Termine

Reformationsdekade 2012: Reformation und Musik
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps


Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.

Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik


WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.

Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.

Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.

Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.

Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.

''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück


''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012

''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein ­lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.

Symbol für Schutz und Wärme
Kirchengemeinde Horn stellt neues Antependium am Aschermittwoch vor
Horn. Ein neues, symbolträchtiges Antependium wird die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Horn im Gottesdienst am Aschermittwoch, 22. Februar, vorstellen. Antependien heißen die Schmucktischdecken für Abendmahltisch und Kanzel. Sie sollen mit ihren Farben und Symbolen die besondere Atmosphäre der jeweiligen Sonntage im Kirchenjahr verdeutlichen.

Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.

35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.

Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.

Die Sterne lügen nicht
Marktplatzgespräche in Detmold: Astrologie und Glaube
Detmold. Warum lesen Menschen Horoskope? Ist die Astrologie einfach handfester als christliches Gottvertrauen? Haben die Sterne wirklich Einfluss auf unser Leben oder ist das schlicht Aberglaube? Das Bildungsreferat der Lippischen Landeskirche und die ev.-ref. Kirchengemeinde Detmold-Ost laden zu einem Abend im Rahmen der Reihe „Marktplatzgespräche“ am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr in das Gemeindehaus am Markt ein.

Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012


Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)

Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion

Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.

Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)

Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden

Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.

Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.

Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.

''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf

Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)


''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012

Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.

Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.

6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012


Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.

Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz


GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.

Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf

Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.


Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant


''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentags­präsidium in Erfurt beschlossen.

450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013


Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn


Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.



Anbetung, Ehre, Dank und Ruhm sei unserm Gott im Heiligtum: Psalm 68

Predigt von Peter Bukowski

Gedenktafel am Französischen Dom in Berlin

zum 500. Geburtstag von Johannes Calvin im ARD-Fernsehgottesdienst aus dem Französischen Dom zu Berlin am 12. Juli 2009

Liebe Gemeinde,

Mehr als jedes andere biblische Buch hat Johannes Calvin die Psalmen geliebt – immer wieder hat er sie erforscht, über sie gepredigt, sie wissenschaftlich erörtert. Auch hat er ihre Vertonung gefördert und dem Psalmengesang einen zentralen Rang im Gottesdienst zugewiesen.
Denn gerade in den Psalmen wird, so Calvin, Gottes Wort in einer Weise vernehmbar, die den Menschen direkt anspricht, die ihm hilft, die eigene Situation besser und tiefer zu verstehen und gleichzeitig Trost und Halt im Glauben an den lebendigen Gott zu finden.

Was für die Psalmen als ganzes gilt, lässt sich noch einmal in besonderer Weise im Blick auf Psalm 68 sagen, vor allem für die Strophe, die wir zuletzt gesungen haben. Viele Gemeinden singen sie zum Ende eines Gottesdienstes; sie wird angestimmt bei Beerdigungen, aber auch bei fröhlichen Anlässen und ganz sicher bei wichtigen wie etwa einer Synode. Ob als gesungener Trost oder Dank, als Orientierung oder als Ermutigung - die Gemeinde stimmt ein in den Gesang, der den Versen 20 und 21 des biblischen Psalms nachgedichtet ist:

Anbetung, Ehre, Dank und Ruhm sei unserm Gott im Heiligtum, der Tag für Tag uns segnet,
dem Gott, der Lasten auf uns legt, doch uns mit unsern Lasten trägt und uns mit Huld begegnet.
Sollt ihm, dem Herrn der Herrlichkeit, dem Gott vollkommner Seligkeit, nicht Ruhm und Ehr gebühren?
Er kann, er will, er wird in Not
Vom Tode selbst und durch den Tod
Uns zu dem Leben führen.

So wird gesungen. Im Psalm selbst lauten die Verse:
Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.
Wir haben einen Gott, der da hilft und den Herrn, der vom Tode errettet.
(Psalm 68, 20.21).

Liebe Gemeinde, wenn ich mich auch in meiner Predigt von diesen Zeilen anleiten lasse, dann deshalb, weil sie uns helfen, ein zentrales theologisches Anliegen Calvins zu verstehen und in seiner Bedeutung für uns heute zu erschließen.

Die Rede ist von der Ehre Gottes. Soli deo gloria – Gott allein die Ehre; dieses Bekenntnis, dieser Aufruf findet sich in Calvins Schriften wieder und wieder, in ihm gipfelt sein theologisches Hauptwerk, die Institutio: Soli deo gloria.

Dies hat zu Einsprüchen und Verdächtigungen geführt: Wird vor lauter Betonung der Souveränität und Mächtigkeit Gottes der Mensch nicht herabgesetzt? Muss so eine Theologie nicht dazu führen, dass ich mich am Ende klein und geduckt fühle? Und dazu scheint zu passen, was man an Herbheit und Unnahbarkeit bei Calvin selbst meint ausmachen zu können und fertig ist das Zerrbild des theologischen Terroristen von Genf.

Liebe Gemeinde, nein! Unser Psalmwort zeigt, dass die Kritik zu kurz greift und deshalb ganz in die Irre führt. Denn es geht ja gar nicht um eine abstrakte Überlegenheit und Mächtigkeit Gottes, sondern um die Ehre des Gottes, der den Menschen mit Huld, also mit Barmherzigkeit und Liebe zugetan ist. Ihn zu ehren bedeutet, die Spur seines Segens, seiner Hilfe im eigenen Leben zu entdecken. Ihn rühmen, das heißt Kontakt zu dem zu suchen, der meiner Lebensnot ein Ende machen kann und dem selbst der Tod keine unüberwindliche Schranke zu setzen vermag.

Plakativ formuliert: Gott groß sein lassen führt zu Lebensgewinn. Gottes Ehre das ist unsere Freiheit.

Liebe Gemeinde, was das bedeutet, bekommt Kontur, wenn wir uns auf die Erfahrungen besinnen, mit denen diese Theologie verbunden ist. Seit seiner Hinwendung zum reformatorischen Glauben ist Johannes Calvin wie viele in seiner französischen Heimat ein äußerlich bedrohter und innerlich angefochtener Mensch. Auch in Genf, wo ihn die Flucht hingetrieben hat, geht sein Bemühen um einen Neuaufbau der Kirche einher mit Auseinandersetzungen und Anfeindungen. Sie haben ihm die meiste Zeit seines Lebens auf das Schwerste zugesetzt. Schlimmer noch ergeht es den neu entstehenden Gemeinden in Frankreich. Sie werden unterdrückt und verfolgt, oft genug auch hingemordet. Fast dreihundert Jahre lang werden diese Reformierten – Hugenotten heißen sie schon bald – verfolgte Gemeinden sein. Bis auf ganz wenige Ruhepausen immer neu bekämpft und in Kriege verstrickt. Gott allein die Ehre – für die Verfolgten und Geschundenen ist dies Theologie der Befreiung. Und deren Botschaft lautet: Die Mächtigen, die Euch jetzt so sehr zu schaffen machen, sie sind begrenzt in ihrer Macht. Was sie sich gegen euch herausnehmen, steht ihnen nicht zu. Als Herren über Leben und Tod spielen sie sich auf – aber ihnen gebührt nicht euer Respekt und erst recht keine Ehre. Gott allein die Ehre, das ist ein Protestschrei gegen die Gewalt derer, die sich an seiner Gemeinde vergreifen. Und wenn die Verfolgten dann wieder und wieder eilig aufbrechen, um sich in den Wäldern zu verstecken, dann müssen sie zwar ihr ganzes Hab und Gut zurücklassen, aber sie nehmen eine kleine zusammenklappbare Kanzel mit und das Buch mit den gesungenen Psalmen; ihr Glaubensbuch, das den Verfolgern regelrecht verhasst ist. Im Verborgenen, aber ungebeugt versammeln sie sich um Gottes Wort und singend klammern sie sich an den, der allein jetzt noch Halt zu geben vermag: Anbetung, Ehre, Dank und Ruhm sei unserm Gott im Heiligtum, der Tag für Tag uns segnet… Ihm und nur ihm werden sie sich unterwerfen, weil sie bei ihm Halt und Trost finden. Aber wie kommen die Verfolgten dazu, zu singen: „Der Tag für Tag uns segnet…?“ Liebe Gemeinde, das Leben dieser Psalmsänger erlaubt es nicht, sich eine religiöse Scheinwelt aufzubauen. Aber ihr Glaube öffnet ihnen den Blick. Auch in ihrer bis auf das äußerste angespannten Notlage entdecken sie Zeichen dafür, dass Gott sie nicht aufgegeben hat, Spuren seines Segens. Und sei es eben dies, dass sie in aller Not standhalten, zueinander stehen und ihre Hoffnung nicht verlieren; dass sie wie Paulus stammeln können: „In Ängsten und siehe: wir leben.“

[Musik: Chor]

Liebe Gemeinde, nicht von ungefähr ist unser Psalm die Hugenottenmarseillaise genannt worden „Gott allein die Ehre“ – das will verstanden werden als ein Wort des Trostes und des trotzigen Widerstands. Allerdings: „Der Gott der Lasten auf uns legt…“ – aus dem Lebenszusammenhang herausgelöst, konnte diese Zeile zu einem kalten theologischen Dogma werden. Das lautet: Alles ist von Gott geschickt, auch alles Leiden und uns bleibt nur übrig, uns zu fügen. Ein Fatalismus, der weder der Bibel noch auch der Auslegung Calvins gerecht wird. Nicht als zeitloses Dogma, sondern als Gebet will dieser Satz gehört werden. Als Gebet wagt er in äußerster Bedrängnis das Bekenntnis: Auch Ihr, unsere Unterdrücker, seid der Herrschaft Gottes unterworfen. Wir verstehen nicht, warum Gott Euch jetzt nicht in den Arm fällt, aber unser Vertrauen in ihn bleibt größer als die Angst vor Euch und so erfahren wir, dass er uns mit unsern Lasten trägt. Also auch dies: Ein getrostes und trotziges Festhalten an dem, dem allein die Ehre gebührt, weil er die Macht hat, die Seinen mit Segenskraft zu stärken, sie im Sterben zu trösten und jenseits des Todes neues Leben zu eröffnen.

Solches Gottvertrauen setzt ungeahnte Energien frei. Davon zeugen der Widerstand und die Solidarität der Verfolgten. Calvin hat die Glaubensflüchtlinge von Genf aus unermüdlich unterstützt. In langen Briefen spricht er ihnen Trost zu und ermutigte sie zum Durchhalten. Zugleich organisiert er praktische Flüchtlingshilfe. In die steckt er auch den größten Teil seines persönlichen Vermögens. In Genf entstehen soziale Hilfsnetze; man schafft neue Industriezweige, um die Hinzugekommenen in Arbeit und Brot zu bringen. Man kümmert sich um Bildungseinrichtungen, um die Kinder von der Straße zu holen und sie auf ein eigenständiges, mündiges Leben vorzubereiten. Zum Bekenntnis der Ehre Gottes gehört der Einsatz für menschliche Gerechtigkeit. Das sind die beiden Seiten derselben Medaille.

Gott groß sein lassen, liebe Gemeinde,  weist uns ein in ein Leben im menschlichen Maß. Das ist wohl das Wichtigste, was es für uns neu zu entdecken gibt. Wir lernen, in unseren Stärken die Grenzen zu achten und in unserer Schwäche nicht zu resignieren. Wie lebensabträglich menschlicher Größenwahn ist, das steht uns in diesen Zeiten der Maßlosigkeit plastisch vor Augen – es sollte uns aber auch bewusst sein, wie gefährlich die Resignation ist:

Wir können dankbar sein, dass wir als Christen in Deutschland unseren Glauben ohne Angst leben können. Aber gerade deshalb geht es nicht an, dass wir das Schicksal verfolgter Christen in vielen Teilen unserer Welt so wenig im Blick haben – Unrecht einfach geschehen lassen ist die schlimmste Form der Resignation! Wie viel getrösteter könnten verfolgte Glaubensgeschwister sein, wenn von uns allen die klare Botschaft ausginge: Wir sehen über eure Notlage nicht hinweg. Ihr könnt unserer Aufmerksamkeit und unserer Solidarität gewiss sein. Wir werden eurer in unsere Fürbitte gedenken – und zwar regelmäßig und nicht nur an einem speziellen Sonntag im Jahr. Wir haben auch in diesen krisenhaften Zeiten viel zum Teilen, an Interesse, an Mitgefühl und auch an Geld und Gut. Und wir wollen und sollen unseren leidenden Geschwistern eine verlässliche Lobby sein. Liebe Gemeinde: Domini sumus – Wir sind des Herrn! Und deshalb sollen wir uns, was unsere Möglichkeiten betrifft, nicht schwächer machen als wir sind.

Anbetung, Ehre, Dank und Ruhm sei unserm Gott im Heiligtum. Gott zu ehren – das war für Johannes Calvin eine Lebenspraxis und eine Herzensangelegenheit. Und so hat dieser streng denkende Theologe sich als Bild für sein Sigel eine ausgestreckte Hand gewählt, die Gott das Herz darreicht. Dass unser Herz zu Gott findet, dazu hilft es, wieder und wieder einzustimmen in die Lieder von der Ehre Gottes: Er kann, er will, er wird in Not,  im Tode selbst und durch den Tod uns zu dem Leben führen. Amen

Predigt von Pfr. D Peter Bukowski, Moderator des Reformierten Bundes im ARD-Fernsehgottesdienst am 12. Juli 2009


Pfr. D. Peter Bukowski, Moderator des Reformierten Bundes, Direktor des Seminars für pastorale Aus- und Fortbildung Wuppertal
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Festgottesdienst in Berlin zum Geburtstag Johannes Calvins: Gott allein die Ehre
ARD: 12. Juli 2009,10.00 – 11.00 Uhr, Evangelischer Festgottesdienst zum 500. Geburtstag Johannes Calvins, Französische Friedrichstadtkiche Berlin

Predigt: Pfarrer Peter Bukowski; Musikalische Leitung: Kilian Nauhaus

 

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