Dass viele Schokoladen auch ihre dunklen Seiten haben, ist vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht bewusst. Hinter dem süßen Genussmittel verbergen sich oft unstete Dumpingpreise, dramatisch schlechte Arbeitsbedingungen, sogar Kinderarbeit - Tausende Kilometer von uns entfernt in den Erzeugerländern erfahren und erlitten.
Im Auftrag des Bistums Aachen und der Evangelischen Kirchenkreise Aachen und Jülich hat SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene - eine Studie erstellt, welche die dunklen Seiten der Schokolade an Beispielen herausarbeitet. Auch zeigt sie auf, was zu tun ist, damit sich die Situation der Kleinbauern verbessert.
Mit einer Pressekonferenz am 23. September setzten die Initiatoren das Startsignal für die „Schokoladenaktion Aachen.“ Unterstützt von Hilfswerken und weiteren kirchlichen Organisationen und Netzwerken wollen die drei Träger der Aktion bis Ostern nächsten Jahres Bewusstseins-, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit für fair hergestellte und fair gehandelte Schokolade machen.
Gemeinden, Einrichtungen und Gruppen sollen für den Fairtradegedanken sensibilisiert, Verbraucherinnen und Verbraucher in der Advents- und Osterzeit angesprochen werden. Die Initiatoren suchen das Gespräch mit örtlichen Herstellern. Ziel ist, dass zukünftig auch aus Aachen ein Schokoladenprodukt mit Fair-Handels-Siegel kommt.
Dateien zum Download
Kurzfassung Studie "Die dunklen Seiten der Schokolade" (590 KB)
Vollständige Studie "Die dunklen Seiten der Schokolade" (305 KB)
Weiterführende Links:
www.schokoladenaktion-aachen.de
Thomas Hohenschue, 23. September 2009
Quelle: www.schokoladenaktion-aachen.de / Foto: Johannes de Kleine
Ansprechpartner:
Charlie Cervigne, Pfarrer, Evangelischer Kirchenkreis Jülich
Jürgen Groneberg, Evangelischer Kirchenkreis Aachen, Leiter des Evangelischen Erwachsenenbildungswerkes
Thomas Hoogen, Bistum Aachen, Mitarbeiter des Fachbereichs Weltkirche in der Abteilung Grundfragen und –aufgaben der Pastoral
Friedel Hütz-Adams, wissenschaftlicher Mitarbeiter von SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene, Autor der Studie „Die dunklen Seiten der Schokolade“
Dr. Manfred Körber, Bistum Aachen, Leiter der Abteilung Grundfragen und -aufgaben der Pastoral
Aufruf zur Schokoladenaktion Aachen und ihre Begründung:
Dass viele Schokoladen auch ihre dunklen Seiten haben, ist vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht bewusst. Hinter dem süßen Genussmittel verbergen sich oft unstete Dumpingpreise, dramatisch schlechte Arbeitsbedingungen, sogar Kinderarbeit - Tausende Kilometer von uns entfernt in den Erzeugerländern erfahren und erlitten.
Im Auftrag des Bistums Aachen und der Evangelischen Kirchenkreise Aachen und Jülich hat SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene - eine Studie erstellt, welche die dunklen Seiten der Schokolade an Beispielen herausarbeitet. Auch zeigt sie auf, was zu tun ist, damit sich die Situation der Kleinbauern verbessert.
Die heutige (23. September 2009) Pressekonferenz ist das Startsignal für die „Schokoladenaktion Aachen.“ Unterstützt von Hilfswerken und weiteren kirchlichen Organisationen und Netzwerken wollen die drei Träger der Aktion bis Ostern nächsten Jahres Bewusstseins-, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit für fair hergestellte und fair gehandelte Schokolade machen.
Gemeinden, Einrichtungen und Gruppen sollen für den Fairtradegedanken sensibilisiert, Verbraucherinnen und Verbraucher in der Advents- und Osterzeit angesprochen werden. Die Initiatoren suchen das Gespräch mit örtlichen Herstellern. Ziel ist, dass zukünftig auch aus Aachen ein Schokoladenprodukt mit Fair-Handels-Siegel kommt.
Was den Erzeugerländern wirklich hilft: Einige Ergebnisse der Studie
Die sozialen und ökologischen Probleme bei der Produktion von Kakao haben in der Vergangenheit wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. Im Mittelpunkt standen dabei Berichte über Kinderarbeit in den westafrikanischen Produktionsländern, von wo 70 Prozent des Kakaos kommt.
Doch dies ist nur ein Symptom der bestehenden Probleme: Stark schwankende und meist sehr niedrige Preise üben Druck auf die Kakaoanbauer aus, der zur Kinderarbeit führt. Die Situation in den untersuchten Lieferländern Ghana, Elfenbeinküste, Indonesien und Ecuador belegt dies.
Wirklich helfen wird den Bauern auf Dauer nur, wenn sie höhere, langfristig stabile Preise für ihre Ware erhalten. Einige Kakaoverarbeiter und der Schokoladenhersteller wollen fairere Handelswege aufbauen. Andere Teile der Branche sehen in der Steigerung der Erntemengen den Ausgangspunkt für eine Verbesserung der Situation der Bauern. Durch die besondere Struktur des Marktes droht jedoch durch die Steigerung der Erntemengen ein Preisverfall, der die Situation der Bauern noch verschärfen würde.
Neben den Unternehmen ist der Gesetzgeber mit verantwortlich: Unternehmen müssen dazu verpflichtet werden, in ihrer Lieferantenkette die Einhaltung internationaler Gesetze und Standards durchzusetzen.
Zudem müsste der gesetzliche Rahmen des Verbraucherinformationsgesetzes verbessert werden, damit Verbraucherinnen und Verbraucher Auskunft über die Herkunft der von ihnen erworbenen Waren verlangen können. Dies würde deutsche Unternehmen verpflichten, Transparenz in der Lieferkette zu schaffen.
Was kann man tun? Konkrete Anregungen der Schokoladenaktion
Sich persönlich informieren: Unter www.schokoladenaktion-aachen.de kann man sich die vollständige Studie sowie eine Kurzfassung herunterladen. Auch findet man dort weiterführende Infos, Angebote und Materialien.
Bildungsarbeit starten: Kirchliche und andere gemeinnützige Einrichtungen, Verbände, Vereine und Initiativen können ihre Mitglieder, Gäste, Adressaten für das Thema sensibilisieren. Dafür gibt es interessante Medien und Materialien. Träger und Unterstützer der Schokoladenaktion vermitteln gerne Referentinnen und Referenten.
Fair gehandelt kaufen: Unternehmen und Betriebe, Einrichtungen, Vereine und Verbände, aber auch Verbraucherinnen und Verbraucher können über ihr Einkaufsverhalten Einfluss nehmen. Fair gehandelte Schokolade ist genauso lecker wie die andere. Wer aber über die Hintergründe Bescheid weiß, dem wird sie besser schmecken. Und bei Herstellen und Handelshäusern kommt an, dass sich Fairtrade auch für sie lohnen kann.
Mit Herstellern sprechen: Ganz wesentlich wird sich etwas zum Besseren wenden, wenn deutsche Hersteller – auch in Aachen – fair gehandelte Rohstoffe für die Produktion ihrer Süßwaren nutzen. Die Träger der Aktion werden, gemeinsam mit Unterstützern wie Misereor und die Gewerkschaft „Nahrung, Genuss, Gaststätten“ (NGG), ihre Möglichkeiten und Kanäle nutzen, um mit Herstellern ins Gespräch zu kommen. Ziel ist, dass es künftig auch aus Aachen ein Schokoladenprodukt mit Fair-Handels-Siegel gibt.
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Schokolade hat ihre dunklen Seiten
Donnerstag, 5. November 2009, 19 Uhr, im Haus der Evangelischen Kirche, Frère-Roger-Str. 8-10, Aachen |
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