Lehrtätigkeit als Dozent am Sprachenkonvikt und Professor für systematische Theologie in Berlin; 21 Texte gegen das Jammern, Ermutigung, aus dem Ja Gottes zu leben.

Die beiden großen Theologen des 20. Jahrhunderts, Karl Barth und Dietrich Bonhoeffer, liest Krötke konträr zu einem Mainstream unter den Theologie Treibenden, die Bonhoeffers Äußerung in den Gefängnisbriefen, Barths Theologie sei zu einer „positivistischen Offenbarungslehre“ geworden, fraglos übernehmen und den protestantischen Märtyrer, gar Heiligen Bonhoeffer gegen den Dogmatiker Barth ausspielen.

Christliches Zeugnis im Angesicht des Atheismus
Bonhoeffers Vorwurf widerlegt der Systematiker u.A. mit einem Verweis auf Barths Verständnis der Zeugenschaft. Christliches Zeugnis erfolgt als ein „Gruß“ an den Nächsten „nur im höchsten Respekt vor der Freiheit der göttlichen Gnade und darum auch im höchsten Respekt vor dem Anderen, der von mir gar nichts, sondern alles von Gott zu erwarten hat“, so Barth in KD I/2,487f. Jeder Mensch wird unter der „Bestimmung“ gesehen, „ein Partner Gottes zu sein“. Dieses „Reden von Gott und Mensch als Partner“ bei Barth sei ein „eindrückliches Beispiel“ für die „lebendige Leistungsfähigkeit“ seiner Theologie (S. 130), unterstreicht Krötke. Ihm gelingt es, das Denken der beiden Theologen Barth und Bonhoeffer, die zu ihren Lebzeiten in einem intensiven Gespräch miteinander standen, konstruktiv in Beziehung zu setzen. Wie fruchtbar dieser Weg ist, zeigt sich bei einem Thema, dem Krötke über die Jahre treu geblieben ist: der christliche Verkündigung im Angesicht des Atheismus.

Wer Anfang der achtziger Jahre im „Westen“ noch gedacht haben sollte, dies sei ein „Ossi-Thema“, ist längst eines besseren belehrt und kann nun von den Erfahrungen und Reflexionen aus dem „Osten“ Deutschlands lernen. „Was der Kirche hier [im Osten] zu schaffen macht, nämlich das zur Selbstverständlichkeit gewordene Leben ohne Gott, ist vielmehr das teils unübersehbare, teils latente Problem aller Kirchen in Deutschland mitten in der und neben der viel beredten ‚Wiederkehr der Religion’.“

Gedankliche Gottlosigkeit und die Gottesgleichgültigkeit unserer Tage
Anders als Barth, der im Atheismus die „gedankliche Gottlosigkeit“ im Blick hatte, stellt Krötke sich der Herausforderung, die die „faktische Gottvergessenheit des Menschen unserer Tage“, die „Gottesgleichgültigkeit“, die selbstverständliche „Religionslosigkeit“ für Theologie und Kirche ist. Dabei ist die in Barths Anthropologie entfaltete ontologische Gott-Bezogenheit des Menschen, die „alle Fähigkeiten des Menschseins in den Dienst der Gestaltung der Welt oder seines Lebens stellt“ (S. 107), der Ausgangspunk, von dem aus Krötke die „atheistische Verwirklichung“ nicht in Frage stellen muss. Dieses Verständnis des Menschen hat Konsequenzen für die kirchliche Praxis. Weder „theologisch noch praktisch“ besteht ein Grund, den Atheisten „erst eines religiösen Verhaltens überführen zu müssen, ehe man ihm überhaupt die Begegnung mit Gott durch die christliche Verkündigung zuzumuten sich getraut.“ (Ebd.) Der missionarischen Herausforderung wiederum stellt Krötke sich mit Hilfe der „nichtreligiösen Interpretation biblischer Begriffe“ bei Bonhoeffer.

Mit Bonhoeffer warnt Krötke davor, Gott zum „Lückenbüßer“, zum „Bewältiger von ‚Kontingenzen’“ zu funktionalisieren. Stattdessen lautet die eigentliche Frage: Was hat Christus mit „den nicht an Gott glaubenden Menschen“ zu tun? (S. 500f.) „Religion bleibt eine notwendige Gestalt des christlichen Glaubens. Es erweist sich als vermessen, den Glauben ohne diese religiöse Gestalt haben zu wollen“, ist Wolfgang Huber überzeugt (S. 505). Krötke hingegen erkennt „Kraft und Inspiration“ in der Pointe von Bonhoeffers Überlegungen. Gehört die religionslose Welt zu Christus, ist sie der christlichen Gemeinde „nicht schlechthin eine ihnen fremde, feindliche Welt“ (S. 503). Nun ist die Menschheit befreit zu „echter Weltlichkeit“, zur „mündigen, selbst verantwortlichen Gestaltung des Lebens auf der Erde“. In dem „gemeinsamen Anliegen“, die Welt zu gestalten, sitzen Gläubige und Religionslose „in einem Boot“. Gefragt ist die Kirche, die „nichts für sich will, sondern nur für die Anderen“ (S. 514). Dazu gehört für Christinnen und Christen das Gebet „im Bunde mit Gott“, das Gebet als „Tat“, das Barth der Ethik zugeordnet hat. Nicht im „Jammern“ sollten Christinnen und Christen sich verlieren, sondern sich aufrichten im „stürmischen Gebet“ (KD II/1,575) und Gott „bittend Vorschläge“ machen, „wie die Not zu wenden ist“ (S. 305).

Immer wieder muten Worte aus Krötkes Beiträgen an wie eine gute Predigt (vgl. S. 20):
Das Ja Gottes zu uns „gewöhnt uns das Jammern und die lähmenden Vorurteile über die gegenwärtige Verfassung der Christenheit ab. Es stellt unsere Füße in den ‚weiten Raum’ ( Ps 31,9), den das eine Wort Gottes der Menschheit als Raum versöhnten, befriedeten Menschseins zugedacht hat.
Was bleibt von Barmen? Wir sollten besser fragen, was von uns als Kirche, als Gemeinde, als Christin und Christ bleibt, wenn wir dem einen Wort Gottes, das Jesus Christus heißt, zu entkommen trachten.“

Lebenslauf und weitere Texte von Wolf Krötke auf seiner Homepage:
http://www.wolf-kroetke.de

Texte von Wolf Krötke auf reformiert-info:
Wenn Gott bestritten wird
Der Heilige Geist als Geist Jesu Christi
Predigt zu Jesaja 54, 7-10

Wolf Krötke
Barmen – Barth – Bonhoeffer
Beiträge zu einer zeitgemäßen christozentrischen Theologie

Unio und Confessio 26
Luther-Verlag Bielefeld 2009
ISBN 978 – 3 – 7858 – 0564 – 0
29,90 Euro


Barbara Schenck
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Infos und Materialien zum ''Barmer Bekenntnis'' auf einen Blick