Termine

Reformationsdekade 2012: Reformation und Musik
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps


Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.

Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik


WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.

Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.

Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.

Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.

Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.

''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück


''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012

''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein ­lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.

Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.

35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.

Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.

Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012


Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)

Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion

Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.

Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)

Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden

Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.

Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.

Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.

''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf

Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)


''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012

Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.

Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.

6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012


Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.

Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz


GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.

Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf

Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.


Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant


''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentags­präsidium in Erfurt beschlossen.

450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013


Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn


Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.



Soli Deo gloria

Psalm 68 (6. Sonntag nach Trinitatis)

Wer steht hinter der Einrichtung von Bürgersteigen? Um damit insbesondere die Kinder zu schützen und den Fußgängern einen eigenen Weg einzuräumen? – Johannes Calvin!

Wer erhielt eine Anzeige darüber, weil in seinem Haus zu viel gescherzt und zu laut gelacht wurde? – Johannes Calvin!
Wer bemaß den Zinssatz bei maximal 5 % / wer sprach sich dafür aus, Notleidenden keinerlei Zins aufzuerlegen? – Johannes Calvin!

Was nur alles hat man ihm im Laufe der Zeit nachgesagt: dass er ein verbohrter Finsterling sei / ein Asket höchsten Ausmaßes / ein trockener, seelenloser Theologe / ein Tyrann, ein strenger Despot, ein Diktator, ein Mörder gar! Wie viele Fehlurteile über ihn haben sich im Laufe der Kirchengeschichte eingenistet / wie viele Verdrehungen und Entstellungen und Entwürdigungen / wie viel an übler Nachrede / wie viel an Böswilligkeit und Hass sogar! – Wer sich jedoch ernsthaft mit dem Quellenstudium und mit der damaligen Zeitgeschichte auseinandersetzt, wird ein völlig anderes Bild von Johannes Calvin entdecken – auch wenn die elenden Zerrbilder bis heute leider immer noch in Schulbüchern und in anderen Medien verbreitet werden. Sicher gilt: Auch im Leben und Wirken von Johannes Calvin gab es nicht nur ›Licht‹, sondern auch ›Schatten‹: in welchem Menschenleben ist das denn anders?? / Sicher gilt: Auch Johannes Calvin hat Schuld auf sich geladen: wer von uns denn wollte sich freisprechen von jeglicher Schuld gegenüber seinen Mitmenschen, letztlich gegenüber Gott??

Den spanischen Arzt Michael Servet, der der Ketzerei bezichtigt wurde und der wegen Gotteslästerung an anderem Ort längst zum Tode verurteilt worden war / diesen Mann hat Johannes Calvin durch Gutachten belastet, die der Rat der Stadt Genf von ihm erbeten hatte: für diese Gutachten jedoch wurde ihm nicht nur durch Philipp Melanchthon ausdrücklich gedankt!
Was meisthin übersehen wird: Johannes Calvin trat stets für Mäßigung ein: das war im Fall der Hinrichtung von Michael Servet so, das galt ebenso in den Fällen der Ausübung der Kirchenzucht. Calvins Ziel bestand jeweils darin, mäßigend zu wirken, Milde walten zu lassen, seelsorgerlich zu handeln, zu trösten, zu ermahnen – sein Ziel bestand darin, die Menschen zurückzugewinnen für den Glauben und für die Gemeinde! Sicher, der Begriff ›Kirchenzucht‹ erscheint für heutige Ohren nicht mehr angemessen – aber das Anliegen, das dahinter steckt, ist alles andere als überholt! Denn es muss doch auch wohl heute Aufgabe von Christenmenschen sein, andere zum Glauben und zur Kirche zu ›ziehen‹ / es muss doch wohl auch heute Aufgabe sein, einander im christlichen Sinne zu ermahnen! Oder – sollten wir uns davon längst verabschiedet haben?? / Sollten wir in der Kirche alles und jedes einfach nur so gutheißen? / Zu allem Treiben auch noch ›Ja-und-Amen‹ sagen? / Haben wir sonst nichts mehr zu sagen??

Johannes Calvin – vor 500 Jahren geboren am 10. Juli 1509 in Noyon in der Picardie, etwa einhundert Kilometer nördlich von Paris – von Hause aus Jurist, allerdings mit breiter theologischer Ausbildung – verkehrte in den Kreisen der Humanisten und kam in Paris mit dem Gedankengut Luthers in Berührung. Aus seinem Heimatland Frankreich musste er 1536 fliehen – gelangte nach Basel, wo die erste Ausgabe seiner »Institutio Christianae Religionis« entstand: die bis heute grundlegende Dogmatik im reformierten Protestantismus. In Genf von Wilhelm Farel festgehalten und zum Bleiben genötigt, versucht sich Calvin im Aufbau der Kirche – und scheitert zunächst. Die Jahre 1538 bis 1541 verbringt er neben Martin Butzer im damals deutschen Straßburg und wirkt dort als Pfarrer in der französischen Flüchtlingsgemeinde – ehe er 1541 schließlich auf dringliches Bitten nach Genf zurückkehrt. Dort wirkt er als Prediger, Lehrer und Seelsorger bis zu seinem Tode – Johannes Calvin verstarb im Alter von 54 Jahren am 27. Mai 1564. Seinem Wunsch entsprechend findet sich kein Grabstein, der sein Grab zieren könnte.

Über 90 Millionen Christen weltweit berufen sich in unserer Zeit auf Johannes Calvin – erheblich weniger berufen sich auf Martin Luther. Der erhaltene Briefwechsel umfasst etwa 4.300 Briefe, davon stammen 1.369 von Calvin selbst. Viele Briefe sind reine Trostbriefe, gerade an Hugenotten, also an Menschen, die im katholischen Frankreich mit Verfolgung und Tod rechnen mussten und denen meisthin nur noch die Flucht blieb. In seinen letzten fünfzehn Lebensjahren hat er etwa 2.300 Predigten gehalten – Kommentare zu fast allen biblischen Büchern stammen von ihm. Aus der von Calvin gegründeten Genfer Akademie heraus trugen seine Theologiestudenten seine Überzeugungen in die weite Welt hinaus!
Wie aber nur lassen sich Calvins Gedanken auf einen gemeinsamen Nenner bringen? Die Antwort liegt in drei lateinischen Worten: »Soli Deo gloria!« / ›Allein Gott gebührt alle Ehre!‹ So sollen wir Menschen leben / danach sollen wir trachten: dass Gott allein durch all unser Denken, Tun und Lassen geehrt / gelobt / erfreut / ja, sogar verherrlicht wird!

Singen wir die dritte Strophe aus dem Lied (EG) 281:
»Anbetung, Ehre, Preis und Ruhm!«

Diese Strophe hat Menschen aufgerichtet, ermutigt, im tiefen Sinne des Wortes getröstet. Diese Strophe trugen viele Hugenotten in ihrem Herzen – diese Strophe half ihnen, im Glauben an den Gott festzuhalten, »der Tag für Tag uns segnet« / »der Lasten auf uns legt, doch uns mit unsern Lasten trägt!« Welch eine unbändige Glaubenshoffnung spricht aus diesen Worten nach Psalm 68 – welche Kraft steckt darin / eine Kraft, die doch überspringen will hin zu dir und hin zu mir! Dieser Gott / »er wird … vom Tode selbst und durch den Tod / uns zu dem Leben führen!« Diesem Gott allein gebührt alle Anbetung, alle Ehre, aller Respekt! Wenn Menschen danach leben / wenn Menschen danach handeln: wie wohltuend anders sieht es dann in unserer Gesellschaft aus!

Zitat: »Wie, hat ER denn nicht die Farben so unterschieden, dass die eine anmutiger ist als die andere? / Wie, hat ER nicht Gold und Silber, Elfenbein und Marmorstein solche Schönheit geschenkt, dass sie dadurch vor anderen metallen und Steinen kostbar werden? / Wie, hat ER nicht überhaupt viele Dinge über den notwendigen Gebrauch hinaus kostbar für uns gemacht?«
Johannes Calvin kann nur staunen: staunen über die vielfältigen Wunderwerke Gottes – Calvin kann nur staunen und genießen und sich von Herzen freuen. Diese Welt – für Calvin ist sie »ein Schauplatz der Herrlichkeit Gottes«! Das heißt doch wohl: Ich Mensch darf und soll mich freuen an den guten Gaben Gottes! Ich darf und soll sie mit Freuden genießen!
Allen Vorurteilen zum Trotz – Calvin ist alles andere als ein ›Kostverächter‹! Er schrieb: »Elfenbein und Gold und die Reichtümer sind gute Schöpfungen Gottes, und nirgends ist es verboten, zu lachen oder satt zu werden oder neue Besitzungen zu erwerben oder sich an Musikinstrumenten zu ergötzen oder Wein zu trinken!« – Sie haben recht gehört: Worte von Johannes Calvin!
Bis heute hält sich allerdings scheinbar hartnäckig das Vorurteil, Calvin sei ein lebensfeindlicher Asket gewesen: doch worin will dieses Vorurteil begründet sein? – Calvin hätte sagen können: ›sich freuen, ja, aber bitte maßvoll‹ / ›bleibt in allem bescheiden‹ / ›lebt nicht in Saus und Braus, sondern in allem zur Ehre Gottes!‹ – »Alles, was ihr tut: mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen Jesu Christi und dankt Gott, dem Vater, durch ihn!« (Kol. 3,17). – In den Worten Calvins heißt das: »die unmäßige Gier, die maßlose Vergeudung, die Eitelkeit und Anmaßung fahren lassen und mit reinem Gewissen Gottes Gaben rein anwenden.« Im Weiteren: »Weil unser Herr uns die Mittel gibt, Gutes zu tun, kann man keine Ausflüchte finden. Wir bleiben immer schuldig, wenn wir die Gelegenheit zur Wohltat nicht ergreifen.«
Nicht unterschlagen will ich folgende ›Einschränkungen‹, die auf Calvin zurückgehen und die den Luxus bremsen sollen: Danach sollte ein Gastmahl drei Essensgänge mit jeweils vier Gerichten nicht überschreiten – und: die Damen sollen ihre Haare nicht vergolden!

Ich schließe mit Worten Calvins aus seiner Vorrede zum Psalmenkommentar aus dem Jahre 1543: »Wir wissen aus Erfahrung, dass das Singen große Kraft und Wirkung hat, die Herzen der Menschen zu bewegen und zu entflammen, so dass sie Gott mit heiligerem und glühenderem Eifer anrufen und loben. Das soll uns wie ein Organ sein, um Gott zu loben und unsere Herzen zu Ihm zu erheben, um uns zu trösten, in dem wir sein Vermögen, seine Güte, Weisheit und Gerechtigkeit bedenken!« Amen.

Pfarrer Dr. Hans-Gerd Krabbe

zum Gedenken an Johannes Calvin / Jean Cauvin (*10.07.1509)
Christuskirche Achern, 19. Juli 2009

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