Termine

Reformationsdekade 2012: Reformation und Musik
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps


Musikreihe ''366+1, Kirche klingt 2012'' startet am 1. Januar
Nikolaus Schneider: ''Projekt der Vernetzung und Mobilisierung''
EKD. In wenigen Wochen, am 1. Januar 2012, beginnt das Musikprojekt „366+1, Kirche klingt 2012“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Dann nimmt anlässlich des Themenjahres „Reformation und Musik“ an jedem Tag eine Reihe von insgesamt 367 Konzerten und Musikgottesdiensten ihren Lauf durch Deutschland – beginnend am Neujahrstag in Augsburg und endend am 31. Dezember 2012 im sächsischen Zittau.

Klingende Kilianskirche Schötmar
Konzerte im Jahr der Kirchenmusik


WeltFrauenStimmen in der Kilianskirche Schötmar
Sonntag, 12. Februar 2012, 18 Uhr
Im Rahmen der noch bis 14. Februar in der Kilianskirche Schötmar gezeigten Ausstellung "Schuften bis zum Umfallen" wird das Konzert "WeltFrauenStimmen" aufgeführt.

Mode und Bibel
Sonntag, 12. Februar, 9.45 Uhr: Gottesdienst in Celle
Celle: „Der Mode entkommt man nicht. Denn auch wenn Mode aus der Mode kommt, ist das schon wieder Mode“, äußert der Modeschöpfer Karl Lagerfeld. Am Sonntag, 12. Februar 2012, steht der Gottesdienst in der Evangelisch-reformierten Kirche, Hannoversche Straße 61, unter dem Thema „Mode und Bibel“.

Dresden: Gedenken an Opfer von Bombenangriffen und Protest gegen rechten Terror
Bischöfe im Freistaat Sachsen rufen zur Teilnahme auf: Gedenken und Protest gegen Neonaziaufmärsche am 13. und 18. Februar 2012
Ilse Junkermann, Landsbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), lädt zum Gedenken an die Opfer der Bombardierung Dresdens und zum gewaltfreien Protest gegen Aufmärsche von Neonazis ein.

Gottesdienste für Paare am Valentinstag
Kulinarisches, Musikalisches und Biblisches rund um die Liebe am 14. Februar 2012
Am Valentinstag (14.2.) feiern zahlreiche Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) Gottesdienste für Liebende. Ehepaare können ihr Eheversprechen erneuern und Verliebte können den Segen Gottes erbitten. Die Gottesdienste finden unter anderen in Eisenach, Magdeburg, Jena oder Merseburg statt. Eingeladen sind alle Paare, die für den gemeinsamen Weg den Segen Gottes wünschen.

Gottesdienst für Verliebte in Trier
Dienstag, 14. Februar 2012
Trier - Zu einem Gottesdienst für Verliebte – frisch und immer noch – lädt die Evangelische Kirchengemeinde Trier ein am Valentinstag, Dienstag, den 14. Februar 2012. Los geht es um 19.30 Uhr im Caspar-Olevian-Saal (neben der Konstantin-Basilika), Mustorstraße/Konstantinplatz, 54290 Trier.

''Gott hat Liebeskummer''
19. Februar, 18-19.30 Uhr: Gottesdienst in der Jugendkirche Osnabrück


''Gott nicht zu nahe treten und die Fremden lieben''
Notwendigkeit und Belastbarkeit des Dialogs zwischen Christen und Muslimen
Montag, 20. Februar 2012 bis Donnerstag, 23. Februar 2011: Tagung mit Michael Weinrich im Amt Kirchlicher Dienste (AKD) in Brandenburg - Anmeldung bis zum 16.1.2012

''Gut genug!'' 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz - Fastenaktion der evangelischen Kirchen 2012
22. Februar bis 8. April 2012
"Sieben Fastenwochen lang dürfen Sie’s gut genug sein ­lassen und den Blick schulen für den Punkt, wo’s reicht. Darf Zufriedenheit aufkeimen mit dem Gegebenen, dem Geschenkten. Darf Wissen aufleuchten um die Unverfügbarkeit des Glücks." - Arnd Brummer zur evangelischen Fastenaktion 2012.

Inspirierende Gespräche bei Tisch: Frauen an die Macht
Erstes Dortmunder Frauenmahl in der Petrikirche
DORTMUND - Am Freitag, 24. Februar, findet das erste Dortmunder Frauenmahl statt. Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt.

35. Missionale: Im gemeinsamen Lob Gottes Liebe feiern
25. Februar 2012, Köln
Zu Ermutigung und Besinnung, Begegnung und Sendung lädt die Missionale 2012 unter dem Motto „beziehungsweise Gott“ für Samstag, 25. Februar, in die Köln-Messe ein.

Energiecontrolling leicht gemacht
Dienstag, 28. Februar
Detmold. Ist der Verbrauch bei Strom, Gas und Heizöl nun schon wieder gestiegen oder haben die Bemühungen, sparsamer zu wirtschaften und zu sanieren, Früchte getragen? Nur die Erfassung und Auswertung des Energieverbrauchs gibt eine Basis zur Ermittlung der Einsparpotentiale. Wie das funktionieren kann, darüber informieren Reinhard Benhöfer (Hannover) und Heinrich Mühlenmeier (Lippische Landeskirche) am Dienstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr im Landeskirchenamt Detmold, Leopoldstr. 27.

Weltgebetstag 2012 aus Malaysia: ''Steht auf für Gerechtigkeit!''
Freitag, 2. März 2012


Getauft, ausgestoßen und vergessen? - Evangelische jüdischer Herkunft in Frankfurt am Main
8., 22. und 29. März 2012: Wintervorträge in der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt/M.
Vor 70 Jahren, mit einem Gesetz vom 15. Janaur 1942, wurden alle getauften Jüdinnen und Juden aus der EKNH ausgeschlossen. Mit der Preisgabe der getauften Juden
hat die Kirche als Ganze ihre Existenz als Leib
Christi verraten und zerstört. Mit diesem "Verrat an der Taufe" und dem "Umgang mit Schuld" beschäftigen sich die theologischen Vorträge von Lutz Becht (Frankfurt), Andreas Pangritz (Bonn), Werner Schneider-Quindeau (Frankfurt)

Woche der Brüderlichkeit 2012
9. bis 12. März: Veranstaltungen in Leipzig
Sonntag: Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider; Laudatio: Dr. Frank Walter Steinmeier, Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion

Nikolaus Schneider erhält Buber-Rosenzweig-Medaille 2012
Nachhaltiges Wirken für Neugestaltung in den christlichen-jüdischen Beziehungen
EKD. Der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider, wird Preisträger des Jahres 2012 der Buber-Rosenzweig-Medaille des Deutschen Koordinierungsrates (DKR). Dies gab der Vorstand am 14. Mai in Bonn während der Mitgliederversammlung der 83 Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit bekannt.

Das Drama des Bundes. Karl Barth und die jüdische Religionsphilosophie: Barth - Buber - Rosenzweig
14. bis 17. März 2012: 30. Karl-Barth-Tagung in Driebergen, NL - Anmeldung bis 29. Januar 2012
30. (deutschsprachige) Karl-Barth-Tagung in den Niederlanden - eine bi-/internationale Konferenz mit den Referenten: Prof. Dr. Martin Leiner (Jena), Dr. Victor Kal (Amsterdam), Prof. Dr. Hans Martin Dober (Tübingen)

Studienreise nach Israel
31. März bis 13. April 2012
mit einem mehrtägigen Seminar zur Holocaust-Erziehung in Yad Vashem; Reiseleitung: Gerda E.H. Koch, Projektleiterin der GEE, Arbeitsbereich Christen und Juden

Reformierte Schweizer und Schweizerdörfer in der Mark Brandenburg
4. April 2012, 15 Uhr: Vortrag von Dr. Eberhard Gresch in Leipzig, Tröndlinring 7
Die Schweiz war in früheren Jahrhunderten, anders als in heutiger Zeit, ein Abwanderungsland. Da Brandenburg-Preußen nach dem Dreißigjährigen Krieg stark entvölkert und verwüstet war, bemühte man sich zum Ende des 17. Jahrhunderts auch um ansiedlungswillige Schweizer. So entstanden im nahen und weiteren Umfeld von Berlin auch einige Schweizerdörfer. Ebenso ließen sich Schweizer in den Städten Berlin, Potsdam und Eberswalde nieder.

Von Kirche zu Kirche durchs Lippische Bergland pilgern
11. bis 15. April 2012: 5-tägige Tour auf dem lippischen Pilgerweg
Kreis Lippe. Kirchen als Orte der Ruhe erleben: Die Lippische Landeskirche bietet eine Pilgertour mit Übernachtung auf der Ostschleife des Weges „Pilgern in Lippe“ an.

Celle - Eléonoretag 2012
12. April 2012, ab 17 Uhr
Jährlich am 12. April, dem Tag der Hochzeit der Hugenottin Eléonore d’Olbreuse mit Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, wird in Celle der Eléonoretag begangen, der im Rahmen des Projekts FrauenORTE Niedersachsen ins Leben gerufen wurde. Veranstaltet wird er von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Celle, Brigitte Fischer, in Kooperation mit dem Residenzmuseum im Celler Schloss, der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde und der Deutsch-französischen Gesellschaft.

''S!ngen und mehr''
21. April 2012: Der besondere Tag im aus Gottesdienst und Kirchenmusik, Wuppertal
''Mehr als Worte sagt ein Lied''. Singen und Spiritualität - Impulsvortrag von Martin Berger,
Professor für Chorpädagogik an der
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf

Gospelkirchentag 2012 in Dortmund
1. bis 3. Juni 2012 in Dortmund - Anmeldung ab sofort (Oktober 2011)


''Auf den Spuren der Hugenotten'' - Sur les Traces des Huguenots
10. bis 20. Juni 2012: Studienfahrt nach Südfrankreich
Veranstalter: Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Lüneburg-Uelzen in Verbindung mit ECC-Studienreisen; Anmeldeschluss: Ende Februar 2012

Auf heimlichen Pfaden - der Hugenottenweg
Eine Wanderreise vom 2. bis 9. Juli 2012
Das Bayerische Pilgerbüro bietet eine Reise zu den einstigen Hochburgen des Protestantismus in Frankreich an. Jeden Tag stehen Wanderungen von bis zu 4 Stunden auf dem Programm.

Ostfriessicher Kirchentag 2012 in Aurich
Sechstes ostfriesisches Christentreffen findet vom 13. bis 15. Juli 2012 statt.
Der sechste Ostfriesische Kirchentag findet vom 13. bis 15. Juli 2012 in Aurich statt. Eine gemeinsame Konferenz der Superintendenten der sieben Evangelisch-lutherischen Kirchenkreise des Sprengels Ostfriesland und der Präsides der evangelisch-reformierten Synodalverbände Ostfrieslands hat jetzt erste Planungen für das größte Christentreffen der Region besprochen. Hilke Klüver, Sprecherin der evangelisch-reformierten Gemeinden in Ostfriesland sagte, sie erwarte wieder einen Kirchentag mit fröhlichen und nachdenklichen Veranstaltungen. Der Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlev Klahr, wünscht sich ein lebendiges Glaubensfest mit Mut machenden Begegnungen.

6. Ostfriesischer Kirchentag in Aurich
13. – 15 Juli 2012


Internationale Jugendbegegnung in Ruanda
Vom 14. Juli bis 6. August 2012 lädt die Evangelisch-reformierte Kirche junge Erwachsene zu einer internationalen Jugendbegegnung ein.
Junge Menschen aus verschiedenen Mitgliedskirchen der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen verleben drei Wochen miteinander. Die alle zwei Jahre stattfindende Jugendbegegnung findet in diesem Jahr in Ruanda statt; die presbyterianische Kirche von Ruanda ist Gastgeberin des Treffens. Die anderen Teilnehmenden kommen aus Südafrika, Belgien und Deutschland. Neben der Evangelisch-reformierten Kirche ist auch die Kirche von Ruanda zugleich Mitglied der Vereinten Evangelischen Mission.

Barth Tagung 2012 zum Thema Mission und Religion
16. bis 19. Juli 2012, Karl Barth Tagung auf dem Leuenberg, Schweiz


GEKE-Vollversammlung 2012 zu kirchlichen Reformprozessen
20. bis 25. September 2012 in Florenz
„Frei für die Zukunft“ lautet das Thema der 7. GEKE-Vollversammlung vom 20.-25.9.2012 in Florenz - erstmals Steward-Programm für junge Erwachsene - Rat beruft Liturgie- und Rechtsberater sowie Fachkreismitglieder.

Ökumenische Friedensdekade 2012: Mutig für Menschenwürde
11. bis 21. November 2012
Ökumenische FriedensDekade 2012 ruft zum mutigeren Eintreten für Menschenrechte auf

Jubiläumsjahr 2013: 450 Jahre Konzil von Trient und Heidelberger Katechismus
Veranstaltungen weltweit in Vorbereitung; Start am 18. und 19. Januar 2013 mit Konferenzen in Gouda (NL) und Grand Rapids (USA)
Die Veröffentlichung des Heidelberger Katechismus 1563 und der Abschluss des Konzils von Trient im selben Jahr bieten Anlass, das 450jährige Jubiläum beider Ereignisse im Jahr 2013 vorzubereiten. Viele der Partner der internationalen Plattform Refo500 arbeiten an Ausstellungen, Kongressen, Reisen und Büchern.


Ausstellung 2013: ''450 Jahre Heidelberger Katechismus''
Große Ausstellung in Heidelberg und Apeldoorn für 2013 geplant


''Soviel du brauchst'' (2. Mose 16,18) - Kirchentag 2013
1. bis 5. Mai 2013: 34. Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) in Hamburg
Hamburg, 31. Januar 2012. Der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg steht unter der Losung „Soviel du brauchst“. Das hat das Kirchentags­präsidium in Erfurt beschlossen.

450 Jahre Heidelberger Katechismus: Macht des Glaubens
Jubiläumsausstellung im Kurpfälzischen Museum und im Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses vom 12. Mai bis 15. September 2013


Spirituality of the Heidelberg Catechism
21. bis 23. Juni 2013: Internationale Konferenz in Apeldoorn


Evangelisch-reformierte Kirche richtet Kindergottesdiensttagung 2014 mit aus
4000 Teilnehmer in Dortmund erwartet
Die Evangelisch-reformierte Kirche richtet die größte bundesweite Tagung für Kindergottesdienstmitarbeiter mit aus. Dazu werden im Jahr 2014 etwa 4000 Teilnehmer aus ganz Deutschland in Dortmund erwartet. ''Das Ganze ist wie ein kleiner Kirchentag rund um die Arbeit mit den Jüngsten bei uns'', sagte Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche und Beauftragter für die Kindergottesdienstarbeit.



Markus 2,1-12: Krummes Holz - aufrechter Gang

Eine Predigt von Marco Hofheinz, Bern

''Wem die Sünden vergeben sind, der und nur der kann aufrecht gehen. Das gilt für den Gelähmten und das gilt für uns, die wir uns in ihm entdecken dürfen. Wenn krummes Holz aufrecht geht, dann war der am Werk, von dem es im Psalm heißt: 'Der dir alle deine Sünde vergibt, und heilet alle deine Gebrechen. Der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit' (Ps 103,3f.)''

Markus 2,1-1 2

1 Und nach einigen Tagen ging er wieder nach Kapernaum; und es wurde bekannt, dass er im Hause war. 2 Und es versammelten sich viele, sodass sie nicht Raum hatten, auch nicht draußen vor der Tür; und er sagte ihnen das Wort. 3 Und es kamen einige zu ihm, die brachten einen Gelähmten, von vieren getragen. 4 Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten sie das Dach auf, wo er war, machten ein Loch und ließen das Bett herunter, auf dem der Gelähmte lag. 5 Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben.6 Es saßen da aber einige Schriftgelehrte und dachten in ihren Herzen: 7 Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein? 8 Und Jesus erkannte sogleich in seinem Geist, dass sie so bei sich selbst dachten, und sprach zu ihnen: Was denkt ihr solches in euren Herzen? 9 Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Dir sind deine Sünden vergeben, oder zu sagen: Steh auf, nimm dein Bett und geh umher? 10 Damit ihr aber wisst, dass der Menschensohn Vollmacht hat, Sünden zu vergeben auf Erden – sprach er zu dem Gelähmten: 11 Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim!12 Und er stand auf, nahm sein Bett und ging alsbald hinaus vor aller Augen, sodass sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen: Wir haben so etwas noch nie gesehen.

Liebe Gemeinde,

Haben Sie Ihre Rollen in der Geschichte schon entdeckt? Wo kommen wir in dieser Erzählung vor? Wo ist unser Platz in dieser „story“? Erzählte Geschichten aus der Bibel bieten Identifikationsmöglichkeiten. Das macht diese Geschichten so spannend, so an- und aufregend. Biblische Geschichten wollen keine Distanz aufbauen. Sie handeln nicht einfach von einem fernen Damals, das unser Heute unberührt lässt. Sondern immer wieder geschieht es, dass uns diese alten Geschichten in besonderer Weise ansprechen: Plötzlich erkenne ich mich selbst in dieser Geschichte wieder. Plötzlich höre ich diese Geschichte als meine eigene Geschichte. Plötzlich merke ich: „Du bist der Mann“ (2Sam 12,7). Ich realisiere: „Die Geschichte handelt von mir selbst“.

Genau das war das Damakuserlebnis eines Johann Georg Hamann, der zusammen mit unserem Siegerländer Denker Heinrich Jung-Stilling als einer der „Patriarchen der Erweckungsbewegung“ gilt. Hamann schreibt: „Ich erkannte meine eigenen Verbrechen in der Geschichte des jüdischen Volks, ich las meinen eignen Lebenslauf, und dankte Gott für seine Langmuth mit diesem seinem Volk, weil nichts als ein solches Beispiel mich zu einer gleichen Hoffnung berechtigen konnte.“[1] Wie vielen aus dieser Gemeinde mag es ähnlich ergangen sein wie Hamann, dass sie sich selbst in einer der biblischen Personen wieder erkannt haben und wieder erkennen – in Adam, in Kain, in Petrus, in Paulus: „Ich habe von der verbotenen Frucht gegessen“, „ich habe meinen Bruder Abel erschlagen“, „ich habe dich drei verleugnet“, „ich habe die Nägel geschmiedet zu deinem Kreuz“, „ich habe dich und die deinen verfolgt und getötet.“

Vom römischen Dichter Horaz stammt der treffende Satz: „Du brauchst den Namen nur zu ändern und die Geschichte redet von dir!“[2] Dieser Satz gilt auch und besonders im Blick auf biblische Geschichten. Er gilt auch für unsere Geschichte von der Heilung des Gelähmten. Aber: Wer sind wir in dieser Geschichte? Biblische Geschichten bieten zumeist nicht nur eine, sondern mehrere Identifikationsmöglichkeiten. Sie sind in diesem Sinne offene Geschichten, die uns ein Set von Möglichkeiten eigener Wiederentdeckung, Wiederfindung und Wiedererkenntnis bieten. So verhält es sich auch mit unserem Predigttext. Also: Wer sind wir in dieser Geschichte? Lassen Sie uns die Rollenverteilung in dieser Geschichte durchgehen. Es sind m.E. vier Rollen auszumachen:

1. Da sind zunächst die Freunde des Gelähmten. Dem, der mit ihnen identifiziert wird, schmeichelt eine solche Identifikation. Denn von den „vier Freunden“ wird gesagt, dass Jesus auf ihren Glauben hin sich dem Gelähmten zuwendet und ihm die Sünden vergibt: „Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten…“ (Mk 2,5). Ein solcher Glaube, der auf völlig unkonventionelle, phantasievolle und kreative Weise die Flachdächer unserer Behaglichkeit aufdeckt und Löcher durch den mehr oder weniger robusten „Putz“ unserer eingerichteten Welt gräbt, den wünschen sich viele – einen Glauben, der Aufmerksamkeit weckt, Beachtung findet, nicht nur die Beachtung Jesu, sondern die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Wer von uns möchte nicht gerne zu den „vier Freunden“ gehören, deren Glaube in solch positiver Weise Schlagzeilen macht? Einmal im Leben ein solches Bett herunterlassen… Halten wir also fest: Die Identifikation mit den vier Freuden des Gelähmten lassen wir uns gerne gefallen.

2. Da ist sodann die Öffentlichkeit, da sind die Zuschauer. Sie werden im Lutherdeutsch als „Menge“ bezeichnet. Es handelt sich um die vielen Namenlosen, Ungenannten, die sich in dem Haus versammeln. Sie bleiben letztlich ohne erkennbare Identität. Und dementsprechend weniger schmeichelhaft dürfte es sein, mit ihnen identifiziert zu werden. Denn wer möchte schon gerne zur anonymen Masse gehören, die nur daneben steht und zuschaut, was andere vollbringen? Wir möchten doch selbst gerne Helden sein. Immerhin wird in unserer Geschichte von den im Hause Versammelten gesagt, dass Jesus ihnen das Wort verkündigte (Mk 2,2). Sie sind also seine Zuhörer. Das ist nun freilich das Beste – so werden viele unter uns einwenden –, was einem Menschen widerfahren kann, dass er zuhören darf, wenn Jesus spricht. Und viele Christinnen und Christen wünschen sich genau das, dass sie Jesu Stimme klar und deutlich vernehmbar hören können und genau wissen: Er und niemand anderes sonst redet, er und nicht die vermeintlich eigene innere Stimme, nicht die trügerische Stimme eines Versuchers, nicht die Stimme irgendeines Blenders oder Scharlatans, der doch nur seinen Mummenschanz veranstalten und üble Scherze mit uns treiben will. Halten wir also wiederum fest: Die Zuschauern erscheinen uns als ambivalente, als zwiespältige Größe. Einerseits sind sie anonyme Masse, andererseits Zuhörer Jesu, die seine Stimme vernehmen dürfen.

3. Kommen wir zu den Schriftgelehrten. Bei ihnen müssen wir uns nicht lange aufhalten. Zu klar und eindeutig negativ dürfte die Rolle sein, die sie in unserer Geschichte spielen. Sie denken von Jesus offenkundig nichts Gutes: „Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein“ (Mk 2,7)? Und doch – auch wenn wir uns nicht mit den Schriftgelehrten identifizieren möchten –, so tun wir es mehr oder weniger unbewusst und unabsichtlich immer wieder. Denn wer kennt auch und gerade als Christenmensch nicht den Zweifel an Jesu Gottessohnschaft, den Zweifel an seiner Gottheit? Wie kann ein Mensch für sich selbst in Anspruch nehmen, das tun zu dürfen, was doch nur Gott selbst tun darf? Wie kann ein Menschensohn von sich selbst behaupten, Gott zu sein? Ist das nicht anmaßend? Als lieben und braven Menschen, als den sittlich-vollkommenen Jesus, der uns ein Beispiel dafür gibt, was gut und richtig ist, mögen wir Jesus. Aber als Gott, als Menschen, der nicht Mensch ist, so wie wir selbst Menschen sind, sondern der zugleich – ganz und gar anders als wir – seinem Ursprung und Wesen nach auf die Seite Gottes gehört? Damit haben wir offenbar Schwierigkeiten. Denn Jesus Christus sprengt in seiner Einmaligkeit unsere Vergleichsmöglichkeiten. Er stellt alles Dagewesene in den Schatten. Er macht unsere Kategorienbildungen zunichte. Und als solcher erntet er zumeist Ablehnung. Halten wir also fest: Es schmeichelt uns zwar nicht, aber wir müssen zugeben, dass wir uns – wenn wir ehrlich sind – auch in den Schriftgelehrten wieder erkennen können.

4. Und nun ist da noch viertens und letztens der Gelähmte selbst. Der Untertitel in der Lutherbibel lautet bezeichnender Weise: „Der Gichtbrüchige“. Er ist ein Mensch, den die Gicht brüchig gemacht hat. Hier fällt uns zunächst eine Identifikation schwer, denn die wenigsten von uns sind ja in dem Maße behindert, dass sie nicht laufen können und im Rollstuhl sitzen müssen. Und doch merken wir immer wieder, wie brüchig unser Leben, unsere Beziehungen, unsere Verhältnisse sind, weil unser Vermögen eben eingeschränkt, eben brüchig ist. Der Philosoph Immanuel Kant spricht davon, dass wir Menschen „krummes Holz“ sind: „[A]us so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden“[3]. Eine Macht schränkt unser Vermögen nicht nur ein, sondern mit Paulus wird man mehr noch festhalten müssen, dass diese Macht alles verzerrt und pervertiert, was wir wollen: „Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht“ (Röm 7,18). Es ist die Macht der Sünde, die uns nicht laufen lässt, die uns permanent niederstreckt, die uns auf unsere Matte fesselt, die uns hilflos sein lässt, so hilflos wie den Gichtbrüchigen, den seine Freunde durchs Dach abseilen.

Sünde und Gelähmt-Sein werden in unserer Geschichte freilich nicht in einem ursächlichen Zusammenhang gesehen, so als wäre das physische Gelähmt-Sein eine Strafe für Sünde. Ein solcher Tun-und-Ergehens-Zusammenhang wird hier nicht hergestellt. Und doch werden in unserer Geschichte Sünde und Gelähmt-Sein aufeinander bezogen. Und zwar so, dass wir als Leserinnen und Leser unser Sünder-Sein im Lichte des Gelähmt-Seins wahrnehmen müssen. Das mag der einen und dem anderen als hohe Erzählkunst erscheinen: An dem Gelähmten wird uns verdeutlicht, was es heißt, Sünder zu sein. Sündersein heißt, nicht den freien aufrechten Gang gehen zu können. Sündersein heißt, gehen zu wollen, aber doch nicht zu können. Eine aus eigenem Antrieb und aus einer Kraft nicht zu besiegende Macht zieht uns wie das Gesetz der Schwerkraft zu Boden. Wir haben gleichsam Blei an den Füßen. Wie ein übermächtiger Judokämpfer schickt uns die Sünde immer wieder auf die Matte und hält uns dort im Würgegriff fest.

Der Sünder-Gelähmter-Vergleich mag anderen wiederum geradezu perfide erscheinen nach dem Motto: „Jetzt werden Behinderte wie der Gelähmte zu allem Überfluss als Demonstrationsgegenstand dafür instrumentalisiert, zu zeigen, was es heißt, Sünder zu sein. Schlimm genug, dass sie nicht laufen können, müssen sie jetzt auch noch als ‚Sündenspiegel’ herhalten?“ Man wird im Blick auf Menschen mit Behinderungen allerdings auch umgekehrt argumentieren können: Unsere Geschichte will das Leben mit Behinderungen gerade nicht sozialromantisch verklären, nicht beschönigen. Sie zeigt uns anhand der Sünde vielmehr, wie hart, wie buchstäblich niederschmetternd es sein kann, mit einer Behinderung zu leben. Und gerade so wäre es möglich, einen Impuls in die Gesellschaft hinein zu geben und zu verdeutlichen, dass die Gesellschaft hier mit anzupacken hat – wie die vier Freunde, die die Matte des Gelähmten tragen. 

Halten wir fest: Weil wir Sünder sind, ist unsere Rolle in der Geschichte auch die des Gichtbrüchigen. Auch in ihm können wir uns sehr wohl wieder erkennen. Indem über ihn und sein Treffen mit Jesus geschrieben wird, wird auch über unser Zusammentreffen mit Jesus berichtet. Wie aber wird denn dieses Treffen in unserer Geschichte geschildert? Lassen Sie uns abschließend darüber nachdenken. Wenn wir darüber nachdenken, denken wir zugleich über die Frage nach, die der Theologe Helmut Gollwitzer auf den Punkt gebracht hat: „Wie kommt krummes Holz zum aufrechten Gang?“[4]

Die Antwort, die Jesus auf diese Frage gibt, ist keine theoretische, die Sünde anschauende und betrachtende Auskunft, sondern eine praktische, eine handelnde Antwort. Jesus antwortet mit dem Zuspruch der Sündenvergebung: „Dir sind deine Sünden vergeben“ (Mk 2,5). Jesu Antwort ist eine Sprachhandlung, bei der mit der sprachlichen Äußerung die sich in der sprachlichen Äußerung beschriebene Handlung zugleich vollzieht. Die Sprachwissenschaftler sprechen von einem Performativ. Wir alle kennen solche Performative aus unserem Alltag: „Ich gratuliere dir“. In dem Moment, wo ich solches sage, vollziehe ich die Handlung der Gratulation. Oder: „Ich taufe dich“. Auch hier ereignet sich ein Handlungsvollzug im Akt des Sprechens.

Solche Sprechakte kommen gehäuft in der Bibel vor, wenn es um Gottes schöpferisches Tun geht: „Es werde Licht! Und es ward Licht“ (Gen 1,3). „Wenn Gott spricht, so geschieht’s; wenn er gebietet, so steht’s da“ (Ps 33,9). In unserer Geschichte handelt Jesus als Schöpfer, indem er spricht: „Steht auf, nimm dein Bett und geh […]. Und der stand auf, nahm sein Bett und ging“ (Mk 2,9f.). „Deine Sünden sind dir vergeben“ – und sie sind ihm tatsächlich vergeben. Das ist das verbum efficax, wie Luther sagt, das wirkmächtige und wirkkräftige Wort, das tut was es sagt, und sagt, was es tut. Sündenvergebung meint Neuschöpfung. Jesu Wort ist eine Freimacht, weil sie den Gelähmten freimacht von dem, was ihn quält.  Jesu Wort ist – so Hans Joachim Iwand – „Tatwort“, kein „Deutewort“[5].

Auf den Wahlplakaten einer Siegerländer Kandidatin für den deutschen Bundestag war vor wenigen Tagen noch zu lesen: „Net schwätze, mache“. Bei Jesus ist das anders: Wenn er schwätzt, dann macht er. Mit dem Zuspruch der Sündenvergebung trifft Jesus nicht einfach nur eine Aussage über etwas. Er beschreibt nicht einfach nur. Er weist auch nicht einfach nur auf etwas hin. Nein, Jesus Aussage ist keine Aussage über eine Sache, sondern die Sache selbst. Jesu Sündenvergebung ist eine höchst wirkungsvolle Sprachhandlung, die mit dem Akt des Sprechens genau das in Kraft setzt, was sie sagt.

Mir ist deutlich geworden, um was es hier geht, als ich den Bericht von einem deutschen Kriegsgefangenen im Zweiten Weltkrieg las. Eines Tages sei irgendein ihm unbekannter französischer Korporal im Lager auf ihn zugekommen, habe ihm, dem Kriegsgefangenen, die Hand auf die Schulter gelegt und drei entscheidende Worte gesprochen: „Vous êtes libre“ – Sie sind frei.[6] Und in dem Moment des Sprechens war der Kriegsgefangene frei.[7]

So wie für den Kriegsgefangenen alles darauf ankam, dass der Korporal auch wirklich autorisiert war, die Freilassung auszusprechen, so kommt es auch bei Jesus darauf an, dass er die Autorität besitzt, die Sündenvergebung auszusprechen. Das Markusevangelium bezeugt von ihm, dass er solche Autorität, die Autorität Gottes besitzt. Er besitzt sie, weil er selbst seinem Ursprung und Wesen nach auf die Seite Gottes, des Schöpfers, gehört.[8]

In Jesus Christus steht oder besser gesagt: liegt der Gelähmte seinem Schöpfer gegenüber. Während wir viel daherreden, wenn der Tag lang ist, und uns in unserem Reden letztlich nur unserer eigenen Ohnmacht vergewissern, hat er, Jesus Christus, die Macht und Autorität, Sünden zu vergeben. Denn er ist der, der wird nicht sind: Der Schöpfungsmittler, der in Gemeinschaft mit dem Vater und dem Geist den Himmel und die Erde gemacht hat. Er hat uns verheißen, uns unsere Schuld zu vergeben. „Um seines Namens willen“, so heißt es im 1. Johannesbrief (2,12), „sind uns unsere Sünden vergeben.“ Wem die Sünden vergeben sind, der und nur der kann aufrecht gehen. Das gilt für den Gelähmten und das gilt für uns, die wir uns in seiner Geschichte entdecken dürfen. Wenn krummes Holz aufrecht geht, dann war der am Werk, von dem es im Psalm heißt: „Der dir alle deine Sünde vergibt, und heilet alle deine Gebrechen. Der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit“ (Ps 103,3f.).

Amen.

Predigt zu Mk 2,1-12. Gehalten am 11.10.2009 in der Ev.-ref. Kirche zu Neunkirchen-Wiederstein und Neunkirchen-Zeppenfeld


[1] J.G. Hamann, Gedanken über meinen Lebenslauf (1758), in: M. Seils (Hg.), Entkleidung und Verklärung. Johann Georg Hamann. Eine Auswahl aus seinen Schriften, Wuppertal 21987, (29-68) 60.

[2] Vgl. Horaz, Satiren I/1, 69f.

[3] I. Kant, Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht (1784), A 398 (Werke, ed. Weischedel VI, 41).

[4] So die Ausgangsfrage der Buches von H. Gollwitzer, Krummes Holz – aufrechter Gang. Zur Frage nach dem sinn des Lebens, München 1970, 9.

[5] Vgl. H.J. Iwand, Glaube und Wissen. Nachgelassene Werke Bd. 1, hg. v. H. Gollwitzer, München 1962, 200f.

[6] Vgl. J. Mehlhausen, In Memoriam Ernst Bizer, in: ders., Vestigia Verbi, Berlin / New York 1999, 545.

[7] Mit Blick auf Mk 2,5b und die dort gebrauchte Verbform afi,entai bemerkt O. Hofius (Jesu Zuspruch der Sündenvergebung. Exegetische Erwägungen zu Mk 2,5b, in: ders., Neutestamentliche Studien, WUNT 132, Tübingen 2000, 38) treffend: „Wir haben es in ihr mit einem ‚aoristischen’ Präsens zu tun, das eine Handlung bezeichnet, ‚die im Augenblick des Sprechens sich vollzieht’. Das Präsens [...] zeigt also an, daß dem Gelähmten die Sündenvergebung im Augenblick des Zuspruchs Jesu zuteil wird.“

[8] Vgl. ders., Vergebungszuspruch und Vollmachtsfrage. Mk 2,1-12 und das Problem priesterlicher Absolution im antiken Judentum, in: ders., Neutestamentliche Studien, WUNT 132, Tübingen 2000, 68: „Jesu Wort an den Gelähmten [gilt] nicht bloß als eine Ansage der von Gott geschenkten Vergebung, sondern als ein wirkmächtiges Wort, mit dem Jesus selbst in unmittelbarer göttlicher Vollmacht und eigener göttlicher Autorität die Vergebung der Sünden gewährt.“


Dr. Marco Hofheinz, Bern
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