Termine

Reformationsdekade 2012: Reformation und Musik
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps


Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.

Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik


WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.

Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.

Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.

Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.

Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.

''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück


''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012

''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein ­lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.

Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.

35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.

Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.

Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012


Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)

Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion

Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.

Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)

Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden

Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.

Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.

Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.

''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf

Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)


''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012

Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.

Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.

6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012


Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.

Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz


GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.

Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf

Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.


Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant


''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentags­präsidium in Erfurt beschlossen.

450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013


Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn


Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.



Der Weg durchs Nadelöhr

Predigt über Markus 10, 17-31 von Jörg Baumgarten

Die Bibel verurteilt nicht generell den Reichum. Entscheidend ist, wo das Geld her kommt.
Eine Predigt in der Reihe der 'Einfachen Gottesdienste' in der Kölner Antoniterkirche.

TEXTVERLESUNG (Zürcher Übersetzung)

Liebe Gemeinde,

dieser Text hat Auslegerinnen und Ausleger zu ganz verschiedenen Überschriften angeregt: „Von Reichtum und Nachfolge“; der „Reiche Jüngling“; „die Frage des Reichen nach dem ewigen Leben“ oder „Der Weg durch’s Nadelöhr“.

Auch die Einsprüche gegen den Text sind zahlreich: Menschen, die führend im Wirtschaftsleben tätig sind, erwarten von Pfarrern - wieder einmal - Schelte. Also hören sie gar nicht erst genau hin! Oder andere: ‚Da wir alle vor Gott arm sind, ist die Frage nach Armut und Reichtum ohnehin irrelevant.’ Anderen verschließt die Angst vor dem sozialen Abstieg die Ohren vor der biblischen Wahrheit. Schließlich: Da ohnehin niemand durch’s Nadelöhr passt, geschweige denn ein Kamel, haben wir alle keine Chance! Also, was soll’s? Auf die Seite also mit diesem Text! Dabei lohnt er wie , genau hinzusehen und zu hören. Ich folge ihm in drei Schritten:

 

1.    Da findet eine seltsame Begegnung statt:

Jemand läuft auf Jesus zu, wirft sich vor ihm auf die Knie und stellt die Frage nach dem ewigen Leben. Zunächst ist offenbar völlig irrelevant, wer dieser ist, der Jesus ehrerbietig begegnet. Er will die Chance einer zufälligen Begegnung nutzen, um seine Frage nach dem ewigen Leben verbindlich beantwortet zu bekommen. Erst am Ende der Begegnung wird deutlich, dass es sich um einen begüterten Menschen handelt. Matthäus hat ihn später zu einem „jungen Mann“ gemacht, Lukas lässt einen Ratsherrn (Vorsteher) die Frage stellen: „Was muss ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?“

Jesus antwortet zunächst mit Kritik an der unterwürfigen, in der jüdischen Tradition durchaus verständlichen Anrede: „Verehrter Lehrer“. Der Unbekannte wird barsch zurecht gewiesen: Nur Gott steht diese Verehrung zu! Dann folgt sofort die Testfrage nach der Erfüllung der 2. Tafel der 10 Gebote. Die Antwort folgt auf dem Fuße: ‚Diese Gebote haben ich alle gehalten seit Jugendtagen!’ Mutig, selbstbewusst, ohne Einschränkung. Dann die erstaunliche Reaktion Jesu: „Er gewann ihn lieb!“ Das hätte ich nicht erwartet: Trotz des selbstbewussten Urteils über sein eigenes Leben nimmt Jesus ihn erst einmal in sein Herz auf: Jesus kritisiert ihn nicht. Er begegnet ihm viel radikaler: Er beruft ihn in seine Nachfolge; so wie er bereits viele Jünger und Jüngerinnen in seine Nachfolge gerufen hat: „Folge mir nach!“ Allerdings gibt es eine Bedingung: „Geh hin, verkaufe alles, was Du hast, und gib es den Armen, und du wirst einen Schatz im Himmel haben.“ Auf diesem Wege wirst du das ewige Leben ererben! Diese Antwort hatte der Fragende nicht erwartet: „Er wurde traurig, ging betrübt hinweg, denn er hatte viele Güter.“

Lassen Sie uns einen Moment innehalten: Da wird jemand in die Nachfolge Jesu gerufen und nimmt diesen Ruf nicht an. Er hat alles getan, was von ihm als gläubigem Juden verlangt wurde. Wer kann das schon sagen, dass er die Gebote gehalten hat von Jugend auf? Er dachte wohl, er müsse das Himmelreich „erwerben“. Und er hing offenbar an seinem sozialen und wirtschaftlichen Status. Er wird dafür nicht kritisiert. So spricht er sich sein Lebensurteil selbst.

Die Bibel ist deutlich – entgegen allem Volksglauben: Reiche werden nicht grundsätzlich wegen ihrer Vermögenssituation kritisiert: Weder der reiche Mann, der dem armen Lazarus begegnet (LK 16,19ff), noch der mächtige Schatzmeister aus Äthiopien (Apg 8), weder der Weinbergbesitzer (Matth 20) noch der reiche Kornbauer (Lk 12) oder der Zollbeamte Zachäus (Lk 19), weder die reiche Purpurhändlerin Lydia aus Thyatira (Apg 16,14ff) noch erst recht die reichen Frauen, die die Jesusbewegung finanziell unterstützten (Lk 8,1-3). Das ist wirklich ein Mythos, dass Reiche grundsätzlich wegen ihres Reichtums kritisiert würden. Lassen Sie uns doch diese Irrlehre nicht weiter erzählen. Sie hindert Reiche daran, sich auf das Evangelium einzulassen.

Aber das ist natürlich nicht alles, was die Bibel relativ oder absolut Reichen zu sagen hat: Wenn  jemand meint, er könne sein Leben auf dem Reichtum aufbauen, ja dann ist er oder sie auf dem Holzweg. Das wird am Beispiel des Kornbauern deutlich. Und das steckt auch hinter der Trauer des Mannes, der dem Ruf in die Nachfolge nicht folgt. Er möchte sein Leben durch sein Vermögen grundsätzlich abgesichert wissen. Das eben ist der entscheidende Irrtum, dass das möglich sei.

Biblisch gesehen ist durchaus auch die Frage wichtig: Wie gelangen Begüterte an ihr Vermögen? Das Gebot „Du sollst nicht stehlen“ und die Verurteilung der Habgier ziehen sich wie ein roter Faden durch die Bibel: Auch die Katechismen (s. Heidelberger Katechismus, Frage 110 und 111) sind hier eindeutig. Ich zitiere Johannes Calvin: „Was ein Mensch besitzt, das hat er nicht von irgendeinem Zufallsgeschick, sondern durch Zuteilung Gottes, des Herrn aller Dinge; wer sich also an seines Nächsten Vermögen vergreift, der übt Betrug gegen die göttliche Ordnung. Es gibt nun sehr vielerlei Diebstahl. Da ist zunächst gewaltsamer Raub: dabei wird das fremde Gut mit Gewalt und Räuberei genommen. Dann ist da der Betrug: da bringt einer auf arglistige Weise den anderen um das Seine. Wieder etwas anderes ist es, wenn man mit List und Tücke das Gut des Nächsten unter dem Schein des Rechts an sich bringt. Und wieder etwas anderes, wenn man den nächsten mit Schmeichelei umgarnt, ihm einen Vorteil vorspiegelt und so sein Gut erschleicht.“ Und weiter Calvin: „Wir bringen den Nächsten auch dann betrügerisch um das Seine, wenn wir ihm den Dienst verweigern, der ihm von Rechts wegen zusteht“ (Institutio II, 8,45).

Darüber hinaus ist der Bibel wichtig, wie man mit seinem Vermögen umgeht: Da gibt es eine klare Linie, die sich durch die Bibel wie ein weiterer roter Faden zieht: Der Arme darf nicht um seine Überlebensmöglichkeiten gebracht werden. Und weiter: Das evtl. vorhandene Vermögen ist so einzusetzen, dass Arme ein Leben in Würde führen können. 

Die wirtschaftsethischen Grundeinsichten der Bibel lassen sich so zusammenfassen: Jeder Mensch hat ein Recht auf Befriedigung der materiellen und immateriellen Grundbedürfnisse. Die soziale Mindestabsicherung wird durch die Gemeinschaft garantiert. Privateigentum und Vermögensverwaltung werden vorausgesetzt, allerdings unlauterer Wettbewerb kritisiert, Zinsnahme begrenzt. Dabei wird die Gefahr der Lebens- und Zukunftssicherung  auf Kosten anderer im Licht der Gottesfrage kritisiert. Die Gottesfrage – oder anders gesagt: die nach dem ewigen Leben – stellt sich im Umgang mit Geld und Vermögen. Vermögen kann zum Götzen, zu Mammon (Math 6,19-34) werden, muss es aber nicht. Gute Nachricht für die Armen muss nicht per se schlechte Nachricht für die Reichen bedeuten. Vermögensverwaltung – das gilt auch für die Kirche – muss sich an den Lebensmöglichkeiten der Armen und Abhängigen orientieren. Verantwortliches Wirtschaften muss den wechselseitigen Ausgleich der Lebensmöglichkeiten im Blick haben – dazu dienen biblisch auch die Kollekten. Sie sind Ausdruck der Einheit der Kirche Jesu Christi. Güter- und Konsumgemeinschaft sind Ideal, nicht Norm. Sie locken aber in die gemeinschaftliche Nachfolge (s. J. Baumgarten, Wirtschaft/Wirtschaftsethik im Neuen Testament, in: Theologische Realenzyklopädie, Bd. 36, Berlin/New York 2003, S. 144-147). Ich komme zum – kürzeren – 2. Teil:

 

2.    Das Nachgespräch Jesu mit seinen Jüngern hat wesentliche Elemente dieser biblischen Grundeinsichten zum Gegenstand: Jesus greift die Frage selbst auf, die die Jünger in ihrem Herzen stellen und die auch die Frage vieler – nicht nur begüterter - Menschen ist: „Wie schwer werden die Begüterten ins Reich Gottes kommen?“ Die Jünger erstaunen darüber, dass Jesus ihnen die Frage aus dem Mund nimmt. Er radikalisiert sie sofort: „Wie schwer ist es überhaupt, in das Reich Gottes zu kommen?“ Wir kennen die Antwort, die zum Sprichwort geworden ist: „Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr hindurchgeht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes kommt.“ Die Jünger ahnen die Antwort: Sie reagieren menschlich: „Sie entsetzen sich in hohem Maße“ – so heißt es – und vergewissern sich gegenseitig in der Einsicht: „Wer kann dann (überhaupt) gerettet werden?“ Natürlich – das ist allen Umstehenden klar: Niemand! Garantiert niemand! Auch nicht einer, der sich durch das größte Nadelöhr der Welt zwängen würde. Es ist einfach seitens der Menschen unmöglich! Gebote halten – gut und wichtig. Aber ins Reich Gottes gelangen, da hilft der größte Fleiß, der liebenswürdigste Mensch und der aktivste Samariter nichts! Aber mitten in die Ratlosigkeit der Jünger sagt Jesus den entscheidenden Satz: „Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich.“ Da schließt sich der Kreis zum Anfang des Dialogs des Mannes mit Jesus: Ihm, Gott allein, gebührt die Ehre „gut“ und „verehrungswürdig“ genannt zu werden.

In diesem Abschnitt geht es also gar nicht mehr um die Frage, ob es etwa Begüterte schwerer haben, ins Reich Gottes zu gelangen als Arme. Jesus nimmt den Dialog mit dem begüterten Mann zum Anlass, die Frage zu stellen: Wie kommt man in das Reich Gottes? Und das wird – geradezu  klassisch - in Szene gesetzt: Der Reiche schafft es nicht von sich aus; niemand schafft es von sich aus. Die Logik des Sprichwortes vom Kamel, das durch kein noch so großes Nadelöhr passt, unterstreicht die Aussichtslosigkeit derjenigen, die auf eigene Anstrengung vertrauen. Selbst die Jünger sind nicht nur ratlos, sondern entsetzt.

Da „blickt er sie an“ und weist die einzige Spur zum ewigen Leben: ER, ER und nochmals und nur ER. Gott selbst öffnet die Tür zum ewigen Leben. Er allein gewährt Einlass und Bürgerrecht. Es ist GNADE. So einfach. So klar. Es ist durch keine Tat zu erwirken. Wir können nur die Hände öffnen und uns von Gott beschenken lassen: Arme und Reiche, Fremde und Jünger und Jüngerinnen. Alle. Wenn Sie Hände und Armen öffnen und sich beschenken lassen, dann werden Sie beschenkt: nicht mit irgendetwas, sondern dem ewigen Leben, dem Leben in Gottes Nähe.

 

3.    Aber nun bleibt diese Botschaft nicht unkonkret. Sie bekommt klare Kontur im 3. Teil unseres Textes. Er handelt vom Lohn der Jünger, vom Lohn derer, die sich auf Gott allein einlassen:

Petrus als Sprecher des Kreises von Jüngern und Jüngerinnen ergreift das Wort:

Will er noch einmal Ratlosigkeit und Entsetzen der Jünger in Worte fassen? Will er Jesus noch einmal beim Wort nehmen, als dieser die Jünger – je zwei und zwei – in seine Nachfolge rief? Vielleicht ist es auch der Bericht eines weiteren Dialogs zwischen den Jüngern und Jesus. Gut verständlich, dass die zentrale Lebensfrage, die nämlich nach dem ewigen Leben, nicht mit einem Satz erledigt ist.

Petrus knüpft beim Dialog mit dem reichen Mann an: Wir haben genau das getan, was Du erwartest: „Wir haben alles verlassen und sind Dir nachgefolgt“(V.28). Die Jünger stellen – unausgesprochen – ihre Frage: Wie steht es mit uns? Werden wir in den Genuss der Gnade Gottes kommen? Wann wird das sein? Jesu Antwort hat grundsätzlichen Charakter – keine Bemerkung nebenbei: „Wahrlich, ich sage Euch:

Es gibt niemanden, der Haus oder Brüder oder Schwestern oder Mutter oder Vater oder Kinder oder Äcker um meinetwillen und um des Evangeliums willen verlassen hat ohne hundertfach zu empfangen jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Mütter und Kinder und Äcker – unter Verfolgungen – und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.“

Kurzum: Wer dem Ruf in die Nachfolge folgt, der wird nicht auf das Jenseits vertröstet. Die Antwort Jesu ist wirklich erstaunlich: Er nimmt ernst, wie schwer es ist, das eigene Haus, die Familie, die gewohnte Arbeitswelt zu verlassen, um ihm nachfolgen zu können. „Um des Evangeliums willen“ – das hat vielleicht schon die erste Christenheit eingefügt. Das ist ein wirkliches Opfer: Alle Sicherheit und alle gewachsenen Beziehungen hinter sich zu lassen. Wer kann das schon?

Immerhin: Solches Verhalten wird hundertfach – oder wie Lukas sagt: vielfältig - belohnt. Mit dem ewigen Leben! Mit nicht weniger! Das ist es, wonach der Begüterte fragte: Wie kann ich das ewige Leben erwirken? Überhaupt nicht! Ich kann es mir nur schenken lassen! Aber auf der Grundlage dieser endzeitlichen Perspektive greift Jesus viel näher: Er verheißt in der Nachfolge neue Beziehungen, die an die Stelle der alten treten: Das neue WIR: neue Verwandte, eine neue Familie, neue Arbeit, eine neue tragfähige Beziehungswelt. Und das „hundertfach“, also von ganz anderer Qualität.

Reformierte haben dies häufig so gedeutet, dass derjenige, der es im Leben zu etwas gebracht hat – gerade auch wirtschaftlich – besonders gesegnet ist. Reichtum konnte so zum Ausdruck des Segens werden. Warum auch nicht? Das Alte Testament kennt dies auch. Aber dieses Verständnis konkreten Segens hat auch eine negative Seite: Diejenigen, die – trotz Anstrengung - arm blieben oder es nur bis zum unteren Mittelstand geschafft haben, mussten dies so verstehen, als habe ihnen Gott weniger zugedacht. Ich denke, das ist ein Missverständnis. Gnade Gottes und wirtschaftliches Wohlergehen korrespondieren nicht direkt miteinander.

Und doch werden wir nicht auf das Jenseits vertröstet, sondern uns wird in der Nachfolge Neues verheißen, das trägt: Neue Beziehungen – zum Leben und Arbeiten: Väter und Mütter, Geschwister und neue Arbeitswelten – das ist mit den Äckern gemeint! Da stellen sich Fragen: Ist die Wirkung des Evangeliums heute in unserer Welt so spröde, dass viele Menschen solche neuen Beziehungen nicht sehen und ihre Stärke erfahren können? Nach einer neueren Befragung haben nur 46 % der Bevölkerung Vertrauen in die Kirchen. Sind die Kirchen zu fernen Organisationen geworden, die den Streit innerhalb ihrer selbst und auch nach außen kultiviert haben. Sind sie so unattraktiv? Immerhin engagieren sich in Deutschland nirgendwo mehr Menschen ehrenamtlich als in und am Rande der Kirchen!

Dennoch: Wir haben – wenn wir Nachfolge erlebbar machen wollen – eine klare Aufgabe: Solche neuen und tragfähigen Beziehungen sichtbar und erlebbar zu machen. Ich nenne einige Beispiele:

Viele Christen haben weltweit eine tragfähige Gemeinschaft in Basisgemeinden gefunden: in Lateinamerika, in Afrika und auch in Europa (z B. Kath. Kirche in Frankreich/ Poitier). In den Kirchen Asiens wächst die Kirche rasant durch wirksame strategische Konzepte von Hausgemeinden. Auch in der Ev. Kirche im Rheinland gibt es immerhin  an die 1000 Besuchsdienst- und Hauskreise, kleine Gruppen und Zellen, von denen die Kirche lebt, auch wenn davon nicht viel in der Zeitung steht.

Viele konzentrieren sich derzeit auf das Engagement vor Ort, fast 1000 „Tafeln“ in Deutschland, unzählige Kreise, kulturelle Aktivitäten im Raum der Kirche und doch auch in anregenden Gottesdiensten. Viele erleben den Kirchentag als solch eine Impuls gebende Gemeinschaft. Und nun sind wir auf dem Weg zum 2. Ökumenischen Kirchentag in München im Mai kommenden Jahres. Oft konzentriert sich die Diskussion irrigerweise allein auf die Frage einer gemeinsamen Abendmahls- oder Eucharistiefeier. Aber so verpasst man die entscheidenden Impulse der Ökumenischen Bewegung in und für Deutschland. Wir sollten und könnten noch viel mehr gemeinsam machen: alles, wo uns die Lehre nicht trennt.

Und dann erst die weltweite Ökumenische Bewegung: Im Zuge des Konziliaren Prozesses für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung sind viele tragfähige Beziehungen – über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg – entstanden. Freunde und Freundinnen haben zusammen mit mir das Institut SÜDWIND – Institut für Ökonomie und Ökumene – gegründet. Seit 1991 betreiben wir dort interventionsorientierte Forschung und Aktion zugunsten der Armen, vor allem im Süden dieser Welt. Förderer und Mitglieder des Trägervereins bilden zusammen mit den Mitarbeitenden eine langjährige Solidargemeinschaft, von der inzwischen Tausende in der 2/3-Welt wirtschaftlich profitiert haben.  Solche Solidargemeinschaften gibt es zahlreiche, hier und in aller Welt. Ich habe dort oft Gemeinschaft in der Nachfolge Jesu Christi erfahren, wie ich sie in meiner örtlichen Kirchengemeinde nicht erfahre. Deshalb möchte ich Sie einladen, in der Nachfolge Jesu sich solche tragenden und handlungsorientierten Gemeinschaften zu suchen – wenn sie nicht bereits in ihnen leben: Sie werden hundert- und tausendfach beschenkt.

Das ist tröstlich, dass solche Gemeinschaft nicht endet mit dem physischen Leben, sondern trägt bis in alle Ewigkeit. Wer sich auf Gott allein verlässt und tragende Gemeinschaft sucht, wird diese finden. Diese Gemeinschaften leben von geteilter Hoffnung und ewigem Leben.  Es ist wirklich wahr: „Viele aber, welche Erste sind – oder zu sein scheinen -, werden Letzte sein und die Letzten Erste.“ Amen.

 

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