Aktuelle Termine


„Schepken Christi“: Ein Reformationsschiff für Emden
Vom 29. bis 31. März ist Emden Haltepunkt für den Europäischen Stationenweg zum Reformationsjubiläum.
Europäischer Stationenweg ist Auftakt für Reformationsjubiläum in Ostfriesland


Verfolgter Glaube – Reformation auf Französisch
29. März, 19.30 Uhr: Vortrag von Jörg Meuth in Hannover
Die VErfolgung der Hugenotten und ihre Treue zum Glauben - lebendig veranschaulicht anhand regionaler Ereignisse


Renaissance and Reformation: German Art in the Age of Dürer and Cranach
November 2016 bis Ende März 2017 in Los Angeles, Kalifornien
Meisterwerke der Staatlichen Museen zu Berlin, der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen München zu Gast im Los Angeles County Museum of Art


Unsere grossen Wörter. Reformatorische ReVisionen
20. Februar bis 29. Mai 2017: öffentliche Ringvorlesung in Bern
Gerechtigkeit / Rechtfertigung - Freiheit / Befreiung - Gnade - Glaube und Werke - Sünde - Schöpfung - Erwählung - Bild / Wort - Wahrheit - Liebe - das Böse - Gericht - Leib / Fleisch - Ewigkeit


Story, Song and Symbol – Ein Workshop mit Liturgien und Liedern
3. bis 5. April 2017 in Braunschweig - Anmeldung noch möglich
veranstaltet vom Reformierten Bund und der Ev.-reformierten Kirche (ErK)


Johannes Calvin. Leben und Werk eines europäischen Reformators
Sonderausstellung im Stadtarchiv Celle
Zur Eröffnung im Stadtarchiv (Westerceller Straße 4) am Dienstag, 4. April 2017, um 17.30 Uhr spricht Pastor Klaus Bröhenhorst aus Hildesheim.


500 Jahre später: Luther zu Gast bei uns
Ab dem 3. November 2016 in Osnabrück
Offenes Foyer: Luther und andere zu Gast bei den Reformierten.


Karl Barth – Gottes fröhlicher Partisan
9. April, 10 Uhr im Schweizer Fernsehen, Sternstunde Religion
Für die einen ist der Schweizer Theologe eine Vaterfigur des 20. Jahrhunderts, für andere ein Häretiker – ein Ketzer, der die Mächtigen der Welt provoziert. Woher kommt dieser Mann, der keine Auseinandersetzung scheut und für viele Menschen bis heute eine Instanz ist? Der Dokumentarfilm von Peter Reichenbach macht sich auf die Suche nach der Stimme von Karl Barth


Potsdamer Lehrhaus
24. April bis 18. Dezember 2017
die Hebräische Bibel studieren


Einfach frei – nicht nur am 31. Oktober 2017
Die westfälische Landeskirche auf dem Weg zum 500-jährigen Reformationsjubiläum
Westfalen. Mit der Kampagne »Einfach frei« nimmt die Evangelische Kirche von Westfalen den einmaligen Feiertag am 31. Oktober 2017 zum Anlass, die aktuelle Bedeutung der Reformation vor 500 Jahren zu unterstreichen.


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75 Jahre Theologische Erklärung von Barmen - die erste These entstand in Frankfurt

Von Susanne Bei der Wieden

Foto: Stettin

Eine Einführung zur Barmer Theologischen Erklärung. Kurz und bündig, geschrieben für den Gemeindebrief in Frankfurt/M.

Die evangelische Kirche begeht im Jahr 2009 nicht nur das Calvin- und das Mendelssohnjubiläum, sondern ein weiteres Jubiläum, das im Schatten dieser großen Jubilare fast an uns vorbeigegangen ist: Am 31. Mai, am Pfingstsonntag ist die Theologische Erklärung von Barmen 75 Jahre alt geworden - das zentrale evangelische Bekenntnis aus der Zeit des Dritten Reiches, das in den reformierten und unierten Kirchen bis heute zu den Ordinationsgrundlagen für Pfarrerinnen und Pfarrern gehört und für das reformierte Kirchenverständnis zentralen Stellenwert hat.

Historisch gesehen ist die Barmer Theologische Erklärung eines der wichtigsten Dokumente des Kirchenkampfes im nationalsozialistischen Deutschland. Ihr Text, verfasst von Karl Barth, Hans Christian Asmussen und Thomas Breit, wurde 1934 als „Theologische Erklärung zur gegenwärtigen Lage der Deutschen Evangelischen Kirche“ von der ersten evangelischen Bekenntnissynode in Barmen verabschiedet. Seit der Machtübernahme Hitlers hatten die Deutschen Christen innerhalb der Deutschen Evangelischen Kirche eine erhebliche Macht gewonnen. Sie lehrten im Sinne der nationalsozialistischen völkischen Ideologie einen „artgemäßen Christusglauben" und sahen in Rasse, Volkstum und Nation sichtbare göttliche „Lebensordnungen“, die nach ihrem Verständnis auch Grundlage der Kirche sein sollten. Im Widerstand zu dieser Ideologie trafen sich im Mai 1934 in Barmen 139 Kirchenvertreter aus 25 deutschen Landes- und Provinzialkirchen.

"Herr der Kirche ist allein Jesus Christus, und der Grund der Kirche allein der Glaube an ihn" - so könnte man ihr Bekenntnis zugespitzt formulieren, mit dem sie sich auf der Grundlage der Theologie Karl Barths von der Ideologie der Deutschen Christen absetzten und diese als Irrlehre brandmarkten. Leider bleibt die Barmer theologische Erklärung in einer binnenchristlichen Perspektive und lässt ein Wort zur Judenfrage vermissen. Ihr christusbezogenes Kirchenverständnis jedoch wurde die Grundlage für die Bekennende Kirche und den theologischen Widerstand der ihr angehörenden Christen zur Zeit des Nationalsozialismus.

Die Barmer Theologische Erklärung enthält sechs Thesen, die jeweils aus Bibel Bibelwort, Bekenntnis- und Verwerfungssatz bestehen.
Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh. 14, 6)
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und Räuber. Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden. (Joh 10,1.9)
Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.
Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer und neben diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung anerkennen.

So lautet die berühmt gewordene erste These, der fünf weitere Thesen folgen, die inhaltlich aus dieser ersten These folgen. Sie ermahnen dazu, das Leben der Christen wie das Leben der Kirche und ihre Ordnung allein auf Jesus Christus auszurichten und widersprechen dem Anspruch eines Staates auf das Leben und den Gehorsam seiner Bürger.

Diese erste These war übrigens innerhalb der beiden evangelischen Konfessionen die umstrittenste, da die lutherischen Theologen daran festhalten wollten, dass Gott sich auch durch die Schöpfung offenbart und aus ihr erkannt werden kann. Durchgesetzt hat sich die reformierte Position um Karl Barth, der diese These übrigens in "Nachtarbeit" formuliert hat, und zwar in Frankfurt, im ehemaligen "Basler Hof" (Foto), wo er auf der Durchreise nach Barmen übernachtet hat.

Die Barmer Theologische Erklärung wurde als grundlegendes Bekenntnis der Kirchen in der Auseinandersetzung mit totalitären Staaten und Regimen immer wieder stark gemacht: In der Südindischen Kirchenunion (Church of South India), im kirchlichen Kampf gegen den Rassismus in Afrika und selbst in der lateinamerikanischen Befreiungstheologie berief man sich auf sie.

Noch heute zählen die unierten und reformierten Kirchen Deutschlands die Barmer theologische Erklärung zu ihren Bekenntnisgrundlagen. Es gibt aber gelegentlich auch wieder kritische Anfragen an ihren streng christologischen Zuschnitt. Gibt es für die christliche Verkündigung tatsächlich keine Offenbarungsquelle außerhalb Jesu Christi? Wie verhält sich eine Kirche mit einer gewissen geistlichen Hierarchie und einem Bischof zu der von der Barmer Erklärung geforderten Ausrichtung der Kirche auf den einen Herrn Jesus Christus? Und was bedeutet dieses Bekenntnis für unser eigenes Gemeindeverständnis?

Übrigens: Wer die Barmer theologische Erklärung insgesamt nachlesen möchte, kann dies im Gesangbuch (EG) tun.


Pfarrerin Susanne Bei der Wieden, Frankfurt/M.
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Infos und Materialien zum ''Barmer Bekenntnis'' auf einen Blick

24. und 31. August, 7. und 14. September, jeweils 18 bis 19 Uhr, Seminar in der Evangelisch-reformierten Gemeinde, Freiherr-vom-Stein-Straße 8, 60323 Frankfurt

Seminar zum Barmer Bekenntnis unter der Leitung von Pfarrerin Dr. Susanne Bei der Wieden