Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Wie finden Erwachsene zum Glauben?

Studie untersucht Wege der Hinwendung zum Glauben bei Erwachsenen

©Foto: Andreas Olbrich

''Wie finden Erwachsene zum Glauben?'', so lautet eine Studie, deren Ergebnisse am Montag, den 19. Oktober 2009, in Stuttgart vorgestellt wurden. An der Studie nahmen mehr als 500 Männer und Frauen in vier deutschen Regionen teil, die erst als Erwachsene zum christlichen Glauben fanden. Noch nie wurden in einer deutschen Studie so viele Menschen nach ihren Glaubensveränderungen befragt.

Schwerpunkte der Untersuchungen waren biografische Situationen, die Frage nach ausschlaggebenden Kontakten und der Zusammenhang mit kirchlichen Angeboten.

Die Studie wurde vom Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung (IEEG) der Theologischen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald in Zusammenarbeit mit fünf Landeskirchen durchgeführt. Diese sind die Evangelischen Kirche im Rheinland, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs, die Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und die Evangelische Landeskirche in Württemberg.

Die auf zwei Jahre angelegte Studie des IEEG wurde von PD Dr. Johannes Zimmermann, Dipl.-Psych. Anna-Konstanze Schröder, Pfarrer Matthias Clausen, Dr. Heinz-Peter Hempelmann (Projekt Wachsende Kirche, Stuttgart) und Prof. Dr. Michael Herbst erarbeitet.

Die wichtigsten Ergebnisse sind: Die Hinwendung zum Glauben (Konversion) ereignet sich größtenteils bei Menschen Mitte Vierzig. Sie geschieht nicht einheitlich. Kirchennahe erleben eher eine Vergewisserung im Glauben, andere entdecken den Glauben erneut, aber auch Menschen ohne kirchliche Sozialisation finden plötzlich Zugänge.

Dieses Ergebnis überrascht, denn es zeigt: Konversion ist auch dann möglich, wenn die religiöse Sozialisation ausfiel, abbrach oder scheiterte. Die Gründe für eine Glaubenshinwendung sind uneinheitlich. Nicht immer sind Übergangssituationen oder Lebenskrisen ausschlaggebend. Persönliche Beziehungen spielen in allen Phasen des Konversionsprozesses eine wichtige, wenn auch je nach Phase und Typ wechselnde Rolle. Überwiegend geht es um Kontakte zu Geistlichen oder zu guten Bekannten.

Für die Hinwendung von Erwachsenen zum Glauben ist eine breite Palette von kirchlichen Angeboten wie zum Beispiel Glaubenskurse hilfreich. Das „Festmachen“ des Glaubens bei der Konversion ist häufig mit rituellen kirchlichen Handlungsformen wie Segnungen, Taufen, besonderen Gottesdienstfeiern und einer starken Gebetserfahrung verbunden.

Zur Studie ist ein Leitfaden mit dem Titel „Wie finden Erwachsene zum Glauben?“ erschienen. Weitere Informationen erhalten Sie über das IEEG (ieeg-greifswald.de) oder über die Pressestelle der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.

Weitere Informationen bei: www.ieeg-greifswald.de

Christian Tsalos
Evangelische Landeskirche in Württemberg
Pressestelle


Pressemitteilung vom 19.10.2009, Evangelische Landeskirche in Württemberg
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