Termine
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps
Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.
Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik
WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.
Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.
Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.
Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.
Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.
''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück
''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012
''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.
Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.
35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.
Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.
Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012
Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)
Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion
Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.
Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)
Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden
Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.
Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.
Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.
''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf
Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)
''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012
Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.
Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.
6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012
Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.
Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz
GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.
Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf
Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.
Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant
''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentagspräsidium in Erfurt beschlossen.
450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013
Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn
Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.
Wenn ich mich dankbar über das Gute freue, das mir gelungen ist, „erhöhe“ ich mich womöglich selbst. Und wenn ich mich selbst „erniedrige“ und meine Unvollkommenheit bekenne, bin ich womöglich eine unaufrichtige Frömmlerin. Eine Predigt von Gudrun Kuhn.
Liebe Gemeinde,
der Predigttext steht bei Lukas im 18. Kapitel, Vers 9-14:
9 Er sagte aber zu einigen, die sich anmaßten, fromm zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis:
10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, […]
11 Der [eine] stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser [da].
12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme.
13 Der [andere] aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!
14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.
Ich weiß, Sie sind alle recht bibelfest und haben sicher sofort bemerkt, dass ich da beim Vorlesen etwas verändert, etwas weggelassen habe: wer ‚der eine‘ ist und wer ‚der andere‘. Bitte vergessen Sie das doch einfach einmal für ein paar Minuten. Die Geschichte wird ja von Jesus als Gleichnis erzählt und ein Gleichnis handelt nicht von historischen Personen, sondern malt Typen vor Augen, die übertragbar sind auf andere Orte und Zeiten.
Ein Gleichnis zeigt uns überdeutlich, schwarz-weiß gewissermaßen, wo die Guten und wo die Bösen sind, wo die Gerechtfertigten und wo die Verworfenen. Und wie in unserer Geschichte die Rollen verteilt sind, haben wir vom ersten Religionsunterricht an gelernt.
Aber: Lassen Sie uns einmal ernsthaft überlegen, weshalb denn dieser erste Beter im Gleichnis gar so verwerflich sein soll? Was macht er eigentlich falsch, dass er für alle Zeiten zum Negativbeispiel geworden ist. Er hinterzieht keine Steuern, sondern gibt von dem, was er erwirtschaftet, bereitwillig Spenden an Brot für die Welt. Er raubt andere Menschen nicht aus, haut niemand übers Ohr, lädt sich keine Kinderpornos auf den Computer und macht keine krummen Geldgeschäfte mit Wucherzinsen. Und bei alledem hält er sich auch noch an die Sitten seiner Religionsgemeinschaft, will am Karfreitag nicht in die Disco und mäht am Sonntagmorgen nicht seinen Rasen. Also: ein durch und durch anständiger und sympathischer Mitbürger. Was in aller Welt macht er denn falsch? Sogar seine Beziehung zu Gott ist vorbildlich. Sehr ordentlich protestantisch, sogar ausgesprochen reformiert. Er ist nicht stolz auf seine moralischen Leistungen. Von Hochmut keine Spur. Vielmehr weiß er sich Gott gegenüber zu Dank verpflichtet, dass er ihn vor Versuchung bewahrt und auf rechtem Wege geführt hat. „Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute …“ Wie viele Situationen im Leben gibt es nicht, in denen wir eigentlich so beten müssten: ‚Ich danke dir, Gott, dass du mich davor bewahrt hast, falsche Entscheidungen zu treffen, große Schuld auf mich zu laden, deine Weisungen ganz und gar zu verlassen.‘
So viel zum ersten Beter im Gleichnis.
Und wie ist das mit dem zweiten?
Er ist ein Urbild protestantischer Tugend! Auch das haben wir spätestens im Konfirmandenunterricht gelernt: Gerettet wird, wer sich selbst seiner Sündhaftigkeit demütig bewusst ist. Unser halbes Gesangbuch ist voll von solchen Gesängen: O Mensch, bewein dein Sünde groß; Keiner Gnade sind wir wert; Mein Sünd‘ sind schwer und übergroß; Ich bin‘s, ich sollte büßen an Händen und an Füßen gebunden in der Höll und so weiter …Viele Menschen, die sich von der Kirche abgewendet haben, wollten sich von der Last einer solchen Erziehung befreien, die ihr Selbstbewusstsein und ihre Lebensfreude zutiefst geschädigt hatte, die es ihnen nicht erlaubte, auf gelungene Leistungen stolz zu sein. Und übersehen wir nicht: diese Arme-Sünder-Haltung konnte in eine ganz eigene Art von Hochmut einmünden. Je sündiger man sich gab, umso erhabener konnte man sich fühlen gegenüber allen anderen, die eben nicht die richtige bußfertige Gesinnung hatten!
Der reformierte Schriftsteller und Theologe Klaas Huizing hat solches Sünden-Gesinnungs-Christentum auf recht amüsante Weise in seinem Calvin-Buch beschrieben.
„An keinem anderen Ort der Stadt traf man auf eine vergleichbare Ansammlung protziger Autos wie vor der calvinistischen Kirche. Ja. Es waren protzige Autos, aber alle fuhren die Autos mit schlechtem Gewissen. […] Kaufte mein Vater sich einen neuen Wagen, ging er wochenlang zu Fuß zur Kirche, erst dann lenkte er nahezu demütig seinen neuen Wagen auf den Parkplatz. […] Ich habe meinen Vater nie gefragt, warum er sich Autos kaufte, für die er sich ein wenig schämte. Er lenkte den Wagen mit eingezogenem Kopf. Wie alle Calvinisten bildete er mit dieser Kopfhaltung ein Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr.“[1]
Nun will ich beileibe unserem zweiten Beter im Gleichnis nicht unterstellen, es sei Äußerlichkeit oder Schauspielerei, wenn er „die Augen nicht aufheben [will] zum Himmel“, wenn er sich reumütig an die Brust schlägt, wenn er „ferne“ steht. Ich denke, wir alle kennen solche Momente aufrichtiger Scham und Reue. Nur kann das christliche Sündenbewusstsein auch zur Pose werden.
Und deshalb weiß ich nicht so genau, welchem Typus im Gleichnis wir eigentlich uns selber zurechnen müssen.
Denken wir denn nicht auch manchmal:
Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die anderen Leute …
wie die Katholiken mit ihrem Heiligenglauben und ihrem Rosenkranz
wie die Muslime mit ihrem Ramadan und ihrem Gesetzesgehorsam
wie die jungen Leute mit ihren oberflächlichen Vergnügungen
wie die reichen Schickimickis mit ihrem gedankenlosen Luxus
wie …
Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die anderen Leute, sondern ein reuiger Sünder. Gott ich danke dir, dass ich recht gläubig und rechtgläubig bin.
So – jetzt habe ich Ihnen dieses vertraute, lieb gewordene Gleichnis womöglich madig gemacht. Das kann ja wohl nicht der Sinn einer Predigt sein. Wie finde ich da noch zu einem guten Ende?
War es vielleicht doch falsch, die historischen Rollen zu streichen? Muss man nicht eher beim Text bleiben so wie er dasteht: Gleichnis vom Pharisäer und vom Zöllner?
Nun – das mit den Zöllnern ist ja nicht so schwer nachzuzeichnen. Es gab gute Gründe, warum sie bei den Menschen in Galiläa und Judäa so verhasst und verachtet waren – Sünder schlechthin. Sie waren ja nicht einfach Zollbeamte. Nein, es handelte sich um so genannte publicani, also reiche Leute. Sie streckten den Römern die geschuldete Steuer vor, um sie dann beim Volk wieder einzutreiben. Und da gab es keine Kontrolle darüber, wie viel sie aus den armen Leuten herauspressten. Damit setzten sie sich nicht nur moralisch ins Unrecht, sondern aus der Sicht frommer Juden auch politisch: sie galten als Kollaborateure mit den Unterdrückern. Wenn Jesus sich mit ihnen an einen Tisch setzt, wie es in den Evangelien immer wieder berichtet wird, dann stößt er damit ganz unterschiedliche Menschen vor den Kopf: die Armen, die sich nicht zu Unrecht über ihre Ausbeuter aufregen, und die Leute aus der gebildeten Mittelschicht: Pharisäer und Schriftgelehrte eben, die den hemmungslosen Materialismus der Zöllner missbilligen und sie für Verräter am eigenen Volk halten. Wie hätte Jesus eindringlicher zeigen können, dass die Kranken einen Arzt brauchen und nicht die Gesunden,[2] dass er „das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken“ will.[3]
Aber wofür müssen die Pharisäer im Neuen Testament herhalten?
Jeder scheint zu wissen, warum sie die Bösen sind. Ich habe fast 20 Jahre lang Ethik unterrichtet. Und meine bekenntnislosen oder nicht mehr christlichen SchülerInnen hatten von vielem, was mit Religion zu tun hat, keine Ahnung. Aber wie ein Pharisäer ist, wussten immer alle: hochmütig, scheinheilig, gesetzestreu ohne Gnade. Typisch jüdisch eben. Dieses Bild vom Pharisäer hat sich in verhängnisvoller Weise über die Jahrhunderte ausgeprägt und auch in säkularisierten Zeiten gehalten. Ein Feind- und Schreckbild. Heute höchstens noch übertroffen vom Bild des strengen Muslims, der ganz in die Nähe eines islamistischen Terroristen gerückt wird. Feindbilder eben. Die Juden, die Freimaurer, die Mohammedaner, die Anarchisten, die Ossis ...
Gott, ich danke dir, dass ich nicht bin wie die anderen.
Gegen das Feindbild des sprichwörtlich gewordenen Pharisäers scheint jede Aufklärung vergeblich. Da nützt selbst der religionsgeschichtlich gültige Hinweis nichts, dass Jesus selbst mit seiner Lehre den Pharisäern in vielen Überzeugungen ganz nahe stand, dass auch Pharisäer unter seinen Jüngern waren, z.B. Nikodemus.
Im neuen Testament findet eben nicht nur die Lebenszeit Jesu ihren Niederschlag, sondern auch die Zeit der ersten und zweiten Generation danach. Und da mussten nach der Zerstörung des Tempels die Jesus-Anhänger und die Synagogen-Juden miteinander ihre inneren und äußeren Kämpfe um den vermeintlich einzig wahren Glauben ausfechten. Feindbilder und Verfluchungen gab es da hüben wie drüben.
Hüten wir uns also, jedes Wort gegen die Pharisäer immer gleich als Jesuswort zu verstehen. Hüten wir uns, jede Kritik an Juden als Abgrenzung oder gar Ablehnung aus Jesu Mund zu nehmen. Wie hätte er als frommer Jude das tun können.
Hüten wir uns aber auch, solche Gleichnisse zu missbrauchen im konfessionellen Streit, indem wir einen unüberwindlichen Graben konstruieren zwischen dem rechten Tun und dem rechten Glauben, indem wir angeblich jüdische oder katholische Werke-Gerechtigkeit von angeblich protestantischer Buß-Gesinnung übertrumpfen lassen.
Wir sollten stattdessen auf den Erzählanlass achten, von dem Lukas berichtet: Jesus richtet sich an die, „die sich anmaßten, fromm zu sein, und verachteten die andern“. Fromme Anmaßung. Verachtung der anderen. Das ist es, was Jesus im Gleichnis missbilligt.
Passen wir auf, dass wir nicht in die gleiche Falle geraten. Dass wir – im Brustton gerechter Überzeugung – andere verachten oder belehren wollen.
Ich höre den Pharisäer des Gleichnisses, wenn man „am Hindukusch unsere Freiheit verteidigen“ zu müssen glaubt, wenn man überall in der Welt als Schützer der „Menschenrechte“ auftreten will und wenn man am Stammtisch über verschleierte Muslimas herzieht.
Und ich frage mich zuweilen, ob manche Atheisten nicht vielleicht aufrichtigere Gottsucher sind als wir, denen das Kyrie eleison gar so leicht von den Lippen geht.
Was lerne ich nun aus all dem? - Dass alles falsch ist, ganz gleich, was ich tue?
Wenn ich mich dankbar über das Gute freue, das mir gelungen ist, „erhöhe“ ich mich womöglich selbst. Und wenn ich mich selbst „erniedrige“ und meine Unvollkommenheit bekenne, bin ich womöglich eine unaufrichtige Frömmlerin.
„Fürchte dich nicht“, tröstet Gott im Buch Jesaja,[4] „fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“
Ich habe dich bei deinem Namen gerufen,
du bist wie du bist,
du bist du und ein Anderer ist anders,
du musst dich nicht erheben und du musst dich nicht erniedrigen –
ich habe dich erlöst, du gehörst für immer zu mir.
Und Jesus spricht:[5]
Kommt her zu mir alle,
mühselig vor Demut und beladen mit Hochmut,
ich will euch Mut machen.
Fürchtet euch nicht …
AMEN
[1] Klaas Huizing: Calvin … und was vom Reformator übrig bleibt. edition chrismon 2008. S. 15
[2] Lukas 5,31
[3] Hes. 34,16
[4] Jesaja 43, 1
[5] Matthäus 11, 28
Gudrun Kuhn, Schulleiterin und Ältestenpredigerin in Nürnberg


