Termine

Reformationsdekade 2012: Reformation und Musik
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps


Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.

Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik


WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.

Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.

Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.

Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.

Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.

''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück


''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012

''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein ­lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.

Symbol für Schutz und Wärme
Kirchengemeinde Horn stellt neues Antependium am Aschermittwoch vor
Horn. Ein neues, symbolträchtiges Antependium wird die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Horn im Gottesdienst am Aschermittwoch, 22. Februar, vorstellen. Antependien heißen die Schmucktischdecken für Abendmahltisch und Kanzel. Sie sollen mit ihren Farben und Symbolen die besondere Atmosphäre der jeweiligen Sonntage im Kirchenjahr verdeutlichen.

Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.

35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.

Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.

Die Sterne lügen nicht
Marktplatzgespräche in Detmold: Astrologie und Glaube
Detmold. Warum lesen Menschen Horoskope? Ist die Astrologie einfach handfester als christliches Gottvertrauen? Haben die Sterne wirklich Einfluss auf unser Leben oder ist das schlicht Aberglaube? Das Bildungsreferat der Lippischen Landeskirche und die ev.-ref. Kirchengemeinde Detmold-Ost laden zu einem Abend im Rahmen der Reihe „Marktplatzgespräche“ am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr in das Gemeindehaus am Markt ein.

Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012


Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)

Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion

Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.

Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)

Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden

Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.

Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.

Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.

''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf

Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)


''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012

Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.

Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.

6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012


Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.

Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz


GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.

Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf

Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.


Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant


''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentags­präsidium in Erfurt beschlossen.

450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013


Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn


Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.



Das Gleichnis von den Weinbergpächtern

Predigt über Markus 12,1-12 von Manfred Wichelhaus

Das Gleichnis ins heute übertragen: Wie die Pächter des Gleichnisses von der Arbeit mit den Früchten leben wir ''auf der Grundlage von Menschenwürde und Menschenrechten''. Folglich lassen sich ''Würde und Rechte der Menschen als Früchte bezeichnen, die in Gottes Schöpfung gewachsen sind; Gaben, von denen wir leben und die wir pflegen, aber doch  nicht nur für uns selbst wie die Pächter im Gleichnis.''

Das Gleichnis von den Weinbergpächtern wurde mir als Text für meine Examens-Predigt zum ersten theologischen Examen zugeteilt. Nach 54 Jahren wurde es mir für den 9. Sonntag n.Tr. wieder zugeteilt.

Unter den Zuhörern Jesu waren Leute, die das Gleichnis verstanden und die Kritik an den Pächtern auf sich bezogen. Welche Leute waren das? Der voranstehende Text nennt sie: Priester, Schriftgelehrte und Älteste des Jerusalemer Tempels. Die beobachteten Jesus schon bei seiner Aktion im Tempelbezirk und stellten ihn zur Rede: War er ermächtigt, die Händler mit ihrem Angebot von Opfertieren aus dem Tempelbezirk auszutreiben, ebenso die Kassierer, die den Kunden ihr Geld in die geforderte Tempelwährung wechselten? Jesus hatte den Gottesspruch der Propheten Jesaja 56,7 und Jeremia 7.11 zitiert:. Mein Haus soll ein Bethaus für alle Völker heißen. Ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht. Er hat die Zerstörung des Tempels vorausgesagt: Euer Haus wird euch leer gelassen (Mt 23.38). Das heißt: die Herrlichkeit des Herrn thront nicht mehr auf dem Zion. Kein Stein wird auf dem anderen bleiben (Mk 13,2).

Der Tempel war Zentrum des Opferkultes. Die Priester lebten von ihm: Sie hatten die Opfertiere durch Handauflegung mit Sünden ihrer Käufer zu belasten und zu schlachten, das Blut an die Hörner des Altars zu streichen und an den Füßen des Altars auszugießen. Sie hatten das Fleisch zu essen und den Käufern die Sündenvergebung zuzusprechen.In der Botschaft Jesu haben Priester keine besondere Aufgabe oder Bedeutung. Wie schon der Täufer Johannes löste Jesus den Zuspruch der Vergebung von der Voraussetzung des   Sühnopfers. Das haben die Priester wohl gemerkt. In einem folgenden Text (Mk 12,28-34)  verständigt Jesus sich mit einem kritischen Schriftgelehrten über das wichtigste Gebot: Du sollst deinen Gott lieben aus vollem Herzen mit Verstand und Tatkraft und deinen Nächsten wie dich selbst. Das ist weit mehr als alle Brand- und Schlachtopfer.

Kritik am Opferkult gab es schon im alten Israel. Der Prophet Jeremia 7,22-26 formulierte als Gottesspruch: Ich habe euren Vätern, als ich sie aus dem Land Ägypten herausführte, nichts von Brandopfern und Schlachtopfern gesagt noch geboten, sondern dies Gebot habe ich ihnen gegeben: Hört auf meine Stimme, so will ich euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein ...Von dem Tag an, da eure Väter auszogen aus dem Land Ägypten, bis auf den heutigen Tag sandte ich zu euch alle meine Knechte, die Propheten, Tag für Tag, früh und spät. Aber sie gehorchten mir nicht. Der Prophet Micha 6,8 beantwortete die Frage, ob Gott Wohlgefallen habe an Brandopfern von Kälbern und Widdern und Strömen von Öl? Er verneinte sie: Mensch, es ist Dir gesagt, was gut ist und Gott von Dir fordert: Rechtschaffenheit, Mitmenschlichkeit, Verantwortung vor Gott!

Die Träger des Tempelkultes in Jerusalem waren also auf prophetische Kritik gefasst: Jerusalem tötet die Propheten und steinigt die, die zu ihm gesandt sind.(Mt  23,37 vgl. Lk 11,49-51); das klingt sprichwörtlich. Die Weinbergpächter schlagen und erschlagen nicht nur drei Boten, sondern noch viele andere, danach den Sohn. Sie wollen durch Mord und Totschlag herrenloses Eigentum herstellen und sich aneignen. Was macht die Betreiber des Tempels den Pächtern vergleichbar? Was behalten sie für sich? Sie haben den Opferkult als Zentrum der Gottesherrschaft in Israel organisiert. Sie selber üben diese Gottesherrschaft aus. Ohne diesen Kult gibt es keine Sühne für Sünde, keine Vergebung (3M 17,11). Für diesen Kult verbrauchen sie sämtliche Mittel und Einnahmen der jüdischen Kultgemeinde.

Jesus hält dagegen: Gott will Barmherzigkeit, nicht Opfer!( Mt 9,13;12,7; Hosea 6,6). Gottes Wille kommt im Tempelkult gar nicht zum Zuge. Denn dieser Kult grenzt aus: Frauen, Unreine, Unbeschnittene, Ungläubige, Gesetzesübertreter. Doch die sind auch Träger gottgeschaffener Menschenwürde und Menschenrechte. Sie dürfen nicht entwürdigt und entrechtet werden, weil sie Fremde oder Feinde sind. Sie sind in Gottes Barmherzigkeit eingeschlossen, nicht ausgeschlossen. Auch die Menschenwürde von Feinden ist unantastbar. Jesus bezeichnet mit dem Wort „Feindesliebe“ keine Gefühlsregung sondern eine Rechtsregel: Wie ihr wollt, dass euch die Leute tun, ebenso sollt auch ihr ihnen tun. Damit erweist ihr euch als Kinder Gottes. Seid barmherzig wie euer Vater!( Lk 6,31,35f.)

Das Gleichnis schließt mit der Frage: Was wird der Herr des Weinbergs tun? Darauf folgen zwei Antworten:
-Er wird kommen, die Pächter umbringen und den Weinberg anderen geben.
-Zitat Ps 118,22: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden; durch den Herrn ist dieser es geworden, und er ist wunderbar in unseren Augen.

Merkwürdig: Jesus stellt die Frage und gibt selbst zwei Antworten. Bei Mt 21,41 geben die Zuhörer die erste Antwort: Die Totschläger werden totgeschlagen! Das wird der Herr tun! Das ist für viele der Weisheit letzter Schluß. Die Evangelien Mt und Lk überliefern weitere schlagende Antworten. Aber die zweite Antwort widerspricht dieser Allerweltsweisheit mit Ps 118,22. Mit diesem Zitat ist in mehreren frühchristlichen Gemeinden die Erweckung Jesu vom Tod als wunderbare Gottestat gerühmt worden: Der Schöpfer des Lebens ist auch der Schöpfer eines neuen Lebens. Der Tod Jesu war Menschenmord, nicht Opfertod. Nicht das jüdische Volk, die Führungskräfte im Tempel wirken wie die mörderischen Pächter. Sie töten nicht selbst. Sie liefern Jesus dem Vertreter des römischen Kaisers in Judäa zur Kreuzigung aus. Nicht das Ende der Geschichte Gottes mit Israel wird angekündigt, sondern das Ende der Gottesverehrung durch Opferkult. Andere Christen überdeckten die Erinnerung an Jesu Ablehnung des Tempelkultes. Sie verglichen seinen Tod mit der Schlachtung der Passahlämmer oder mit dem Tod des Sühnopfertieres, das die Sünden des Volkes trägt. Es ist damit zu rechnen, dass die Antworten auf die Schlussfrage erst nach der Hinrichtung Jesu in verschiedenen seiner Gemeinden verschieden beantwortet wurden.

Was wird der Herr des Weinbergs tun? Kann man beiden Antworten zustimmen? Einer der begeisterten Christen in Württemberg hat vor 150 Jahren seinen Leuten zugerufen: Glaubt doch nicht, dass der Heiland als der große Kaputtmacher kommen will! Dieser Rufer war Johann Christoph Blumhardt (1805-1880) ( Fr. Zündel, J. Chr. Blumhardt, Gießen 1920 S. 224).Vor etwa 2600 Jahren hat der Prophet Hosea (11,9) als Wort Gottes verkündet:  Ich bin Gott, kein Mann, in deiner Mitte heilig, ich komme nicht, um zu zerstören! Kommt er also als Zerstörer oder als Neuschöpfer? Wir können auf den Neuschöpfer warten und festhalten am unverrückbaren Bekenntnis der Hoffnung (Hebr 10,23), wie die Todesanzeige von Dieter Manecke überschrieben war. Gottes Barmherzigkeit, Gottes Feindesliebe hat Zukunft.

Hat das Gleichnis von den Weinbergpächtern uns etwas zu sagen? Wir betreiben im Gottesdienst keinen Opferkult. Wir brauchen keine Priester. Die Pächter im Gleichnis leben von ihrer Berufsarbeit mit Früchten. Wir leben auf der Grundlage von Menschenwürde und Menschenrechten, die sind im biblischen Schöpfungsglauben Männern wie Frauen von Gott gegeben. Alle sollen auf dieser Lebensgrundlage leben können. Ich möchte Würde und Rechte der Menschen als Früchte bezeichnen, die in Gottes Schöpfung gewachsen sind; Gaben, von denen wir leben und die wir pflegen, aber doch  nicht nur für uns selbst wie die Pächter im Gleichnis. Wir versuchen, sie weiterzugeben.  Aber der Geltungsbereich von Menschenwürde und Menschenrechten ist begrenzt. Was lassen wir uns den weltweiten Geltungsbereich kosten? Was kosten Medizin und Brot für die Welt? Was lassen wir uns demgegenüber den eigenen Bedarf und unsere Selbstdarstellung kosten? Wir, Gemeindeglieder, Gemeindeleitungen, Synoden und Kirchenleitungen werden erinnert, dass wir von Gaben leben, die Aufgaben sind. Die ganze Schöpfung soll durch Gerechtigkeit und Frieden beherrscht und bewahrt werden!

Predigt, gehalten am 9. August 2009 in der Antoniterkirche Köln

Foto: Diefert, „Türkischer Wein“, CC-Lizenz (BY 2.0), www.piqs.de

Prof. Dr. Manfred Wichelhaus (em.)
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