Termine
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps
Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.
Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik
WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.
Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.
Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.
Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.
Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.
''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück
''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012
''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.
Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.
35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.
Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.
Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012
Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)
Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion
Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.
Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)
Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden
Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.
Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.
Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.
''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf
Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)
''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012
Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
Calvin: ''Daher kann ein jeder seine Religion nicht nach seinem Gutdünken bilden, sondern die Regeln der Frömmigkeit sind dem Worte Gottes zu entnehmen.'' - ''Ach, Monsieur Calvin! würde ich da am liebsten sagen, das klingt ja, als hätten Sie geahnt, wie sehr das heute unsere Gefahr ist, vor allem seit es keine wirklich verbindliche Tradition mehr gibt!''
In Calvins Psalmenauslegung ist nach Einschätzung vieler Kenner das Herzstück seiner Theologie zu finden, nämlich das Bemühen, die Erkenntnis Gottes mit der Selbsterkenntnis des Menschen zu verbinden.
Aber hier findet man auch das Herz des Reformators selber wie in keiner anderen Schrift. So bekennt Calvin in der Einleitung: „die Leser werden merken, dass ich bei der Erklärung der geheimen Gedanken Davids und aller anderen wie von eigenen Erfahrungen rede.“ Und er entdeckt in den Psalm alles, was den Menschen und auch ihn selbst in besonderer Weise „in seinem Innersten hin- und herschleudert,“ wie er sagt: „Schmerz, Niedergeschlagenheit, Furcht, Zweifel, Hoffnung, Sorge, Verwirrung ...“
Gleichzeitig bieten die Psalmen Calvin auch einen festen Halt in einer Welt, die er zunehmend als „bedrohlich und chaotisch“ empfindet, weil „sich alles ändert, und nichts mehr sicher ist“- ein Lebensgefühl, das Ihnen gegenwärtig sicher auch nicht fremd ist.
Als guter Seelsorger, der Calvin ohne jeden Zweifel gewesen ist, will er die Schätze, die er in den Psalmen gefunden hat, auch seiner Gemeinde erschließen. Denn unter seinen HörerInnen sind viele, die wie er selbst aus Frankreich fliehen mussten. Hinter ihnen liegt das Trauma von Verfolgung und schwerer persönlicher Verluste, vor ihnen eine ungewisse Zukunft. Viele Fragen werden sie täglich quälen, auch und gerade Fragen des Glaubens. Deshalb predigt er regelmäßig über die Psalmen, übrigens als einzigen alttestamentlichen Text auch an Sonntagen. Mit seiner Auslegung will Calvin die verwundeten und angefochtenen Seelen seiner Gemeinde, wie er sagt: „trösten und zum Lob Gottes aufrichten“ – ein Vorsatz, der bis heute alle Psalmpredigten prägen sollte (und nicht nur sie)
Ich möchte mit Calvin nun über seine Auslegung von Psalm 1 ins Gespräch kommen und lese den Psalm zunächst in der vertrauten Lutherübersetzung:
1 Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen /
noch tritt auf den Weg der Sünder
noch sitzt, wo die Spötter sitzen,
2 sondern hat Lust am Gesetz des HERRN
und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht!
3 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, /
der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht.
Und was er macht, das gerät wohl.
4 Aber so sind die Gottlosen nicht,
sondern wie Spreu, die der Wind verstreut.
5 Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht
noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.
6 Denn der HERR kennt den Weg der Gerechten,
aber der Gottlosen Weg vergeht.
Calvins Fazit, das er seiner detaillierten Auslegung voranstellt, lautet: „Diejenigen, die sich eifrig mit der Betrachtung der himmlischen Weisheit beschäftigen, sind glücklich, während die gemeinen Verächter Gottes endlich ein schreckliches Ende nehmen werden, wenn sie auch eine Zeitlang glücklich sind“ Und wenig später bekräftigt er, „dass es den Verehrern Gottes, die fortwährend bestrebt sind, durch das Gesetz Gottes sich fördern zu lassen, immer gut gehen wird.“
Aber das widerspricht doch jeglicher Erfahrung, würde ich da sofort einwenden, und könnte unzählige Beispiele nennen, wie oft gerade fromme Menschen leiden mussten und müssen.
Das wäre für Calvin allerdings sicher nichts Neues. Ihm selber geht es in den Jahren, in denen er sich besonders intensiv mit den Psalmen beschäftigt, auch gar nicht gut. Sein einziges Kind ist kurz nach der Geburt gestorben, seine Frau wenig später, in Genf hat er viele Feinde, die ihn verleumden und unter Druck setzen, und seine körperlichen Beschwerden nehmen immer mehr zu. Alles in allem eigentlich mehr Grund zu klagen, vielleicht sogar Gott anzuklagen, als zu behaupten, den Frommen werde es immer gut gehen!
Aber für Calvin besteht das wahre Glück, ganz im biblischen Sinn, nicht einfach nur in einem Leben, in dem alles glatt läuft und gelingt. Glück liegt für ihn in einem „guten Gewissen,“ und in der Gewissheit, „vor Gott bestehen zu können.“
Das schärft Calvin auch seiner Gemeinde ein, der die Erfolge der Gottlosen sicher bisweilen eine schwere Anfechtung sind, genau wie vielen Psalmbetern, die oft beklagen, dass es gerade denen so gut geht: „Für sie gibt es keine Qualen. Gesund und feist ist ihr Leib; sie sind nicht in Mühsal wie sonst die Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt“, beschwert sich z.B. der Beter des 73. Psalms.
In Anlehnung an die letzten Verse von Psalm 1 hält Calvin dagegen: „obwohl ihnen alles glückt, bevor sie gerichtet werden, sind sie doch nicht glücklich, weil ihr Glück nicht auf der Grundlage der Rechtschaffenheit und des reinen Gewissens gegründet ist.“ Und dann spricht er ausführlich über das letzte Gericht, in dem Christus die Schafe von den Böcken scheiden wird. Dann wird, so Calvin, die Gottlosen „ihr böses Gewissen quälen,“ weil sie „jedes Mal, wenn sie über ihr Leben Rechenschaft geben müssen, wie aus einem Schlafe erwachen und erkennen, dass es nur ein Traum war, als sie sich für glücklich hielten und dass sie damals nicht recht bei Besinnung waren.“
Man merkt an dieser wie an vielen anderen Stellen seiner Psalmen-Auslegung, wie wichtig Calvin die biblische Erwartung von Gottes Gericht ist. Aber ich müsste ihm sagen, dass das bei uns heute ganz anders ist: „Wir haben schon Schwierigkeiten mit der Rede von den Gottlosen, Monsieur Calvin, und erst recht mit deren krassen Verurteilung, die Sie von der Bibel unhinterfragt übernehmen! Wir wollen uns Gott nicht mehr als strengen Richter vorstellen! Deshalb sind bei uns Gerichtspredigten völlig tabu! Keiner will sie mehr halten und keiner will sie mehr hören!“
Würde Calvin jetzt seinen berühmt berüchtigten strengen Blick aufsetzen, und uns verurteilen? Oder könnte er vielleicht verstehen, dass wir nach all den Jahren, in denen mit einem allwissenden, strafenden Gott große Angst und Seelennot unter den Gläubigen verbreitet worden ist, nun ganz und gar den liebenden Gott in den Mittelpunkt unserer Verkündigung stellen und immer wieder betonen, dass Gottes Arme offen sind für alle, auch für die Bösen? Immerhin hat Calvin selbst der römisch-katholischen Kirche scharf vorgeworfen, sie mache den Gläubigen nur Angst vor Gott, statt sie zur Liebe zu ihm zu führen.
Aber trotz allem denkbaren Verständnis würde Calvin gewiss auch fragen, ob wir Gott nicht zu stark verharmlosen, wenn wir ihn auf den „lieben Gott“ reduzieren, der keinem mehr ernsthaft etwas tut. Denn wie soll so ein harmloser, lieber Gott die tiefen Wunden heilen, die menschliche Bosheit an Leib und Seele hinterlässt, wie könnte er eine echte Versöhnung möglich machen zwischen Opfern und Tätern? Oder um es mit Calvins Worten zu sagen: „wie die Unordnung der Welt wieder in den rechten Stand setzen?“
Calvin hört die biblischen Gerichtsankündigungen, die in vielen Psalm und auch hier in Psalm 1 vorkommen, mit den Ohren eines derer, die ganz konkret unter Gottlosen gelitten haben, und das heißt im biblischen Sinn unter Menschen, denen nichts heilig ist, die glauben, niemandem Rechenschaft schuldig zu sein und skrupellos ihre eigenen Interessen durchsetzen, sei es mit Einschüchterung und Lügen – wir würden heute sagen: mit mobbing, oder sei es mit offener Gewalt. Außerdem bleibt Calvin nicht unberührt von den Berichten anderer Flüchtlinge, die von unvorstellbaren Gräueltaten, selbst gegen Frauen und Kinder erzählen, und auch das soziale Elend, in dem die Davongekommenen nun in der Fremde leben müssen, liegt ihm schwer auf der Seele.
Deshalb also, weil Calvin die Psalmen aus der Opferperspektive liest, ist es für ihn und seine Gemeinde zuallererst ein großer Trost, dass Gott kein Leiden übersieht und dass er die, die es verursacht haben, zur Rechenschaft ziehen wird. In der Auslegung von Psalm 1 spricht Calvin ausdrücklich davon, dass „Gott ein Rächer aller Verbrechen ist, und wenn er sich auch eine Zeitlang verborgen hält, so wird er doch einmal alle Gottlosen verderben.“ und Calvin folgert daraus: „Deshalb müssen wir immer, wenn Unordnung herrscht, an Gottes Vorsehung denken, durch die alles in der Welt wieder in die rechte Ordnung gebracht wird, damit wir uns durch das Scheinglück der Gottlosen nicht täuschen lassen.“
Im Zusammenhang mit Psalm 1 spricht Calvin immer wieder pauschal von dem „Verderben“ oder dem „schrecklichen Ende“, das die Gottlosen erwartet. Diese Redeweise mobilisiert bei uns aber sofort Widerstände, weil sie unvereinbar scheint mit Gottes großer Güte. An anderer Stelle unterscheidet Calvin allerdings auch wohltuend (und biblisch genauer) zwischen Person und Tat. So schreibt er in seinem Kommentar zu Vers 21f. aus Psalm 139, wo vom Hass gegen die Gottlosen die Rede ist: „Der Hass, von dem der Prophet hier spricht, ist nicht so sehr gegen die Person wie gegen ihre Fehler gerichtet. Wir sollen, so weit es uns möglich ist, mit allen Menschen Frieden halten. Auch sollen wir begrüßen, wenn allen Menschen Heil widerfährt, und wenn irgend möglich, sollen sie (die Gottlosen) mit menschlicher Zuwendung und allerlei Anstrengung auf den rechten Weg zurückgebracht werden.“ Es geht Calvin in seiner Auslegung der biblischen Gerichtsankündigung entgegen aller, für uns oft nur abschreckend wirkenden Sätze, im Grunde immer darum, Gottes Gerechtigkeit nicht von seiner Liebe zu trennen. Denn Gott der Richter ist für Calvin kein anderer ist als der liebende Vater, und Gottes Gericht ist für ihn vor allem „Ausdruck seiner Treue und Barmherzigkeit, mit der er seine Gläubigen beschützt.“
Jene sollen sich Calvins Auslegung von Psalm 1 zufolge, allerdings möglichst „von der Gemeinschaft der Gottlosen trennen und absondern, um nicht von der allgemeinen Gottlosigkeit fortgerissen zu werden.“
Mir kommen bei diesen Sätzen sofort die Puritaner in den Sinn, die das ja konsequent versucht haben und letztlich doch gescheitert sind. Denn in ihre rigide Frömmigkeit hat sich sehr bald eine fatale Selbstgerechtigkeit eingeschlichen, und die Laster sind lediglich in eine größere Heimlichkeit verdrängt worden, aber nicht wirklich überwunden worden. In einer frommen Absonderung von der Gesellschaft kann daher, glaube ich, heute auch der treuste Reformierte keinen gangbaren Weg mehr erkennen.
Worin Calvin allerdings recht hat, ist, dass zum Christsein auch ein klares Nein zu Manchem gehört, was in der Gesellschaft propagiert oder einfach hingenommen wird und in der reformierten Tradition ist dieses Bewusstsein immer in besonderer Weise wach geblieben. Denken Sie an die von ref. Theologie geprägte Barmer Erklärung. Oder nehmen Sie das klare Nein zu Atomwaffen, das der ref. Bund in den 80er Jahren beschlossen hat oder als aktuelles Beispiel das sog. Anti- Mammon-Programm mit dem soziale Ungerechtigkeit sowohl global als auch im eigenen Konsumverhalten bekämpft werden soll. Mit diesen Einsprüchen gegen verhängnisvolle politische, bzw. gesellschaftliche Trends haben reformierte ChristInnen ihre christliche Verantwortung öffentlich wahrgenommen und sich deutlich abgegrenzt von Ideologien und Verhaltensweisen, die dem Willen Gottes eindeutig widersprechen.
Der Antrieb dazu war immer das konsequente Hören auf Gottes Wort und das Vertrauen, im Befolgen seiner heilsamen Weisung Zukunft zu haben, so wie es Calvin der Gemeinde immer wieder nahegelegt hat, auch in der Auslegung von Psalm 1. Da schreibt er: „Gott wird nur dann recht verehrt, wenn man seinem Wort gehorsam ist (da klingt der praktische Aspekt deutlich an). Und dann folgt ein wahrhaft prophetischer Satz: „ Daher kann ein jeder seine Religion nicht nach seinem Gutdünken bilden, sondern die Regeln der Frömmigkeit sind dem Worte Gottes zu entnehmen.“
„Ach, Monsieur Calvin!“ würde ich da am liebsten sagen, „das klingt ja, als hätten Sie geahnt, wie sehr das heute unsere Gefahr ist, vor allem seit es keine wirklich verbindliche Tradition mehr gibt!“ Und ich würde ihm beispielsweise von dem Interview mit einer offiziell beauftragten Evangelistin der rheinischen Kirche erzählen, zu deren Programm wie sie sagt, Atemübungen, Räucherstäbchen, Klangschalen und Perlen des Glaubens gehören, und wo man neben der Bibel auch Schriften muslimischer Sufis und buddhistischer Mönche liest.
Ich sehe förmlich vor mir, wie Calvin bei diesen Sätzen blass wird, noch blasser als sonst. Und wenn die Evangelistin ihm zu erklären versuchte, dass man heute eben auch solche Wege gehen muss, um Menschen bei ihrer diffusen religiösen Sehnsucht abzuholen, würde er ganz sicher zurückfragen: Abholen, wohin? In was für ein Christentum, in was für eine Kirche, in welche Verbindlichkeiten des Glaubens?
Für Calvin selbst bleibt die Beschäftigung mit Gottes Wort, wie es die Bibel bezeugt, in jedem Fall maßgeblich und das Zentrum jedes christlichen Lebens. In der Auslegung von Psalm 29 schreibt er: „Was Menschen außerhalb der Bibel über den Glauben sagen, ist kühl und schal und sonders Wissen, das dazu führt, Gott zu loben. Darum findet man die Wahrheit darüber, was Frömmigkeit ist, ausschließlich in Gottes Wort.“ Deshalb liegt ihm alles daran, Menschen in Predigt und Unterricht an die Bibel heranzuführen und sie für Gottes Wort zu begeistern. Darin sieht er sich von Psalm 1 bestätigt, wo von der „Lust“ am Gesetz des Herrn die Rede ist. Er unterstreicht diesen Satz in seiner Auslegung durch die Bemerkung, dass Gott „keinen Gefallen hat an einem knechtischen und erzwungenen Dienst, sondern dass nur die rechte Schüler des Gesetzes sind, die mit Freudigkeit an dasselbe herangehen und an der Belehrung durch das Gesetz solche Freude haben, dass es für sie nichts Besseres gibt als darin befördert zu werden.“
Da hat Calvin vielleicht auch etwas von seinen jüdischen Gesprächspartnern und ihrer Torafreude gelernt! Jedenfalls sollte das auch unser Ziel bleiben: Die Neugier auf Gottes Wort zu behalten und bei anderen zu wecken, es immer weiter zu ergründen und es dadurch als Quelle tiefer Lebensfreude für uns und andere zu entdecken, auch und gerade in bedrückenden Zeiten.
Calvin schreibt: „In dieser stürmischen Welt ist Gottes Wort der einzig feste Punkt – ein Stückchen Himmel auf Erden, denn es steht fest in Ewigkeit.“ In seiner Psalmen-Auslegung legt uns der Genfer Reformator diese Einsicht theologisch und auch ganz persönlich ans Herz. Bleiben wir in diesem Sinn „Calvinisten“ oder besser gesagt: bleiben wir nach Gottes Wort reformiert! Amen
Predigt, gehalten am 28. Juni in der Evangelisch-reformierten Gemeinde in Hamburg
Pfr. Sylvia Bukowski, Wuppertal


