Termine
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps
Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.
Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik
WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.
Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.
Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.
Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.
Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.
''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück
''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012
''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.
Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.
35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.
Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.
Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012
Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)
Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion
Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.
Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)
Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden
Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.
Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.
Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.
''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf
Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)
''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012
Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
Die Prädestinationslehre wird Thema anlässlich der Taufe eines körperlich und geistig stark behinderten Kindes
Liebe Gemeinde,
der Taufspruch von Emma – vielleicht ist es Ihnen aufgefallen – ist nicht als Wunsch, sondern als Tatsache formuliert:
„Der Herr behütet dich vor allem Bösen,
er behütet dein Leben.
Der Herr behütet deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit.“
Und genau so glauben wir das auch. Und genau aus dem Grund taufen wir auch Kinder. Weil es mehr ist als ein Wunsch. Weil wir uns sicher sind, dass es so ist, dass Gott unsere Kinder liebt. Dass er uns liebt. Wir gebrauchen dieses Zeichen, das Fließen des Wassers, das Sakrament der Taufe, um es für uns Menschen sichtbar zu machen, was ansonsten reine Theorie bliebe.
Wir taufen auch Kinder, die was den Glauben angeht, keinen eigenen Willen haben. Sie wissen nicht, wie ihnen geschieht. Wir taufen auch ein Kind wie Emma, der wir nach unseren Maßstäben nicht erklären können, was es mit dem Glauben auf sich hat.
Und das, obwohl wir Reformierten auch nicht glauben, dass wir mit der Taufe etwas Magisches tun, was die Emma nun irgendwie verzaubert, ihr einen Schutzschild verpasst oder Ähnliches. So schön das wäre, wenn es funktionieren würde. Es wäre doch allzu sehr die Erfüllung eines Menschentraumes, sich vor allem Unglück schützen zu können.
Nein, es bleibt dabei: Die Taufe ist nichts Anderes, als dass wir ein Zeichen der Liebe Gottes setzen. Ein Zeichen dafür, dass Gott Emma kennt und ihr Leben begleitet und behütet und alle ihre Wege mitgeht. Anders gesagt: Die Taufe ist ein Zeichen dafür, dass Gott Emma „erwählt“ hat.
Damit sind wir bei einem Thema, das in diesem Jahr Konjunktur hat, weil es von Johannes Calvin ins Spiel gebracht worden ist. Er hat eine ausgefeilte Erwählungslehre formuliert wie vor ihm kein anderer. Aber es ist auch ein Thema, das uns unabhängig von Jubiläen und großen Namen interessieren kann – ja interessieren sollte.
Dass Menschen von Gott erwählt werden bzw. längst vor ihrer Geburt erwählt worden sind, das ist eine Vorstellung, die uns erst einmal fremd ist. Noch mehr, wenn wir den logischen Umkehrschluss ziehen, dass es dann ja wohl auch Menschen geben muss, die nicht erwählt sind.
Für diese „Prädestinationslehre“, wie sie lateinisch genannt wird, hat Calvin schon zu Lebzeiten viel Kritik einstecken müssen. Und seine Nachfolger haben zum Teil den Sinn verdreht und damit dem Ruf Calvins erheblichen Schaden zugefügt.
Man kann sich leicht denken, dass wenn einer von „Erwählung“ spricht, er in den Verdacht gerät, dass er zunächst sich selbst für erwählt hält und wahrscheinlich seine Kumpanen, seine Gemeinde, seine Kirche oder sein Volk. Also dass es in irgendeiner Weise um eine Vormachtstellung geht, die jemand für sich beansprucht.
Und dieser Verdacht ist auch nicht ganz unbegründet. In der Folge Calvins ist nämlich genau das auch geschehen – immer wieder bis heute – auch von Reformierten. Das bekannteste Beispiel sind die Weißen in Südafrika gewesen, die sich gegenüber den Schwarzen als das „erwählte“ Volk fühlten.
Und trotzdem halte ich diese Gedanken Calvins zur Erwählung für sinnvoll. Und ausgerechnet die Taufe von Emma ist ein guter Anlass, in dieses komplizierte Thema einzusteigen und es vielleicht – ich hoffe es – verständlich zu machen. Denn eigentlich hat der Gedanke, so wie ihn Calvin fasst, nichts mit Arroganz zu tun, wohl aber mit Trost.
Ich setze noch einmal da an, wo ich vorhin eingestiegen bin: Wir taufen Emma und andere Kinder, weil wir den Glauben für ein Geschenk Gottes halten. Ein Geschenk, das uns nicht zusteht, es zu verweigern oder von uns aus zu verschenken. Wir geben das Zeichen für Gottes Liebe weiter, weil Gott selbst das so will.
Wir können den Glauben an Gott weder herzaubern noch zurückhalten. Wir können von Gott erzählen, können unseren Kindern so vorleben, dass sie eine Idee davon bekommen, wer Gott ist und wie Gott zu uns Menschen ist.
Aber den Glauben können wir nicht bewirken – auch nicht bei einem Erwachsenen, indem wir ihn überreden oder überzeugen. Das was den Glauben ausmacht, was ihn von einem Parteiprogramm oder einer Philosophie unterscheidet, das kommt von Gott selbst.
Das ist eine – ja vielleicht sogar die – Erkenntnis der Reformation, dass wir Menschen nicht von uns aus glauben, sondern den Glauben von Gott geschenkt bekommen. Genau wie die Gnade, die wir uns nicht durch Leistungen erkaufen können, sondern von Gott geschenkt bekommen.
Das heißt: Er entscheidet, ob wir gläubige Menschen sind oder nicht. Er entscheidet, ob wir das Zeichen der Taufe zu Recht empfangen haben oder nicht.
Bis zu diesem Punkt ist das noch gar nichts speziell Calvinistisches. Obwohl es doch auch schon ungeheuerlich ist: Wir Menschen haben so gesehen was den Glauben angeht, gar keinen freien Willen. Und in der Tat hat genau das, dass der Mensch keinen freien Willen hat, Martin Luther explizit ausgeführt.
Johannes Calvin hat diesen Gedanken aufgenommen und weitergespielt und ihn auch auf den Rest des Lebens ausgeweitet. Und so hat der Mensch für ihn überhaupt im Leben nicht die Entscheidungsfreiheit das eine oder andere zu tun. Und es gibt auch kein Schicksal, keinen Zufall, sondern alles ist – so wie es passiert – von Gott so vorgesehen.
Liebe Gemeinde, an diesem Gedanken kann man verrückt werden. Man kann sich in dieses Bild so vertiefen, dass man sich lediglich als Marionette in einem göttlichen Spiel fühlt. Auch in anderer Weise kann man an diesem Gedanken verrückt werden, indem man das eigene Lebensglück, die eigenen Leistungen, den eigenen Reichtum als Gottes Fügung empfindet.
Die Lehre von der Vorsehung und der Erwählung ist also durchaus gefährlich und missverständlich. Gemeint hat sie Johannes Calvin aber anders. Er hat die Vorstellung, dass alles in unserem Leben von Gott vorgesehen ist, tröstlich gemeint. Er hat das Menschen gepredigt, die in großer Not waren, die unter Verfolgung litten oder auf der Flucht waren.
Diesen Menschen, die Calvin vor Augen hat, fehlte die Fügung Gottes in ihrem Leben. Sie hatten das Gefühl, dem Schicksal ausgeliefert zu sein. Wegen ihres Glaubens an die Freiheit wurden sie verfolgt und viele auch getötet.
Ihnen gab die Vorstellung, dass ihre Lebensgeschichte in einem großen Buch bereits aufgeschrieben ist, Geborgenheit. Sie fanden es tröstlich, dass Gott das, was sie erleben mussten, für sie vorgesehen hatte. Es gab ihrem Leiden einen Sinn. Sie wussten wieder, wofür sie das alles durchmachten.
Nun ist klar, dass wir heute in einer anderen Situation sind. Von Verfolgung und Flucht keine Spur. Vielleicht in der einen oder anderen Lebenssituation geht es uns vergleichbar schlecht. Aber oft haben wir doch eher Grund, für unser Schicksal dankbar zu sein.
Wenn wir an so etwas wie Erwählung und Vorsehung glauben sollen, darf es natürlich nicht nur in bestimmten Situationen gelten. Es muss schon der Prüfung in allen Lebenslagen standhalten.
Auf der anderen Seite ist auch klar, dass in diesen Tiefen der Theologie – und da bewegen wir uns bei diesem Thema nun wirklich – dass wir in diesen Tiefen mit unserem menschlichen Verstand an Grenzen kommen. Wissen können wir gar nichts, sonst wären wir ja selbst Gott. Wir ziehen Schlüsse aus dem, was wir von Gott wissen, was Menschen für Erfahrungen machen und vor allem was in der Bibel niedergeschrieben steht.
Und da steht nichts ausdrücklich von der Prädestinationslehre. Aber viel von der Gnade und der Güte Gottes. Und auch viel von seiner Führung und Begleitung der Menschen. Und da begegnet uns ein Gott, der seine Menschen nicht ihr Leben lang sich selbst überlässt und ihrem Schicksal und dann am Ende wie ein Lehrer Noten verteilt und über die Versetzung entscheidet.
Das ist ja die klassische Vorstellung von Gott, die vielen Religionen und Glaubensrichtungen zugrunde liegt. Und die auch im Christentum immer wieder die Oberhand gewinnt. Mit dem Ergebnis, dass sich Menschen zu kleinen Göttern aufspielen und meinen, sie müssten in der ihnen verbleibenden Zeit etwas Großes schaffen, um sich unsterblich zu machen.
Genau dagegen hält Calvin seine Vorsehungslehre. Sie soll uns klar machen, dass wir eine Rolle in Gottes Plan haben – nicht in unserem eigenen. Uns Menschen werden die Grenzen aufgezeigt und wir erfahren gleichzeitig, dass wir auf Gott vertrauen dürfen. Und dass immer wieder unsere Grenzen sichtbar werden, ist heute so deutlich wie damals.
Angesichts von Finanzkrise und Klimaveränderung ist es wohl nötig, dass unser Übermut gedämpft wird. Und angesichts des Terrorismus oder auch der Wertekrise in unserer Gesellschaft kann ich darauf vertrauen, dass Gott auch schon Manches zum Guten gewendet hat, wo Menschen keine Hoffnung mehr hatten.
Ich hatte am Anfang gesagt, dass die Taufe von Emma eine Hilfe sein kann zu verstehen, was mit der Erwählungslehre gemeint ist. Und ich will das jetzt gerne aufnehmen:
Ich glaube nämlich, dass wir wenig Probleme damit haben, Emma das so zu wünschen, wie Calvin es sagt: dass ihr Leben nach einem von Gott vorgezeichneten Weg verläuft, dass Gott ihr Leben begleitet, sie beschützt, aber auch ihren Lebensweg bestimmt. Emma hat immer wieder lebensbedrohliche Krämpfe – sie schwebt also ständig in Lebensgefahr.
Natürlich könnte man das Schicksal für ihr Ergehen verantwortlich machen. Sie selber hat es gar nicht in der Hand, kann sich selbst nicht helfen. Wir wünschen ihr mit dem Taufspruch, dass Gott ihren Ausgang und Eingang behüte. Das kann auch heißen, dass wir uns vorstellen, dass Gott ihren Lebensweg schon kennt und wir dem vertrauen dürfen, dass es gut ist, wie es auch kommt.
Gleichwohl würde niemand, der sie kennt und der sie liebt, nicht auch alles tun, um ihr Leben zu bewahren, es ihr im Leben so gut wie möglich zu machen, ihren Willen zu achten und ihr alle Liebe zu schenken. Die Vorsehung enthebt uns nicht unserer Verantwortung – ganz im Gegenteil. Auch wir haben mit allem, was wir in dieser Welt tun, eine Rolle in der Geschichte Gottes. Aber wir spielen die Rolle eben anders, wenn wir nicht gleichzeitig auch die Drehbuchautoren sind – und darauf kommt es an.
Wenn wir also die Erwählungs- und die Versöhnungslehre auf uns beziehen, dann macht uns das demütig und dankbar auf der einen Seite. Aber auch mutig und engagiert.
Seit ich die Vorsehung unseres Lebens für mich so verstehen kann, habe ich außerdem noch mehr Respekt vor den Lebensläufen anderer Menschen. Was kann nicht alles passieren in einem Leben? Wie schnell kann sich alles ändern!
Auch für alle, die mit Emma leben, ist es wichtig zu wissen, dass sie Emmas Leben nicht jeden Tag neu erfinden müssen. Gott hat ihr Leben so im Blick wie unser aller Leben. Er hat einen Plan mit ihr, wie er den mit jedem von uns hat. Deshalb gilt für uns alle:
„Der Herr behütet dich vor allem Bösen,
er behütet dein Leben.
Der Herr behütet deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit.“
Amen.
Georg Rieger


